Jutta Speidel

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Jutta Speidel, 2019

Jutta Speidel (* 26. März 1954 in München) ist eine deutsche Schauspielerin, Autorin, Hörbuch- sowie Hörspielsprecherin und Synchronsprecherin. 1974 hatte sie ihren Durchbruch als Beate Rehberg in Rainer Erlers Die letzten Ferien. International konnte sie sich durch Erlers 1979 erschienenen Thriller Fleisch etablieren. Weitere Bekanntheit erlangte sie durch die Mitwirkung in den Fernsehserien Drei sind einer zuviel, Forsthaus Falkenau, Rivalen der Rennbahn, Alle meine Töchter und Um Himmels Willen.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jutta Speidel ist die Tochter eines Patentanwalts. Ihre erste Filmrolle erhielt sie mit 15 Jahren als Komparsin in der dritten Folge der Serie Die Lümmel von der ersten Bank, zu deren Stammpersonal sie fortan gehörte. Es folgten Auftritte in Filmkomödien und auch in der ersten Folge des Schulmädchen-Reports.

Nach der Mittleren Reife verließ sie 1973 das Gymnasium, um Schauspielerin zu werden und ließ sich an der Schauspielschule Huber-Neureuther in München drei Jahre lang ausbilden. 1974 besetzte Rainer Erler sie während ihrer Schauspielausbildung in der Hauptrolle seines Films Die letzten Ferien, was für Speidel der Durchbruch als Schauspielerin bedeutete. 1979 kam es zu einer weiteren Zusammenarbeit zwischen Erler und Speidel. In dem in den USA gedrehten Fernsehfilm Fleisch, der sich mit dem Thema Organhandel auseinandersetzt, konnte sie sich in der Hauptrolle der jungen Monica auch international etablieren.

Seitdem wirkte sie in zahlreichen Filmen und Fernsehserien. 1977 übernahm sie in der von Rudolf Jugert inszenierten 13-teiligen ZDF-Fernsehserie Drei sind einer zuviel als Töpferin Charlotte Möller die Serienhauptrolle und erhielt für ihre dortige schauspielerische Leistung den Bambi. An der Seite von Thomas Fritsch war sie 1989 in der elfteiligen Fernsehserie Rivalen der Rennbahn als Modedesignerin und Jockey-Ehefrau Monika Adler zu sehen. Von 1989 bis 1995 verkörperte sie in den ersten sechs Staffeln der Familienserie Forsthaus Falkenau die Nebenrolle der Baroneß von Bernried. Eine weitere durchgehende Serienrolle hatte sie neben Günter Mack als Margot Sanwaldt von 1994 bis 1999 in der Fernsehserie Alle meine Töchter. In der ARD-Fernsehserie Um Himmels Willen übernahm sie von 2002 bis 2006 an der Seite von Fritz Wepper die Serienhauptrolle der Schwester Charlotte „Lotte“ Albers und war bis zur fünften Staffel in insgesamt 65 Folgen zu sehen. Die Rolle brachte ihr 2006 den Bayerischen Fernsehpreis in der Kategorie als „Beste Seriendarstellerin“ ein. Ihre Nachfolge trat Janina Hartwig als Nonne Johanna „Hanna“ Jakobi an. In der 8. Staffel hatte sie in Folge 100 einen Gastauftritt. 2012 trat sie ein letztes Mal als Schwester Lotte in dem dritten Weihnachtsspecial der Serie mit dem Titel Um Himmels Willen – Mission unmöglich in Erscheinung.

Speidel betätigt sich neben ihren Arbeiten vor der Kamera auch als Synchronsprecherin. Sie lieh unter anderem Marcia Gay Harden (Space Cowboys), Helen Hunt (Besser geht’s nicht, Was Frauen wollen) und Sean Young (Blade Runner) und der Kröte Itsche in der ARD-Verfilmung Die drei Federn von 2014 des gleichnamigen Grimm'schen Märchens ihre Stimme.

Seit 2003 veröffentlicht Speidel als Autorin einige Bücher. Ihr erstes Buch Kinder schreiben für Horizont enthält von Kindern verfasste Gedanken, Geschichten und Gedichte. 2008 publizierte sie ihre schönsten Weihnachtsgeschichten. 2009, 2011, 2013 und 2014 erschienen mit Wir haben gar kein Auto …: Mit dem Rad über die Alpen, Zwei Esel auf Sardinien, Ahoi, Amore! und Wir haben doch ein Auto! vier autobiografische Werke im Ullstein Verlag, die sie zusammen mit ihrem damaligen Lebenspartner Bruno Maccallini schrieb.

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jutta Speidel mit Bruno Maccallini, 2007

Bei den Dreharbeiten zur Fernsehserie Drei sind einer zuviel lernte Speidel Herbert Herrmann kennen, mit dem sie von 1977 bis 1982 zusammenlebte. Von 1984 bis 1991 war sie mit dem Holzkaufmann Stefan Feuerstein verheiratet, aus der Ehe entstammt ihre jüngere Tochter Antonia, die als Opernsängerin unter ihrem bürgerlichen Namen Antonia Feuerstein und als Schauspielerin unter dem Namen Antonia Speidel auftritt.[1][2] Bereits vor der Ehe war Speidel alleinerziehende Mutter, den Namen des Vaters der älteren Tochter hat sie nie genannt.[3] Von 2003 bis 2013 war sie mit dem italienischen Schauspieler Bruno Maccallini liiert, mit ihm führte sie eine Fernbeziehung zwischen München und Rom.[4]

Soziales Engagement[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für obdachlose Kinder und deren Mütter gründete Speidel 1997 die Initiative Horizont e. V. Im Jahr 2003 wurde ihr für ihr Engagement der Martinsmantel der Radioredaktion des Sankt Michaelsbundes verliehen. 2005 erhielt sie das Bundesverdienstkreuz. 2007 bekam sie durch Horizont e. V. den Preis des Deutschen Fundraising Verbandes. Im Folgejahr erhielt sie den Krenkl-Preis der Münchner SPD für Zivilcourage und bürgerschaftliches Engagement. 2011 bekam sie den Bayerischen Verdienstorden und den „Prix International Pour les Enfants“ der Stiftung Otto Eckart. 2012 wurde sie mit dem Kind-Award des Kinderlachen e. V., der sich für kranke und arme Kinder in Deutschland starkmacht, für ihr Engagement ausgezeichnet.

Im Herbst 2013 unterschrieb sie als einer der ersten Unterzeichner den von Alice Schwarzer in der von ihr herausgegebenen Zeitschrift Emma initiierten Appell gegen Prostitution.

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Filme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fernsehserien und -reihen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Theater (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hörbücher (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2006: Das Hohelied der Liebe. ISBN 978-3-939642-00-8.
  • 2007: Gönn dir einen Stern: Himmlisches im Alltag finden. ISBN 978-3-7831-3001-0.
  • 2010: Wir haben gar kein Auto …: Mit dem Rad über die Alpen. ISBN 978-3-8291-2342-6.
  • 2015: Fliegst Du schon – oder überlegst Du noch. Frauenporträts Hsg. Claudia Lanfranconi. Bonnevoice Hörbuchverlag München. ISBN 978-3-945095-02-7
  • 2018: Lange Liebe – Geschichten berühmter Paare. Hsg. Antonia Meiners. Bonnevoice Hörbuchverlag München. ISBN 978-3-945095-23-2
  • 2020: Der Salzpfad. Roman von Raynor Winn. Bonnevoice Hörbuchverlag München

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jutta Speidel, Bayerischer Poetentaler, 2003

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Jutta Speidel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Offizielle Homepage von Antonia Feuerstein/Speidel
  2. Jutta Speidel: "Habe jetzt einen kleinen Mann an meiner Seite", t-online.de, 13. Dezember 2018
  3. Jutta Speidel – Grüßgott Jutta, Servus Edi (Memento vom 27. Juli 2013 im Internet Archive), EMMA, März/April 2003
  4. Liebes-Aus nach elf Jahren - Jutta Speidel und Bruno Maccallini sind getrennt, WAZ, 10. Dezember 2014
  5. Nicht im Abspann genannter Kurzauftritt am Drehort Rom, lt. eigenen Angaben in der Sendung Wetten, dass..? am 3. November 2012
  6. Prix International Pour Les Enfants 2011 bei ottoeckart.de
  7. muenchen.de: Das sind die neuen Münchner Ehrenbürger. Abgerufen am 26. Januar 2019.
  8. https://ru.muenchen.de/2021/87/OB-gratuliert-Jutta-Speidel-zur-Verfassungsmedaille-95657