DB Regio AG, Region NRW

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DB Regio AG, Region NRW
DBRegioAG RegionNRW.svg
Basisinformationen
Unternehmenssitz Düsseldorf
Webpräsenz Website der DB Regio AG, Region NRW
Bezugsjahr 2013
Eigentümer DB Regio AG
Geschäftsführung
  • Andree Bach (Vorsitzender)
  • Dirk Schnurbus (Finanzen)
  • Joachim Künzel (Personal)
  • Silke Vandersee (Produktion)
Verkehrsverbund
Mitarbeiter ca. 3.840
Linien
Spurweite 1.435 mm
Eisenbahn 53
Statistik
Fahrgäste 1,0 Mio. täglich
Haltestellen 671
Einzugsgebiet 34,084 km²
Einwohner im
Einzugsgebiet
18,07 Mio.
Betriebseinrichtungen
Betriebshöfe Aachen, Dortmund, Düsseldorf, Essen, Hagen, Köln-Deutzerfeld, Köln-Nippes, Münster

Die DB Regio AG, Region NRW, ist ein Geschäftsbereich der DB Regio AG und erbringt als Eisenbahnverkehrsunternehmen Verkehrsleistungen im Schienenpersonennahverkehr.

Bis 2012 war er unter dem Namen DB Regio NRW eine eigenständige Tochtergesellschaft der DB Regio AG mit Sitz in Düsseldorf.

Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

NRW-Express, betrieben von DB Regio AG, Region NRW
Ein Triebwagen der Baureihe 420 der S-Bahn Köln als S12 im Bahnhof Köln Messe/Deutz (Mai 2016).

Die DB Regio AG, Region NRW erbringt im Auftrag der Zweckverbände Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR), Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) und Zweckverband Nahverkehr Rheinland (NVR) als Aufgabenträger des Schienenpersonennahverkehrs (SPNV) in NRW Eisenbahnverkehrsleistungen. Die operative Durchführung der Leistungen wurde 2010 Verkehrsbetrieben übertragen: „Rheinland“, „Express-Netz NRW“, „S-Bahn Rhein-Ruhr“ sowie „Westfälische Regionallinien“ sorgen seitdem für die Verkehrsdurchführung. Die Regionalleitung mit Sitz in Düsseldorf übernimmt die Funktion einer übergeordneten Führungs- und Serviceebene für die Region NRW.

DB Regio AG, Region NRW betreibt die Mehrzahl der SPNV-Linien in NRW. Während in Ostwestfalen, Südwestfalen und im Münsterland viele Ausschreibungen an private Bahngesellschaften verloren gingen, konnte sich DB Regio im Rheinland durch langjährige Verkehrsverträge mit den Aufgabenträgern, insbesondere dem Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) eine nach wie vor marktbeherrschende Stellung sichern.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Altes Logo von DB Regio NRW

Bis 2004 trat die DB Regio NRW nur als Holding für die eigenständigen Bahngesellschaften DB Regionalbahn Rheinland, DB Regionalbahn Rhein-Ruhr und DB Regionalbahn Westfalen auf. Nach deren Verschmelzung stellten diese Geschäftsbereiche innerhalb der DB Regio NRW dar.

Die DB Regio NRW bekam ab 2004 eine nach Ausschreibung verlorene Linie zurück. Die Volmetalbahn wurde ab 1999 von der Dortmund-Märkische Eisenbahn betrieben. Seit 2004 wird die Linie nach erneuter Ausschreibung wieder von DB Regio NRW betrieben.

Zum 1. April 2004 führte die DB Regio NRW ein völliges Rauchverbot in ihren Zügen ein.[1]

Rechtsstreit mit dem VRR[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Geschäftsjahr 2007 erzielte DB Regio NRW einen Gewinn von 85 Millionen Euro[2], obwohl der VRR wegen fortgesetzter Schlechtleistung Zahlungen in Millionenhöhe zurückhielt. Der Streit mit dem VRR führte am 12. Juni 2008 zur fristlosen Kündigung des Verkehrsvertrags des VRR mit DB Regio NRW.[3] Unmittelbarer Anlass war die vertraglich vereinbarte Präsenz von Sicherheitspersonal in den Zügen: Während DB Regio NRW angab, wie vereinbart 90 Prozent aller Züge nach 19 Uhr mit Sicherheitspersonal besetzt zu haben, ergaben mehrmonatige Stichproben des VRR eine Quote von 17 Prozent mit fallender Tendenz.

Der VRR kündigte an, die gegenwärtige von DB Regio NRW gefahrenen Zugleistungen schnellstmöglich auszuschreiben und die Verkehre bis dahin der DB Regio NRW durch einen Verwaltungsakt aufzuerlegen. Am 19. Dezember 2008 urteilte das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen, dass die Kündigung des Verkehrsvertrages durch den VRR unwirksam war.[4] Die DB Regio ihrerseits beantragte die Zwangsvollstreckung des in Frage stehenden Betrages von 112 Millionen Euro[5], wobei auf dem entsprechenden Sperrkonto des VRR jedoch 35 Millionen Euro fehlten. Die Fehlsumme müsste gegebenenfalls von den Trägern des VRR, nämlich Kreisen und kreisfreien Städten aufgebracht werden.[6]

Unter Vermittlung des damaligen Landesverkehrsministers Oliver Wittke (CDU) wurde eine Kompromisslösung ausgearbeitet. Diese wurde aber von Abellio erfolgreich angefochten. Sowohl die Vergabekammer der Bezirksregierung Münster als auch das Oberlandesgericht Düsseldorf halten diesen Vertrag für rechtswidrig. Da das Oberlandesgericht Brandenburg im Jahr 2003 in einem ähnlichen Fall ein anderslautendes Urteil gefällt hat, musste nun der Bundesgerichtshof eine juristische Wertung vornehmen.

Dieser hat den Vertrag am 8. Februar 2011 vollumfänglich für nichtig erklärt.[7] Trotz der in der Schwebe hängenden vertraglichen Einigung haben VRR und DB Regio das neue Fahrplankonzept auf den RE-Linien (Mehr Takt. Mehr Platz. Mehr Zug.) im Dezember 2010 eingeführt.[8]

Strukturänderung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2008 gründete das Unternehmen mit der DB Regio Rheinland GmbH für den Rhein-Sieg-Express ein Unternehmen aus. Nach Gewinn der Ausschreibung sollten rund 180 Mitarbeiter von DB Regio NRW zu der nicht an den Tarifvertrag des Konzerns gebundenen Tochter wechseln und dort laut einem Pressebericht rund ein Fünftel weniger Lohn erhalten. Nach Protestaktionen wurde das Unternehmen im August 2011[9] wieder mit DB Regio NRW verschmolzen. Im August 2011 wurde die DB Regio Rheinland auf die DB Regio NRW verschmolzen.[10]

Im September 2012 wurde die DB Regio NRW GmbH auf ihre Muttergesellschaft DB Regio AG verschmolzen.[11] Der Geschäftsbetrieb wird seitdem von der DB Regio AG unter der Bezeichnung Region NRW geführt.

Investitionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

DB-Baureihe 422 in Witten im Jahr 2014

Bis zum Jahr 2015 investiert das Unternehmen 42 Millionen Euro, um Service, Sicherheit und Qualität landesweit zu verbessern. 86 zusätzliche Mitarbeiter verstärken den Zugbegleit- und Sicherheitsdienst. Darüber hinaus beseitigt DB Regio Mängel an der Innenausstattung, Vandalismusschäden und Graffiti. Qualitätsprüfer inspizieren die Fahrzeuge, die Beseitigung der Schäden soll erfolgen. Dazu tragen 20 zusätzliche Mitarbeiter bei, die in den Regio-Werkstätten in NRW eingestellt werden. Auch mobil kommen sie zum Einsatz und reparieren kleinere Schäden beispielsweise in Wende- und Abstellbahnhöfen.

Investiert hat DB Regio in NRW in die S-Bahn Rhein-Ruhr. Für rund 400 Millionen Euro beschaffte das Unternehmen 84 neue Züge der Baureihe 422. Der Einsatz dieser Fahrzeuge und ein optimiertes Fahrplankonzept, das seit Ende 2009 wirksam ist, führten zu Qualitätsverbesserungen. Die Pünktlichkeit der neuen Triebzüge betrug 2010 rund 95 Prozent. Auf den Linien, die noch mit lokbespannten Zügen bedient werden, lag sie bei 93 Prozent. Auf der Linie S 1 (Dortmund – Essen – Duisburg – Düsseldorf – Solingen) waren 2010 rund 11,5 Prozent mehr Reisende unterwegs als zwei Jahre zuvor.

Seit 2010 sind 13 neue Doppelstockwagen sowie modernisierte Elektro-Triebzüge der Baureihe 425 „Plus“ im Einsatz. Seit 2014 werden auf den Linien S 5 und S 8 neue Elektro-Triebzüge der Baureihe 1440 eingesetzt.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Meldung Nichtraucherzüge in NRW. In: Eisenbahn-Revue International, Heft 3/2004, ISSN 1421-2811, S. 100.
  2. Deutsche Bahn in NRW mit Rekordgewinn. In: Rheinische Post. 11. Juni 2008; abgerufen am 22. Dezember 2015.
  3. VRR kündigt Vertrag mit Deutscher Bahn fristlos. Verkehrsverbund Rhein-Ruhr AöR, 12. Juni 2008, archiviert vom Original am 24. Dezember 2010; abgerufen am 22. Dezember 2015.
  4. Stefan Hennigfeld: Wie geht es weiter im VRR? In: Eisenbahnjournal Zughalt.de. 22. Juli 2010; abgerufen am 22. Dezember 2015.
  5. VRR versus DB Regio NRW: Neue Stufe der Eskalation. Eurailpress, 3. März 2009; abgerufen am 22. Dezember 2015.
  6. VRR versus DB Regio NRW: Dem VRR fehlen 35 Mio. EUR – Mofair legt Beschwerde ein. Eurailpress, 4. März 2009; abgerufen am 22. Dezember 2015.
  7. Niklas Luerßen: VRR: BGH kippt neuen Verkehrsvertrag. In: Eisenbahnjournal Zughalt.de. 8. Februar 2011; abgerufen am 22. Dezember 2015.
  8. Stefan Hennigfeld: VRR: Zeitplan für neues RE-Konzept. In: Eisenbahnjournal Zughalt.de. 19. September 2010; abgerufen am 22. Dezember 2015.
  9. Amtsgericht Köln, Aktenzeichen: HRB 64567; bekannt gemacht am 8. August 2011 22:00 Uhr
  10. Thomas Wüpper: Plant die Bahn tariflose Billigtöchter? In: Stuttgarter Zeitung. 7. November 2015, S. 14 (unter anderem Titel online).
  11. Eintrag im Handelsregister. Handelsregister, 12. September 2012; abgerufen am 12. September 2012.