Colette

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Colette in einer frühen Photographie

Colette (eigentlich Sidonie-Gabrielle Claudine Colette; * 28. Januar 1873 in Saint-Sauveur-en-Puisaye, Département Yonne (Burgund); † 3. August 1954 in Paris) war eine französische Schriftstellerin, Varietékünstlerin und Journalistin. Sie bekam als erste Frau in Frankreich ein Staatsbegräbnis.

Leben und Schaffen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jugend und erste Ehe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Colette wuchs als jüngstes von vier Halbgeschwistern und Geschwistern in dem oben genannten Dorf der Bourgogne auf, wo ihr Vater, ein wegen Kriegsverletzung ausgemusterter Offizier, Steuereinnehmer war. Anders als die drei älteren Geschwister besuchte sie keine weiterführende Schule, wurde jedoch von ihrem literarisch interessierten Vater sowie vor allem von der klugen und verständnisvollen Mutter gefördert, mit der sie später in engem Briefkontakt blieb.[1]

Colette nach einem Gemälde von Fernand Humbert (um 1896)

Bei einer Reise nach Paris lernte sie 1889 im Alter von 16 Jahren den 30-jährigen Henry Gauthier-Villars kennen, der sich dort schon einen gewissen Namen als Literat und Salonlöwe gemacht hatte. 1893 heiratete sie ihn und wurde von ihm, der rasch ihr Schreibtalent erkannte, angelernt und ausgenutzt. Unter seinem Pseudonym „Willy“ verfasste sie ab 1896 eine Serie von zunehmend erfolgreichen Romanen, die in der Ich-Form und mit vielen autobiographischen Elementen die Geschichte einer jungen Frau erzählen: Claudine à l'École, Claudine à Paris, Claudine en Ménage und Claudine s’en va (1900 bis 1903 erschienen; in der deutschen Übersetzung heute verlegt als Claudine erwacht, Claudine in Paris, Claudine in der Ehe und Claudine geht). Bald nach ihrem vorerst letzten Claudine-Roman (1903) ließ sich Colette vom ihr immer wieder untreuen „Willy“ scheiden, der sich allerdings die Autorenrechte an den Claudines zu sichern verstand. 1907 sollte sie mit La Retraite sentimentale (dt. Claudine findet zu sich selbst) eine Fortsetzung der Reihe veröffentlichen, die sie 1922 mit La Maison de Claudine (dt. Mein Elternhaus, später Claudines Mädchenjahre) schließlich auch in die burgundische Kindheit ihrer Heldin verlängern sollte.

Varietékarriere, Beziehungen mit Frauen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Colette in Rêve d’Égypte (1907; Photo von Léopold-Émile Reutlinger)

Nach der Scheidung lebte Colette eine Zeitlang bei Natalie Clifford Barney. Die beiden hatten eine kurze Affäre und blieben bis zu Colettes Tod befreundet.[2] In dieser Zeit nahm sie auch Unterricht beim Pantomimen Georges Wague und gastierte von 1906 an sechs Jahre lang mit „Mimodramen“ auf zahlreichen Varietébühnen in Paris und der Provinz. Hierbei trat sie des öfteren zusammen mit der zehn Jahre älteren Mathilde („Missy“) de Morny, der sehr unkonventionell lebenden Tochter eines Halbbruders von Napoléon III., auf. Als die beiden sich 1907 im Moulin Rouge bei der Aufführung einer Pantomime mit dem Namen Rêve d'Égypte küssten, gab es einen Tumult, zu dessen Beilegung die Polizei gerufen werden musste. Im Gefolge des Skandals wurden weitere Aufführungen des Stückes verboten und Colette und Missy konnten ihr Verhältnis, das noch fünf Jahre bestand, nur verdeckt weiterführen.[3]

1909 begann sie mit La Vagabonde („Die Vagabundin“) einen weiteren autobiographischen Roman, in dem sie in der Ich-Form die Existenz einer enttäuscht geschiedenen Ehefrau, Varietékünstlerin und Angebeteten eines reichen Erben darstellt (ihr eigenes kurzlebiges Verhältnis mit dem Millionenerben Auguste-Olympe Hériot, der 1910 eine Italienreise mit ihr unternahm, lag zeitlich offenbar erst nach dem Roman). La Vagabonde, die zunächst im Feuilleton einer Zeitschrift erschien, kam 1910 in die engere Wahl für den renommierten Literaturpreis Prix Goncourt und bedeutete den Durchbruch Colettes als Autorin.

Weitere literarische Tätigkeit, zweite Heirat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auch als Journalistin war sie nun gesucht und erhielt eine eigene Rubrik im Feuilleton der Pariser Tageszeitung Le Matin. Ab 1911 lebte sie zusammen mit dem Chefredakteur des Blattes, dem ebenfalls geschiedenen Baron Henry de Jouvenel des Ursins (geb. 1876), den sie Ende 1912 heiratete. Kurz zuvor starb ihre Mutter, wobei ihr Halbbruder (aus Zorn, weil sie nicht zur Beerdigung gekommen war?) die rund 2000 Briefe der Tochter an sie verbrannte. 1913 verarbeitete sie nochmals ihr früheres Leben im Variété zu dem autobiographischen Roman L'Envers du music-hall („Die Kehrseite des Variétés“, deutsch im Wiener Paul Zsolnay Verlag zunächst als Komödianten erschienen, was den eindringlichen Protest der Autorin hervorrief[4]).

Der Ausbruch des Ersten Weltkriegs im August 1914 war auch für Colette ein tiefer Einschnitt: Jouvenel wurde zum Militär eingezogen, musste aber nicht in den Fronteinsatz, sondern bekleidete ständig höhere Posten im Umfeld der Regierung. Sie selbst betätigte sich unterdessen, nachdem sie ihre 1913 geborene Tochter samt Gouvernante auf ein Landgut der Jouvenels nach Castel-Novel in Varetz (bei Brive-la-Gaillarde) geschickt hatte, im Überschwang der allgemeinen Kriegsbegeisterung als Krankenschwester, zunächst in Paris, dann in einem Lazarett bei Verdun. 1915 bereiste sie das mit Frankreich gegen Deutschland und Österreich verbündete Italien als Reporterin für Le Matin, für den sie auch in den nächsten Jahren schrieb. Anfang 1917 begleitete sie Jouvenel nach Rom, der dort auf einer Konferenz Frankreich vertrat. Hier wurde in ihrem Beisein und nach einem von ihr verfassten Drehbuch La Vagabonde verfilmt.

Zurück in Paris, begann sie einen neuen Roman, Mitsou, ou Comment l'esprit vient aux filles (etwa „Mitsou, oder Wie den jungen Mädchen ein Licht aufgeht“), der 1919 erschien. Im selben Jahr wurde sie Leiterin des literarischen Feuilletons des Matin. 1919/20 verfasste sie auch ihren bekanntesten Roman Chéri („Liebling“), die Geschichte einer letztlich unmöglichen Liebe zwischen einem jungen Mann und einer älteren Frau. Die erste Idee zu diesem Buch war ihr zwar schon 1912 gekommen, doch lag ihr das Thema jetzt besonders nahe, denn sie hatte gerade selbst ein Verhältnis mit ihrem Stiefsohn Bertrand de Jouvenel (geb. 1903) begonnen. Chéri wurde 1921 von ihr und einem Koautor zu einem Theaterstück verarbeitet, in dem sie bei der 100. Aufführung, aber auch später noch, häufig selbst die Rolle der weiblichen Protagonistin spielte.

Inzwischen hatte ihr Mann als Politiker Karriere gemacht, und auch sie war zu gesellschaftlichen Ehren gelangt: 1920 war sie zum Ritter der Ehrenlegion ernannt worden; später sollte sie sogar zum Offizier (1928) und zum Kommandeur (1936) befördert werden. Ihre Ehe allerdings ging in die Brüche, denn auch Jouvenel erwies sich als untreu und verließ sie 1923. Sie verbrachte aber nach wie vor viel Zeit auf Château Castel-Novel, wo auch einige ihrer Werke entstanden.

1922 begann das Feuilleton des Matin ihren kleinen Roman Le Blé en herbe („Unreifes Getreide“[5]; dt. später als Erwachende Herzen erschienen) abzudrucken, der um das Thema der sexuellen Initiation eines Jugendlichen durch eine ältere Frau kreist. Der Abdruck musste allerdings wegen moralischer Entrüstung vieler Leser der Zeitung abgebrochen werden. Bei der Publikation des Werkes in Buchform im Jahre 1923 benutzte sie erstmals das schlichte „Colette“ als Autorennamen.

Die späteren Jahre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Colette in ihrer Pariser Wohnung an den Champs Elysées, 1932

Nach dem Ende der Beziehung zu ihrem Stiefsohn lernte sie 1925 den ebenfalls deutlich jüngeren reichen Perlenhändler Maurice Goudeket (geb. 1889) kennen, mit dem sie zunächst häufig längere Reisen unternahm und den sie 1935 heiratete. Ab 1939 litt sie unter einer fortschreitenden Arthrose der Hüftgelenke, die ihr das Leben erschwerte und sie zunehmend an ihre Wohnung fesselte. Ein 1941 gedruckter autobiografischer Text hieß entsprechend De ma fenêtre (dt. Paris durch mein Fenster). Während der deutschen Besetzung Nordfrankreichs und der antisemitischen Aktionen der französischen Vichy-Regierung gelang es ihr, ihren aus einer jüdischen Familie stammenden Mann aus der Haft zu befreien und ihm beim Untertauchen zu helfen.

Colette im Jahre 1932

1942 erzielte sie einen ihrer größten Erfolge mit dem kurzen Feuilleton-Roman Gigi, der 1944 als Buch gedruckt wurde und Vorlage für den gleichnamigen Musicalfilm aus dem Jahr 1958 war, dessen Adaption für die Bühne 1973 Premiere am Broadway hatte. Der Roman handelt von der vorteilhaften Heirat eines hübschen jungen Mädchens mit einem älteren Mann und versetzte Autorin und Leser aus dem Zweiten Weltkrieg zurück in bessere Zeiten, nämlich die Belle Époque um 1900.

Allmählich wurde Colette zur (längst auch wohlhabenden) großen alten Dame der französischen Literatur der ersten Jahrhunderthälfte. Sie schrieb und publizierte, wurde gelesen und verfilmt, hielt Vorträge und reiste, geehrt wie kaum eine andere Schriftstellerin vor ihr. So wurde sie 1945 als zweite Frau eines der zehn Mitglieder der Académie Goncourt [6], im Jahr 1949 deren Vorsitzende. Dagegen konnte sich die Académie française nicht zu ihrer Aufnahme entschließen. Von 1948 bis 1950 erschien in 15 Bänden eine von Goudeket besorgte Gesamtausgabe ihrer Werke. Ihr 80. Geburtstag 1953 war ein nationales Ereignis, und als sie 1954 starb, wurde ihr ein pompöses Staatsbegräbnis zuteil.

Colettes Grab auf dem Pariser Friedhof Père Lachaise

Colette verstand es vor allem, in ihren Romanen Frauengestalten und Frauenschicksale psychologisch einfühlsam und lebensnah zu beschreiben. Ihr unkonventioneller Lebensstil schlug sich auch in ihren Werken nieder, insbesondere darin, dass sie sich dort kritisch mit der Ehe auseinandersetzt und die Sexualität der Frau nicht tabuisiert. Mit ihrem Werk Le Pur et l'Impur von 1932 (dt. Die Freuden) beabsichtigte Colette, zu Sodome et Gomorrhe (1924) von Proust ein Pendant aus der Sicht weiblicher Erfahrung zu schaffen.[7]

In den zwei Romanen La maison de Claudine (1922) und Sido (1929) setzte sie ihrer eigenwilligen naturliebenden Mutter ein Denkmal. Obwohl von vielen Lesern und auch Autorenkollegen hochgeschätzt, wurde sie von der universitären Literaturkritik lange Zeit unter Wert gehandelt. 1953 wurde sie Grand Officier der Ehrenlegion.

Werke (in Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Titelbild der Erstausgabe von Claudine à l'École, 1900
  • Claudine à l’École, Roman, 1900 (dt. Claudine erwacht, in: Claudine, übersetzt von Lida Winiewicz, Zsolnay, Wien 1957)
  • Claudine à Paris, Roman, 1901 (dt. Claudine in Paris, in: Claudine, übersetzt von Lida Winiewicz, Zsolnay, Wien 1957)
  • Claudine en Ménage, Roman, 1902 (dt. zunächst als Claudine's Ehe, übersetzt von Georg Nördlinger, G. Grimm, Budapest 1902; dann als Renauds Weib. Ein Ehe-Roman, übersetzt von Nina Carolus, Wendt & Co., Dresden 1927; später als Claudine in der Ehe, in: Claudine, übersetzt von Lida Winiewicz, Zsolnay, Wien 1957)
  • Claudine s'en va, Roman, 1903 (dt. zunächst als Claudine geht. Annie's Tagebuch, übersetzt von Georg Nördlinger, G. Grimm, Budapest 1903; später als: Claudine geht, in: Claudine, übersetzt von Lida Winiewicz, Zsolnay, Wien 1957)
  • Sept dialogues de bêtes (später Dialogues de bêtes), 1904 (dt. als Sieben Tierdialoge, übersetzt von Emmi Hirschberg, G. Kiepenheuer, Potsdam 1928)
  • La Retraite sentimentale, Roman, 1907 (dt. zunächst als Claudines Retraite sentimentale, übersetzt von Erika Danneberg, Zsolnay, Wien 1958; später als Claudine findet zu sich selbst, Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1961)
  • Les Vrilles de la vigne, Novellensammlung, 1908
  • L'Ingénue libertine, Roman, 1909 (dt. Geträumte Sünden, übersetzt von Hans B. Wagenseil, Transmare, Berlin–Düsseldorf 1949)
  • La Vagabonde, Roman, 1910 (nominiert für den Prix Goncourt; dt. zunächst als Renée Néré. Das Schicksal einer Frau, übersetzt von Rosa Breuer-Lucka. Zsolnay, Berlin–Wien–Leipzig 1927[4]; später als La Vagabonde, übersetzt von Grit Zoller, dtv, München 1987)
  • L'Entrave, Roman, 1913 (dt. Die Fessel, übersetzt von Erna Redtenbacher, Zsolnay, Berlin–Wien–Leipzig 1928[4])
  • L'Envers du music-hall, autobiographischer Roman, 1913 (dt. Komödianten. Meine Gefährten und ich, übersetzt von Erna Redtenbacher, Zsolnay, Berlin–Wien–Leipzig 1931[4], später als Wir Komödianten vom Variété. Meine Gefährten und ich, ebd., 1952)
  • La Paix chez les bêtes, Roman, 1916 (dt. Friede bei den Tieren, übersetzt von Erna Redtenbacher und Helene M. Reiff, Zsolnay, Berlin–Wien–Leipzig 1931[4])
  • Mitsou ou Comment l'esprit vient aux filles, Roman, 1919 (dt. Mitsou, übersetzt von Erna Redtenbacher, Zsolnay, Berlin–Wien–Leipzig 1927[4]; neu übersetzt von Alexandra Auer, Fischer-Taschenbuch-Verlag, Frankfurt am Main 2000)
  • Chéri, Roman, 1920 (dt. Chéri, übersetzt von Hans Jacob, C. Weller & Co., Leipzig 1927; neu übersetzt von Roseli und Saskia Bontjes van Beek, Zsolnay, Wien 1997)
  • La Maison de Claudine (1922; dt. zunächst als Mein Elternhaus, übersetzt von Erna Redtenbacher, Zsolnay, Berlin–Wien–Leipzig 1929[4], später unter dem weniger gelungenen Titel Claudines Mädchenjahre, Zsolnay, Wien, 1960)
  • Le Blé en herbe, Roman, 1923 (dt. zunächst als Phil und Vinca, übersetzt von Lissy Radermacher, G. Kiepenheuer, Potsdam 1927; später als Erwachende Herzen, übersetzt von Stefanie Neumann, Zsolnay, Wien 1952)
Titelblatt des Klavierauszugs von L’enfant et les sortilèges mit einer Illustration von André Hellé (1925)
  • L’enfant et les sortilèges, „fantaisie lyrique“ (Musik: Maurice Ravel. UA: 21. März 1925, Opéra de Monte-Carlo)
  • La Fin de Chéri, Roman, 1926 (dt. Chéri’s Ende, übersetzt von Hans Jacob, Paul Neff, Berlin–Leipzig 1927; neu übersetzt von Roseli und Saskia Bontjes van Beek, Zsolnay, Wien 1997)
  • La Naissance du jour, Roman, 1928 (dt. zunächst als Tagesanbruch, übersetzt von Erna Redtenbacher und Helene M. Reiff, Zsolnay, Berlin–Wien–Leipzig 1928[4]; später als Die Freuden des Lebens, Zsolnay, Wien 1961)
  • La Seconde, Roman, 1929 (dt. Die Andere, übersetzt von Erna Redtenbacher, Zsolnay, Berlin–Wien–Leipzig 1930[4])
  • Sido, Roman, 1930 (dt. Sido, übersetzt von Doris Brehm, Zsolnay, Wien 1961; neu übersetzt von Uli Aumüller, Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1982)
  • Le Pur et l'Impur (zunächst erschienen als Ces plaisirs…), 1932 (dt. Diese Freuden, übersetzt von Maria Dessauer, Suhrkamp, Frankfurt am Main 1983, ISBN 3-518-01717-9)
  • La Chatte, Roman, 1933, (dt. zunächst als Die Katze, übersetzt von Elisabeth Seeger, mit Zeichnungen von Grete Mikeska-Schmied, Zeitbild-Verlag / Volckmar, Leipzig–Wien 1936; später als Eifersucht, übersetzt von Emi Ehm, Zsolnay, Wien 1959; unter demselben Titel neu übersetzt von Elisabeth Roth, erschienen bei Zsolnay, Wien, und Deutsche Buchgemeinschaft, Berlin 1986)
  • Duo, Roman, 1934 (dt. Duett, übersetzt von Gertrud von Helmstatt und Gisela Bonn, Weller, Konstanz 1948; neu übersetzt von Lida Winiewicz, Zsolnay, Wien 1959)
  • Le Toutounier, Roman (Fortsetzung von Duo), 1939
  • Chambre d'hôtel und La Lune de pluie, zwei Novellen, 1941
  • Julie de Carneilhan, Roman, 1941 (dt. Julie de Carneilhan, übersetzt von Ursula Seyffarth, Drei-Säulen-Verlag, Bad Wörishofen 1951; dieselbe Übersetzung erschien dann als Die erste Madame d'Espivant, Zsolnay, Wien 1960)
  • Journal à rebours, 1941
  • De ma fenêtre, Autobiographie, 1942 (auch als Paris, de ma fenêtre, 1944; dt. Paris durch mein Fenster, übersetzt von Gritta Baerlocher, mit Illustrationen von J.-M. Moll, Pan-Verlag, Zürich 1946)
  • Le Képi, Roman, 1943
  • Nudité, mit zwanzig Zeichnungen von Carlègle, 1943
  • Gigi, Roman, 1944 (dt. Gigi, übersetzt von Stefanie Neumann, Zsolnay, Wien 1953)
  • Trois… six… neuf, 1944 (dt. Drei… sechs… neun, übersetzt von Noa Elisabeth Kiepenheuer, Kiepenheuer, Weimar 1950)
  • L’Étoile Vesper, Roman, 1947
  • Le Fanal bleu, Roman, 1949
  • Paradis terrestre, Roman, 1953

Postum erschienen:

  • Belles Saisons. Flammarion, Paris 1955
  • Paysages et Portraits. Flammarion, Paris 1958
  • Histoires pour Bel-Gazou, Novellen (mit Illustrationen Alain Millerand). Hachette, Paris 1992
  • Claude Pichois (Hrsg.): Œuvres. Drei Bände, Gallimard (Bibliothèque de la Pléiade), Paris 2003 f., ISBN 2-07-011079-6.

Verfilmungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1915: Minne, Stummfilm – Regie: André Hugon
  • 1918: La Vagabonda, italienischer Stummfilm
  • 1948: Gigi – Regie: Jacqueline Audry
  • 1950: Minne, l’ingénue libertine (dt. Die naive Sünderin) – Regie: Jacqueline Audry
  • 1950: Chéri – Regie: Pierre Billon
  • 1954: Le Blé en herbe (dt. Erwachende Herzen) – Regie: Claude Autant-Lara
  • 1956: Mitsou (dt. Mitsou und die Männer) – Regie: Jacqueline Audry
  • 1958: Gigi, US-amerikanischer Musicalfilm – Regie: Vincente Minnelli
  • 1977: Claudine à l’école (dt. Claudine in der Schule) – Regie: Édouard Molinaro
  • 1977: Claudine s’en va (dt. Claudine geht) – Regie: Edouard Molinaro
  • 1977: Claudine en menage (dt. Claudines Eheleben) – Regie: Edouard Molinaro
  • 1977: Claudine à Paris (dt. Claudine in Paris) – Regie: Edouard Molinaro
  • 1989: Le Blé en herbe (dt. Erwachende Herzen) – Regie: Serge Meynard
  • 1991: Bella Vista – Regie: Alfredo Arias
  • 2003: Colette (Filmbiografie) - Regie: Nadine Trintignant
  • 2009: Chéri (dt. Chéri. Eine Komödie der Eitelkeiten) – Regie: Stephen Frears

Hörbücher (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Yvonne Mitchell: Colette. Eine Biographie (= Colette: A taste for life, 1975). Aus dem Englischen von Hanna Lux, Wunderlich, Tübingen 1977.
  • Renate Baader, Dietmar Fricke (Hgg.): Die französische Autorin. Vom Mittelalter bis zur Gegenwart, Athenaion, Wiesbaden 1979.
  • Joanna Richardson: Colette. Leidenschaft und Sensibilität. Aus dem Englischen (1983) von Renate Zeschitz, Heyne (Biographie 125), München 1985.
  • Eva Martin Sartori; Dorothy Wynne Zimmerman: French Women Writers: A Bio-Bibliographical Source Book, Greenwood, New York 1991.
  • Herbert Lottman: Colette. Eine Biographie, Aus dem Französischen (1990) von Roselie und Saskia Bontjes van Beek, Zsolnay, Wien 1991.
  • Judith Thurman: Colette. Roman ihres Lebens (= Secrets of the Flesh: A Life of Colette, 1999). Aus dem Englischen von Brigitte Flickinger, Berlin Verlag, Berlin 2001.
  • Sylvain Bonmariage: Willy, Colette et moi, mit einem Vorwort von Jean-Pierre Thiollet. Anagramme, Paris, 2004 (reprint), ISBN 2-914571-60-7.
  • Ralf Nestmeyer: Französische Dichter und ihre Häuser. Insel Verlag, Frankfurt am Main 2005, ISBN 3-458-34793-3.
  • Ursula Link-Heer et al. (Hgg.): Literarische Gendertheorie. Eros und Gesellschaft bei Proust und Colette. Transcript, Bielefeld 2006, ISBN 978-3-89942-557-4.
  • Hiltrud Gnüg: „Colettes Claudine à l’Ecole / Claudine erwacht. Ein pikanter Schulmädchenreport aus bösem Mädchenblickwinkel“. In: rebellisch verzweifelt infam. Das böse Mädchen als ästhetische Figur, hg. von Renate Möhrmann unter Mitarbeit von Nadja Urbani. Aisthesis, Bielefeld 2012, ISBN 978-3-89528-875-3, S. 199–216 (Inhaltsverzeichnis als pdf).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Colette – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ralf Nestmeyer: Stille Tage in Saint-Sauveur-en-Puisaye. Colette, das Mädchen aus der Provinz. In: Ders.: Französische Dichter und ihre Häuser. Insel-Verlag, Frankfurt am Main 2005, ISBN 3-458-34793-3, S. 149–164.
  2. Suzanne Rodriguez: Wild Heart: A Life: Natalie Clifford Barney and the Decadence of Literary Paris. HarperCollins, New York 2002, ISBN 0-06-093780-7, S. 131 (englisch).
  3. Shari Benstock: Women of the Left Bank: Paris, 1900–1940. University of Texas Press, Texas 1986, ISBN 0-292-79040-6, S. 48–49 (englisch).
  4. a b c d e f g h i Murray G. Hall: Der Paul Zsolnay Verlag. Von der Gründung bis zur Rückkehr aus dem Exil. Niemeyer, Tübingen 1994, S. 67 f. (Google Books).
  5. Der Titel spielt auf die französische Wendung couper le blé en herbe „Getreide mähen, ehe es reif ist“ an
  6. „Das menschlichste Herz der modernen französischen Literatur“. Die Schriftstellerin und Sängerin Sidonie-Gabrielle Colette starb am 3. August 1954, von Ariane Thomalla (Memento vom 8. Februar 2005 im Internet Archive)
  7. Ursula Link-Heer: Ein verliebtes Frauenpaar. „Ancien Régime“ – Colette und das Rätsel der Ladies of Llangollen, in: Literarische Gendertheorie. Eros und Gesellschaft bei Proust und Colette, herausgegeben von Ursula Link-Heer, Ursula Hennigfeld und Fernand Hörner. Transcript, Bielefeld 2006, ISBN 978-3-89942-557-4, S. 215–236 (Inhaltsverzeichnis als pdf).