Duvin

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Duvin
Wappen von Duvin
Staat: Schweiz
Kanton: Graubünden (GR)
Region: Surselva
Politische Gemeinde: Ilanz/Glioni2
Postleitzahl: 7112
Koordinaten: 735577 / 175256Koordinaten: 46° 42′ 53″ N, 9° 12′ 43″ O; CH1903: 735577 / 175256
Höhe: 1180 m ü. M.
Fläche: 17,93 km²
Einwohner: 83 (31. Dezember 2013)
Einwohnerdichte: 5 Einw. pro km²
Website: www.duvin.ch
Duvin

Duvin

Karte
Duvin (Schweiz)
Duvin
ww
Gemeindestand vor der Fusion am 1. Januar 2014

Duvin (deutsch Duvin Audio-Datei / Hörbeispiel [duˈvin]?/i, rät. Duin Audio-Datei / Hörbeispiel [duɪ̯n]?/i) war bis am 31. Dezember 2013 eine politische Gemeinde im Val Lumnezia (Lugnez), im ehemaligen Bezirk Surselva des schweizerischen Kantons Graubünden. Am 1. Januar 2014 fusionierte Duvin mit den ehemaligen Gemeinden Castrisch, Ilanz, Ladir, Luven, Pigniu, Pitasch, Riein, Rueun, Ruschein, Schnaus, Sevgein, Siat zur neuen Gemeinde Ilanz/Glion. Ungewöhnlich für ein mehrheitlich romanisches Dorf ist, dass Duvin die deutsche Ortsbezeichnung als offizielle Bezeichnung führt, während die romanische Bezeichnung "Duin" nur gelegentlich zu lesen ist.

Rätoromanisch (Sursilvan) ist die Hauptsprache.

Duvin, Pitasch und Riein sind die einzigen reformierten Dörfer in der sonst katholischen Talschaft Lugnez. Bevor diese Orte alle zur Gemeinde Ilanz/Glion stiessen, war Duvin das einzige reformierte Dorf im damaligen Kreis Lumnezia/Lugnez; Pitasch und Riein gehörten trotz geographischer Zugehörigkeit zum Lugnez politisch zum Kreis Ilanz. Die Reformierte Kirchgemeinde Duvin ist selbständig. Sie ist Teil der Pastorationsgemeinschaft Luven/Flond/Pitasch/Duvin

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von Duvin aus, das sich auf einer Felsterrasse befindet, hat man Aussicht über das ganze Lugnez. Auf der rechten Seite trennt die Val da Pitasch Duvin von Pitasch. Die Val Uastg trennt auf der linken Seite Duvin von Camuns. „Val“ ist das romanische Wort für „Schlucht“, „Tal“ oder „Kluft“. Val da Pitasch bedeutet also etwa Pitascher-Kluft. „Uastg“ ist ein Eigenname.

Von den einstigen insgesamt 1797 ha Gemeindegebiet sind 180 ha Kulturland, 755 ha Weiden, 530 ha Wald und 332 ha unproduktives Land (zumeist Gebirge).

Duvin grenzte bis am 31. Dezember 2013 im Osten an Safien, im Norden an Pitasch, im Nordwesten an Cumbel und im Süden und Südwesten an Suraua.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt eine kleine Gesamtschule für die erste bis sechste Klasse (zusammen mit der Nachbargemeinde Pitasch). Anschliessend besuchen die Schüler die Real- oder Sekundarschule in Ilanz. Schulsprache ist Rätoromanisch, Deutsch wird als erste Fremdsprache in der vierten Klasse eingeführt.

Verkehr und Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es besteht eine Postautoverbindung mit Umsteigen in Mulin da Pitasch (Haltestelle auf der Postautostrecke von Ilanz nach Vals GR). Man kann auch bis Peiden-Bad weiter fahren und ca. 1 Stunde zu Fuss nach Duvin hochsteigen.

Duvin ist Ausgangsort für die Passwanderung über das Güner Lückli (2470 m, 9.2865°E, 46.7092°N) nach Safien-Platz oder Thalkirch. Es war früher der erste der drei Übergänge (Güner Lückli, Safierberg, Splügenpass) auf dem Weg vom Vorderrhein nach Chiavenna, für den die alten Bündner 17 Stunden benötigten.

Im letzten Bauernhof links an der Dorfstrasse (in südöstlicher Richtung; Sumvitg) gibt es eine Verpflegungs- („Besenbeiz“) und Übernachtungsmöglichkeit (Schlafen im Stroh).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei Ausgrabungen auf einem Hügel in unmittelbarer Nähe des Dorfes wurden Gräber gefunden, die belegen, dass Duvin bereits in vorchristlicher Zeit besiedelt war. Um das Jahr 840 n. Chr. wurde Duvin erstmals urkundlich als Siedlung Auna erwähnt. Im Jahr 1290 wurde Duvin (Aiuns) im Zusammenhang mit zwei Lehengütern des Bischofs von Chur genannt. Im 14. Jahrhundert war das Dorf eine Vogtei der Freiherren von Belmont, um 1390 der Grafen von Sax-Misox. Die Einführung der Reformation fand 1526 statt.

Duviner Sage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Sage mit Bezug zur Pietà in Kirche St. Luzius (Peiden) will erklären, warum Duvin als im überwiegend katholischen Lugnez liegende Gemeinde zum protestantischen Glauben wechselte. Als sich die gesamte Duviner Bevölkerung an einer Prozession in Vrin befand, begann es zu regnen, und das gesamte Heu der Bauern wurde nass und somit schlecht. Aus Wut darüber kehrten die Duviner zurück in ihr Dorf. Die mitgeführte Marienstatue warfen sie über den Felsen in den Abgrund. Bewohner der Nachbargemeinde Peiden bargen die Statue. Der Ring- wie auch der kleine Finger der rechten Hand waren abgebrochen. Die anderen drei Finger waren zur Schwurhand erhoben. Die Statue sprach: „Zweimal wird Duvin abbrennen und das dritte Mal wird das Dorf in die Schlucht stürzen!“ Zwei Mal ist das Dorf bereits fast vollständig niedergebrannt. Der Sage zufolge sollte es das nächste Mal also in die Val Uastg stürzen. Die Sage ist durch ihre negative Prophezeiung als ausserhalb Duvins entstanden erkennbar. Der Zustand der Pietà macht den beschriebenen Sturz unwahrscheinlich.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Duvin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Katholische Filialkirche St. Luzius
  2. Schulhaus
  3. Glennerbrücke