Vinci (Toskana)

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Vinci
Wappen
Vinci (Italien)
Vinci
Staat: Italien
Region: Toskana
Metropolitanstadt: Florenz (FI)
Koordinaten: 43° 47′ N, 10° 55′ O43.78444444444410.92361111111197Koordinaten: 43° 47′ 4″ N, 10° 55′ 25″ O
Höhe: 97 m s.l.m.
Fläche: 54 km²
Einwohner: 14.666 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 272 Einw./km²
Postleitzahl: 50059
Vorwahl: 0571
ISTAT-Nummer: 048050
Volksbezeichnung: Vinciani
Schutzpatron: Sant’Andrea (30. November[2][3], Andreastag)
Website: Gemeinde Vinci
Panorama von Vinci
Panorama von Vinci

Vinci ist eine Gemeinde mit 14.666 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2013) in der Nähe der italienischen Stadt Empoli in der Provinz Florenz, Region Toskana.

Geografie[Bearbeiten]

Lage von Vinci in der Provinz Florenz

Der Ort befindet sich ca. 97 m über dem Meeresspiegel. Die Gemeindefläche beträgt 54 km², die Bevölkerungsdichte 265 Einwohner pro km². Die Provinz- und Regionalhauptstadt Florenz liegt ca. 27 km östlich, die nächstgelegene größere Stadt ist Empoli, ca. 7 km südlich. Die Gemeinde liegt im Valdarno Inferiore[4] (unteres Arnotal, bzw. tiefergelegenes Arnotal) in der klimatischen Einordnung italienischer Gemeinden in der Zone D, 1 765 GG[5] südlich des Berges Montalbano.[4] Das wichtigste Gewässer im Gemeindegebiet ist der Arno, der die Gemeindegrenze zu Empoli im Süden der Gemeinde darstellt (2 km). Weitere wichtige Gewässer sind die Torrenti Streda (11 von 11 km im Gemeindegebiet) und Vincio (7 von 15 km im Gemeindegebiet).[6]

Zu den Ortsteilen zählen Anchiano, Apparita (61 m, ca. 160 Einwohner), Barano (210 m, ca. 30 Einwohner), La Stella (60 m, ca. 180 Einwohner, gehört zum Teil zu Lamporecchio), Piccaratico (33 m, ca. 30 Einwohner), Salvino (160 m, ca. 20 Einwohner), Sant’Ansano (85 m, ca. 200 Einwohner), Spicchio/Sovigliana (25 m, ca. 7600 Einwohner, gehört teilweise auch zu Capraia e Limite und Empoli), Toiano (85 m, ca. 200 Einwohner) und Vitolini. Der Hauptort Vinci hat ca. 1550 Einwohner.[7]

Die Nachbargemeinden sind Capraia e Limite, Carmignano (PO), Cerreto Guidi, Empoli, Lamporecchio (PT) und Quarrata (PT).

Geschichte[Bearbeiten]

Erstmals erwähnt wurde die Burg von Vinci im 11. Jahrhundert.[8] Bis zum 12. August 1254 war der Ort im Besitz der Guidi, danach wurde er von der Republik Florenz eingenommen und zur Gemeinde erklärt.[9] Nach der Schlacht von Montaperti 1260, aus der Florenz mit einer Niederlage herausging, übernahmen die Guidi erneut die Macht im Ort, verkauften aber 1273 Vinci wieder an Florenz.[10] 1315 erhob sich die Bevölkerung unter Leitung von Uguccione della Faggiola gegen die Herren aus Florenz, die den Ort aber im April 1316 wieder einnahm.[4] Die ersten Statuten von Vinci entstanden 1383.[10]

Nach der Gebietsreform 1774 von Pietro Leopoldo d’Asburgo-Lorena gehörte Vinci zu Cerreto Guidi, nach der französischen Besetzung wurde der Ort 1814 wieder eine eigenständige Gemeinde.[10] Staatspräsident Luigi Einaudi erklärte den Ort am 15. Juli 1954 aufgrund seiner historischen Wichtigkeit zur Stadt. 1962 gründete der Direktor und Ehrenbürger Friedrich Vordemberge ein „Außen-Studio“ für die Kunststudenten der Kölner Werkschulen, das bis 1971 bestand.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Stadtmauer und Uomo di Vinci
Die Burg Castello dei Conti Guidi im Ortskern
Die Kirche Santa Croce im Ortskern
  • Geburtshaus Leonardo da Vincis im Ortsteil Anchiano. Liegt ca. 3 km nördlich von Vinci und enthält eine Reproduktion der Mappa del Valdarno von Leonardo da Vinci.[8]
  • Das 1953[8] gegründete Museo Leonardiano di Vinci beherbergt Zeichnungen, Modelle und Repliken von Leonardos Maschinen und Erfindungen.
  • Biblioteca Leonardiana, 1928 gegründete Bibliothek, enthält über 7000 Monografien über Leonardo da Vinci.[8]
  • Castello dei Conti Guidi, Burg im Ortszentrum, auch Castello della Nave (Schiffsburg) genannt. Entstand um das Jahr 1000 und ist seit 1919 im Besitz der Gemeinde Vinci.[8]
  • Chiesa di Santa Croce, Kirche im Ortskern. Unterstand im 13. Jahrhundert der Pieve di San Giovanni Battista in Greti. Wurde mehrmals restauriert und erneuert, das heutige Erscheinungsbild entstammt der Restauration von 1925 bis 1935. Der Campanile wurde im 19. Jahrhundert neu gebaut.[11]
  • Il Cavallo, Kunstwerk von Nina Akamu, das seit 2001 an der Piazza della Libertà steht und vom Reiterstandbild Francesco Sforzas von Leonardo da Vinci inspiriert wurde.[8]
  • L’Uomo di Vinci, 1987 entstandene Holzskulptur von Mario Ceroli; nach: Der vitruvianische Mensch von Leonardo.[10]
  • Santuario della Santissima Annunziata, Sanktuarium kurz außerhalb der Stadtmauern. Entstand im 16. Jahrhundert und enthält das dem Fra Paolino da Pistoia (Paolo di Bernardino di Signoraccio, 1488–1547) zugeschriebene Holzgemälde Annunciazione (um 1520 entstanden).[12]
  • Chiesa di Santa Maria Assunta a Faltognano, Kirche in Faltognano.
  • Chiesa di Santa Maria Assunta a Spicchio, auch a Pagnanamina genannt, Kirche in Spicchio. Wurde erstmals 1119 erwähnt und 1633 erweitert. Das heutige Erscheinungsbild entstammt den Restaurierungsarbeiten der 1960er Jahre. Enthält von Jacopo di Cione (1325–1399), dem jüngeren Bruder des Orcagna, das Werk Madonna col Bambino (Holzgemälde).[11]
  • Chiesa di Santa Maria a Petroio, Kirche der 1326 von Castruccio Castracani zerstörten Burg Petroio.[11]
  • Oratorio dell’Erta, Oratorium südlich von Vinci nahe Spicchio/Sovigliana.
  • Pieve di San Giovanni Battista a Sant’Ansano in Greti, Pieve im Ortsteil Sant’Ansano. Die Kirche ist die älteste im Gemeindegebiet und wurde bereits 998 von Otto III. in einem Diplom erwähnt. Erlitt im Zweiten Weltkrieg erhebliche Schäden am Campanile, am Dach und am Portikus aus dem 16. Jahrhundert. Enthält im Inneren Werke von Puccio di Simone (Sant’Ansano tra due Angeli)[11] und Rutilio Manetti (Papa Alessandro I. liberato dal carcere da un angelo) (Leinwandgemälde, 235 × 169 cm, um 1625 entstanden).[13]
  • Pieve di San Pietro, Pieve im Ortsteil Sant’Amato, die aus dem 12. Jahrhundert stammt.[11]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

  • Leonardo da Vinci (1452–1519), italienischer Universalgelehrter und Künstler, geboren im Ortsteil Anchiano

Ehrenbürger[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

  • Die nächstgelegene Fernverkehrsstraße ist die Strada di grande comunicazione Firenze-Pisa-Livorno. Die Anschlussstelle Empoli liegt ca. 10 km südlich von Vinci.
  • Der nächstgelegene größere Bahnhof ist der Bahnhof von Empoli. Von hier gehen Bahnverbindungen nach Pisa/Livorno, Florenz und Siena. Vinci ist über Busverbindungen an den Bahnhof angeschlossen.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Vinci – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2013.
  2. Comuni Italiani
  3. Tuttitalia
  4. a b c Emanuele Repetti: VINCI detto ancora VINCI FIORENTINO nel Val d’Arno inferiore.
  5. Webseite der Agenzia nazionale per le nuove tecnologie, l’energia e lo sviluppo economico sostenibile (ENEA), abgerufen am 12. Mai 2015 (italienisch) (PDF; 330 kB)
  6. Offizielle Webseite des Sistema Informativo Ambientale della Regione Toscana (SIRA) zu den Flüssen in Vinci, abgerufen am 11. Mai 2015 (italienisch)
  7. Offizielle Webseite des ISTAT (Istituto Nazionale di Statistica) zu den Einwohnerzahlen 2001 in der Provinz Florenz, abgerufen am 11. Mai 2015 (italienisch)
  8. a b c d e f Giuliano Valdes: Le Terre di Leonardo e Boccaccio.
  9. vinciturismo.it, abgerufen am 20. Januar 2010
  10. a b c d Offizielle Webseite der Gemeinde Vinci zur Geschichte des Ortes, abgerufen am 13. Mai 2015 (italienisch)
  11. a b c d e Rosanna Caterina Proto Pisani (Hrsg.): I luoghi della Fede: Empoli, il Valdarno inferiore e la Valdelsa fiorentina.
  12. Alessandro Nesi: PAOLO di Bernardino di Antonio del Signoraccio. In: Dizionario Biografico degli Italiani, Volume 81 (2014), abgerufen am 12. Mai 2015 (italienisch)
  13. Fondazione Zeri der Universität Bologna zum Werk Papa Alessandro I liberato dal carcere da un angelo, mit Abb., abgerufen am 12. Mai 2015 (italienisch)