Big Lie

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Big Lie, deutsch Große Lüge, ist eine Verschwörungserzählung von Donald Trump und vielen weiteren Republikanern für den Mythos der angeblich gestohlenen, verlorenen Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten 2020. Nach der Wahl wurden viele Wahlzettel mehrfach gezählt; es wurden keinerlei Hinweise auf Wahlbetrug gefunden. Trotzdem behaupten Trump und einige Republikaner seit November 2020, Joe Biden hätte die Wahl durch Wahlbetrug von Demokraten beim Auszählen der Stimmen gewonnen. Trump verwendete den Begriff Big Lie erstmals am 3. Mai 2021 auf seiner Internetseite.[1] Am 6. Januar 2022, dem ersten Jahrestag des Sturms auf das Kapitol, verwendete Biden für Trumps immer wieder vorgetragene Betrugserzählung ebenfalls diesen Begriff.[2] Der Kampfbegriff Big Lie wurde in Amerika aber schon vorher oft verwendet, so z. B. 1951 als Titel für den Propagandafilm The Big Lie.

Der Begriff Big Lie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Amerika wird der Begriff Big Lie oft als Propagandatechnik der Nazis und Adolf Hitlers verstanden. Dies wird oft mit einem Zitat von Joseph Goebbels verbunden, von dem aber unklar ist, ob er dies je sagte:

„Wenn man eine große Lüge erzählt und sie oft genug wiederholt, dann werden die Leute sie am Ende glauben. Man kann die Lüge so lange behaupten, wie es dem Staat gelingt, die Menschen von den politischen, wirtschaftlichen und militärischen Konsequenzen der Lüge abzuschirmen. Deshalb ist es von lebenswichtiger Bedeutung für den Staat, seine gesamte Macht für die Unterdrückung abweichender Meinungen einzusetzen. Die Wahrheit ist der Todfeind der Lüge, und daher ist die Wahrheit der größte Feind des Staates.“[3]

Die Big Lie ist vergleichbar mit der Propagandataktik der großen Lüge, die z. B. nach dem verlorenen Ersten Weltkrieg von deutschen Generälen als Dolchstoßlegende verwendet wurde.

Mythos der gestohlenen Wahl[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Trump begann mehrere Monate vor der Präsidentschaftswahl 2020 eine Desinformationskampagne über angeblich bevorstehenden Wahlbetrug mit dem Ziel, die Integrität der Wahl zu untergraben.[4] Er behauptete mehrfach, nur eine gefälschte Wahl könne ihm die Wiederwahl nehmen.[5]

Siehe dazu: Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten 2020#Zweifel an der Rechtmäßigkeit des Wahlergebnisses und an geordnetem Wahlausgang

Nach der US-Präsidentschaftswahl 2020 zog sich die Auszählung der Wählerstimmen in vielen Bundesstaaten relativ lange hin. Als Trumps Wahlniederlage immer deutlicher wurde, verbreiteten Trump und sein Team bei einer Pressekonferenz am 19. November 2020 die Behauptung einer »gestohlenen Wahl«. Sie warfen Unternehmen für Wahlsoftware vor, mit dem Milliardär George Soros unter einer Decke zu stecken und Trump stürzen zu wollen. Im September 2021 wurden vor einem Gericht Dokumente vorgelegt, die belegen, dass Trumps Wahlkampfteam schon damals wusste, dass diese Anschuldigungen substanzlos sind.[6][7]

In konservativen Medien verbreiteten sich diese Lügen; sie trugen damit letztlich dazu bei, das Trump-Unterstützer am 6. Januar 2021 das Kapitol in Washington, D.C. stürmten.[8]

Trump schrieb am 3. Mai 2021 auf donaldjtrump.com:

“The Fraudulent Presidential Election of 2020 will be, from this day forth, known as THE BIG LIE!”

„Die betrügerische Präsidentschaftswahl von 2020 wird von diesem Tag an als DIE GROSSE LÜGE bekannt sein!“[9]

Reaktionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Demokraten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Demokraten akzeptieren grundsätzlich das Ergebnis der Präsidentschaftswahl, weswegen sie die Aussage Trumps als Lüge und Gefahr für die amerikanische Demokratie ansehen.

Bei den Republikanern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Republikaner sind im Gegensatz zu den Demokraten über den Ausgang der Präsidentschaftswahl sehr gespalten. Das hat zur Folge, dass ein Teil der Republikaner die Wahl wirklich für gestohlen hält. Unter bekannten Republikanern wird meist auf die Frage, ob die Wahl gestohlen wurde, nur ausweichend geantwortet. Von den bekannten Republikanern gibt es also nur wenige, die sich eindeutig positioniert haben.

Unterstützer der Big Lie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den Unterstützern der Big Lie gehört ein großer Teil der republikanischen Wählerschaft, so glauben laut einer Umfrage von CNN 70 % der Republikaner, dass die Wahl gestohlen wurde.[10] Als Grund dafür wird unter anderem angenommen, dass Trump diese Lüge sehr oft wiederholt hatte (schon vor der Wahl hat er angekündigt, dass die Demokraten die Wahl stehlen werden, was natürlich keinen Sinn macht, da seine Regierung ja für die Wahlen verantwortlich war) und dass Fernsehsender wie Fox News auch immer wieder diese Lüge unterstützt haben, indem sie z. B. gefälschte Videos von Wahlbetrug zeigten. Zu den bekannten Republikanern, die Big Lie unterstützen, zählen unter anderem Elise Stefanik,[11] Ted Cruz,[12] Josh Hawley[13] und viele mehr. Die meisten bekannten Republikaner sagen zwar nicht, dass die Wahl gestohlen wurde, widersprechen aber nicht und zweifeln auch an der Rechtmäßigkeit der Wahl, zu diesen Republikanern gehört z. B. House Minority Whip Steve Scalise, die Nummer zwei der republikanischen Fraktion im Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten.[14]

Gegner der Big Lie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Wahl[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Liz Cheney

Die prominenteste Gegnerin der Big Lie ist Liz Cheney. Weitere bekannte Gegner sind z. B. Mitt Romney, Susan Collins, Ben Sasse und Pat Toomey. Doch die Gegner sind in der republikanischen Partei in der Minderheit und werden von Trump und anderen Unterstützern der Big Lie oft als RINOs angegriffen. So wurde Mitt Romney auf einem Parteitag in Utah im Mai 2021 von Trump-Unterstützern ausgebuht.[15]

Da Liz Cheney als Gegnerin der Big Lie gilt, wurde sie im Zuge des Richtungsstreits innerhalb der Republikaner von ihrem Amt in der Führung der republikanischen Fraktion am 12. Mai 2021 per Akklamation abgewählt, nachdem sich Trump und House Minority Leader Kevin McCarthy für eine Abwahl Cheneys ausgesprochen hatten. Cheney, die davor schon einen Abwahlversuch mit der Unterstützung McCarthys, in dem es um ihre Unterstützung des zweiten Amtsenthebungsverfahren gegen Donald Trump ging, überstanden hatte und schon beachtlich unter Druck stand, sowohl ihr Fraktionsamt als auch die Primary in ihren Kongressbezirk 2022 zu verlieren, wurde abgewählt, nachdem sie getwittert hatte:

“The 2020 presidential election was not stolen. Anyone who claims it was is spreading THE BIG LIE, turning their back on the rule of law, and poisoning our democratic system.”

„Die Präsidentschaftswahl 2020 wurde nicht gestohlen. Jeder, der das behauptet, verbreitet DIE GROSSE LÜGE, kehrt der Rechtsstaatlichkeit den Rücken und vergiftet unser demokratisches System.“[16]

Sie wurde durch Elise Stefanik ersetzt, die die Big Lie schon oft verbreitet hat, nachdem sie zwei Tage später in einer geheimen Wahl mit 134 zu 46 Stimmen gegen Chip Roy gewählt wurde.[17][18] Bemerkenswert dabei war, dass Cheney und Roy zwar deutlich konservativer und öfter mit Trump gestimmt hatten als Stefanik, aber nicht die Big Lie verbreiteten und somit nicht in der Gunst Trumps standen. Nach ihrer Abwahl machte sie in einem Statement bekannt, dass sie auch weiterhin gegen die Big Lie ankämpfen will.

Vor den Midterms[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Da viele unabhängige Wähler der Big Lie und ihrer Gefahr für die Demokratie sehr kritisch gegenüber stehen, versuchten ein paar gemäßigte Republikaner, Donald Trump davon zu überzeugen, sie nicht mehr zu verwenden, denn die Republikaner rechnen sich gute Chance darauf aus, 2022 sowohl die Wahl zum Senat als auch die Wahl zum Repräsentantenhaus gewinnen zu können, da bei den sogenannten Midterms, auf deutsch Zwischenwahlen, meist die Oppositionspartei Gewinne feiern kann und Präsident Biden und die Demokraten in einem Umfragetief stecken. Diese gemäßigten Republikaner befürchten, dass bei der Wahl viele Amerikaner sich aber doch anders entscheiden könnten aus Sorge um die Demokratie. So sagte etwa der ehemalige Gouverneur von New Jersey Chris Christie, Trump müsse die Wahlniederlage ja nicht akzeptieren, er solle einfach nicht mehr darüber reden. Viele der gemäßigten Republikaner verweisen auf Glenn Youngkin, dem es gelang, in Virginia, einem den Demokraten zuneigenden Swing State, die Gouverneurswahl zu gewinnen, indem er vor allem Kritik an der Regierung Joe Bidens geübt und sich nicht über die Präsidentschaftswahl und die Big Lie geäußert hatte.[19]

Trumps Abwahlversuche von Gegnern der Big Lie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge der Midterms 2022 muss sich Cheney jedoch einer Primary in ihrem Kongressbezirk dem gesamten Staat Wyoming stellen. Wyoming ist einer der konservativsten Staaten und hat mit fast 70 % für Trump bei der Präsidentschaftswahl 2020 gestimmt, was Trump bestes Ergebnis in allen 50 Bundesstaaten war. Trump hat jetzt schon eine Gegnerin für die parteiinterne Vorwahl ausgesucht und sich entschieden, sie zu unterstützen. Außerdem wurde Liz Cheney von Trump-Unterstützern wegen ihrer Entscheidung im zweiten Amtsenthebungsverfahren gegen Trump und ihrer anhaltenden Kritik an Trump und seiner Big Lie von der Republikanischen Partei Wyomings mit 31 zu 29 Stimmen offiziell ausgeschlossen. Das heißt, dass die Partei sie nicht mehr als ihr Mitglied sieht, sie aber immer noch Mitglied der republikanischen Fraktion ist und auch weiterhin in der republikanischen Primary antreten kann.[20]

David Perdue (links) und Brian Kemp

Auch in Georgia, dem Staat, den Donald Trump als erster republikanischer Kandidat seit 1992 nicht gewinnen konnte, versucht Trump den republikanischen Gouverneur Brian Kemp und den republikanischen Secretary of State (Innenminister) Brad Raffensperger aus ihren Ämtern zu drängen, indem diese die republikanische Vorwahl verlieren. Kemp und Raffensperger gelten als Ziele für Trump, da sie bei der Wahl 2020 den Sieg Joe Bidens anerkannt hatten, sogar als Trump persönlich zu dieser Zeit noch als US-Präsident bei Raffensperger angerufen hatte und ihn dazu aufgefordert hatte, 11.780 Stimmen für die republikanische Partei zu finden und somit Trump zum Sieg in Georgia zu verhelfen. Für die parteiinterne Vorwahl gegen Kemp unterstützt Trump den ehemaligen Senator, der auch 2020 in Georgia verloren hatte, David Perdue, bei der Vorwahl für das Amt des Secretary of State unterstützt er den Abgeordneten Jody Hice.[21]

Mike J. Dunleavy, Dan Sullivan, Lisa Murkowski und Don Young

Als einzige Senatorin, die für einen Schuldspruch Trumps im zweiten Amtsenthebungsverfahren gestimmt hatte und sich immer wieder gegen die Big Lie ausgesprochen hatte, stellt sich Lisa Murkowski 2022 zur Wiederwahl, bei den anderen sechs Senatoren laufen deren Senatsmandate entweder noch bis 2024 bzw. 2026 oder diese Senatoren stellen sich freiwillig keiner Wiederwahl. Murkowski wird zwar von der offiziellen Senatsfraktion der Republikaner sowie von einigen mächtigen Senatoren wie den Senate Minority Leader Mitch McConnell, den Vorsitzenden der Senatsfraktion, was aber nur das dritthöchste Amt hinter dem Minority Leader und dem Minority Whip ist, John Barrasso oder dem demokratischen Senator Joe Manchin unterstützt, die republikanische Partei von Alaska unterstützt hingegen Kelly Tshibaka, die auch von Trump unterstützt wird.[22] Das besondere bei der Wahl in Alaska ist jedoch, dass es ein spezielles Wahlsystem ohne parteiinterne Vorwahl gibt: Es gibt dort erst eine parteioffene Vorwahl, bei der die vier Kandidaten mit den meisten Stimmen dann zur Hauptwahl gelangen, bei der dann ein Rangfolgewahlverfahren verwendet wird. Dieses Verfahren gilt als Vorteil für Murkowski, da sie auch Ansehen bei vielen Demokraten und Unabhängigen genießt, die mit ihrer zweiten bzw. dritten Stimme für sie stimmen könnten. Trump, der Murkowski unbedingt aus dem Amt haben möchte, unterstützt derweil auch den Gouverneur von Alaska Mike J. Dunleavy bei seinem Versuch, 2022 als Gouverneur wiedergewählt zu werden. Dazu schrieb er in seinem Statement:

„Alaska needs Mike Dunleavy as Governor now more than ever. He has my Complete and Total Endorsement but, this endorsement is subject to his non-endorsement of Senator Lisa Murkowski who has been very bad for Alaska. In other words, if Mike endorses her, which is his prerogative, my endorsement of him is null and void, and of no further force or effect!“

„Alaska braucht Mike Dunleavy als Gouverneur jetzt mehr denn je. Er hat meine vollständige und absolute Unterstützung, aber diese Unterstützung unterliegt seiner Nichtunterstützung von Senatorin Lisa Murkowski, die für Alaska sehr schlecht war. Mit anderen Worten, wenn Mike sie unterstützt, was sein Recht ist, ist meine Unterstützung für ihn null und nichtig und hat keine weitere Kraft oder Wirkung!“

Donald Trump[23]

Trump unterstützt Dunleavy also nur, wenn er nicht Murkowski unterstützt.

Beim Medienimperium von Rupert Murdoch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Etwas überraschend sagte der konservative Verleger Rupert Murdoch folgendes gegen die Big Lie:

“The current American political debate is profound, whether about education or welfare or economic opportunity. It is crucial that conservatives play an active, forceful role in that debate, but that will not happen if President Trump stays focused on the past. The past is the past, and the country is now in a contest to define the future.”

„Die aktuelle politische Debatte in Amerika ist tiefgreifend, sei es über Bildung, Wohlfahrt oder wirtschaftliche Chancen. Es ist von entscheidender Bedeutung, dass Konservative in dieser Debatte eine aktive und energische Rolle spielen, aber das wird nicht passieren, wenn Präsident Trump sich weiterhin auf die Vergangenheit konzentriert. Die Vergangenheit ist die Vergangenheit, und das Land befindet sich jetzt in einem Wettbewerb, um die Zukunft zu definieren.“

Rupert Murdoch[24]

Murdoch sagt also, die Republikaner sollen sich nicht mit der Big Lie befassen, sondern lieber mit der nächsten Wahl. Gleichzeitig gestattet er Donald Trump im Wall Street Journal, das einen sehr guten Ruf in den USA hat und zu seinem Medienunternehmen gehört, einen Leserbrief zu schreiben, in dem Trump mehrere angebliche Beweise hervorbringt, nach denen die Präsidentschaftswahl 2020 gestohlen wurde. Als dann der Druck auf die Zeitung wegen diesen Verschwörungstheorien von Trump zu groß wurde, rechtfertigte sich die Redaktion dann einfach damit, dass Trump die Big Lie ja sowieso überall erzähle und es deshalb nicht so schlimm sei, wenn er es beim Wall Street Journal tue.[25]

Stimmenauszählung im Maricopa County, Arizona[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Präsidentin des Senat von Arizona Karen Fann

Donald Trump behauptete oft, er hätte die Präsidentschaftswahl 2020 in Arizona gewonnen. In diesem Swing State hatte es 2020 zum ersten Mal seit 1996 wieder eine demokratische Mehrheit gegeben; der republikanische Gouverneur Doug Ducey hatte Joe Bidens Sieg offiziell bestätigt. Im April 2021 ordnete der republikanisch dominierte Senat von Arizona nach einem Rechtsstreit mit der zuständigen Wahlüberwachungskommission[26][27] unter Führung von Senatspräsidentin Karen Fann an, das Privatunternehmen Cyber Ninjas solle die Stimmen im Maricopa County, dem größten County Arizonas, neu auszählen.[28] Dieses County hatte Joe Biden – als erster Demokrat seit der Präsidentschaftswahl 1948 – mit 45.000 Stimmen gewonnen. Den ganzen Staat Arizona hatte Biden hingegen nur mit 10.000 Stimmen gewonnen. Cyber Ninjas hat zwar keine Erfahrung in der Überprüfung von Wahlergebnissen, sein Chef Doug Logan hat jedoch trotzdem Verschwörungstheorien über big lie verbreitet.[27] Die Wahlüberwachungskommission des Maricopa County hatte bis dahin bei zwei Untersuchungen keine Unregelmäßigkeiten finden können.[29][30] Die größte Zeitung Arizonas, The Arizona Republic, verklagte die Cyber Ninjas und den Senat von Arizona am 30. Juni 2021 auf Herausgabe der Unterlagen über die Auftragsvergabe und die Finanzierung der irregulären Überprüfung.[31] Das Repräsentantenhaus von Arizona, das sich ebenfalls unter republikanischen Kontrolle befindet, lehnte diese Auszählung aber ab, was zeigt, dass bei diesem Thema die Republikaner gespalten sind. Die demokratische Innenministerin von Arizona (Secretary of State) Katie Hobbs kritisierte diese Überprüfung,[32] da sie von Amts wegen eigentlich für Wahlüberprüfungen zuständig wäre und sie nun keine Kontrolle über die Stimmzettel mehr habe und sie nicht genau wisse, was die Cyber Ninjas mit dem Stimmzettel machen würden. So würde Cyber Ninjas die Stimmzettel mit besonderen Kameras scannen, die angeblich erkennen würden, ob die Zettel aus China kämen und somit illegal wären.[33] Der republikanische Vorsitzende des Maricopa County Aufsichtsgremiums kritisierte im Sommer 2021 ebenfalls die Wahlüberprüfung durch die Cyber Ninjas. Er verwies auf die zwei stattgefundenen Untersuchungen der Wahlüberwachungskommission im Maricopa County und lehnte eine Vorladung der Cyber Ninjas ab, die diese im Zuge der Überprüfung der Wahlzettel aussprach.[29] Am Ende der Nachzählung konnte Cyber Ninjas keinen Wahlbetrug finden, sie konnten nur herausfinden, dass Joe Biden eigentlich 360 Stimmen mehr erhalten hatte, als im offiziellen Wahlergebnis stand. Trotz der eigenen Überprüfung traut das Unternehmen dem Wahlergebnis immer noch nicht und auch Donald Trump forderte den Justizminister von Arizona Mark Brnovich dazu auf, Ermittlungen einzuleiten, was dieser, solange es keine Beweise für Wahlbetrug gibt, ablehnt.[34] Laut der Innenministerin von Arizona, Katie Hobbs, müssen nun alle Wahlmaschinen, die das Unternehmen untersucht hatte, ausgetauscht werden, was Arizona viele Millionen Dollar kosten wird, da niemand genau wisse, was Cyber Ninjas mit diesen Maschinen gemacht hatte.[35]

Wahlrechtsänderungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einige republikanische Politiker haben in ihren Bundesstaaten neue Wahlgesetze eingeführt; diese sollen offenbar den Republikanern Vorteile verschaffen. So wird in den neuen Wahlgesetzen z. B. die Briefwahl erschwert, da vor allem Demokraten per Briefwahl abstimmen. Trump hat behauptet, der angebliche Wahlbetrug sei vor allem mittels Briefwahlstimmen bewerkstelligt worden.[36]

siehe auch Gerrymandering und en:Postal voting in the United States

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. The Fraudulent Presidential Election of 2020 will be, f… Abgerufen am 22. Mai 2021 (englisch).
  2. Biden nennt Trumps Verhalten "unamerikanisch". Abgerufen am 6. Januar 2022.
  3. Eine Lüge muss nur oft genug wiederholt werden. ... Abgerufen am 27. Mai 2021.
  4. Falschbehauptungen des US-Präsidenten. Twitter schränkt Trump zunehmend ein . Tagesschau.de 14. Dezember 2020.
  5. Here's Everything Trump Has Said About Refusing To Give Up Power. In: Forbes. Abgerufen am 31. Oktober 2020.
  6. USA: Trump-Team log wissentlich über »gestohlene Wahl«. In: Der Spiegel. 22. September 2021 (spiegel.de [abgerufen am 30. September 2021]).
  7. nytimes.com vom 21. September 2021: Trump Campaign Knew Lawyers’ Voting Machine Claims Were Baseless, Memo Shows
  8. spiegel.de vom 22. September 2021: Trump-Team log wissentlich über »gestohlene Wahl«
  9. https://abouttrump.org/
  10. FOCUS Online: Rauswurf von prominenter Kritikerin zeigt, wie groß Trumps Macht über Republikaner immer noch ist. Abgerufen am 22. Mai 2021.
  11. Elise Stefanik joins Stephen Bannon’s War Room. Abgerufen am 23. Mai 2021 (deutsch).
  12. 'Complicit in big lie': Republican senators Hawley and Cruz face calls to resign. 10. Januar 2021, abgerufen am 27. Mai 2021 (englisch).
  13. Arthur Delaney: Josh Hawley Loves To Accuse Others Of Doing What He Actually Did. 17. April 2021, abgerufen am 27. Mai 2021 (englisch).
  14. Justin Baragona: Steve Scalise Still Refuses to Admit the Election Wasn't Stolen. In: The Daily Beast. 21. Februar 2021 (thedailybeast.com [abgerufen am 23. Mai 2021]).
  15. Mitt Romney booed while speaking at Utah GOP convention. Abgerufen am 23. Mai 2021 (deutsch).
  16. https://twitter.com/liz_cheney/status/1389225154639695881. Abgerufen am 2. Dezember 2021.
  17. DPA: Republikanische Partei wirft Liz Cheney aus Führungsposition. Abgerufen am 27. Mai 2021.
  18. Stefanik voted in as House GOP's new No. 3 leader. Abgerufen am 27. Mai 2021 (englisch).
  19. Die grosse Frage der Republikaner: Was machen wir mit Donald Trump? Abgerufen am 25. November 2021.
  20. Associated Press: Wyoming Republican party stops recognizing Liz Cheney as member. 16. November 2021, abgerufen am 11. Dezember 2021 (englisch).
  21. Analysis by Chris Cillizza, CNN Editor-at-large: Analysis: How election rejection has become a must for aspiring Republican candidates. Abgerufen am 28. Dezember 2021.
  22. Arizona Senate race among key midterm election races to watch. 29. Dezember 2021, abgerufen am 29. Dezember 2021 (englisch).
  23. C. N. N. Newssource: Trump endorses Alaska Gov. Dunleavy for reelection - as long as he doesn't back Sen. Murkowski in 2022. In: KRDO. 29. Dezember 2021, abgerufen am 29. Dezember 2021 (amerikanisches Englisch).
  24. Timothy L. O'Brien: Op-ed: Rupert Murdoch has the power if he wants Trump to move on. Abgerufen am 25. November 2021.
  25. Warum Rupert Murdoch der gefährlichste Mann der Welt ist. Abgerufen am 11. Dezember 2021.
  26. Arizona 'audit' becomes far-right campaign stop, fuels conspiracy that election can be overturned, Meg Cunningham, ABC News, 19. Juni 2021
  27. a b Ask PolitiFact: Why are Arizona Republicans auditing election results? , Amy Sherman, PolitiFact, 4. Mai 2021
  28. Arizona Senate to Start Recount of Ballots in Maricopa County – Pray for America's Leaders. Abgerufen am 25. Juni 2021 (amerikanisches Englisch).
  29. a b US-Präsidentschaftswahl in Arizona: Selbst Republikaner wollen Betrugsvorwürfe nicht weiter prüfen. In: Der Spiegel. Abgerufen am 4. August 2021.
  30. Auditing Elections Equipment In Maricopa County  | Maricopa County, AZ. Abgerufen am 4. August 2021.
  31. Arizona's largest newspaper sues Cyber Ninjas, state senate over controversial 2020 election 'audit' , Charles Davis, BusinessInsider, 1. Juli 2021
  32. Arizona Secretary of State Katie Hobbs criticizes GOP election audit. Abgerufen am 25. Juni 2021 (deutsch).
  33. Arizona Republicans Push Forward with Insane 2020 Election "Audit": A Closer Look. Abgerufen am 25. Juni 2021 (deutsch).
  34. tagesschau.de: Arizona: Nachzählung ergibt keine Hinweise auf Wahlbetrug. Abgerufen am 27. November 2021.
  35. Donald Trump verantwortlich für Desaster: Auszählung kostet Arizona Millionen. 23. Mai 2021, abgerufen am 27. November 2021.
  36. Westdeutsche Zeitung: USA: Parlament in Texas beschließt umstrittene Wahlrechtsreform. 1. September 2021, abgerufen am 2. September 2021.