Auslöschung (Film)

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Filmdaten
Deutscher TitelAuslöschung
OriginaltitelAnnihilation
ProduktionslandVereinigte Staaten, Vereinigtes Königreich
OriginalspracheEnglisch
Erscheinungsjahr2018
Länge115 Minuten
Stab
RegieAlex Garland
DrehbuchAlex Garland
ProduktionAndrew Macdonald,
Allon Reich
MusikGeoff Barrow,
Ben Salisbury
KameraRob Hardy
SchnittBarney Pilling
Besetzung
Synchronisation
Hauptdarstellerin Natalie Portman, 2015

Auslöschung (Originaltitel: Annihilation) ist ein US-amerikanisch-britischer Science-Fiction-Film von Alex Garland. Das Drehbuch, das ebenfalls von Garland stammt, basiert auf dem gleichnamigen Roman von Jeff VanderMeer. Die Darsteller der fünf Wissenschaftlerinnen, die mysteriöse Vorgänge aufdecken sollen, sind Natalie Portman, Jennifer Jason Leigh, Gina Rodriguez, Tuva Novotny und Tessa Thompson. In den USA, Kanada und China war am 23. Februar 2018 Kinostart.[1] Die deutschsprachige Erstveröffentlichung fand am 12. März 2018 beim Streaming-Anbieter Netflix statt.[2]

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als zwölftes Expeditionsteam der geheimen Organisation Southern Reach werden fünf Wissenschaftlerinnen in ein Gebiet geschickt, das als Area X bekannt ist. Seit sich vor drei Jahren ein mysteriöser Vorfall ereignete, überwuchert in dem Landstrich unter einem als „Schimmer“ bezeichneten Schild eine fremde Natur das Land sowie die letzten Überbleibsel menschlicher Zivilisation und breitet sich weiter aus. Doch ihr Auftrag ist nicht einfach: Die Gruppe soll nicht nur das Areal und seine Tier- und Pflanzenwelt erforschen, sondern auch die Ursachen für das mysteriöse Unglück aufdecken. Die Mitglieder der vorherigen elf Forscherteams sind spurlos verschwunden.

Auch der seit einem Jahr verschollene Ehemann von Lena, einer Molekularbiologin, wurde als Soldat in den Schimmer geschickt. Er taucht mit schweren inneren Verletzungen, jedoch fast ohne Erinnerungen im gemeinsamen Haus auf. Auf der Fahrt in ein Krankenhaus wird ihr Krankenwagen durch eine Spezialeinheit gestoppt und die beiden werden in eine militärische Einrichtung am Rande des Schimmers gebracht. Dort lernt Lena vier weitere Frauen kennen, mit denen sie Area X erkunden soll.

Die Wissenschaftlerinnen dringen in das unerforschte Gebiet ein und verlieren ihr Zeitgefühl und die Erinnerung an die ersten Abläufe. Trotz der Sende- und Empfangsstörungen der mitgebrachten elektronischen Geräte dringt die Gruppe weiter in Richtung des Zentrums von Area X vor, einem Leuchtturm an der Küste. In dem von unbekannten Pflanzen bewachsenen Sumpfgebiet werden die Frauen von einem mutierten Alligator angegriffen, den sie töten und untersuchen können.

Auf ihrem Weg entdecken sie ein altes Militärcamp, das durch den sich seit einigen Jahren ausbreitenden Schimmer eingenommen wurde. Hier finden sie Videoaufnahmen, in denen auch Lenas Mann, Kane, gefilmt wurde, der als Mitglied einer Spezialeinheit das Gebiet erforschen sollte. Kane schneidet in der Aufzeichnung einem anderen Soldaten die Bauchdecke auf, unter der schlangenartig sich bewegende Gedärme sichtbar werden. Die verunsicherte Gruppe findet später noch ein verstörendes, überwuchertes Gebilde aus dem Körper des getöteten Soldaten und wird in der Nacht von einem riesigen Bären angegriffen, der Cass Sheppard verschleppt.

Obwohl die verbliebenen Frauen sich nicht einig sind, beschließen sie, den Weg fortzusetzen, und finden neben immer psychedelischer anmutenden Pflanzen und Tieren die Leiche von Sheppard. In einem verlassenen Dorf bemerken sie, dass der prismenartige Schimmer offensichtlich sinnlose Kombinationen aus der DNA verschiedener Lebewesen wie Tiere und Pflanzen erzeugt und das sichtbare Licht und andere elektromagnetische Wellen verändert. Auch stellen die Wissenschaftlerinnen zunehmend Veränderungen an sich selbst fest.

In Rückblenden erinnert sich Lena an ein Verhältnis mit einem verheirateten Kollegen, das sie vor dem Verschwinden ihres Mannes eingegangen war. Nachts wird sie zusammen mit den anderen beiden verbliebenen Gruppenmitgliedern von der langsam den Verstand verlierenden Anya überwältigt und gefesselt. Dabei kehrt der Bär zurück, der Sheppards Todesschreie ausstößt, und tötet Anya. Josie schafft es, den Bären zu erschießen. Dr. Ventress versucht daraufhin, allein zum Leuchtturm zu gelangen. Josie mutiert offenbar und verschwindet. Lena setzt ihren Weg zum Leuchtturm auf eigene Faust fort.

An der Küste angekommen entdeckt sie am Leuchtturm die Überreste früherer Expeditionen sowie eine Videokamera mit Aufzeichnungen ihres Mannes mit einem Duplikat seiner selbst, das er bittet, Lena zu suchen, bevor er sich mit einer Phosphorgranate tötet. In einem Loch im Leuchtturm trifft Lena Dr. Ventress wieder, die „die Auslöschung“ ankündigt und sich zu einem Lichtgebilde auflöst. Dieses erzeugt aus einem Blutstropfen von Lena eine humanoide Figur, gegen die sie kämpft, welche sich aber gleichzeitig fast spiegelbildlich zu ihr bewegt. Während die Figur auch äußerlich die Gestalt von Lena annimmt, schafft diese es, ihre Doppelgängerin mit einer Phosphorgranate anzuzünden und dem Leuchtturm zu entkommen. Der Brand setzt diesen und die fremde Natur in Flammen, wodurch der Schimmer offenbar vernichtet wird und sich auflöst.

In der Isolierstation des Militärs erfährt Lena, dass auch ihr kranker Mann plötzlich gesund geworden ist. Bei ihrem Wiedersehen stellen sich beide gegenseitig die Frage, ob sie tatsächlich die jeweils eigene Person sind, was Kane verneint und Lena unbeantwortet lässt. Als sie sich umarmen, ist in den Augen beider das typische Prisma des Schimmers zu erkennen.

Produktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 26. März 2013 wurde bekanntgegeben, dass Paramount Pictures und Scott Rudin Productions die Filmrechte für Annihilation erworben haben, den ersten Roman von Jeff VanderMeers Southern-Reach-Trilogie.[3][3] Im Oktober 2014 verpflichtete Paramount den Ex-Machina-Autor und -Regisseur Alex Garland, der den Film adaptieren und inszenieren sollte. Der Film handelt von einer Biologin, die dem Verschwinden ihres Mannes vor dem Hintergrund einer Umweltkatastrophe auf den Grund gehen will.[4]

Am 7. Mai 2015 berichtete Variety, dass Natalie Portman für eine Hauptrolle in dem Sci-Fi-Film im Gespräch sei. Das Studio war für weitere Hauptrollen auch an Julianne Moore und Tilda Swinton interessiert; mit ihnen wollte man direkt nach Portmans endgültiger Zusage verhandeln.[5]

Im November 2015 wurde die Besetzung von Natalie Portman bestätigt und zudem Gina Rodriguez verpflichtet.[6] Am 4. Januar 2016 stieß Tessa Thompson zum Cast.[7] Jennifer Jason Leigh kam am 10. Februar 2016 dazu.[8] Oscar Isaac wurde im März 2016 gecastet.[9]

Garland erklärte in einem Interview mit der Zeitschrift Creative Screenwriting, dass seine Adaption nur auf dem ersten Teil der Trilogie basiere. „Als ich mit der Arbeit an Annihilation begann, gab es nur das erste von drei Büchern. Ich wusste zwar, dass der Autor den Stoff als Trilogie geplant hatte, doch es gab zu dem Zeitpunkt nur das Manuskript für das erste Buch. Ich hatte also den Gedanken an eine Trilogie nicht wirklich im Kopf, als ich mit meiner Adaption begann.“[10]

Die Dreharbeiten begannen im Frühjahr 2016 in London.[11] Die Produktion konnte starten, als der Schauspieler David Gyasi zum Cast gestoßen war.[12] Die Dreharbeiten von Lighthouse Pictures Ltd vor Ort begannen Ende April in South Forest, Windsor Great Park.[13][14] Lighthouse Pictures hatte dafür eine Kostenvereinbarung mit UK Companies House getroffen. Am 9. Mai 2016 veröffentlichte Kameramann Rob Hardy die ersten Bilder vom Set.[15] Vom 13. bis 14. Juli wurde am Strand und im Wald von Holkham in North Norfolk gedreht.[16]

Veröffentlichung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film erschien am 23. Februar 2018 in den US-amerikanischen sowie den kanadischen und chinesischen Kinos.[1]

Ursprünglich sollte der internationale Kinostart von Auslöschung bereits einen Tag vor dem US-Start erfolgen. Im Dezember 2017 hieß es jedoch, dass es zu Streitigkeiten zwischen den beteiligten Produktionsfirmen von David Ellison (Skydance Media) und Scott Rudin gekommen sei.[17] Ellison habe den Film als „zu intellektuell und zu kompliziert“ kritisiert, nachdem erste Testscreenings im Sommer 2017 schlecht ausgefallen waren, und soll daraufhin Änderungen vorgeschlagen haben, um ihn einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Rudin, der auch schon Garlands Film Ex Machina produziert hatte, verteidigte die Filmfassung des Regisseurs. Er konnte sich am Ende durchsetzen, wohl auch deshalb, weil er über die Rechte am Final Cut verfügte. Schließlich verkaufte Paramount Pictures die Rechte am internationalen Vertrieb an den Streaming-Anbieter Netflix. Am 12. März 2018 stellte Netflix den Film, 17 Tage nach der Kinoveröffentlichung, dem Rest der Welt auf ihrer Plattform zur Verfügung.

Eine Kino-Veröffentlichung in Deutschland gab es nicht, und im Gegensatz zum US-amerikanischen Markt ist in Deutschland keine Veröffentlichung auf DVD oder Blu-ray geplant. Somit ist der Film hierzulande ausschließlich Nutzern des kostenpflichtigen Netflix-Streamingdienstes zugänglich.

Synchronfassung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die deutsche Synchronisation übernahm die Berliner Synchron GmbH Wenzel Lüdecke. Das Dialogbuch stammte von Samira Jakobs. Für die Dialogregie waren Dorothee Muschter und Klaus Bauschulte verantwortlich.[18]

Rolle Darsteller Synchronsprecher
Lena Natalie Portman Manja Doering
Dr. Ventress Jennifer Jason Leigh Alexandra Ludwig
Anya Thorensen Gina Rodriguez Giuliana Jakobeit
Cass Sheppard Tuva Novotny Ranja Bonalana
Kane Oscar Isaac Alexander Doering
Josie Radek Tessa Thompson Marie-Isabel Walke
Katie Sonoya Mizuno Jeany Walpuski
Lomax Benedict Wong Peter Lontzek
Daniel David Gyasi Jan-David Rönfeldt

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film erhielt überwiegend positive Kritiken. Bei Rotten Tomatoes waren 87 % der Kritiken positiv bei insgesamt 184 Kritiken; die durchschnittliche Bewertung betrug 7,6/10.[19] Bei Metacritic erhielt der Film eine Bewertung von 79/100, basierend auf 49 Rezensionen.[20]

J.R. Jones vom Chicago Reader bezeichnete Alex Garlands filmische Adaption als „wertvolle Mutation“.[21] Alison Willmore urteilte für BuzzFeed: „Auslöschung ist ein verkopfter Treibstoff für Albträume, doch die am deutlichsten herausstechende Qualität liegt wohl darin, wie wenig der Film mit den derzeitigen Trends im Science-Fiction-Mainstream zu tun hat.“[22]

James Berardinelli von ReelViews schrieb indes: „Dieser Film, anders als etwas, das für das Massenpublikum produziert wird, handelt davon, was in den ruhigen Momenten zwischen den lauten und sensationellen Sequenzen passiert.“[23] Kyle Smith von der National Review kritisierte hingegen: „Filme zu drehen, die größtenteils vage bleiben, erweist sich heutzutage als exzellente Möglichkeit, jubelnde Kritiken zu erhalten, doch künstlerisch unklar zu bleiben erscheint mir eher als Verschleierung dafür, den Job nicht richtig beenden zu können.“[24]

Bjarne Bock betonte bei Serienjunkies.de anerkennend: „Alex Garland regt in seinem zweiten Regiewerk unbequeme Fragen zu unseren innersten Beweggründen an und liefert so eine eindrucksvolle Visualisierung des Krankheitsbilds der Depression.“ Bock beschrieb den Film als Mischung aus Filmklassikern wie 2001: Odyssee im Weltraum, Stalker, Apocalypse Now, Alien, Jurassic Park und Avatar.[25]

Einspielergebnisse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Budget betrug knapp 40 Millionen US-Dollar. Innerhalb der ersten drei Wochen konnte der Film in den US-amerikanischen Kinos etwa 26 Mio. US-Dollar einspielen, wovon 11 Mio. US-Dollar bereits am Premierenwochenende Ende Februar 2018 eingenommen werden konnten.[26] Die internationalen Ausstrahlungsrechte liegen bei Netflix, weshalb für den Erfolg im Ausland keine genauen Angaben gemacht werden können.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Annihilation: Paramount dropping UK cinema release. 7. Dezember 2017. Abgerufen am 7. Februar 2018.
  2. Erscheint der heisserwartete Sci-Fi-Film “Annihilation” bei uns nur auf Netflix?. 8. Dezember 2017. Abgerufen am 23. Dezember 2017.
  3. a b Paramount, Scott Rudin Land ‘Annihilation’, First Installment Of Southern Reach Trilogy. In: deadline.com, 26. März 2013. Abgerufen am 9. Mai 2015. 
  4. ‘Annihilation’ Movie Gains Momentum at Paramount with Alex Garland (EXCLUSIVE). In: variety.com, 31. Oktober 2014. Abgerufen am 9. Mai 2015. 
  5. Natalie Portman Circles ‘Ex Machina’ Director’s Next Sci-Fi Movie (EXCLUSIVE). In: variety.com, 7. Mai 2015. Abgerufen am 10. Mai 2015. 
  6. Alex Garland Sets Natalie Portman and Frances McDormand for ‘Annihilation’; Neill Blomkamp Lines Up Next Project. In: thefilmstage.com, 11. November 2015. 
  7. ‘Creed’s’ Tessa Thompson Eyed to Join Natalie Portman, Gina Rodriguez in ‘Annihilation’ (Exclusive). In: TheWrap, 4. Januar 2016. Abgerufen am 5. Januar 2016. 
  8. Jennifer Jason Leigh Up for Ex Machina Director’s Annihilation. 10. Februar 2016. Abgerufen am 17. Mai 2016.
  9. Annihilation: Oscar Isaac joins Alex Garland’s new film. 16. März 2016. Abgerufen am 17. Mai 2016.
  10. Christopher McKittrick: Alex Garland on Screenwriting. Creative Screenwriting. 6. Januar 2016. Abgerufen am 6. Januar 2016.
  11. Oscar Isaac Reteams With “Ex Machina” Director Alex Garland For “Annihilation”. 30. März 2016. Abgerufen am 17. Mai 2016.
  12. Justin Kroll: ‘Containment’ Star Joins Natalie Portman in ‘Annihilation’. 29. April 2016. Abgerufen am 17. Mai 2016.
  13. Geograph: Construction of location set in Pond, (C) Phillip Williams. Abgerufen am 17. Mai 2016.
  14. Geograph: Track sign during filming, (C) Phillip Williams. Abgerufen am 17. Mai 2016.
  15. Alex Garland’s ‘Annihilation’: Cast and Crew Share Striking Behind-the-Scenes Images from the Sci-Fi Thriller. 7. Juli 2016. Abgerufen am 30. Dezember 2017. 
  16. ‘Annihilation’: New Natalie Portman film to be shot at Holkham – Eastern Daily Press. 6. Juli 2016. Abgerufen am 14. Juli 2016. 
  17. ‘Annihilation’: Behind-the-Scenes of a Producer Clash and That Netflix Deal. 7. Dezember 2017. Abgerufen am 23. Dezember 2017.
  18. Auslöschung. In: synchronkartei.de. Deutsche Synchronkartei, abgerufen am 2. April 2018.
  19. Annihilation. In: Rotten Tomatoes. Abgerufen am 13. März 2018 (englisch).
  20. Annihilation. In: Metacritic. Abgerufen am 13. März 2018.
  21. J.R. Jones: Annihilation preserves the source novel’s biological nightmare but dispenses with its mounting paranoia. In: Chicago Reader. (chicagoreader.com [abgerufen am 13. März 2018]).
  22. Alison Willmore: Natalie Portman’s New Sci-Fi Movie Is Going To Frustrate The Hell Out Of People. In: BuzzFeed. (buzzfeed.com [abgerufen am 13. März 2018]).
  23. James Berardinelli: Annihilation | Reelviews Movie Reviews. Abgerufen am 13. März 2018 (englisch).
  24. Kyle Smith: Vexation in Annihilation | National Review. In: National Review. 25. Februar 2018 (nationalreview.com [abgerufen am 13. März 2018]).
  25. Bjarne Bock: Annihilation - Auslöschung: Kritik zum Netflix-Film. In: Serienjunkies. (serienjunkies.de [abgerufen am 13. März 2018]).
  26. Annihilation (2018) - Box Office Mojo. Abgerufen am 13. März 2018 (englisch).