Berliner Forsten

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Die Berliner Forsten sind die Landesforstverwaltung des Landes Berlin. Die Sonderbehörde ist der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz nachgeordnet und sitzt in der Dahlwitzer Landstraße im Ortsteil Friedrichshagen des Bezirks Treptow-Köpenick. Ihre Aufgaben werden vom Landesforstamt Berlin sowie den Forstämtern Grunewald, Köpenick, Pankow und Tegel ausgeübt.

Organisation und Aufgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit einer verwalteten Fläche von ca. 29.000 Hektar (ha) Wald in Berlin und Brandenburg sind die Berliner Forsten die größte Stadtforstverwaltung Deutschlands. Die Behörde ist der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz unterstellt. Zu den Ordnungsaufgaben gehören der Forstschutz und der Jagdschutz.

Das Landesforstamt Berlin ist unter anderem zuständig für die Verwaltung landeseigener Immobilien, die Vertretung forstfachlicher Belange gegenüber Bauträgern, die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und den Erlass von Bußgeldbescheiden.

Die Waldgebiete werden von vier Forstämtern verwaltet:

  • Forstamt Grunewald im Südwesten mit sechs Revierförstereien, die eine Waldfläche von knapp 6000 ha verwalten, alle Wälder von der Heerstraße bis zur südlichen Stadtgrenze einschließlich des Grunewalds sowie darüber hinaus von der Parforceheide bis zum Ludwigsfelder Ortsteil Siethen in Brandenburg umfassend;[1]
  • Forstamt Köpenick im Südosten mit neun Revierförstereien und einer Gesamtwaldfläche von etwa 8500 ha in den Bezirken Treptow-Köpenick, Lichtenberg, Marzahn-Hellersdorf und Tempelhof-Schöneberg;[2]
  • Forstamt Pankow im Nordosten mit sieben Revierförstereien, die ca. 8500 Hektar Waldfläche verwalten;[3]
  • Forstamt Tegel im Nordwesten mit sechs Revierförstereien und ca. 6000 ha Waldfläche in den in den Bezirken Reinickendorf und Spandau sowie im angrenzenden Brandenburg (Ortsteil Stolpe von Hohen Neuendorf, Ortsteil Wansdorf von Schönwalde-Glien).[4]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Hermann Jansens Entwurf zum Wettbewerb zur Bebauung Groß-Berlins, setzte sich auch die Öffentlichkeit für den Erhalt des Berliner Waldes ein. Im Jahre 1904 druckte das Berliner Volksblatt eine Protesterklärung gegen die Vernichtung des Grunewaldes; der Deutsch-Konservative Wahlverein legte 1907 dem preußischen Abgeordnetenhaus eine Petition vor, in der verlangt wurde, dass „der ferneren Veräußerung und Vernichtung von Wäldern bei Berlin Einhalt geboten werden müsse“. Im Jahre 1911 gründeten die Stadtkreise Berlin, Charlottenburg, Schöneberg, Rixdorf, Wilmersdorf, Lichtenberg und Spandau sowie die Landkreise Teltow und Niederbarnim den Zweckverband Groß-Berlin zum Erwerb größerer Flächen, die als Wald erhalten bleiben sollten. Nach langwierigen Verhandlungen kaufte der Zweckverband 1915 für 50 Millionen Goldmark 10.000 Hektar Wald. Damit war die Stadt Berlin der zweitgrößte Waldbesitzer unter Deutschlands Städten. Mit dem Kauf wurde im Dauerwaldvertrag vereinbart, dass die Flächen weder bebaut noch weiterverkauft werden durften und den Berlinern dauerhaft als Naherholungsgebiet zur Verfügung zu stehen haben.

Mit dem Ankauf der Rieselfelder in den 1870er Jahren gingen die ersten Waldflächen in den Besitz der Stadt Berlin über. Sie wurden vorerst im Rahmen der Güterverwaltung von den landwirtschaftlichen Inspektoren mitbetreut. Mit der Bildung von Groß-Berlin (1920) übernahm die Stadt den vom Zweckverband erworbenen Forst und den Waldbesitz der eingemeindeten Städte, Landgemeinden und Gutsbezirke. Die Aufsicht hatte zunächst die Deputation für Güter und Forsten, später die Deputation für Forsten zuständig. Erst 1937 wurden die acht etwa gleich großen Forstämter Friedrichshagen, Köpenick, Grunewald, Düppel, Spandau, Tegel, Buch und Lanke gebildet. Nach dem Krieg unterstanden das Hauptforstamt und die einzelnen Forstämter der Magistratsabteilung für Verkehr und Betriebe. Ab 1951 waren sie der Wirtschaftsverwaltung nachgeordnet. 1957 wurde das Hauptforstamt zum Landesforstamt. Im Jahre 1981 wurden die Berliner Forsten der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umweltschutz unterstellt.[5]

Anfang 2004 wurden die acht Forstämter zu vier zusammengefasst, mit 29 Revierförstereien:[6]

  • Tegel: Wie Tegel alt zuzüglich Revier Stolpe
  • Grunewald: unverändert
  • Köpenick: Verschmelzung der alten Forstämter Friedrichshagen und Treptow
  • Pankow: Verschmelzung der alten Forstämter Buch (ohne Stolpe) und Lanke

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Berliner Forsten – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Das Forstamt Grunewald – der grüne Südwesten Berlins. Website der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, abgerufen am 31. Mai 2017.
  2. Das Forstamt Köpenick. Website der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, abgerufen am 31. Mai 2017.
  3. Das Forstamt Pankow – das Tor zum Barnim. Website der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, abgerufen am 31. Mai 2017.
  4. Das Forstamt Tegel. Website der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, abgerufen am 31. Mai 2017.
  5. Klaus Dettmer: Das Landesarchiv Berlin und seine Bestände. 2. Auflage. Selbstverlag des Landesarchivs Berlin, Berlin 1992, S. 172.
  6. (Entwicklungsgeschichte der Berliner Wälder) Derzeitige Struktur der Berliner Forsten, Digitaler Umweltatlas Berlin, Alters- und Bestandesstruktur der Wälder, Ausgabe 2005