Amy Klobuchar

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Amy Klobuchar (2013)

Amy Jean Klobuchar (* 25. Mai 1960 in Plymouth, Minnesota) ist eine US-amerikanische Politikerin und Mitglied der Minnesota Democratic-Farmer-Labor Party. Seit 2007 gehört sie dem Senat der Vereinigten Staaten an.

Familie, Ausbildung und Beruf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Amy Klobuchar wurde als Tochter des Journalisten und Autors Jim Klobuchar und der Lehrerin Rose Katherine Heuberger in Plymouth geboren. Ihr Vater ist slowenischer und ihre Mutter schweizerischer Herkunft. Nach dem Abschluss der Highschool studierte sie Politikwissenschaften an der Yale University. 1982 erhielt sie ihren Bachelor-Abschluss magna cum laude und erwarb 1985 an der Law School der University of Chicago ihren J.D. Anschließend arbeitete sie für verschiedene Anwaltskanzleien und als Beraterin für den früheren US-Vizepräsidenten Walter Mondale. 1998 wurde sie zur Staatsanwältin des Hennepin County gewählt. Dieses Amt hatte sie bis 2006 inne.

Politische Laufbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Klobuchar (2010)

Nachdem der demokratische Senator Mark Dayton früh im Jahr 2005 angekündigt hatte, nicht erneut kandidieren zu wollen, galt Klobuchar als Favoritin für die Nachfolge. Am 29. September 2005 gab sie ihre Kandidatur bekannt und konnte sich auch in der parteiinternen Vorausscheidung durchsetzen. Bei den Senatswahlen am 7. November 2006 erhielt Klobuchar 58 Prozent der Stimmen und setzte sich damit gegen den Republikaner Mark Kennedy durch. Daraufhin wurde sie am 3. Januar 2007 Senatorin im 110. Kongress der Vereinigten Staaten und damit die erste gewählte Senatorin Minnesotas. Bei der Wahl 2012 wurde sie mit deutlicher Mehrheit wiedergewählt, bei der Wahl 2018 mit 60 zu 36 Prozent der Stimmen gegen den Republikaner Jim Neuberger.[1]

Klobuchar kündigte am 10. Februar 2019 ihre Kandidatur für die Präsidentschaftswahl 2020 an; bereits zuvor war sie als mögliche Kandidatin gehandelt worden.[2]

Positionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Klobuchar vertritt linksliberale Ansichten und spricht sich für einen Ausbau der Sozialleistungen und der Krankenversicherung aus. Sie befürwortet die Möglichkeit eines Schwangerschaftsabbruchs (Pro-Choice) und die Stärkung der Rechte der LGBT. Sie kritisierte den Irakkrieg und stimmte im Januar 2007 gegen die Pläne Präsident George W. Bushs, die Zahl der Truppen im Irak zu erhöhen.

Im September 2018 äußerte sie, der Nominierungsprozess für den umstrittenen Supreme-Court-Kandidaten Brett Kavanaugh sei „nicht normal“.[3] Ihre Konfrontation mit Kavanaugh im Rahmen seiner Anhörung vor dem Justizausschuss des Senats Ende September 2018 wurde viel beachtet.[4]

Gemäß dem Bipartisan Index des Lugar Centers, der angibt, wie überparteilich Kongressabgeordnete und Senatoren arbeiten, war Klobuchar im 115. Kongress im oberen Mittelfeld. Von den für die Präsidentschaft kandidierenden amtierenden Senatoren schätzt das Lugar Center sie als die Überparteilichste ein.[5]

Präsidentschaftswahlkampf 2020[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Innerhalb der Demokraten gilt Klobuchar als pragmatische Vertreterin der politischen Mitte.[6] In ihrem Wahlprogramm zur Präsidentschaftswahl 2020 befürwortet sie eine Abschaffung der Todesstrafe, die Legalisierung von Marihuana und eine Erhöhung des Mindestlohns auf 15 $.[7] Sie befürwortet die Abschaffung von Studiengebühren für die ersten zwei Jahre an Colleges, spricht sich aber gegen gänzlich kostenfreie Hochschulbildung aus.[7] Sie ist für einen Ausbau von erneuerbaren Energien[8] sowie der Kernenergie und gegen Offshore-Drilling.[7] Klobuchar bekennt sich zum Second Amendment,[9] befürwortet allerdings background checks und ein Verbot halbautomatischer Waffen.[7]

Amy Klobuchar lehnt zwar eine universelle Krankenversicherung (Medicare for all) ab, befürwortet aber eine Ausweitung der staatlichen Gesundheitsvorsorge.[7] Sie spricht sich ferner für moderate Steuererhöhungen für Einkommensstarke bei gleichzeitiger Ablehnung einer Vermögenssteuer, eine Abschaffung des Electoral College, ein Kürzen der Ausgaben für das Militär und Strafzölle bei gegebenem Anlass aus.[7] Sie ist eine Befürworterin des überarbeiteten NAFTA-Abkommens USMCA.[7]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Amy Klobuchar – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikiquote: Amy Klobuchar – Zitate (englisch)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Minnesota U.S. Senate Election Results. In: The New York Times, 7. November 2018.
  2. Matthew Yglesias, Ezra Klein, Dylan Matthews: Who’s overrated and who’s underrated as a 2020 Democratic presidential prospect? In: Vox.com, 14. September 2018. Siehe auch das Thema Amy Klobuchar 2020. In: Politico.
  3. Klobuchar says Kavanaugh’s confirmation is ‘not normal’. In: Politico, 2. September 2018.
  4. Aaron Blake, David Weigel: Amy Klobuchar’s big Brett Kavanaugh moment earned rave reviews. But is it what Democrats demand for 2020? In: The Washington Post, 29. September 2018.
  5. The Lugar Center and Georgetown University’s McCourt School Unveil Bipartisan Index Rankings for 115th Congress, The Lugar Center, 19. März 2019 (abgerufen: 3. Februar 2020).
  6. Matt Stevens: Amy Klobuchar In: The New York Times, 3. Februar 2019.
  7. a b c d e f g Amy Klobuchar In: Politico, 3. Februar 2019.
  8. Sandy Fitzgerald: Amy Klobuchar on Climate Change: Where the Candidate Stands, News Max, 24. März 2018 (abgerufen: 3. Februar 2020).
  9. Dan Gearino: Sen. Klobuchar: Second Amendment Allows For Gun Control Laws, Inside Climate News, 2. September 2019 (abgerufen: 3. Februar 2020),