Durmersheim

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Durmersheim
Durmersheim
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Durmersheim hervorgehoben
48.9383333333338.2769444444444119Koordinaten: 48° 56′ N, 8° 17′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Karlsruhe
Landkreis: Rastatt
Höhe: 119 m ü. NHN
Fläche: 26,15 km²
Einwohner: 11.803 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 451 Einwohner je km²
Postleitzahl: 76448
Vorwahl: 07245
Kfz-Kennzeichen: RA, BH
Gemeindeschlüssel: 08 2 16 009
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rathausplatz 1
76448 Durmersheim
Webpräsenz: www.durmersheim.de
Bürgermeister: Andreas Augustin (CDU)
Lage der Gemeinde Durmersheim im Landkreis Rastatt
Rhein Frankreich Rheinland-Pfalz Enzkreis Sinzheim Sinzheim Sinzheim Baden-Baden Baden-Baden Baden-Baden Baden-Baden Baden-Baden Karlsruhe Landkreis Calw Landkreis Freudenstadt Landkreis Karlsruhe Landkreis Karlsruhe Ortenaukreis Ortenaukreis Ortenaukreis Au am Rhein Bietigheim Bischweier Bühlertal Bühlertal Bühlertal Bühl (Baden) Durmersheim Elchesheim-Illingen Forbach (Baden) Gaggenau Gernsbach Hügelsheim Iffezheim Kuppenheim Lichtenau (Baden) Loffenau Muggensturm Muggensturm Ötigheim Ottersweier Ottersweier Rastatt Rheinmünster Rheinmünster Rheinmünster Rheinmünster Sinzheim Steinmauern Weisenbach RheinKarte
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Durmersheim ist eine 12 km südwestlich von Karlsruhe gelegene Gemeinde. Sie gehört zum Landkreis Rastatt und wird im örtlichen Dialekt, der eine Mischung aus südfränkischer und alemannischer Mundart ist, Durmersche genannt. Zur Gemeinde Durmersheim gehört auch der Ortsteil Würmersheim mit etwa 2400 Einwohnern.

Geografie[Bearbeiten]

Durmersheim liegt in der 30 km breiten Oberrheinischen Tiefebene, die östlich durch den Schwarzwald und westlich durch die französischen Vogesen begrenzt wird. Der Großteil der Ortschaft liegt auf dem Hochgestade in 106 bis 121 Meter Höhe, der historische Ortskern direkt an der Stufung zur Rheinniederung. Durch den Ort fließt der etwa 27 km lange Federbach. Der Osten der Markung ist vom Hardtwald bedeckt. Im Südwesten gibt es Teile des Oberwaldes, im Westen auf Würmersheimer Gemarkung sind Anteile des Rottlichwaldes und nördlich ein großer Teil der Federbachniederung.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Zur Gemeinde Durmersheim gehört die ehemalige Gemeinde Würmersheim. Zur Gemeinde Durmersheim in den Grenzen vom 31. Dezember 1973 gehören das Dorf Durmersheim und Wallfahrtskirche und Kloster Bickesheimer Kloster. Zur ehemaligen Gemeinde Würmersheim gehört das Dorf Würmersheim.[2]

Durmersheim[Bearbeiten]

Den Großteil der besiedelten Fläche nimmt der Hauptort Durmersheim ein. Der Ort erstreckt sich rund 4 km in Nord-Süd-Richtung entlang der alten B 36. In Ost-West-Richtung ist der Hauptort gerade einmal 500 m breit. Richtung Würmersheim liegt eine Hochhaussiedlung, von den Einheimischen „Klein-Manhattan“ (in den 70er Jahren wurde die Anlage überwiegend von Angehörigen der in Karlsruhe stationierten US-Streitkräfte bewohnt) genannt. Würmersheim selbst ist etwa einen Quadratkilometer groß. Dort ist auch das zurzeit neueste Baugebiet TG III (Tiefgestade III), das mittlerweile zu einem großen Teil bebaut ist.

Würmersheim[Bearbeiten]

Im Westen der Markung liegt der Rottlichwald. Der Gießengraben bildet die Grenze zu Au am Rhein, der Alte Federbach bildet im Süden die Grenze zu Durmersheim. Im Norden Würmersheims ist die Grenze der Kunzenbach. Im Osten ist der Grenzverlauf folgendermaßen: Die Grenze beginnt am Kunzenbach und zieht westlich des Gewerbegebiets Nordwests vorbei, geht am Osten des Baugebietes TG3 vorbei und geht schließlich zwischen TG I und TG II durch, bis die Grenze wieder im Süden am alten Federbach endet.

Klima[Bearbeiten]

Die Jahresdurchschnittstemperatur beträgt 11,4 °C und der Niederschlag 770 mm. In der Rheinebene gibt es weniger Niederschlag als im Schwarzwald oder den Vogesen. Niederschlagsstarke Monate sind Mai, Juni und Juli. März und September sind am niederschlagsärmsten. Die relative Feuchte liegt durchschnittlich bei 76 %. Im Rheintal gibt es im Herbst aufgrund der Tallage häufig Nebel. 2005 war das nahegelegene Karlsruhe die wärmste Stadt in Deutschland. Vom milden Klima der Rheinebene profitiert die Landwirtschaft (Anbau von Erdbeeren und Spargel).

Nachbarorte[Bearbeiten]

In unmittelbarer Nachbarschaft befinden sich die Orte Rheinstetten, Malsch, Bietigheim, Elchesheim-Illingen und Au am Rhein. Zwischen den Orten Durmersheim und Rheinstetten (Mörsch, Neuburgweier, Rheinstetten) sowie Durmersheim und Bietigheim liegen rund 2 km Land.

St. Dionys

Geschichte[Bearbeiten]

Die ältesten archäologischen Hinweise auf eine Besiedlung in oder bei Durmersheim stammen aus der späteren Bronzezeit, der sog. Urnenfelderkultur (ca. 1300–750 v. Chr.) und nachfolgend aus der sog. Latenèzeit (ca. 500 v. Chr. bis zur Zeit Christi Geburt). Aus römischer Zeit liegen Anzeichen einer bedeutenderen Ansiedlung vor. Ein 1959 entdecktes Gräberfeld aus der der alemannisch-fränkischen Zeit um 600 n. Chr. zeigt, dass sich nach der Völkerwanderung und dem Untergang des Römischen Reiches hier wieder Menschen dauerhaft niedergelassen haben. Auf jene Zeit verweist auch der Ortsname mit der Endung -heim (fränkische Ortsendung). Die älteste schriftliche Erwähnung Durmersheims stammt aus dem 10. Jahrhundert. Damals hatte das im Elsass gelegene Kloster Weißenburg Besitz in Durmersheim. Zu einem nicht exakt angegebenen Zeitpunkt – wohl um 950 – wurde dieser Besitz (wie auch an vielen anderen Orten) durch Beauftragte des Klosters visitiert und beschrieben. Das Kloster Weißenburg besaß damals Eigenland („Salland“), die Kirche samt zugehörigem Zehntrecht sowie 14 Knechtshöfe, von denen allerdings 10 brach lagen (wahrscheinlich infolge der Ungarneinfälle, die zu Beginn des 10. Jahrhunderts weite Teile Südwestdeutschlands verwüsteten). Wann und wie das Kloster Weißenburg zu diesem Besitz gekommen war, lässt sich mangels schriftlicher Quellen nicht mehr aufweisen, vermutlich durch Schenkung lokaler Großgrundbesitzer, wie sie auch andernorts belegt sind. Im Jahr 985 eignete sich Herzog Otto I. aus dem Geschlecht der Salier den Weißenburger Besitz in Durmersheim und 67 weiteren Orten an („Salischer Kirchenraub“). In einer rund 300 Jahre später von Abt Edelin angefertigten historischen Notiz wird dieser Vorgang beschrieben, dabei allerdings nicht ganz korrekt auf das Jahr 991 bezogen. Konkret ging dieser Vorgang so vor sich, dass die mächtigen Salier das Kloster Weißenburg zwangen, ihnen diese Besitztümer als Lehen zu übertragen. Als Lehnsträger wird auch der Sohn des Herzogs Otto, Graf Konrad, urkundlich bezeugt. In der Nachfolge der Salier dürften diese Lehen wohl an die Staufer gelangt sein, auch wenn es hierfür keinen urkundlichen Beleg gibt.

Am Ende des 13. Jahrhunderts schließlich gelang es dem aufstrebenden Geschlecht der Markgrafen von Baden, Durmersheim ihrem Territorium einzuverleiben. Rudolf I. von Baden gilt als Förderer von Kirchen und Klöster, so gehen das 1250 erbaute Seitenschiff und der Katharinenchor mit seinen berühmten Fresken der Wallfahrtskirche Bickesheim auf ihn und seine Ehefrau Kunigunde von Eberstein zurück. Bis zum Ende der Monarchie in Deutschland, also bis zum Jahr 1918, besaßen die badischen Markgrafen bzw. (seit 1806) Großherzöge die Herrschaft über Durmersheim. Die badischen Markgrafen besaßen bei Durmersheim auch ein kleines Schloss, die Rohrburg, die im 18. Jahrhundert verfiel und um 1770 abgerissen wurde.

Durmersheim Hauptstraße beim Gasthaus "Engel"
Straßenbild

Erschließung des Ortes[Bearbeiten]

Der alte Ortskern von Durmersheim liegt am Rand des Hochgestades. Seit dem 18. Jahrhundert nahm die Bevölkerung stark zu und der Ort dehnte sich in nördliche Richtung aus, Richtung Bickesheim. Würmersheim gehörte kirchlich schon lange zu Durmersheim, war aber bis 1972 politisch selbständig. Bedeutend gewachsen ist Durmersheim erst nach dem Zweiten Weltkrieg. Zum einen kamen viele Vertriebene auf der Suche nach einer neuen Heimat. In der Nachbargemeinde Malsch waren noch mehr ehemalige Sudeten, als in Durmersheim. Dadurch wuchs Durmersheim enorm – ein Wachstumstrend, der bis heute anhält. Alles fing damit an, dass das Gebiet nördlich der Triftstraße erschlossen wurde, bis zur Hans-Thomas Straße. Auch westlich der B 36 wurde gebaut. In der nächsten Stufe wurde das Gebiet nördlich der Hans-Thomas-Straße bebaut, der Nordring entstand. Die Gemeinde war nun fast doppelt so groß wie vor hundert Jahren. Bei der Verwaltungsreform wurde Würmersheim eingemeindet. Damals kamen rund 1200 Einwohner dazu.

Dort wurden auch neue Baugebiete erschlossen, 1993 das TG I, 2002 das TG II und 2005 das TG III. Würmersheim ist jetzt mehr als doppelt so groß wie noch vor 30 Jahren. In Durmersheim wurde als letztes größere Baugebiet das Gebiet „Auf den Heilberg“ ausgewiesen, ein Ort, wo Durmersheim mitunter am städtischsten geprägt ist. Dort ist auch das Zentrum-Nord, mit zahlreichen Supermärkten. Das alte Zentrum ist entlang der Hauptstraße – zwischen der Kirche Maria Bickesheim und der südlichen Kirche St. Dionys. Dort befinden sich viele Läden, von Tankstellen über Schreibwarengeschäfte, und immer mehr kommen dazu. In absehbarer Zeit soll noch ein Mischgebiet Richtung Bietigheim erschlossen werden und das Gewerbegebiet südlich der Malscher Straße vergrößert werden. Auch zwei Neubaugebiete sind geplant, eines Richtung Bietigheim, und eines östlich des neuen TG III. Die Umsetzung wird aber noch einige Zeit dauern.

(Stand: Oktober 2005)

Maria Bickesheim

Religionen[Bearbeiten]

Neben zwei römisch-katholischen und der evangelischen Pfarrgemeinde gibt es in Durmersheim auch eine neuapostolische Kirche. Bis zum 5. September 2010 hatte der Orden der Redemptoristen eine Niederlassung in Durmersheim, das Redemptoristenkloster Maria Bickesheim. Die Wallfahrt zum Gnadenbild Maria Bickesheim wird heute von zwei Diözesanpriestern betreut.

Maria Bickesheim Luftbildaufnahme

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Januar 1974 wurde Würmersheim nach Durmersheim eingemeindet.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Die Zahlen sind amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter.

Einwohnerentwicklung in Durmersheim 1683-2010
Jahr Einwohner
1683 ca. 150
1733 567
1804 748
1813 1005
1833 1459
1834 1519
1857 2057
1863 2188
1865 2355
1885 2722
1910 4071
1939 4678
Jahr Einwohner
1950 4913
1961 6351
1970 9355
1987 ¹ 10368
1993 11206
2002 11574
2005 11797
2006 12148
2007 12207
2008 12186
2009 12158
2010 12189

¹ Volkszählungsergebnis

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Die Kommunalwahl vom 25. Mai 2014 brachte folgendes Ergebnis:[3]

Partei / Liste Stimmenanteil G/V %p Sitze G/V
CDU 37,0 % − 4,7 8 − 2
FW 16,4 % + 3,8 4 + 1
SPD 22,7 % − 0,1 5 ± 0
BuG* 23,9 % + 23,9 5 + 5

* Wählervereinigung Bürgerliste und Grüne

Wappen[Bearbeiten]

Ein Wappen der Gemeinde Durmersheim ist seit 1555 belegt. Das heutige Wappen beruht auf einem Entwurf des Badischen Generallandesarchives von 1900 und wird seit 1901 verwendet. Dieses Wappen zeigt in gespaltenem Schild auf der (heraldisch gesehen) linken Seite einen Krummstab (wohl als Reminiszenz an den Besitz verschiedener Klöster in Durmersheim) und rechts die badischen Landesfarben Gelb-Rot-Gelb.

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten]

Durmersheim ist verschwistert mit den Städten Chennevierès (seit 1975) und Littlehampton (seit 1988). Beide unterhalten auch eine Partnerschaft untereinander, so dass sich eine Dreieckspartnerschaft Durmersheim-Littlehampton-Chennevierès ergibt.[4]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Die Bundesstraße 36 (MannheimLahr/Schwarzwald) führt in nördliche Richtung nach Rheinstetten und Karlsruhe, in südliche Richtung nach Bietigheim, Ötigheim und Rastatt. In die anderen oben genannten Nachbarorte führen Landstraßen.

2006 wurde der Verkehr auf der neuen B 36 als von Ortsumgehung von Bietigheim, Durmersheim und Ötigheim freigegeben. Für den Bau der rund 9,7 Kilometer langen Umfahrung hatte der Bund rund 36 Millionen Euro investiert. Hinzu kamen noch rund 14 Millionen Euro von der Deutschen Bahn AG. Mit der neuen B 36 wurde für die drei Kommunen eine Senkung um mehr als 70 Prozent der vorherigen Verkehrsbelastung von über 20.000 Fahrzeugen pro Tag prognostiziert, sowie eine höhere Verkehrssicherheit und weniger Lärm- und Abgasimmissionen insbesondere durch den Schwerlastverkehr.

Durmersheim hat zwei S-Bahn-Stationen an der Rheinbahn (KarlsruheRastatt): Durmersheim Bahnhof und Durmersheim Nord. Die S4/S41 der Stadtbahn Karlsruhe steuert die Stationen an, welche auf derselben Strecke liegen. Beide S-Bahn-Stationen befinden sich im Osten der Stadt. Zwischen 6 Uhr morgens und 1:30 Uhr nachts fährt durchschnittlich zweimal pro Stunde eine Bahn.

Darüber hinaus ist vor allem die Buslinie 222 bedeutend. Sie verbindet nicht nur Durmersheim mit Rastatt und Karlsruhe (Entenfang), sondern auch zahlreiche Nachbarorte (Au am Rhein, Elchesheim-Illingen, Steinmauern). Am Wochenende fahren Anruftaxen statt der Busse.

Bildung[Bearbeiten]

Auf dem Wilhelm-Hausenstein-Gymnasium kann das Abitur abgelegt werden. Daneben gibt es eine Realschule, mit der Hardtschule eine Grund- und Hauptschule und zwei reine Grundschulen. Die Hildaschule als Förderschule für lernbehinderte Kinder und Jugendliche wurde nach dem Schuljahr 2007/08 geschlossen. Außerdem gibt es fünf römisch-katholische und einen gemeindlichen Kindergarten.

Sport[Bearbeiten]

Es gibt in der Gemeinde Durmersheim etwa zehn reine Sportvereine, von denen der TuS Durmersheim (Turn- und Sportverein mit den Abteilungen Basketball, Handball, Ju-Jutsu, Leichtathletik, Radsport, Tischtennis, Turnen und Volleyball) der größte ist. Die erste Herrenmannschaft der Abteilung Volleyball des TuS spielt seit den 1960er Jahren in den höheren deutschen Ligen, zurzeit in der 2. Bundesliga und daher kann Durmersheim zweifelsohne als eine "Deutsche Volleyball-Hochburg" bezeichnet werden. Bundesweit bekannt ist Durmersheim auch durch die Motoballmannschaft MSC Comet Durmersheim.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Museen[Bearbeiten]

Im alten Ortskern gibt es ein Heimatmuseum.

Bauwerke[Bearbeiten]

Innenansicht Maria Bickesheim

Die Bickesheimer Kirche zählt zu den bekanntesten Kirchen in der Umgebung. Ihre Ursprünge reichen bis mindestens ins 13. Jahrhundert zurück; ihr heutiges Aussehen erhielt sie aber erst in den Jahren 1908/09. Im Katharinenchor dieser, weitgehend barock ausgestatteten, Wallfahrtskirche befinden sich, im Jahre 1908/09 freigelegte, Fresken aus dem 14. Jahrhundert, die zu den bedeutendsten und wertvollsten im Oberrheingebiet gehören. An der Kanzelsäule ist auch das älteste in Stein gehauene badische Wappen (13. Jahrhundert) zu sehen. Von 1925 bis 2010 gab es im Klostergebäude neben der Wallfahrtskirche eine Niederlassung der Redemptoristen. Die Kirche liegt am Übergang von Hochgestade zum Tiefgestade und ist etwa 30 m vom dortigen Federbach entfernt.

Zwischen Durmersheim und Würmersheim verläuft eine Überlandleitung, die von überregionaler Bedeutung ist. Sie hat eine Spannung von ca. 220 kV.

Planetenweg[Bearbeiten]

Sonnenmodell des Planetenwegs vor dem Rathaus Durmersheim

Seit Januar 2001 gibt es in Durmersheim Arbeitsgruppen der Agenda 21, die auf lokaler Ebene ehrenamtlich für eine nachhaltige Entwicklung der Gemeinde arbeiten. Auf Initiative einer der Agenda-Gruppen wurde vor einigen Jahren der Plan der Schaffung eines "Planetenwegs" aufgenommen und, auch mit Hilfe der "Sternfreunde Durmersheim", realisiert. Der Planetenweg veranschaulicht dem wandernden oder radfahrenden Besucher, die Größe, Struktur und Weite unseres Sonnensystems mit Hilfe einer maßstäblichen Verkleinerung um den Faktor eins zu einer Milliarde. Das Modell der Sonne hat seinen Standort, als Ausgangspunkt des Planetenwegs, auf dem Rasen vor dem Rathaus von Durmersheim. Bei dem gewählten Maßstab hat die Sonne einen Durchmesser von 1,4 Meter. Das Modell der Erde hat dann einen Durchmesser von 13 mm und ist 150 m vom Sonnenmodell entfernt. Als Trägersystem für die Planetenmodelle dienen Gabionen, die im maßstäblichen Sonnenabstand angeordnet sind. Die Modelle der äußerten (Zwerg-) Planeten, Pluto und Eris, sind dann luftlinienmäßig 6 bis 10 km vom Sonnenmodell entfernt und liegen in Mothern auf der anderen Seite de Rheins. Mit diesem elsässischen Standort wurde der Planetenweg sogar "europäisch" und an das Pamina-Rheinpark-Wegenetz angebunden und daher heißt er auch "PAMINA-Planetenweg". Von der Sonne bis zum Saturn-Modell ist es ein kleiner Spaziergang, bis zum Uranus oder Pluto sind es Wanderungen von ca. 7 km einfacher Weglänge. Um bis zum Pluto- und Eris-Modell zu gelangen, sollte man z.B. das Fahrrad verwenden und dabei in Neuburgweier mit der Fähre den Rhein überqueren. Der Planetenweg empfiehlt sich auch als wunderschöne Tour durch die Auwaldlandschaft am Rhein.

Bickesheimer Pilgerpfad[Bearbeiten]

Als "Entdeckungspfad" innerhalb des Pamina-Rheinparks wurde, auf Initiative der lokalen Agenda 21-Gruppe, im Jahre 2012 der „Bickesheimer Pilgerpfad“ geschaffen. Dieser 18 km lange Rundweg beginnt und endet an der etwa 1000 Jahre alten Wallfahrtskirche Maria Bickesheim. Der in der Rheinebene verlaufende, mit dem ovalen „Pamina-Rheinpark-Schild“ gekennzeichnete Weg, enthält kaum Steigungen und ist daher für Wanderer und Radfahrer bestens geeignet. Er führt von Durmersheim nach Rheinstetten-Mörsch, Neuburgweier, Au am Rhein und über Würmersheim zurück zum Ausgangspunkt und dabei gilt es in Kirchen und Kapellen die Schätze kirchlicher Kunst, von der Gotik über Barock bis zur Moderne, in der Region zu entdecken. So kann man z.B. in Maria Bickesheim Fresken aus dem 14. Jahrhundert besichtigen und in Neuburgweier sind in der Kirche St. Ursula und im Friedhof Objekte des zeitgenössischen Künstlers Emil Wachter zu sehen. Der gleiche Künstler hat auch die Pfarrkirche St. Andreas in Au am Rhein ausgemalt, beachtenswert ist dort ebenfalls die, von Wachter geschaffene, große Glasrosette. Der „Bickesheimer Pilgerpfad“ führt auch an zahlreichen alten Feld- und Wegkreuzen vorbei und Teile des Wegs verlaufen vermutlich parallel zu einem mittelalterlichen Pilgerweg der vom Osten kommend, über Bickesheim und den Rhein bei Au, zum historisch bedeutsamen Kloster Weißenburg im Elsass führte.

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Martin Burkart: Durmersheim: die Geschichte des Dorfes und seiner Bewohner; von den Anfängen bis ins frühe 20. Jahrhundert. Durmersheim, 2002

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Durmersheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band V: Regierungsbezirk Karlsruhe Kohlhammer, Stuttgart 1976, ISBN 3-17-002542-2, S. 157–158.
  3. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg: Endgültige Ergebnisse der Gemeinderatswahlen 2014 – Gemeinde Durmersheim (Kreis Rastatt).
  4. Unsere Dreieckspartnerschaft. In: Durmersheim. Abgerufen am 20. August 2014.