Cerreto Guidi

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Cerreto Guidi
Wappen
Cerreto Guidi (Italien)
Cerreto Guidi
Staat Italien
Region Toskana
Metropolitanstadt Florenz (FI)
Koordinaten 43° 46′ N, 10° 53′ OKoordinaten: 43° 46′ 0″ N, 10° 53′ 0″ O
Höhe 123 m s.l.m.
Fläche 49,33 km²
Einwohner 11.010 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte 223 Einw./km²
Postleitzahl 50050
Vorwahl 055
ISTAT-Nummer 048011
Volksbezeichnung Cerretesi
Schutzpatron San Leonardo (6. November)[2][3]
Website Gemeinde Cerreto Guidi
Panorama von Cerreto Guidi
Panorama von Cerreto Guidi

Cerreto Guidi (Aussprache: [tʃer're:to 'gui:di]) ist eine italienische Gemeinde mit 11.010 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2017) in der Metropolitanstadt Florenz in der Region Toskana.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage von Cerreto Guidi in der Metropolitanstadt Florenz

Die Gemeinde erstreckt sich über etwa 50 km². Sie liegt rund 30 km westlich der Provinz- und Regionalhauptstadt Florenz. Die Ortsteile Bassa und Ripoli liegen am Arno, der insgesamt 4 km im Gemeindegebiet verbringt. Ein wichtiges Gewässer im Gemeindegebiet ist zudem der Torrent Vincio (8 von 15 km im Gemeindegebiet).[4] Die Gemeinde liegt im Valdarno Inferiore[5] (unteres Arnotal, bzw. tiefergelegenes Arnotal) in der klimatischen Einordnung italienischer Gemeinden in der Zone D, 1 698 GG[6] Cerreto Guidi gehört seit der Neugründung 1622 durch Papst Gregor XV. zum Bistum San Miniato. Vorher gehörte es zum Bistum Lucca.

Zu den Ortsteilen zählen Bassa (27 m, ca. 670 Einwohner), Gavena (25 m, ca. 50 Einwohner), Lazzeretto (24 m, ca. 1150 Einwohner), Poggioni (28 m, ca. 50 Einwohner, gehört zum Teil auch zu Lamporecchio), Poggio Tempesti (75 m, ca. 100 Einwohner), Ripoli (auch Pieve a Ripoli, 23 m, ca. 270 Einwohner), San Zio (105 m, ca. 30 Einwohner) und Stabbia (21 m, ca. 1900 Einwohner).[7]

Die Nachbargemeinden sind Empoli, Fucecchio, Lamporecchio (PT), Larciano (PT), San Miniato (PI) und Vinci.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstmals erwähnt wurde der Ort 780 im Zusammenhang mit der Abbazia di San Savino (Badia di San Savino[8]) in Cascina bei Pisa als Cerreto in Greti.[5] Ab dem Jahr 1079 unterstand der Ort den Guidi.[8] Am 23. August 1273 verkaufte Guido Salvatico den Ort an Florenz. Der Ort wurde am Anfang des 14. Jahrhunderts mehrfach angegriffen und in seinen Besitz gebracht, u. a. 1326 durch Castruccio Castracani, 1332 durch Johann von Böhmen und 1336 durch Mastino II. della Scala.[5] 1333 wurde Ort von einer Flut zerstört. Die Stadtmauern wurden 1336 von Florenz erneuert, um die Stadt vor weiteren Angriffen zu schützen. Diese Stadtmauern hatten vier Eingangstore, von denen heute nur noch die Porta della Croce di Pilato (auch Porta Pelagio genannt) vorhanden ist.[9] Die anderen Stadttore (Porta Fiorentina, wurde 1648 zerstört; Porta a Vatignano und Porta Padulana, 1830 zerstört) existieren nicht mehr.[10]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Villa medicea im Ortskern von Cerreto Guidi
Das Oratorio della Madonna della Tosse im Ortsteil Lazzaretto
Das Santuario di Santa Liberata unweit des Ortskerns
  • Villa Medici von Cerreto Guidi, Villa am höchsten Punkt des Ortszentrums.
  • Pieve di San Leonardo, Gebäude aus dem 10. Jahrhundert, wurde 1416 zur Pieve und liegt links der Villa Medici am höchsten Punkt des Ortskerns. Enthält von Giovanni della Robbia ein 1511 entstandenes Taufbecken.[9]
  • Oratorio della Santissima Trinità, Oratorium im Ortskern aus dem 16. Jahrhundert. Wurde im 17. und 19. Jahrhundert baulich verändert.[8]
  • Santuario di Santa Liberata, entstand am Anfang des 14. Jahrhunderts kurz außerhalb des Ortskerns als Oratorio della Beata Vergine. Wurde in den 1950er Jahren restauriert und verändert und ist seit 1966 ein Sanktuarium. Enthält von Domenico Cresti (genannt Il Passignano) das Werk Messa di San Gregorio. Es stammt ursprünglich aus dem Oratorio della Santissima Trinità.[8]
  • Chiesa di Santa Maria Assunta, Kirche im Ortsteil Bassa, die bereits 998 als Santa Maria de’ Conflenti erwähnt wurde. Liegt unweit des Zuflusses des Elsa in den Arno. Wurde bei einem Arno-Hochwasser erheblich beschädigt, danach restauriert und am 20. November 1842 neu geweiht. Gleiches geschah 1872.[10]
  • Villa La Motta, erstmals 1586 dokumentierte Villa im Ortsteil Bassa. Liegt auf dem Hügel Poggio Baldovinetti.[8]
  • Villa di Colle Alberti, Villa im Ortsteil Bassa mit anliegender Privatkapelle Cappella della Santissima Annunziata, die 1858 entstand. Das Gebäude gehörte im 16. und 17. den Strozzi und von 1684 bis 1780 den Buontalenti.[10]
  • Chiesa di San Bartolomeo a Gavena, Kirche im Ortsteil Gavena, die bereits 1260 dokumentiert wurde.[10]
  • Villa Mori, früher auch Villa Montalvi genannt, Villa zwischen Gavena und Bassa, die im 16. Jahrhundert dem spanischen Adligen Ramirez di Montalvo gehörte. Zu dem Garten gehört die Kapelle Cappella di San Filippo Neri, die dem Philipp Neri geweiht ist.[8]
  • Chiesa di Santa Maria della Neve, Kirche im Ortsteil Lazzeretto, die 1881 entstand.[10]
  • Oratorio della Madonna della Tosse, Oratorium im Ortsteil Lazzeretto.[8]
  • Pieve di San Leonardo a Ripoli, bereits 1260 dokumentierte Pieve im Ortsteil Ripoli.[10]
  • Chiesa di SS. Pietro e Paolo Apostoli, Kirche im Ortsteil Stabbia, die in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstand.[10]
  • Medici-Villa im Ortsteil Stabbia.

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Cerreto Guidi pflegt seit 1999 eine Gemeindepartnerschaft mit Saint-Marcel (Frankreich). Eine Gemeindefreundschaft besteht mit Pianello Val Tidone.[11]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Cerreto Guidi – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2017.
  2. comuni-italiani.it
  3. Tuttitalia
  4. Offizielle Webseite des Sistema Informativo Ambientale della Regione Toscana (SIRA) zu den Flüssen in Cerreto Guidi, abgerufen am 14. Mai 2015 (italienisch)
  5. a b c Emanuele Repetti: CERRETO GUIDI, già CERRETO DI GRETI nel Val d’Arno inferiore .
  6. Webseite der Agenzia nazionale per le nuove tecnologie, l’energia e lo sviluppo economico sostenibile (ENEA), abgerufen am 14. Mai 2015 (italienisch) (PDF; 330 kB)
  7. Offizielle Webseite des ISTAT (Istituto Nazionale di Statistica) zu den Einwohnerzahlen 2001 in der Provinz Florenz, abgerufen am 14. Mai 2015 (italienisch)
  8. a b c d e f g Giuliano Valdes: Le Terre di Leonardo e Boccaccio.
  9. a b Rosanna Caterina Proto Pisani (Hrsg.): I luoghi della Fede: Empoli, il Valdarno inferiore e la Valdelsa fiorentina.
  10. a b c d e f g Pro Loco Cerreto Guidi
  11. Offizielle Webseite der Gemeinde Cerreto Guidi zu den Gemeindepartnerschaften, abgerufen am 27. Mai 2015 (italienisch)