Bördebahn

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Düren–Euskirchen
VT 95 als Bördeexpress zwischen Zülpich und Nemmenich
VT 95 als Bördeexpress zwischen Zülpich und Nemmenich
Strecke der Bördebahn
Streckennummer (DB): 2585
Kursbuchstrecke (DB): 12474
Streckenlänge: 30,2 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Streckenklasse: CE
Maximale Neigung: 12,5 
Minimaler Radius: 500 m
Höchstgeschwindigkeit: 50 km/h
Betriebsstellen und Strecken[1][2]
Strecke – geradeaus
Hauptstrecke von Aachen
Abzweig – in Gegenrichtung: nach links
Rurtalbahn von Heimbach
   
0,0 Düren
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach links
Strecke nach Jülich
   
ehem. Strecke nach Neuss
   
ehem. Strecke zum DKB-Übergabebahnhof
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach links
Schnellfahrstrecke nach Köln
   
Verbindungskurve von Neuss[3]
Blockstelle, Awanst, Anst etc.
1,9 Brückenstraße (Anst)
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ehem. Strecke vom DKB-Übergabebahnhof
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ehem. Strecke von Nörvenich, Ringbahn
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Distelrath (Bw der Rurtalbahn)
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ehem. zum DKB-Stadtnetz
Haltepunkt, Haltestelle
4,8 Binsfeld (Bedarfshalt)
Haltepunkt, Haltestelle
7,6 Bubenheim (ehem. Bf, Bedarfshalt)
Haltepunkt, Haltestelle
9,1 Jakobwüllesheim (Bedarfshalt)
Haltepunkt, Haltestelle
13,0 Vettweiß (ehem. Bf)
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ehem. Dürener Kreisbahn von Nörvenich
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19,5 Zülpich
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ehem. Dürener Kreisbahn nach Embken
   
ehem. Euskirchener Kreisbahnen (Meterspur)
Haltepunkt, Haltestelle
21,3 Nemmenich (bis 2012, seit 2013)
   
23,9 Dürscheven (zuletzt Anst)
Straßenbrücke
A 1
   
27,3 Elsig (Abzw)
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Beginn neue Trasse seit 1960
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ehem. Verbindungsstrecke zur Eifelstrecke
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28,5 Euskirchen Ingridhütte (Awanst)
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Eifelstrecke von Trier
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Ende neue Trasse seit 1960
Bahnhof, Station
29,8 Euskirchen
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach links
Eifelstrecke nach Köln
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach links
Voreifelbahn nach Bonn
Strecke – geradeaus
Erfttalbahn nach Bad Münstereifel

Die Bördebahn ist eine eingleisige (früher zweigleisige), nicht elektrifizierte Nebenbahn (früher Hauptbahn) im Rheinland, die von Düren über Zülpich nach Euskirchen führt. Der Name leitet sich von der Zülpicher Börde ab. Sie besitzt heute vor allem Bedeutung für den Güterverkehr. Jedes Wochenende verkehrt die Eifel-Bördebahn (RB 28). Ab 2018 soll die Linie auch unter der Woche, ab 2020 stündlich fahren.[4]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Rheinische Eisenbahn-Gesellschaft erhielt am 5. März 1856 die Konzession für Bau und Betrieb der Vollbahnstrecke Düren – Schleiden. Diese Strecke wurde von der Hüttenindustrie in der Eifel gefordert, um Erze absetzen und Steinkohle aus dem Inderevier und Wurmrevier heranschaffen zu können. Am 6. Oktober 1864 wurde die Bördebahn Düren – Euskirchen eingeweiht. Die Dampflokomotive Roer zog sieben Personenwagen von Euskirchen nach Düren.

1871 wurde der Abschnitt der Eifelstrecke von Euskirchen nach Kall eröffnet. Die weiter gebaute Eifelstrecke verlief dann aber am ursprünglich anvisierten Schleiden vorbei. 1875 wurde der Streckenabschnitt Kalscheuren – Euskirchen fertig gestellt. 1880 folgte die Inbetriebnahme der Strecke Euskirchen – Bonn parallel zur Verstaatlichung der Rheinischen Eisenbahn-Gesellschaft durch das Königreich Preußen.

Das damalige Verkehrsaufkommen spiegelt sich in der Zahl der im Jahr 1905 verkauften Fahrkarten wider:

  • Bubenheim 21.226 Karten,
  • Vettweiß 37.883 Karten,
  • Zülpich 60.532 Karten und
  • Dürscheven 22.170 Karten.

Im Rahmen des Aufmarschplans West wurde bis 1913 auch die Bördebahn für die Ausladung der Truppe ertüchtigt. So wurde u. a. der Bahnhof Vettweiß auf acht Gleise erweitert und auch hier eine Laderampe zum Ausladen der Trainkolonnen und des schweren Gerätes gebaut. Für die Ausladung der fechtenden Truppe auf freier Strecke wurden die Ausladestellen mit Makadamstraßen an das Straßennetz angeschlossen. Beim Aufmarsch für den Vorstoß durch Belgien wurde das X. Reservekorps Mitte August 1914 im Raum Vettweiß - Zülpich ausgeladen.[5]

In den 1920er-Jahren baute die französische Besatzung die Strecke zweigleisig aus, 1955 begann der Rückbau: Zwischen Bubenheim und Dürscheven wurde das zweite Gleis wieder entfernt. Damals verkehrten täglich nur noch je 18 Züge pro Richtung. 1964 kam die Idee auf, die Verbindung Düren – Euskirchen – Bonn zu elektrifizieren, um eine elektrisch befahrbare Umgehung des Großknotens Köln zu erhalten, dies wurde jedoch nie verwirklicht.

Niedergang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aus betriebswirtschaftlichen Gründen wurde die Verbindung Düren – Bonn Hbf zum 27. Mai 1979 in die Linien Düren – Euskirchen und Euskirchen – Bonn Hbf geteilt. Gleichzeitig wurde die Strecke Düren – Euskirchen in eine Nebenbahn umgewandelt und der Zugleitbetrieb eingeführt. Der fahrplanmäßige Reisezugverkehr der Deutschen Bundesbahn wurde am 27. Mai 1983 mit dem Nahverkehrszug 7844 Euskirchen – Düren eingestellt. Erstmals seit Jahren rollte am 6. Juli 1997 wieder ein Sonderreisezug von Düren nach Euskirchen. Doch 1998 wurde der Abschnitt Distelrath–Zülpich stillgelegt.[6]

Übernahme durch die Dürener Kreisbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 19. Dezember 2002 kaufte die Dürener Kreisbahn von der Deutschen Bahn die 310.000 m² große Gleisanlage von Düren bis Zülpich zum Preis von rund 860.000 Euro.

Die Rurtalbahn GmbH ist seit ihrer Gründung 2003 der Betreiber des Streckenabschnittes zwischen Düren und dem Industriegleisanschluss der Firma Smurfit Kappa Zülpich Papier im Bahnhof Zülpich. Mehrmals wöchentlich werden von Düren aus Kokszüge zur Firma Kappa gefahren.

Vorübergehend fand in der Folge Personenverkehr an Sonn- und Feiertagen in den Sommermonaten bis einschließlich Oktober statt. Es bestand hierbei eine Verbindung zwischen Düren und Euskirchen im Drei-Stunden-Takt mit modernen RegioSprintern der Rurtalbahn; geplant waren auch Fahrten in historischen Triebwagen. Zielsetzung der Sonntagsfahrten war nicht der Betrieb einer Museumsbahn, sondern die Reaktivierung für den SPNV. Diese Fahrten waren Sonderfahrten der IG Rurtalbahn und nicht in den AVV- oder VRS-Tarif eingegliedert, sie waren jedoch der Grundstein der heutigen Eifel-Bördebahn.

Der Streckenabschnitt Zülpich – Euskirchen stand weiterhin zum Verkauf, wurde aber bisher nicht verkauft und befindet sich weiterhin im Besitz von DB Netz. Die Streckenstilllegung steht nicht mehr zur Disposition, weil der Entlastungscharakter der Voreifelbahn und Bördebahn im Güterverkehr für die Strecke Bonn – Köln – Aachen erkannt und ein Trassensicherungsvertrag geschlossen wurde.

Reaktivierungsbemühungen – Der Bördeexpress[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Logo Bördeexpress
Bördeexpress im Bahnhof Zülpich (2007)
Zusätzliche Züge zur Landesgartenschau Zülpich 2014

Im September 2006 erlebte die Strecke eine kurze Belebung. Mit einem Schulsonderzug ab Zülpich, der mit einer Fahrt über Düren bereitgestellt wurde, erfolgte ein Transport von annähernd 1.000 Personen mit einem Zug von beachtlicher Länge. Von Gleis 2 des Bahnhofs Zülpich startete das ortsansässige Gymnasium zu einer Sonderfahrt Zülpich – St. Goar und zurück. Gezogen wurde der Zug von Diesellokomotiven der Baureihe 218 in Doppeltraktion.

Im Jahr 2007 fanden nach erneuter Stilllegungsankündigung der DB Netz für den Streckenabschnitt Zülpich – Euskirchen wieder Sonderfahrten auf der Gesamtstrecke statt. Der Arbeitskreis Bördebahn-IG Rurtalbahn konnte wie geplant alle touristischen Sonderfahrten durchführen. Erstmals seit über 20 Jahren verkehrte am 3. Oktober 2007 wieder ein durchgehender Zug der Relation Düren – Zülpich – Euskirchen – Bonn Hbf und zurück, der zwischen Euskirchen und Bonn Hbf als Durchlaufzug ohne Zwischenhalte verkehrte. Am 1. und 15. Dezember 2007 wurde die durchgehende Verbindung Euskirchen – Zülpich – Düren – Aachen Hbf angeboten.

Im Dezember 2007 erhielt die Gesamtstrecke die neue Kursbuchnummer 12474. Nach 2007 erfolgte der Eintrag im Kursbuch und die Wiedereinzeichnung der Strecke in der Streckenkarte zum Kursbuch. Im Juni 2008 gründete sich der Trägerverein Bürgerbahn. Mithilfe der Anliegerkommunen, des Landes NRW, der Verkehrsbetriebe und der ehrenamtlichen Helfer erfolgt der Fahrbetrieb des Bördeexpress nach den Prinzipien eines Bürgerbusses (Bürgerbahn).

Für den 30. und 31. August 2008 konnte der Arbeitskreis Bördebahn-IG Rurtalbahn e. V. zusammen mit der Stadt Zülpich als Besteller eine Reaktivierung der Bahnstrecke für zwei Tage erreichen. An beiden Tagen fuhren Züge im Stundentakt nach Euskirchen und im Zwei-Stunden-Takt nach Düren – sonntags zweimal als Eilzug bis Aachen Hauptbahnhof. Im Rahmen der EuRegionale 2008 wurde so ein Vorzeigebetrieb für eine mögliche Reaktivierung zur Landesgartenschau 2014 ermöglicht.

Im Jahr 2010 verkehrten die Triebwagen des Bördeexpress (Typ RegioSprinter) alle 14 Tage, an Sonntagen im 4-Stunden-Takt zwischen Düren und Euskirchen. Seit dem Fahrplanjahr 2011 wird an jedem Sonntag in den Sommersaison (Mai bis Oktober) gefahren, weiterhin im 4-Stunden-Takt.[7] Diese Fahrten können auch mit Tickets des AVV und des VRS genutzt werden. Fahrräder und Hunde werden kostenlos befördert.[8] Seit Dezember 2011 ist der Bördeexpress daher auch im VRS-Schienennetzplan aufgeführt.

Ein Gutachten aus dem Jahr 2011 kam zu dem Ergebnis, dass bei einem stündlichen Nahverkehrsangebot mit zwei Dieseltriebzügen und einer Herrichtung der Infrastruktur etwa 5.000 Fahrgäste täglich auf der Linie zu erwarten wären. 75 % der zu erwartenden Fahrgäste nutzen dabei bereits das bestehende Busangebot. Die einmaligen Investitionskosten für die Ertüchtigung der Infrastruktur werden auf knapp 19 Millionen Euro geschätzt. Die jährlichen Betriebskosten werden auf 4,3 Millionen Euro geschätzt, wovon fast 40 % aus den Fahrgelderlösen gedeckt würden. Trotz der hohen zu erwartenden Nachfragezahlen sieht der NVR derzeit keinen finanziellen Spielraum, um die jährlichen Betriebskosten tragen zu können.[9]

Der Haltepunkt Nemmenich wurde durch die DB Netz AG im Mai 2012 stillgelegt und konnte danach nicht mehr vom Bördeexpress bedient werden. Dieser Haltepunkt wurde durch die Bürgervereine technisch erneuert und unter Betriebsführung der Stadt Zülpich im Juli 2013 wiedereröffnet.

Zur Landesgartenschau 2014 verkehrte der Eifel-BördeExpress zwischen Zülpich und Euskirchen an allen Sonn- und Feiertagen im Veranstaltungszeitraum vom 16. April bis 12. Oktober im Stundentakt.[10] Das gegenüber den Vorjahren erweiterte Fahrplanangebot wurde von über 10.000 Fahrgästen genutzt.[11]

Betrieb ab 2015[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bördeexpress verkehrt seit Ostern 2015 bis zum Jahresende im Dreistundentakt zwischen Euskirchen und Düren. Die Fahrzeit beträgt etwa eine Stunde.[12] Anerkannt werden NRW-, VRS- und Euregiotickets, sowie für den Abschnitt Düren – Vettweiß AVV-Tickets. Fahrräder werden kostenlos befördert. Zum Einsatz kommen RegioSprinter in einer reinen 2.-Klasse-Konfiguration. Bis 2015 gab es auch noch einen eigenen Haustarif.

Die Betreiber bemerken, dass die Strecke auch sehr stark von regulären Fahrgästen in Anspruch genommen werden. Dadurch, dass die Fahrten in die Fahrplanauskunft der Deutschen Bahn integriert und mit regulären Tickets nutzbar sind, können z. B. Reisende aus Aachen in die Eifel den teureren Umweg über den stark ausgelasteten Knoten Köln vermeiden. Dass die Verbindung trotz der momentan noch sehr langen Fahrzeit auf dieser Relation die schnellste ist, belegt die netzverbindende Wirkung.[13]

Betrieb ab 2016[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 13. Dezember 2015 wird die Linie als RB28 „Eifel-Bördebahn“ bezeichnet und ist ein offizieller, durch den Zweckverband Nahverkehr Rheinland bestellter Verkehr. Dieser weicht als erster großer Schritt zur Reaktivierung vom ursprünglichen mehr touristischen Konzept der Bürgervereine ab und wird als Startbetrieb bezeichnet. [14]

Linie Linienverlauf Takt
RB 28 Eifel-Bördebahn:
Euskirchen – Nemmenich – Zülpich – Vettweiß – Jakobwüllesheim – Bubenheim – Binsfeld – Düren
Stand: Fahrplanwechsel Dezember 2015
180 min
nur an Wochenenden und Feiertagen

Ein Regiosprinter der Rurtalbahn pendelt ganzjährig an Wochenenden und Feiertagen viermal auf der Strecke. Fahrkarten des VRS-Tarifs, des AVV-Tarifs sowie Tickets des NRW-Tarifs werden anerkannt.

Zukunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits im Startbetrieb sind Mittel für die Ertüchtigung der Bahnübergänge, erneuernder Gleisbau und die Ertüchtigung der Haltepunkte entlang der Strecke in Höhe von 4,9 Millionen Euro durch den NVR zugesagt.

Nach dem Startbetrieb soll zum Fahrplanwechsel im Dezember 2018 der Vorlaufbetrieb beginnen, der zusätzlich an Werktagen drei Fahrten pro Richtung vorsieht. In dieser Phase sollen die bestehenden Buslinien besser mit der Bahn verzahnt werden und die momentan parallel zur Bördebahn verkehrenden Linien 98 und SB98 teilweise auf die Bahn verlagert werden. Durch Ausbaumaßnahmen soll die Fahrzeit von derzeit ca. einer Stunde im Endausbau auf ca. 35 Minuten reduziert werden.

Letzte Stufe ist der Vollausbau ab frühestens 2020. In dieser soll ein durchgehender Stundentakt, sowie weitere Haltepunkte u.a. in Euskirchen-Elsig umfassen.[15][16]

Streckenbeschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Strecke verläuft durch flaches, dünn besiedeltes und landwirtschaftlich geprägtes Land der Jülich-Zülpicher Börde. Nennenswerte Kunstbauten sind daher nicht vorhanden. Empfangsgebäude gibt es in den (ehemaligen) Unterwegshalten Bubenheim, Vettweiß, Zülpich, Dürscheven und Euskirchen.

Bahnhof Düren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhof Düren, Ausgangspunkt der Strecke
Hauptartikel: Bahnhof Düren

Über diese Bahnstrecke ist Düren mit seinem Inselbahnhof seit dem 6. September 1841 an das Eisenbahnnetz angeschlossen. Seitdem ist der Dürener Bahnhof Ausgangspunkt für sieben Bahnstrecken: Hier bestehen Anschlüsse zu den Strecken in Richtung Aachen und Köln, sowie zur Rurtalbahn (RB 21) zwischen dem Dürener Bahnhof und Linnich beziehungsweise Heimbach. Ferner wird die Bördebahn in Richtung Euskirchen regelmäßig im Personenverkehr am Wochenende befahren und im Güterverkehr bis Zülpich. Vom benachbarten Abzweig am Bahnhof Düren verläuft die Zufahrt zur Werkstatt der Rurtalbahn in Distelrath.

Auf der Nordseite des Bahnhofes stehen der Rurtalbahn einige Gütergleise zur Verfügung. Von dieser wird der gesamte Güterverkehr im Dürener Bahnhof abgewickelt. Der Inselbahnhof Düren ist der Streckenbeginn der Bördebahn. Bis zur Betriebseinstellung der Bördebahn 1983 fuhr der Zug immer von Gleis 17 ab.

Distelrath[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnübergang Brückenstraße der Bördebahn mit Posten 1, im Vordergrund das Gleis der ehemaligen Strecke von Düren nach Distelrath
Hauptartikel: Bahnhof Distelrath

In Distelrath lag bei der Streckenkilometer 1,8 die Blockstelle Posten 1. Zwischenzeitlich wurde diese als Versammlungsort der IG Rurtalbahn benutzt, bis 2007 das Stellwerk in Zülpich bezogen wurde. Distelrath selbst hatte nie einen eigenen Haltepunkt, soll aber im Fall einer Reaktivierung der Strecke im Schienenpersonennahverkehr (SPNV) einen Haltepunkt erhalten.

Das 1908 gegründete Verkehrsunternehmen Dürener Kreisbahn hat seit seiner Gründung den Betriebssitz (früher für die Straßenbahn, heute für die Busse und Eisenbahnfahrzeuge) in Distelrath. Das Unternehmen liegt an der Kölner Landstraße und ist gleistechnisch vom Bahnhof Düren über die Ausfädelung der Bördebahn erreichbar. Auf dem Gelände liegt auch der Betriebshof für die 17 Regiosprinter und die im Güterverkehr eingesetzten Diesellokomotiven namens Sally, Josy und Chantal, sowie weitere Loktypen.

Binsfeld[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bördebahn verläuft am Ortsrand von Binsfeld. Seit dem 30. Juli 2006 hat Binsfeld zum ersten Mal in seiner Geschichte einen Haltepunkt an der Bahnlinie. Er liegt am Streckenkilometer 5,3 und ist derzeit nur ein Provisorium aus Schotter.

Bubenheim[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehemaliges Empfangsgebäude in Bubenheim

Der Bahnhof Bubenheim wurde 1880 an der Bördebahn am Streckenkilometer 7,6 eingerichtet. In den 1970er Jahren wurden die Panzer aus der Panzerkaserne in Düren (heute Automeile) hier über transportable Rampen auf Eisenbahnwaggons verladen und zu Manövern etc. gebracht. Dadurch wurden die Fahrten durch die Innenstadt zur betonierten Verladerampe am Bahnhof Düren überflüssig. Man vermied so große Verkehrsbehinderungen durch die Panzerkolonnen. Das Bahnhofsgebäude wird seit 1982 nicht mehr benutzt.

1988 wurde das zweite Streckengleis zwischen Düren und Bubenheim zurückgebaut und ebenso das zweite Gleis im Bahnhof Bubenheim demontiert. Bis vor wenigen Jahren war das Obergeschoss im Empfangsgebäude noch als Wohnung vermietet, heute ist das Gebäude im Besitz der Buir-Bliesheimer Agrargenossenschaft. Neben dem Bahnhof liegt der heutige Haltepunkt Bubenheimer Spieleland. Seit 2010 halten hier an jedem Sonntag im Sommer wieder Personenzüge der Bördebahn. Das Bahnhofsgebäude wurde 2014 abgerissen.

Jakobwüllesheim[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort Jakobwüllesheim hat seit 1955 einen Haltepunkt (km 9,06) an der im Tourismusverkehr betriebenen Bördebahn. Er liegt etwas außerhalb der Ortschaft. Dieser Haltepunkt hatte einige hundert Meter weiter in Richtung Vettweiß den Posten 6. Er diente zur Sicherung des dortigen beschrankten Bahnübergangs durch anwesendes Personal. Der Haltepunkt wurde 2013 im Zusammenhang mit dem Haltepunkt Nemmenich wieder instandgesetzt.

Vettweiß[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bördeexpress im Haltepunkt Vettweiß

Von Nord nach Süd durchquert die Bördebahn die Gemeinde Vettweiß. Der Haltepunkt liegt am Streckenkilometer 12,96 und wurde 1864 zusammen mit der Streckeneröffnung in Betrieb genommen. Im nördlichen Bereich des Bahnhofs gibt es noch eine Rübenladerampe, das einzige Relikt früheren Güterverkehrs. Das zugehörige Ladegleis wurde entfernt. Das Empfangsgebäude wurde verkauft, renoviert und wird privat genutzt. Im Garten des Gebäudes liegt noch ein Stück Gleis.

Zülpich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Bahnhof Zülpich

Der Bahnhof Zülpich wurde 1864 von der Rheinischen-Eisenbahn-Gesellschaft errichtet und hatte neben dem Bahnhof für die Bördebahn auch ab 1908 Anschlüsse der Dürener und Euskirchener Kreisbahnen, denn dort befand sich zwischen 1908 und 1962 der Übergabebahnhof. 1959 stellte die EKB ihren Betrieb in Zülpich ein, 1963 folgte die DKB. Der Personenverkehr wurde zum 27. Mai 1983 mit der Stilllegung der Bördebahn eingestellt.

Von 1996 bis 2002 wurde der Betrieb ausschließlich durch die Bahn AG durchgeführt, danach betrieb die Bergisch-Märkische Eisenbahn-Gesellschaft (EBM) bis 2006 den Güterverkehr von Zülpich bis Euskirchen. Zusätzlich wird seit 2003 die Papierfabrik Smurfit Kappa Zülpich von der Rurtalbahn GmbH mit Braunkohle beliefert. Dieser Auftrag zur Kohlebelieferung bringt einen Jahresumfang von 38.000 Tonnen Braunkohle auf die Gleise zwischen Düren und Zülpich. Für den Betrieb der Firma Kappa mussten deshalb neue Weichenverbindungen angelegt werden.

Nach der Einstellung des Personenverkehrs wurde es auch im Bahnhof Zülpich ruhig. Das Bahnhofsgebäude ist neben dem vermieteten Lagerschuppen noch erhalten. Das Stellwerk Zf wurde renoviert und wird seit 2007 von der IG Rurtalbahn genutzt. Es halten seit 2006 wieder am Wochenende Züge der Bürgerbahn vom Bördeexpress am Bahnhof Zülpich, an dem zwischenzeitlich der Bahnsteig erneuert wurde.

Nemmenich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Haltepunkt Nemmenich wurde 1955 bei km 21,26 direkt am westlichen Ortsrand von Nemmenich gebaut und liegt am kleinen Weg Heerfahrt. Bei der Errichtung der 90 Meter langen Bahnsteigkante wurden Holzschwellen und Schienen verwendet, zudem befand sich hier anfangs ein Wartehäuschen.

Der Haltepunkt Nemmenich wurde im Mai 2012 überraschend durch DB Station&Service stillgelegt. Auch der Bördeexpress durfte nicht mehr halten. Hintergrund war eine Wirtschaftlichkeitsanalyse und der schlechte bauliche Zustand des Haltepunkts. Daraufhin übernahm die Stadt Zülpich den Haltepunkt und ermöglichte eine Wiederherrichtung, die auch durch die Bürgervereine pro Bördebahn angestrengt wurde. Der bestehende Bahnsteig wurde abgerissen und durch eine Neukonstruktion aus Beton ersetzt und zwei Laternen und Außenlautsprecher installiert. Der Haltepunkt konnte am 20. Juli 2013 wiedereröffnet werden und stand für die Verkehre zur Landesgartenschau zur Verfügung.[17]

Unmittelbar am Bahnsteig von Nemmenich befindet sich der Schrankenposten 12, ein kleines Gebäude aus Ziegelstein, welches noch heute im Rahmen des Bördeexpress genutzt wird.[17]

Dürscheven[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Stilllegung der Bahnstrecke im Jahr 1983 hatte Dürscheven einen eigenen Bahnhof, dieser wurde 1880 am Streckenkilometer 23,873 gebaut. Das renovierte Empfangsgebäude des Bahnhofs Dürscheven befindet sich in Privatbesitz und hat noch das Bahnhofsschild. Aufgrund des Privatbesitzes wird der Haltepunkt vom Bördeexpress derzeit nicht angefahren. Bei einer Reaktivierung der Bördebahn für den Personenverkehr muss ein neuer Haltepunkt gebaut werden. Am ehemaligen Bahnhof ist noch der frühere zweigleisige Ausbau der Bördebahn zu erkennen, eine Brücke hat bis heute einen Gleisrest des zweiten Gleises. Im Bereich des Bahnhofs gab es zudem einen Anschluss zum gegenüber dem Bahnhof gelegenen Landhandel, welcher allerdings nicht mehr genutzt wird. Die Abzweigweiche und die zugewachsenen Gleisreste sind heute noch vorhanden.

Elsig[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort Elsig hatte nie einen Haltepunkt, obwohl die Strecke direkt durch den Ort läuft. Bei Streckenkilometer 27,27 gab es ein Schrankenwärterhäuschen für einen Bahnübergang. Elsig hatte früher die Funktion einer Abzweigstelle, weil dort eine Verbindungsstrecke zur Eifelstrecke nach Trier abzweigte. Die Strecke zwischen Elsig und der Abzweigstelle Euenheim an der Eifelstrecke existierte 1923–1924 und 1942–1949, wobei sie bereits 1945 stillgelegt wurde. Sie wurde ausschließlich im Güterverkehr genutzt.

1960 wurde der Streckenverlauf zwischen Elsig und Euskirchen geändert. Die Strecke folgte ein Stück dem früheren Verlauf der Verbindungskurve in südliche Richtung, um dann über die Ingridhütte, die an einer Ausweichanschlussstelle einen Gleisanschluss erhielt, auf die Eifelstrecke einzuschwenken. Diese Abzweigung befindet sich bei km 28,7, ist jedoch unbenutzt.

Bei einer Reaktivierung des Schienenpersonennahverkehrs auf der Bördebahn ist vorgesehen, in Elsig einen Haltepunkt einzurichten.

Euskirchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bördeexpress im Bahnhof Euskirchen
Hauptartikel: Bahnhof Euskirchen

Der Bahnhof Euskirchen ist der Endbahnhof der Bördebahn mit Streckenkilometer 29,816. Er wurde 1864 zusammen mit der Strecke in Betrieb genommen. Da die Eifelstrecke erst 1871 eröffnet wurde, war die Bördebahn zunächst die einzige Bahnverbindung in die Eifel, bei der Streckenfortführung in Richtung Mechernich musste stets in Euskirchen Kopf gemacht werden. Später fuhren die Züge der Bördebahn bis zur Stilllegung auf Gleis 47 ein, der Bördeexpress hält heute an Gleis 4.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bernd Franco Hoffmann: Stillgelegte Bahnstrecken im Rheinland. Sutton-Verlag, Erfurt 2014, ISBN 978-3-95400-396-9.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bördebahn – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

NRWbahnArchiv von André Joost:

weitere Belege:

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Eisenbahnatlas Deutschland. 9. Auflage. Schweers+Wall, Aachen 2014, ISBN 978-3-89494-145-1.
  2. Schienennetz-Benutzungsbedingungen der Rurtalbahn GmbH – Besonderer Teil (SNB-BT). Abgerufen am 24. August 2012 (PDF; 73 kB).
  3. Winand Perillieux, Hans J. Leven, Bernd Schwarz: Eisenbahnen in Euskirchen. Zwischen Eifel, Börde und Ville. Kenning Verlag, 1991, ISBN 3-927587-00-1.
  4. Ab Ende 2020 Stündlich von Euskirchen nach Düren – Bördebahn soll täglich fahren in Kölnische Rundschau
  5. Achim Konejung Das Rheinland und der Erste Weltkrieg., S. 34 ff, Regionalia Verlag 2013, 2. Auflage, ISBN 978-3-939722-90-8
  6. Martin Krauss: Entwicklung der Eisenbahninfrastruktur 1997/98. In: Bahn-Report. 2/1999, S. 4–7, hier: S. 6.
  7. BördeExpress Fahrplan. IG Rurtalbahn e. V., Bürgerbahn e. V., abgerufen am 7. November 2012.
  8. Tarifbestimmungen für den Eifel-BördeExpress. IG Rurtalbahn e. V., Bürgerbahn e. V., abgerufen am 7. November 2012: „Fahrscheine des Verkehrsverbundes Rhein-Sieg (VRS) sowie des Aachener Verkehrsverbundes (AVV) werden anerkannt.“
  9. Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven: @1@2Vorlage:Toter Link/sdnet.nvr.desdnet.nvr.de
  10. Der Eifel-BördeExpress. Abgerufen am 5. Mai 2014.
  11. Bördeexpress kommt gut an. Bürgerverein begrüßt den 100000. Fahrgast auf der Strecke. In: Aachener Zeitung. 26. September 2014, S. 20, abgerufen am 9. Januar 2015 (pdf).
  12. http://www.boerdeexpress.de/fahrplan.html boerdeexpress.de, Fahrplan 2015
  13. Sven Steinke: BördeExpress startet in neue Saison. In: Eisenbahnjournal Zughalt.de. 2. April 2015, abgerufen am 15. April 2015.
  14. SPNV-Jahresfahrplan 2016. In: NVR, 3. Sitzung Hauptausschuss. 26. November 2015, abgerufen am 25. November 2015 (pdf).
  15. Sebastian Petermann: Die Eifel-Bördebahn fährt im Startbetrieb - die Vollreaktivierung wird ab 2020 angestrebt. 30. November 2016, abgerufen am 2. Dezember 2016.
  16. Tom Steinicke: Ab Ende 2020 Stündlich von Euskirchen nach Düren – Bördebahn soll täglich fahren. In: Kölnische Rundschau. 1. Dezember 2016, abgerufen am 2. Dezember 2016.
  17. a b Arbeitskreis Eifelbahnen (Hrsg.): 150 Jahre Eifel-Bördebahn Düren–Zülpich–Euskirchen. Jubiläumsfestschrift, Bad Münstereifel 2014.