Schönwalde-Glien

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Schönwalde-Glien
Schönwalde-Glien
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Schönwalde-Glien hervorgehoben
Koordinaten: 52° 39′ N, 13° 2′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Havelland
Höhe: 50 m ü. NHN
Fläche: 97,38 km²
Einwohner: 9351 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 96 Einwohner je km²
Postleitzahl: 14621
Vorwahlen: 03322, 033230, 033231
Kfz-Kennzeichen: HVL, NAU, RN
Gemeindeschlüssel: 12 0 63 273
Gemeindegliederung: 7 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Berliner Allee 7
14621 Schönwalde-Glien
Webpräsenz: Schönwalde-Glien
Bürgermeister: Bodo Oehme (CDU)
Lage der Gemeinde Schönwalde-Glien im Landkreis Havelland
Brieselang Dallgow-Döberitz Falkensee Friesack Gollenberg (Havelland) Großderschau Havelaue Ketzin/Havel Kleßen-Görne Kotzen (Havelland) Märkisch Luch Milower Land Mühlenberge Nauen Nennhausen Paulinenaue Pessin Premnitz Rathenow Retzow Rhinow Schönwalde-Glien Seeblick Stechow-Ferchesar Wiesenaue Wustermark BrandenburgKarte
Über dieses Bild

Schönwalde-Glien ist eine amtsfreie Gemeinde im Landkreis Havelland im Land Brandenburg. Der Sitz der Gemeindeverwaltung befindet sich im Ortsteil Schönwalde-Siedlung. Die Gemeinde Schönwalde-Glien wurde 2003 per Gesetz aus sechs bis dahin selbständigen Gemeinden gebildet.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt zum größten Teil nördlich des Havelkanales, nordwestlich vom Spandauer Forst (Berlin-Spandau) und zehn Kilometer nordöstlich von Nauen. Der größte Ortsteil Schönwalde-Siedlung liegt südlich des Havelkanals und grenzt unmittelbar an Berlin-Spandau. Schönwalde-Glien ist Teil des Regionalparks Krämer Forst. Die Gemeinde liegt am südwestlichen Rand der Grundmoränenplatte Ländchen Glien am Übergang zur Zehdenick-Spandauer Havelniederung. Sie grenzt im Norden an die Südausläufer des Krämerwaldes.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Schönwalde-Glien besteht aus den Ortsteilen[2]:

(Einwohnerzahlen vom 31. Dezember 2015 laut Gemeindeverwaltung)[4]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grünefeld wurde im Jahr 1379, Paaren im Glien im Jahr 1412, Pausin im Jahr 1324, Perwenitz im Jahr 1248, Schönwalde-Dorf im Jahr 1437 und Wansdorf im Jahr 1313 erstmals urkundlich erwähnt. Der Ortsteil Schönwalde-Siedlung entstand ab 1900. Die Ortsteile entstanden als Straßenangerdörfer. Teilweise übernahmen sie Namen slawischen Ursprunges wie Glien (glina = Lehm), Pausin (Ort an der Höhe) und Perwenitz (nach dem Lokator Perw) oder erhielten deutsche Namen wie Grünefeld, Schönwalde und Wansdorf (nach dem Lokator Wan).

Die jetzige Gemeinde wurde im Rahmen der Gemeindegebietsreform in Brandenburg am 26. Oktober 2003 aus den Gemeinden des Amtes Schönwalde-Glien (Schönwalde, Paaren im Glien, Pausin, Perwenitz, Wansdorf) und der Gemeinde Grünefeld, die aus dem ehemaligen Amt Nauen-Land wechselte, gebildet.[5]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Tabelle zeigt wie sich die Bevölkerung von Schönwalde-Glien seit 2003 entwickelt hat.

Schönwalde-Glien:
Bevölkerungsentwicklung seit 2003
Jahr Einwohner
2003 8 131
2004 8 377
2005 8 487
2006 8 654
2007 8 810
2008 8 873
2009 8 910
Jahr Einwohner
2010 8 931
2011 8 975
2012 9 021
2013 9 108
2014 9 250

Gebietsstand des jeweiligen Jahres[6][7], ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kommunalwahl 2014
Wahlbeteiligung: 55,7 %
 %
50
40
30
20
10
0
46,2 %
28,4 %
8,0 %
6,7 %
5,1 %
3,0 %
2,5 %
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Neben dem Bürgermeister besteht die Gemeindevertretung Schönwalde-Glien aus weiteren 18 Mitgliedern mit folgender Sitzverteilung (Stand: Kommunalwahl am 25. Mai 2014):

  Wahl 2014[8] Wahl 2008[9]
Partei Anteil Sitze Anteil Sitze
CDU 46,2 % 8 48,3 % 9
SPD 28,4 % 5 29,0 % 5
Die Linke 8,0 % 1 9,6 % 2
Grüne 6,7 % 1 9,0 % 1
Familie 3,0 % 1 4,1 % 1
Forum Schönwalde-Glien e. V. 1 Sitz 5,1 % 1 - -
NPD 2,5 % 1 - -
Wahlbeteiligung 55,7 % 59,1 %

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bodo Oehme (CDU) wurde bei der Bürgermeisterwahl am 11. September 2011 mit 55,8 Prozent der abgegebenen Stimmen für eine Amtsdauer von acht Jahren gewählt.[10]

Partnergemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „Von Gold und Blau gespalten, vorne ein grünes Eschenblatt mit sieben Fiederblättchen, hinten pfahlweise zwei stürzende silberne Schwäne.“[12]

Begründung: Die Schildaufteilung knüpft an die Gestaltung des Siegels der ehemaligen Gemeinde Schönwalde an, das spätestens seit 1946 nachzuweisen ist und offenbar vom 1935 geschaffenen Wappen des Kreises Osthavelland inspiriert war.[13] Sowohl das Wappen des Osthavellandes als auch das Siegel von Schönwalde zeigten im gespaltenen Schild im hinteren Feld pfahlweise zwei stürzende Schwäne. Die Schwäne verkörpern somit die Tradition, in der die Gemeinde Schönwalde-Glien steht und verweisen auf deren territoriale Zugehörigkeit. Das Blau des hinteren Feldes weist auf die Lage der Gemeinde im wasserreichen Luch hin. Das Gold des vorderen Feldes bezieht sich auf die Grundmoränenplatte Ländchen Glien, deren Name aus dem Elbslawischen stammt und „Lehm“ bedeutet. Es redet somit für das zweite Glied des Gemeindenamens, „Glien“. Das grüne Eschenblatt mit den sieben Fiederblättchen versinnbildlicht die Gemeinschaft der sieben Ortsteile in der Gemeinde. Eschen bilden gemeinsam mit anderen Baumarten der Au-, Bruch- und Niederungswälder reiche Bestände im Havelländischen Luch, das historisch auch als Gliener Luch bezeichnet wurde und den größten Teil der Gemeinde einnimmt. Eschen sind darüber hinaus beliebte Alleebäume, die etliche Abschnitte der Verbindungsstraßen zwischen den Ortsteilen säumen. Das Blatt redet zugleich für das erste Glied des Gemeindenamens, „Schönwalde“.[14]

Das Wappen wurde von Christian Gering aus Schönwalde-Dorf entworfen. In einer Bürgerbefragung im Februar 2004 entschieden sich 43 % der teilnehmenden Bürger der Gemeinde für den von der Gemeindevertretung in ihrer Sitzung vom 18. März 2004 einstimmig bestätigten Entwurf.[15]

Das Ministerium des Innern des Landes Brandenburg genehmigte das Wappen am 29. Oktober 2004.

Wappen der Ortsteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wappen der Ortsteile entsprechen den Wappen der vormalig eigenständigen Gemeinden des Amtes Schönwalde-Glien (Paaren im Glien, Pausin, Perwenitz, Schönwalde, Wansdorf) sowie der ehemaligen Gemeinde Grünefeld des Amtes Nauen-Land. Aus diesem Grund führen die aus der vormaligen Gemeinde Schönwalde gebildeten Ortsteile Schönwalde-Dorf und Schönwalde-Siedlung dasselbe Wappen.

Das Wappen von Grünefeld wurde vom Marketingfachmann und Heraldiker Frank Diemar aus Erfurt entworfen, die Wappen der anderen Orte vom Landschaftsplaner und damaligen Abgeordneten der Gemeindevertretung Schönwalde, Christian Gering. Das Wappen von Schönwalde wurde 1994 auf Grundlage von Siegelbildern aus den 1940er Jahren neu geschaffen. Die Zeichnung der Schwäne stammt vom 2004 verstorbenen Grafiker Lutz Lüders aus Schönwalde-Siedlung.[16]

Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Flagge der Gemeinde Schönwalde-Glien zeigt: Ein zweistreifiges, im oberen Drittel geteiltes Banner, oben Gelb-Blau, belegt mit den Wappenfiguren, unten Grün-Weiß.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Barocke Kirche in Grünefeld
Vorlaubenhaus „Schwanenkrug“ in Schönwalde-Siedlung
Mauerdenkmal an der Grenze zu Berlin-Spandau
Fernsehturm Perwenitz
Maueropfer-Gedenkstele

In der Gemeinde steht der 135 Meter hohe Perwenitzer Fernsehturm, ein Fernmeldeturm der Deutschen Telekom AG. Er wurde 1956 bis 1959 erbaut. Der Fernsehturm ist das höchste Gebäude des Landkreises Havelland.

Weitere Sehenswürdigkeiten in der Gemeinde sind:

Das frühere Denkmal für die Opfer des Faschismus in Schönwalde-Siedlung stand vor dem Kulturhaus an der Berliner Allee/Ecke Amselsteig. Es wurde 1996 abgebaut und mit der Planung, es neu aufzustellen, eingelagert.

Weitere Sehenswürdigkeiten stehen in der Liste der Baudenkmale in Schönwalde-Glien, in der die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Baudenkmale verzeichnet sind.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Durch den Westen des Gemeindegebietes führt die Autobahn A 10 (Berliner Ring), die von Schönwalde-Glien über den Anschluss Falkensee zu erreichen ist. Im äußeren Westen verläuft die Bundesstraße 273. Durch die Gemeinde führt der an der Ortsgrenze zu Berlin-Spandau beginnende Havelland-Radweg.
  • Die Bundeswasserstraße Havelkanal tangiert den Ort nördlich.
  • Der Bahnhof Schönwalde (Kr. Nauen) am Berliner Außenring wurde 1953 eröffnet und 1996 geschlossen.
Motorisierung in Schönwalde-Glien 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014
Zugelassene PKW (zum 1.1.)[17] 4 996 5 127 5 177 5 267 5 374 5 449 5 653
PKW je 1.000 Einwohner (31.12.Vj.) 567 578 581 590 599 604 621

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schönwalde-Glien – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Paaren im Glien in der RBB-Sendung Landschleicher vom 30. April 2006
  • Pausin in der RBB-Sendung Landschleicher vom 10. April 2005

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2015 (XLS-Datei; 83 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Hauptsatzung der Gemeinde Schönwalde-Glien vom 27.10.2008 (einschließlich der 1. Änderungssatzung vom 07.05.2009 und einschließlich der 2. Änderungssatzung vom 26.02.2010) PDF
  3. Dienstleistungsportal der Landesverwaltung – Gemeinde Schönwalde-Glien
  4. schoenwalde-glien.active-city.net: Ortsteile der Gemeinde
  5. Viertes Gesetz zur landesweiten Gemeindegebietsreform betreffend die Landkreise Havelland, Potsdam-Mittelmark, Teltow-Fläming (4.GemGebRefGBbg) vom 24. März 2003. Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Brandenburg, I (Gesetze), 2003, Nr. 05, S.73
  6. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Prignitz. S. 18–21
  7. Bevölkerung im Land Brandenburg nach kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden 1991 bis 2014
  8. Ergebnis der Kommunalwahl am 25. Mai 2014
  9. Ergebnis der Kommunalwahl am 25. Mai 2008
  10. Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 11. September 2011
  11. Webpräsenz Muggensturm
  12. Wappenangaben auf dem Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg
  13. Abbildung von Siegel und Wappen des ehemaligen Kreises Osthavelland
  14. Wappenangaben auf dem Portal der Gemeinde Schönwalde-Glien
  15. Ergebnisse der Bürgerbefragung zum Wappen der Gemeinde Schönwalde-Glien
  16. Übersicht über die Wappen und Flaggen in der Gemeinde Schönwalde-Glien
  17. Kraftfahrt-Bundesamt Statistik Fz3