Natalie Portman

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Natalie Portman (2015) Natalie Portmans Unterschrift

Natalie Portman (* 9. Juni 1981 in Jerusalem; hebräisch נטלי פורטמן, eigentlich Neta-Lee Hershlag, hebräisch נטלי הרשלג) ist eine israelisch-US-amerikanische Schauspielerin, Regisseurin und Filmproduzentin. Sie nahm zu Beginn ihrer Karriere den Geburtsnamen ihrer Großmutter als Künstlernamen an. Bekannt wurde die damals 13-Jährige durch den Film Léon – Der Profi. Es folgten Filme wie Heat, Star Wars und V wie Vendetta. 2011 erhielt sie für ihre Hauptrolle in Black Swan den Oscar und den Golden Globe Award.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Herkunft und Ausbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Portman ist das einzige Kind ihres israelischen Vaters, des Arztes Avner Hershlag, und ihrer jüdisch-amerikanischen Mutter,[1] geborene Shelley Stevens, die ihre Agentin wurde. Ihre jüdischen Großeltern wanderten in den 1930er Jahren aus Europa nach Palästina aus. Ihre Urgroßeltern wurden in das KZ Auschwitz deportiert.[2] Nachdem ihr Vater eine Anstellung in den USA gefunden hatte, zogen die Eltern mit der dreijährigen Tochter nach Maryland. In den folgenden Jahren wechselte die Familie, bedingt durch den Beruf des Vaters, mehrmals den Wohnort, unter anderem lebte sie in Washington, D.C., New Haven und New York, wo Portman im Viertel SoHo, einem Stadtteil von Manhattan, eine Wohnung besitzt.

Während Portman in Washington, D.C., lebte, ging sie auf die jüdische Charles E. Smith Tagesschule in Rockville, Maryland.[3] Sie lernte Hebräisch zu sprechen, während sie auf Long Island lebte und auf die Solomon Schlechter Tagesschule in Jericho, New York, ging.[4] Sie machte ihren Abschluss auf der Syosset High School in Syosset auf Long Island im Jahr 1999.[5] Als Schülerin an der High School erreichte Portman das Halbfinale der Intel International Science and Engineering Fair und die Publikation ihrer Arbeit im Journal of Chemical Education.[6][7]

Portman studierte Psychologie an der Harvard University und schloss dieses 2003 mit einem Bachelor ab.[8] Sie wirkte dabei auch an einer kognitionspsychologischen Publikation über kognitive Prozesse des Frontallappens von Säuglingen mit.[9] Während sie auf die Harvard University ging, wurde Portman die Assistentin von Alan M. Dershowitz[10] und trug zu seinem Buch, „The Case for Israel“, erheblich bei.[11] Während ihres Studiums wohnte sie im Lowell House der Universität.[12]

2004 kehrte Portman nach Israel zurück und nahm dort an verschiedenen Kursen an der Hebräischen Universität von Jerusalem teil.[13] Im März 2006 war sie eine Gast-Rednerin an der Columbia University über das Thema Terror, wo sie auch über ihren Film V wie Vendetta sprach.[14]

Im Januar 2017 nahm Portman am Women's March in Los Angeles teil, bei dem sie sich für Frauen und gegen Donald Trump stark machte.[15]

Wegen ihrer akademischen und schauspielerischen Karriere hat Portman eine Erdos-Bacon-Zahl von 7.[16][17][18][19][20]

Film und Theater[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2009 beim Toronto International Film Festival

Im Alter von elf Jahren wurde Portman in einer Pizzeria entdeckt. Man bot ihr unter anderem einen Model-Job für Revlon an, den sie mit Hinblick auf eine Schauspielkarriere ablehnte. Für die Rolle der Mathilda im 1994 erschienenen Film Léon – Der Profi setzte sie sich unter 2000 Bewerberinnen durch. Mit dieser Hauptrolle gelang ihr der Durchbruch. Als erfolgreiche Jungschauspielerin spielte sie daraufhin unter anderem in Tim Burtons Mars Attacks! und Woody Allens Musicalfilm Alle sagen: I love you mit. Für Letzteren wurde sie für einen YoungStar Award nominiert.

Um bei dem Theaterstück Das Tagebuch der Anne Frank am Broadway mitzuwirken, zog sie sich 1997 kurzzeitig vom Film zurück (gab die Rolle im Mai 1998 aber wieder auf). Es folgte das unter der Regie von Wayne Wang entstandene Filmdrama Überall, nur nicht hier, in dem sie an der Seite von Susan Sarandon spielte; für die Rolle wurde sie im Jahr 2000 für den Golden Globe Award als Beste Nebendarstellerin und für den Young Artist Award nominiert.

Zu ihren bekanntesten Rollen gehört die der Padmé Amidala, der Frau des Jedi-Ritters Anakin Skywalker, in der international erfolgreichen Star-Wars-Filmreihe. Im Mai 1999 wurde der erste Teil, Star Wars: Episode I – Die dunkle Bedrohung, veröffentlicht. Die zwei anderen Teile folgten 2002 mit Star Wars: Episode II – Angriff der Klonkrieger und 2005 mit Star Wars: Episode III – Die Rache der Sith.

Von Juni bis August 2001 war Portman erneut am Theater zu sehen. Die Produktion Die Möwe nach einem Bühnenstück von Anton Tschechow, in der auch Meryl Streep und Kevin Kline mitspielten, wurde ein Publikumserfolg.

2005 erschien Mike Nichols’ Film Hautnah, in dem sie neben Julia Roberts, Jude Law und Clive Owen eine junge Frau spielt, die ihren Platz im Leben sucht. Für diesen Film gewann sie den Golden Globe Award und war bei der Oscarverleihung 2005 als Beste Nebendarstellerin nominiert. Ebenfalls 2005 verkörperte sie die aufgedrehte und unordentliche Sam in der Independentproduktion Garden State und spielte die Hauptrolle in der Comicverfilmung V wie Vendetta, für die sie sich den Kopf kahlrasieren ließ. 2008 besuchte sie die Berlinale, um ihren Film Die Schwester der Königin zu präsentieren.

2008 wurde Portman in die Wettbewerbsjury der 61. Filmfestspiele von Cannes berufen.

2010 begannen die Dreharbeiten zu Darren Aronofskys Black Swan (2010). In dem Psychothriller war Portman in der Titelrolle einer ehrgeizigen Balletttänzerin zu sehen, die ihr zahlreiche Filmpreise sowie ihren zweiten Golden Globe Award und ihren ersten Oscar einbrachte.

2015 wurde ihre Verfilmung des autobiografischen Romans Eine Geschichte von Liebe und Finsternis von Amos Oz bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes erstmals gezeigt.[21]

2016 übernahm sie in Pablo Larraíns Spielfilm Jackie: Die First Lady die Rolle der Präsidentingattin Jacqueline Kennedy, was Portman eine dritte Oscar-Nominierung einbrachte.

Als Produzentin war sie unter anderem an den Filmen Hesher – Der Rebell (2010), Jane Got a Gun (2016) und Stolz und Vorurteil und Zombies (2016) beteiligt.

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 2003 bis 2004 war Portman mit dem mexikanischen Schauspieler Gael García Bernal liiert. Seit dem 4. August 2012 ist sie mit dem Balletttänzer Benjamin Millepied verheiratet, den sie bei den Dreharbeiten zu Black Swan kennengelernt hat. Das Paar hat einen Sohn, der am 14. Juni 2011 geboren wurde. Von Oktober 2014 bis August 2016 lebte die Familie in Paris.[22][23][24]

2009 gab Portman bekannt, dass das Buch Tiere essen (Eating Animals) von Jonathan Safran Foer sie dazu gebracht habe, vom Vegetarismus – dem sie seit dem achten Lebensjahr anhing – zum Veganismus zu wechseln und von nun an auf jegliche Art tierischer Produkte zu verzichten. Für die Zeit ihrer Schwangerschaft gab sie ihre vegane Ernährungsweise auf.[25] Abseits der Leinwand versuchte sich Portman als Designerin von ökologisch einwandfreien Schuhen ohne Leder und andere tierische Materialien. Doch Anfang Dezember 2008 meldete ihr Vertriebspartner Té Casan Insolvenz an.

Aufgrund ihrer zweisprachigen Erziehung spricht sie fließend Englisch und Neuhebräisch, außerdem Französisch.[26]

Filmografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für das deutsche Kino wird Portman in den meisten Filmen von Manja Doering synchronisiert.

Als Darstellerin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Regisseurin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Synchronsprecherin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Simpsons (The Simpsons, Stimme von Darcy, zwei Episoden)

Theaterauftritte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auszeichnungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Natalie Portman bei der Oscarverleihung 2011

Natalie Portman erhielt für ihr schauspielerischen Leistungen diverse Nominierungen und Auszeichnungen der unterschiedlichsten Preisverleihungen. Die folgende Auflistung zeigt die bekanntesten Preise auf.[27]

Oscarverleihung

Golden Globe Award

Screen Actors Guild Award

  • 2011: Auszeichnung für Black Swan (Beste Hauptdarstellerin)

Goldene Himbeere

  • 1999: Nominierung als schlechtestes Leinwandpaar (zusammen mit Jake Lloyd) für Star Wars- Die dunkle Bedrohung
  • 2003: Nominierung als schlechteste Nebendarstellerin für Star Wars: Episode II – Angriff der Klonkrieger
  • 2003: Nominierung als schlechtestes Leinwandpaar (zusammen mit Hayden Christensen) Star Wars: Episode II – Angriff der Klonkrieger

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Natalie Portman – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. s. Interview zusammen mit Scarlett Johansson im stern, Ausgabe Nr. 11/2008
  2. Chris Heath: The Private Life of Natalie Portman. Rolling Stone, S. 4, abgerufen am 3. Dezember 2012 (deutsche Übersetzung (Memento vom 23. Dezember 2008 im Internet Archive)).
  3. Dr. Rafael, ed. Medoff: Great Lives from History: Jewish Americans. Hrsg.: Salem Press. Ipswich, Massachusetts, ISBN 978-1-58765-741-2, Natalie Portman, S. 900 (salempress.com [PDF; abgerufen am 24. August 2014]).
  4. 5 facts about Natalie Portman. In: Something Jewish. 15. Mai 2002. Abgerufen am 9. Mai 2006.
  5. Wood, Gaby: Interview With Natalie Portman. In: Marie Claire. Abgerufen am 8. September 2010.
  6. Portman’s Prowess, ‘Star Trek’ Chemistry, Cell Phone Signals. In: Chemical & Engineering News, Volume 89, Issue 10. American Chemical Society. 7. März 2011. Abgerufen am 5. August 2012.
  7. Natalie Hershlag, Ian Hurley, Jonathan Woodward A simple method to demonstrate the enzymic production of hydrogen from sugar, Journal of Chemical Education, Bd. 75, 1998, S. 1270–1274
  8. Norbert J. Pienta: Celebrating Excellence: A Lesson from the 2011 Oscars. In: Journal of Chemical Education. 88, 2011, S. 523–523, doi:10.1021/ed200159m.
  9. Natalie Hershlag u. a.: Frontal Lobe Activation during Object Permanence: Data from Near-Infrared Spectroscopy (PDF; 189 KB) Nuclear Magnetic Resonance Center – Massachusetts General Hospital. 13. November 2001. Abgerufen am 5. August 2012. (veröffentlicht in NeuroImage, Bd. 16, 2002, S. 1120–1126)
  10. Professors Reflect on Natalie Portman. The Harvard Crimson. 1. März 2011. Abgerufen am 5. August 2012.
  11. The Case for Israel – Acknowledgments. Google. Abgerufen am 5. August 2012.
  12. Portman, Natalie (April 17, 2002). „Israeli Diversity Shown Even Among Leaders“. The Harvard Crimson. Retrieved July 31, 2011.
  13. Hirschberg, Lynn: Screen Goddess: Natalie Portman. In: The New York Times Style Magazine, 2. Dezember 2007. 
  14. Cox, Mary-Lea: Hollywood Star Leads Columbia Class in Discussion of Political Violence, Columbia University. 31. März 2006. Abgerufen am 25. April 2006. 
  15. Women's March: Natalie Portmans starke Rede gegen Donald Trump. In: Cover Showbiz. snacktv.de, 23. Januar 2017, abgerufen am 27. Januar 2017.
  16. A Baird, J Kagan, T Gaudette, KA Walz, N Hershlag, DA Boas: Frontal Lobe Activation during Object Permanence: Data from Near-Infrared Spectroscopy. In: NeuroImage. 16, Nr. 4, 2002, S. 1120–25. doi:10.1006/nimg.2002.1170. PMID 12202098.
  17. Abigail A. Baird, Mary K. Colvin, John D. Vanhorn, Souheil Inati, Michael S. Gazzaniga: Functional Connectivity: Integrating Behavioral, Diffusion Tensor Imaging, and Functional Magnetic Resonance Imaging Data Sets. In: Journal of Cognitive Neuroscience. 17, Nr. 4, 2005, S. 687–93. doi:10.1162/0898929053467569. PMID 15829087.
  18. Jonathan D. Victor, Kenneth Maiese, Robert Shapley, John Sidtis, Michael S. Gazzaniga: Acquired central dyschromatopsia: analysis of a case with preservation of color discrimination. In: Clinical Vision Sciences. 4, 1989, S. 183–96.
  19. Ruth Azor, J. Gillis, J.D. Victor: Combinatorial Applications of Hermite Polynomials. In: SIAM Journal on Mathematical Analysis. 13, Nr. 5, 1982, S. 879–90. doi:10.1137/0513062.
  20. P. Erdos, J. Gillis: Note on the Transfinite Diameter. In: Journal of the London Mathematical Society. s1-12, Nr. 3, S. 185–192, doi:10.1112/jlms/s1-12.2.185 (oxfordjournals.org [abgerufen am 4. August 2016]).
  21. Hanns-Georg Rodek: Bis in die Gaskammer. In: Die Welt, 16. Mai 2015.
  22. [1]
  23. Portman in Paris
  24. Natalie Portmans Baby heißt wie ein Buchstabe. in Stern, 7. Juli 2011.
  25. 15 Vegan Celebrities Who’ve Given Up Animal Products For A Healthier Lifestyle. In: The Huffington Post. 1. Dezember 2013, abgerufen am 8. Dezember 2013 (englisch).
  26. Natalie Portman will keine Mutti-Fragen hören. In: Berliner Morgenpost. 31. Oktober 2013, abgerufen am 1. Juni 2015 (Interview).
  27. IMDB.com - Natalie Portman - Awards, abgerufen am 28. Februar 2017