Dimitrios Diamantidis

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Basketballspieler
Dimitrios Diamantidis
Dimitrios Diamantidis (November 2007)
Spielerinformationen
Spitzname 3D
Geburtstag 6. Mai 1980
Geburtsort Kastoria, Griechenland
Größe 196 cm
Position Point Guard
Vereine als Aktiver
1994–1999 GriechenlandGriechenland Kastoria
1999–2004 GriechenlandGriechenland Iraklis Thessaloniki
2004–2016 GriechenlandGriechenland Panathinaikos Athen
Nationalmannschaft1
2001–2010
2000
Griechenland
Griechenland U 20
124
016
1Stand: 24. August 2010

Dimitrios Diamantidis (griechisch Δημήτριος Διαμαντίδης, * 6. Mai 1980 in Kastoria) ist ein ehemaliger griechischer Basketballnationalspieler. Der 1,96 m große Point Guard zeichnete sich vor allem durch seine Abwehrqualitäten sowie seine Vielseitigkeit aus, galt über Jahre als bester Defensivspieler Europas und wurde in Folge dessen sechs Mal zum besten Verteidiger der ULEB Euroleague gewählt.

Mit der Nationalmannschaft Griechenlands gewann er die Europameisterschaft 2005 und erreichte 2006 die Vize-Weltmeisterschaft. Zudem konnte er mit Panathinaikos Athen drei Mal die ULEB Euroleague sowie neun griechischer Meisterschaften und zehn Pokalsiege erringen. Während seiner 17-Jährigen Profikarriere konnte Diamantidis 24 Titel gewinnen und liegt damit hinter Fragiskos Alvertis (25 Titel) auf Platz zwei der erfolgreichsten griechischen Basketballspieler.

Diamantidis zählt zu den bedeutendsten Akteuren der europäischen Basketballgeschichte. Obwohl er nie in der US-Profiliga NBA spielte, galt er als einer der besten Spieler weltweit. In den ewigen Bestenlisten der ULEB Euroleague führt er die Kategorien für die meisten Assists[1], Steals[2] und absolvierter Spielzeit[3] an. Ebenfalls den ersten Platz belegt er in der Kategorie der persönlichen Einzelbewertung aller Spieler an.[4]

Dimitrios Diamantidis gehörte Anfang 2008 zu einem Kreis von 105 Basketballspielern, die von der Euroleague Basketball und/oder Basketballinteressierten nominiert wurden, um fünfzig bedeutende Persönlichkeiten des Basketballsports in Europa, im Zeitraum 1958 bis 2008 aktiv, bestimmen und in der Folge im Mai 2008 in Madrid (Spanien) ehren zu können. Alle nominierten Spieler haben in den Europapokal-Wettbewerben der FIBA Europe und der Euroleague Basketball eine besonders herausragende Rolle gespielt und gehörten jeweils zu den besonders herausgehobenen 'Stars' ihrer nationalen Ligateams.[5]

Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diamantidis begann seine Karriere 1994 in seiner Heimatstadt Kastoria, bevor er 1999 in die griechische Profiliga zu Iraklis Thessaloniki wechselte. In seiner zweiten Saison bei Iraklis etablierte sich Diamantidis als Starting-Five Spieler und wurde 2004 zum MVP der griechischen A1 Ethniki gewählt. Im Sommer desselben Jahres wechselte er zu Panathinaikos Athen bei denen er noch heute unter Vertrag steht. Mit Panathinaikos gelang dem Aufbauspieler 2005, 2006, 2008, 2013 und 2014 das Double. 2007 und 2009 gelang ihm sogar das Triple. Im Finale 2007 besiegte er mit Panathinaikos ZSKA Moskau und wurde im Anschluss zum MVP der Begegnung gewählt.

Eine Rekordmarke setzte Diamantidis, als er zwischen dem 6. Juli 2004 und dem 11. August 2007 an 245 Spielen von Panathinaikos und der griechischen Nationalmannschaft teilnahm und dabei keine Begegnung verpasste.[6]

Am 16. November 2008 erreichte Diamantidis als erst vierter Spieler der A1 Ethniki 1000 Karriere-Assists. Nur wenige Wochen später, am 20. Dezember desselben Jahres, erreichte er, als ebenfalls erst vierter Spieler der A1 Ethniki, 500 Karriere-Steals. Am 6. Januar 2011 hat er Angelos Koronios in der ewigen Bestenliste überholt und führt seitdem die Kategorie für gegebene Assists an.[7] Am 22. Januar 2011 überholte er Koronios auch bei den Steals und übernahm auch in dieser Kategorie die Führung.[8]

Nachdem Fragiskos Alvertis 2009 seine Karriere beendete, ist Diamantidis Mannschaftskapitän von Panathinaikos.

Am 21. April 2014 übernahm Diamantidis die Führung in ewigen Bestenliste als bester Assist-Geber der ULEB Euroleague.[9]

Nach dem Ende der Saison 2015/2016 beendete Diamantidis seine aktive Laufbahn. Am 9. Juni 2016 gab Panathinaikos bekannt die bis zu diesem Zeitpunkt von Diamantidis getragene Rückennummer 13 in Zukunft nicht mehr zu vergeben. [10]

Nationalmannschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diamantidis in der Saison 2012/2013

Sein Debüt bei der griechischen Nationalmannschaft gab Diamantidis im Rahmen der Mittelmeerspiele am 5. September 2001. Bei einem 101:56-Sieg über den Libanon gelangen ihm dabei sechs Punkte. 2005 gewann er die Basketball-Europameisterschaft. Gegner im Finale, welches in Belgrad stattfand, war die deutsche Mannschaft um Dirk Nowitzki. Diamantidis beendete dieses Turnier als bester Assist-Geber und wurde ins All-Tournament Team gewählt. Im Halbfinale gegen Frankreich gelang ihm wenige Sekunden vor Ablauf der Spielzeit beim Stand von 64:66 ein Dreipunktwurf, welcher Griechenland den 67:66-Sieg und das Finalticket gab. Bei der Basketball-Weltmeisterschaft 2006 erreichte Diamantidis mit Griechenland das Endspiel und gewann dort die Silbermedaille. Auf dem Weg ins Finale bezwang die griechische Auswahl dabei unter anderem als einzige Mannschaft die Nationalmannschaft aus den Vereinigten Staaten.

Mit Griechenland nahm Diamantidis auch an den Olympischen Spielen 2004 und 2008 teil, konnte ein Mal den Stanković Cup und sieben Mal das Akropolis-Turnier gewinnen.

Seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft gab Diamantidis am 4. September 2010 nach dem Ausscheiden im WM-Achtelfinale gegen Spanien bekannt.[11]

Spielstil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diamantidis, der Linkshänder ist, gilt als vielseitiger Spieler der auf vielen Positionen eingesetzt werden kann. So spielt er bei Panathinaikos neben seiner eigentlichen Position häufig auch als Shooting Guard oder Small Forward. Dank seiner Athletik und seiner Fähigkeit auch gegen größere Spieler verteidigen und aufposten zu können, wurde er vor allem von seinem ehemaligen Trainer Željko Obradović gelegentlich auch auf der Position des Power Forward, als sogenannter Point Forward, aufgestellt. Diamantidis gilt als derzeit bester europäischer Defensivspieler und wurde bereits sechs Mal (fünf davon in Folge) als Bester Spieler in dieser Kategorie von der ULEB Euroleague ausgezeichnet. Seinen Defensivqualitäten hat er auch seinen Spitznamen 3D zu verdanken, was die Abkürzung für Dimitrios Diamantidis Defense ist. Aufgrund seiner im Verhältnis zu seiner Körpergröße überdurchschnittlich langen Arme und seiner dadurch hohen Quote an Steals, wird Diamantidis in den griechischen Medien gelegentlich auch Octopus oder Spiderman genannt.

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sportler des Jahres (Griechenland): 2007
  • MVP der A1 Ethniki: 2004, 2006, 2007, 2008, 2011, 2014
  • MVP der griechischen Playoffs: 2006, 2007, 2008, 2009, 2011, 2014
  • MVP des Akropolis-Turniers: 2005, 2006
  • MVP des Euroleague Finals: 2007, 2011
  • MVP der ULEB Euroleague Saison 2010/2011
  • MVP des griechischen Pokalfinals: 2009, 2016
  • ESAKE: Beste Mannschaft des Jahres: 2007, 2008, 2011, 2012
  • Bester Verteidiger der ULEB Euroleague: 2005, 2006, 2007, 2008, 2009, 2011
  • Bester Verteidiger der A1 Ethniki: 2011
  • All Euroleague First Team: 2007, 2011, 2012, 2013
  • Europameisterschaft All-Tournament-Team: 2005
  • Europameisterschaft 2nd Team: 2005
  • Teilnahmen am griechischen All Star Game: 2002, 2003, 2004, 2005, 2006, 2007, 2008, 2009, 2010, 2011, 2013, 2014
  • Teilnahme an der U-20 Europameisterschaft: 2000
  • Teilnahmen an Europameisterschaften: 2003, 2005, 2007
  • Teilnahme an Weltmeisterschaften: 2006, 2010
  • Teilnahme an Olympischen Spielen: 2004, 2008

Statistiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Legende
  GP Absolvierte Spiele (Games played)   GS  Spiele von Beginn an (Games started)  MPG  Absolvierte Minuten pro Spiel (Minutes per game)
 FG%  Wurfquote aus dem Feld (Field-goal percentage)  3P%  Wurfquote Drei-Punkte-Würfe (3-point field-goal percentage)  FT%  Freiwurfquote (Free-throw percentage)
 RPG  Rebounds pro Spiel (Rebounds per game)  APG  Assists pro Spiel (Assists per game)  SPG  Steals pro Spiel (Steals per game)
 BPG  Blocks pro Spiel (Blocks per game)  PPG  Punkte pro Spiel (Points per game)  PIR  Personal Index Rating
  Titelgewinn      FETT  Karriere-Bestmarke

Meisterschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saison Team GP FG% 3P% FT% RPG APG SPG BPG PPG
1999–2000 Iraklis Thessaloniki 9 .250 0 .750 1.9 0.7 0.9 0 1.8
2000–2001 Iraklis Thessaloniki 23 .336 .219 .591 2.4 1.7 0.8 0.3 3.3
2001–2002 Iraklis Thessaloniki 31 .445 .391 .700 4.6 1.7 2.8 0.4 6.2
2002–2003 Iraklis Thessaloniki 26 .420 .280 .699 5.5 4.9 2.5 0.8 12.0
2003–2004 Iraklis Thessaloniki 35 .443 .333 .792 6.3 2.9 1.4 0.3 14.8
2004–2005 Panathinaikos Athen 37 .523 .358 .706 4.8 3.4 1.8 0.5 8.1
2005–2006 Panathinaikos Athen 34 .467 .433 .816 4.1 3.0 2.5 0.3 8.6
2006–2007 Panathinaikos Athen 36 .527 .468 .750 4.3 4.9 1.8 0.6 8.9
2007–2008 Panathinaikos Athen 36 .481 .412 .896 4.6 3.6 2.0 0.7 8.8
2008–2009 Panathinaikos Athen 27 .561 .538 .848 3.2 3.9 1.1 0.5 8.2
2009–2010 Panathinaikos Athen 30 .543 .455 .802 4.2 4.9 1.6 0.5 9.0
2010–2011 Panathinaikos Athen 35 .456 .410 .872 2.3 4.4 1.2 0.2 8.7
2011–2012 Panathinaikos Athen 33 .537 .438 .847 2.4 4.4 1.2 0.3 10.2
2012–2013 Panathinaikos Athen 30 .427 .412 .815 3.3 5.1 1.2 0.4 10.5
2013–2014 Panathinaikos Athen 35 .498 .402 .871 2.1 4.5 1.0 0.2 9.3
2014–2015 Panathinaikos Athen 31 .436 .407 .771 2.4 5.5 0.9 0.3 8.1
2015–2016 Panathinaikos Athen 32 .383 .333 .849 2.9 4.0 1.3 0.3 6.4
Gesamt 520 3.7 3.9 1.6 0.4 8.8

ULEB Euroleague[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saison Team GP GS MPG FG% 3P% FT% RPG APG SPG BPG PPG PIR
2004–2005 Panathinaikos Athen 25 20 27.4 .544 .467 .709 3.7 3.1 2.0 .6 8.5 12.5
2005–2006 Panathinaikos Athen 23 22 30.1 .492 .269 .785 4.5 2.9 2.3 .8 8.7 13.1
2006–2007 Panathinaikos Athen 24 24 29.1 .489 .460 .780 3.9 3.9 2.2 .6 8.9 14.3
2007–2008 Panathinaikos Athen 19 19 30.9 .484 .435 .769 5.3 3.3 1.8 .7 8.5 15.1
2008–2009 Panathinaikos Athen 21 12 27.3 .486 .441 .863 4.4 3.1 1.5 .5 8.5 14.0
2009–2010 Panathinaikos Athen 12 9 26.7 .559 .516 .738 2.9 3.3 1.5 .3 9.4 13.7
2010–2011 Panathinaikos Athen 22 21 30.5 .433 .370 .872 3.9 6.2 1.6 .1 12.5 18.5
2011–2012 Panathinaikos Athen 23 21 30.0 .448 .425 .882 3.7 4.8 1.5 .5 11.5 16.4
2012–2013 Panathinaikos Athen 27 25 31.5 .368 .315 .712 3.4 5.8 1.4 .4 8.1 13.1
2013–2014 Panathinaikos Athen 29 27 31.2 .324 .283 .763 2.4 6.2 1.4 .1 8.9 12.8
2014–2015 Panathinaikos Athen 27 27 27.3 .410 .379 .814 2.3 5.9 .9 .3 8.0 12.1
2015–2016 Panathinaikos Athen 26 1 21.2 .459 .376 .827 2.3 4.2 .8 .2 7.2 10.3
Gesamt 278 228 28.7 .442 .375 .795 3.5 4.5 1.6 .4 9.0 13.7

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Assist-Statistik auf www.euroleague.net
  2. Steal-Statistik auf www.euroleague.net
  3. Spielzeit-Statistik auf www.euroleague.net
  4. Index Rating-Statistik auf www.euroleague.net
  5. The All-Time Player Nominees (Memento vom 2. Januar 2015 im Internet Archive) - A bis Z. Website Euroleague Basketball. Abgerufen 21. Oktober 2011.
  6. Bericht auf basketblog.gr
  7. Bericht auf www.gazzetta.gr
  8. Bericht auf www.gazzetta.gr
  9. Bericht auf www.euroleague.net (englisch)
  10. Panathinaikos zieht die Nummer 13 zurück
  11. Bericht zu Diamantidis Rücktritt auf www.sentragoal.gr