Hautefaye

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Hautefaye
Hautefaye (Frankreich)
Hautefaye
Region Nouvelle-Aquitaine
Département Dordogne
Arrondissement Nontron
Kanton Périgord Vert Nontronnais
Gemeindeverband Périgord Nontronnais
Koordinaten 45° 32′ N, 0° 30′ OKoordinaten: 45° 32′ N, 0° 30′ O
Höhe 139–205 m
Fläche 12,47 km2
Einwohner 136 (1. Januar 2017)
Bevölkerungsdichte 11 Einw./km2
Postleitzahl 24300
INSEE-Code

Kirche Notre-Dame de l’Assomption in Hautefaye von Süden

Hautefaye, okzitanisch Auta Fàia, ist eine französische Gemeinde mit 136 Einwohnern (Stand 1. Januar 2017) im Norden des Départements Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine (vor 2016 Aquitanien). Sie gehört zum Arrondissement Nontron und zum Kanton Périgord Vert Nontronnais (bis 2015 Kanton Nontron). Außerdem bildet sie einen Teil des Regionalen Naturparks Périgord-Limousin.

Etymologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das okzitanische Auta Fàia setzt sich zusammen aus auta (lateinisch altus) hoch und fàia (lateinisch fagus) Buche, d. h. hoher Buchen(stangen)wald.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hautefaye liegt 13 Kilometer westlich von Nontron (Luftlinie). Die Gemeinde ist Grenzgemeinde zum Département Charente. Sie wird von folgenden 5 Gemeinden umgeben:

Neben dem Ortskern von Hautefaye besteht die Gemeinde aus folgenden Weilern, Gehöften und Geländepunkten:

Bel-Air, Chante-Alouette, Couche du Loup, Ferdinas, Fontaine du Brouillac, Grand Acaud, Grand Fayemarteau, Grand Gillou, Jaubertin, La Cigale, La Tuilière, Lage d’Ambelle, Le Clos Neuf, Le Grand Aujeau, Le Grand Lac, Le Lac Noir, Le Maine Aujeau, Le Trou du Loup, Les Bessoux, Les Carmes, Les Coutaudes, Les Farges, Les Greseaux, Les Places, Les Rondilloux, Petit Fayemarteau, Plambeau, Puy Couraud und Vignaud.

Das Gemeindegebiet von Hautefaye verfügt aufgrund von Verkarstungen im Dogger über keinerlei nennenswerte Bäche oder Flussläufe. An der Südgrenze befindet sich eine Quelle (Fontaine du Brouillac), die nach Südwesten über ein Trockental den Ruisseau de Bretanges speist, einen rechten Nebenfluss der Nizonne. Bei Chante-Alouette verläuft ein abflussloses Trockental in NW-Richtung nach Mainzac.

Der topographisch tiefste Punkt des Gemeindegebietes liegt mit 139 Metern über dem Meer bei der Fontaine de Brouillac im Süden, der höchste Punkt mit 205 Metern auf einem Höhenrücken bei Le Clos Neuf südlich des Ortskerns von Hautefaye.

Hautefaye hat zusammen mit der Gemeinde Soudat hinter Sceau-Saint-Angel die zweitniedrigste Bevölkerungsdichte im Kanton Périgord Vert Nontronnais.

Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortskern von Hautefaye liegt an der D 95 von Lussas nach Mainzac. Das östliche Gemeindegebiet wird von der D 93 gestreift, die in Nord-Süd-Richtung von Javerlhac nach Connezac und Beaussac vorüberzieht. Von La Chapelle-Saint-Robert im Norden kommend kreuzt eine Kommunalstraße den Ortskern und setzt sich dann nach Les Graulges im Süden fort.

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet von Hautefaye wird vollständig von flachliegenden Sedimenten des nördlichen Aquitanischen Beckens unterlagert. Die älteste aufgeschlossene Formation stammt aus dem Dogger (Oberes Bathonium). Darüber folgt 25 Meter mächtiges Callovium, das einen Großteil des Gemeindegebiets um den Ortskern von Hautefaye beansprucht. Der kalkige Dogger kann auch rekristallisiert vorliegen. Im äußersten Süden sowie bei Le Lac Noir sind noch zwei kleine Vorkommen von transgressivem Cenomanium erhalten geblieben. Den verbliebenen Rest verhüllen pleistozänes Kolluvium fluviatilen Ursprungs (Tone und Kiese).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das älteste Bauwerk in der Gemeinde Hautefaye ist die aus dem Mittelalter stammende romanische Kirche Notre-Dame de l'Assomption.

Am 16. August 1870 kam es bei einer Messe im Dorf zu einem als Drama von Hautefaye bekanntgewordenen Kriminalfall, bei dem der Grundbesitzer Alain de Monéys gelyncht und verbrannt wurde. Der Fall ist vor dem Hintergrund des Krieges 1870/71 und der durch ihn in der Bevölkerung des kleinen Ortes aufgewühlten Leidenschaften zu sehen. Als Folge eines simplen Missverständnisses hielt man Alain de Monéys für einen Preußen, was zu seinem Lynchmord führte. Die Gerüchte über Kannibalismus, die aufgrund von dem Bürgermeister zugeschriebenen Äußerungen und mutmaßlichen Handlungen der Dorfbewohner aufkamen, verschärften noch den barbarischen Charakter des Ereignisses. Von den 21 Angeklagten in diesem Mordfall wurden die vier Hauptverantwortlichen zum Tode und ein weiterer zu lebenslanger Zwangsarbeit verurteilt. Mehrere Bücher haben sich mit dieser Affaire befasst. Für den Schriftsteller Georges Marbeck symbolisiert sie den Ritualmord des Sündenbocks,[1] während der Historiker Alain Corbin die Gründe für die Ereignisse eher im Hass der Bauern auf den Adel sieht.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung in Hautefaye
Jahr Einwohner
1962 174
1968 169
1975 146
1982 144
1990 129
1999 116
2007 113
2016 133

Quelle: INSEE[2]

Die Bevölkerung von Hautefaye hat seit 1962 stetig abgenommen, beginnt aber seit 2008 sich wieder etwas zu erholen.


Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaftliche Nutzung und Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das wirtschaftliche Geschehen in Hautefaye wird hauptsächlich von der Land- (Ackerbau, Tierhaltung) und Forstwirtschaft bestimmt. Am 31. Dezember 2013 waren in der Gemeinde 6 Unternehmen ansässig, davon 2 im Sektor Landwirtschaft, Forst und Fischerei, 2 in Handel, Transport und Dienstleistungen, ein Unternehmen im Bauwesen und ein Unternehmen im Sektor Verwaltung.

Beschäftigung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2016 betrugen die Erwerbsfähigen zwischen 15 und 64 Jahren 57 Personen und machten somit 46,7 % der Gesamtbevölkerung aus. Die Zahl der Arbeitslosen stieg im Vergleich zum Jahr 2007 von 3 auf 7 Personen, die Arbeitslosenrate beträgt jetzt somit 12,3 %.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die romanische Kirche Notre-Dame de l’Assomption.

Wallfahrt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Assoziiert mit der Kirche Notre-Dame de l’Assomption ist eine jährliche, am 15. August (oder den Sonntag darauf) stattfindende Wallfahrt, die erstmals im Jahr 1492 durchgeführt wurde.[3] Nachdem dieser Brauch lange Zeit in Vergessenheit geraten war, wurde er zwischen 1930 und 1940 wiederbelebt. Die Prozession hat mittlerweile wieder mehr als 80 Teilnehmer.

Landeplatz für Ultraleichtflugzeuge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beim Bauernhof und Campingplatz Les Jaubertins befindet sich eine Landebahn für Ultraleichtflugzeuge.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • J.-P. Floch, u. a.: Feuille Nontron. In: Carte géologique de la France à 1/50000. BRGM.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Georges Marbeck: Hautefaye. L’Année terrible. Robert Laffont, Paris 1982, ISBN 2-221-01056-6.
  2. Hautefaye auf der Website des Insee.
  3. Alberte Sadouillet-Perrin und Guy Mandon, mit Illustrationen von Paul Laparre: Pèlerinages en Périgord. éd. Pierre Fanlac, Périgueux 1985, ISBN 2-86577-079-6, S. 158.