Aichwald

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Dieser Artikel befasst sich mit der Gemeinde Aichwald in Württemberg. Für den namensgebenden Ort am Aichwaldsee siehe Finkenstein.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Aichwald
Aichwald
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Aichwald hervorgehoben
Koordinaten: 48° 45′ N, 9° 23′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Esslingen
Höhe: 450 m ü. NHN
Fläche: 14,68 km²
Einwohner: 7460 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 508 Einwohner je km²
Postleitzahl: 73773
Vorwahl: 0711
Kfz-Kennzeichen: ES, NT
Gemeindeschlüssel: 08 1 16 076
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Seestraße 8
73773 Aichwald
Webpräsenz: www.gemeinde-aichwald.de
Bürgermeister: Nicolas Fink (SPD)
Lage der Gemeinde Aichwald im Landkreis Esslingen
Alb-Donau-Kreis Landkreis Böblingen Landkreis Göppingen Landkreis Ludwigsburg Landkreis Reutlingen Landkreis Tübingen Rems-Murr-Kreis Stuttgart Aichtal Aichwald Altbach Altdorf (Landkreis Esslingen) Altenriet Altenriet Baltmannsweiler Bempflingen Beuren (bei Nürtingen) Bissingen an der Teck Deizisau Denkendorf (Württemberg) Dettingen unter Teck Erkenbrechtsweiler Esslingen am Neckar Filderstadt Frickenhausen (Württemberg) Großbettlingen Hochdorf (bei Plochingen) Holzmaden Kirchheim unter Teck Köngen Kohlberg (Württemberg) Kohlberg (Württemberg) Leinfelden-Echterdingen Lenningen Lichtenwald Neckartailfingen Neckartenzlingen Neidlingen Neuffen Neuhausen auf den Fildern Notzingen Nürtingen Oberboihingen Ohmden Ostfildern Owen Plochingen Reichenbach an der Fils Schlaitdorf Unterensingen Weilheim an der Teck Wendlingen am Neckar Wernau (Neckar) WolfschlugenKarte
Über dieses Bild

Aichwald ist eine Gemeinde im Landkreis Esslingen, 10 km von der Kreisstadt Esslingen und 20 km von Stuttgart entfernt.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aichwald liegt auf der Liashochfläche des Vorderen Schurwaldes zwischen dem Remstal im Norden und dem Neckar- bzw. Filstal im Süden. Die Gemeinde ist die am weitesten nördlich gelegene Kommune des Landkreises Esslingen. Der Ortsausgang des Ortsteils Aichelberg in Richtung Weinstadt-Beutelsbach markiert diesen nördlichsten Punkt des Kreises.

Die Gemarkung Aichwalds umfasst eine Fläche von 1468 ha. Rund 45 % der Markungsfläche werden von der Landwirtschaft genutzt, jedoch in zunehmendem Maße im Nebenerwerb. Im Ortsteil Aichelberg wird an den Südhängen hin zum Remstal auf ca. 13 ha Wein angebaut. Nicht zu vergessen ist der für den Schurwald typische Erdbeer- und Himbeeranbau.

Meereshöhe, Markungsfläche:

  • Wasserturm Krummhardt 476 m ü. NN
  • Höchster Punkt: Wasserbehälter Lobenrot 480 m
  • Tiefster Punkt: Zolterbachbrücke 285 m
  • Waldfläche 617 ha
  • Markungsfläche 1468 ha

Benachbarte Städte und Gemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Folgende Städte und Gemeinden grenzen an Aichwald (im Uhrzeigersinn, beginnend im Westen): Kernen im Remstal, Weinstadt (beide Rems-Murr-Kreis), Baltmannsweiler und Esslingen (beide Landkreis Esslingen).

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aichwald besteht aus den ehemals selbstständigen Gemeinden Aichelberg, Aichschieß und Schanbach. Zur ehemaligen Gemeinde Aichelberg gehört das Dorf Aichelberg (2355 Einwohner, Stand: 31. Juli 2010). Zur ehemaligen Gemeinde Aichschieß gehören das Dorf Aichschieß (1580 Einwohner) und der Weiler Krummhardt (759 Einwohner) sowie die abgegangene Ortschaft Eglisweiler. Zur ehemaligen Gemeinde Schanbach gehören das Dorf Schanbach (2639 Einwohner) und der Ort Lobenrot (242 Einwohner).[2]

Flächenaufteilung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Daten des Statistischen Landesamtes, Stand 2014.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kirche im Ortsteil Aichschieß wurde zum ersten Mal 1275 erwähnt. Zuerst war es als Ainschiez bekannt, was sich wohl auf den zwischen zwei Tälern „einschießenden“ Bergsporn bezieht, auf dem das Dorf in einer Rodungsinsel lag. Im 17. Jahrhundert hieß es dann schon Eichschies.

Im Zuge der Gemeindereform in Baden-Württemberg schlossen sich am 1. Januar 1974 die bis dahin selbstständigen Gemeinden Aichelberg, Aichschieß (mit Krummhardt) und Schanbach (mit Lobenrot) zur neuen Gemeinde Aichwald zusammen.
siehe auch Burg Aichelberg (Aichwald) (Wehrkirche)

Wappen der Ortsteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entwicklung der Einwohnerzahl[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner¹
1871 1237
1880 1296
1890 1198
1900 1211
1910 1175
1925 1153
1933 1268
1939 1294
Jahr Einwohner¹
1950 1847
1961 2666
1970 4212
1975 6125
1980 7657
1985 7714
1990 8122
1995 7976
Jahr Einwohner¹
2000 7766
2005 7744
2010 7558
2011 7491
2014 7460
2015 7522

¹ laut: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg; bis 1970 Volkszählungsergebnisse, ab 1975 Fortschreibungen jeweils zum 31. Dezember des Jahres.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Aichwald hat 18 Mitglieder. Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 führte zu folgendem amtlichen Endergebnis.[4] Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

Parteien und Wählergemeinschaften %
2014
Sitze
2014
%
2009
Sitze
2009
Kommunalwahl 2014
Wahlbeteiligung: 61,99 %
 %
40
30
20
10
0
37,96 %
27,41 %
22,73 %
11,90 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   2
   0
  -2
  -4
+1,86 %p
+0,91 %p
-2,97 %p
+0,20 %p
Expression-Fehler: Unerwartete schließende eckige Klammer
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 37,96 7 36,1 7
FW Freie Wähler Aichwald 27,41 5 26,5 5
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 22,73 4 25,7 4
GRÜNE Grüne 11,9 2 11,7 2
gesamt 100,0 18 100,0 18
Wahlbeteiligung 61,99 % 63,9 %

Aichwald gehört zu den fünf der insgesamt 1101 Gemeinden in Baden-Württemberg, in denen bei der Landtagswahl am 27. März 2011 mehr als 80 Prozent der Wahlberechtigten ihr Stimmrecht nutzten.[5]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1974–2006: Richard Hohler
  • seit 2006: Nicolas Fink

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „In Blau ein goldener Schrägbalken, oben begleitet von einer goldenen Eichel, unten von einem goldenen Fleckenzeichen aus Dreieckskopfschaft mit hinterer Fußabstrebe.“

Das Wappen vereinigt den goldenen Schrägbalken aus dem auf den Ortsadel zurückgehenden Wappen der ehemaligen Gemeinde Schanbach mit den redenden Figuren der erloschenen Wappen von Aichelberg (goldene Eichel) und Aichschieß (stilisierte goldene Armbrust). Das Wappen wurde 1977 durch das Landratsamt Esslingen verliehen.

Partnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aichwald pflegt freundschaftliche Verbindungen zu:

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2009 verbindet der BürgerBus Aichwald die Ortschaften Schanbach, Aichelberg, Aichschieß, Krummhardt und Lobenrot. Der BürgerBus fährt zweimal am Morgen und zweimal am Nachmittag. Der BürgerBusverein Aichwald e.V. hat über zwanzig aktive Fahrer und Fahrerinnen. Der BürgerBus fördert die Mobilität der Aichwalder Bevölkerung.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aichwald verfügt im Ortsteil Schanbach über eine Grund- und Werkrealschule. In Aichelberg und Aichschieß bestehen Außenstellen für Grundschulklassen. Es bestehen drei Gemeindekindergärten in den einzelnen Ortschaften und ein Waldkindergarten im Aichschießer Wald.

Eine Jugendmusikschule versorgt derzeit rund 400 Schüler mit einem umfangreichen Unterrichtsangebot. Des Weiteren besteht in Aichwald eine selbstständige Volkshochschule.

Abfallentsorgung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die Abfallentsorgung ist der Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises Esslingen zuständig. Es bestehen getrennte Sammlungen für Biomüll, Hausmüll und Papier. Verpackungen werden im Rahmen des Grünen Punktes in sogenannten gelben Säcken gesammelt. Sperrmüll wird gegen Abgabe eines von zwei Gutscheinen jährlich kostenlos abgeholt oder kann zu einer Entsorgungsstation gebracht werden. Bei den Entsorgungsstationen können auch Elektro- und Metallschrott sowie andere wiederverwertbare Stoffe abgegeben werden. Für Sondermüll wie Leuchtstofflampen und Lacke gibt es besondere Problemstoffsammlungen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Zuchthäusle in Aichschieß

Aichwald besitzt eine stattliche Anzahl an Bau- und Kunstdenkmalen, die Zeitzeugen der jahrhundertelangen Ortsgeschichte sind. Neben der landschaftlich reizvollen Lage sind sie es vor allem, die den Charme der Schurwaldgemeinde ausmachen. Weil Aichschieß nicht an einer Durchgangsstraße lag, ist sein Ortskern besonders gut erhalten (Fachwerkhäuser um die Kirche). Im Wald unterhalb von Schanbach finden sich die Reste einer kleinen mittelalterlichen Burg.

Besonders herausragend sind die vier historischen Kirchengebäude: In Aichelberg steht eine ehemalige Wallfahrtskirche, noch heute halbwegs auf freiem Feld über dem Dorf gelegen (Wandmalereien aus der Mitte 15. Jahrhundert, Kruzifix 17. Jahrhundert, barocke Bilder von der ehem. Empore); die Kirche in Krummhardt ist eine der reizvollsten Dorfkirchen im Landkreis Esslingen (Ausstattung im Bauernbarock); in Schanbach befindet sich eine Kirche mit spätmittelalterlichem Chorturm; in Aichschieß die Dorfkirche St. Gereon und St. Margaretha (Kruzifix aus der Ulmer-Schule um 1500, im Innern Wandmalereien aus der Zeit um 1330, die zu den ältesten in der ganzen Region gehören, zudem weitere Wandbilder aus der Zeit um 1500. Die Glasmalereien der drei Fenster im Chor stammen von der Glaskünstlerin Renate Gross aus Gilching (Bayern), von Karl Ulrich Nuss stammt der Taufdeckel und weitere Kunstwerke). An der Stelle des ehemaligen Schulhauses befindet sich das sogenannte Zuchthäusle, eine winzige Zelle, in der nicht nur Verbrecher gefangen gehalten wurden, sondern auch ledige Mütter vierzehn Tage bei Wasser und Brot verbringen mussten, nachdem sie von der Kanzel herab ermahnt (abgekanzelt) worden waren.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hetty Krist, Engel für Aichwald (Farblithographie 2010)

Seit 2003 findet alle zwei Jahre im August auf einem Sonnenblumenfeld vor Krummhardt das fünftägige Musikfestival Goldgelb statt.

Seit 2004 richtet der Kunstkreis Aichwald kulturelle Veranstaltungen und Kunstausstellungen aus. Die Kunstausstellungen werden unter dem Rahmentitel "Im Spiegel der Bilder" präsentiert. Gezeigt werden "Arbeiten auf Papier" von international bekannten Künstlerinnen bzw. Künstlern. Ausgestellt wurden 2004 "Internationale originalgraphische Kunst" und Werke von Alfred Pohl (2005), Paul Flora (2006), Markus Lüpertz (2007), Ruth Stahl und Heinz Friedrich (2008), Hermann Kätelhön und Christian Mischke (2009), Hetty Krist (2010), Rosa Loy (2011) und Leiko Ikemura (2012). Verbunden mit den Kunstausstellungen ist jeweils ein Schulwettbewerb. Vorsitzender und Kurator des Kunstkreises ist Frieder Gadesmann.

Im Juni findet das Internationale ADAC Motocross Aichwald auf der Rennstrecke „In den Horben“ statt. Ausrichter dieser 1954 erstmals ausgerichteten jährlichen Großveranstaltung ist der Motorsportclub „Eiserne Hand“ Aichwald.


Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gottlob Eberhard von Hafner (1785–1858), geboren in Aichelberg, ev. Theologe, Generalsuperintendent von Heilbronn, Landtagsabgeordneter
  • Frieder Gadesmann (geboren 1943 in Celle), ev. Theologe und Erziehungswissenschaftler, Kurator und Vorsitzender des Kunstkreises Aichwald

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Otto Wurster: Eßlinger Heimatbuch für Stadt und Umgebung. Bechtle, Eßlingen 1931, DNB 578447118.
    • Aichschieß. S. 298 f.
    • Schanbach. S. 299 f.
  • Frieder Gadesmann (Hrsg.): Das Leben suchen. Religion 9/10 für Haupt- und Realschulen. ISBN 3-425-07868-2. Darin: Gott befreit. Mit der Taufsteinskulptur von Karl Ulrich Nuss in der Evangelischen Kirche Aichwald Aichschieß, S. 12.
  • Frieder Gadesmann: Das Leben suchen. Religion 7/8 für Realschulen und Gymnasien. ISBN 3-425-07882-8. Darin: Dorfkirche in Aichschieß bei Stuttgart, S. 172 f.
  • Markus Hörsch. "Die evangelische Pfarrkirche St. Gereon und Margaretha in Aichschieß (Gde. Aichwald)". Hennecke 1997. ISBN 978-3-927981-57-7.
  • Landesarchiv Baden-Württemberg i. V. mit dem Landkreis Esslingen (Hrsg.): Der Landkreis Esslingen. Band 1, Jan Thorbecke Verlag, Ostfildern 2009, ISBN 978-3-7995-0842-1, S. 254.
  • Elke Roos (Hrsg.): Aichwalder Blattwerk. Geschichten und Geschichte vom Vorderen Schurwald. Weinstadt 2012, ISBN 978-3-86372-007-0.
  • Rose Schilling-Aichele, August Kiesel: Chronik der Gemeinde Aichschieß-Krummhardt. Walter, Ludwigsburg 1968, DNB 458836346.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Aichwald – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden Baden-Württembergs 2014 (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band III: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverband Mittlerer Neckar. Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-004758-2, S. 161–164.
  3. Statistisches Landesamt, Fläche seit 1988 nach tatsächlicher Nutzung für Aichwald.
  4. Wahlinformationen des Kommunalen Rechenzentrums Stuttgart
  5. Stuttgarter Zeitung Nr. 30, 6. Februar 2016, S. 26.