Ebreichsdorf

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Ebreichsdorf
Wappen von Ebreichsdorf
Ebreichsdorf (Österreich)
Ebreichsdorf
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Baden
Kfz-Kennzeichen: BN
Fläche: 43,2 km²
Koordinaten: 47° 58′ N, 16° 24′ O47.96111111111116.404722222222202Koordinaten: 47° 57′ 40″ N, 16° 24′ 17″ O
Höhe: 202 m ü. A.
Einwohner: 10.228 (1. Jän. 2014)
Bevölkerungsdichte: 237 Einw. pro km²
Postleitzahlen: 2442, 2483
Vorwahl: 02254
Gemeindekennziffer: 3 06 07
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rathausplatz 1
2483 Ebreichsdorf
Website: www.ebreichsdorf.at
Politik
Bürgermeister: Wolfgang Kocevar (SPÖ)
Gemeinderat: (2015)
(33 Mitglieder)
16
9
4
3
1
16 
Von 33 Sitzen entfallen auf:
Lage der Stadt Ebreichsdorf im Bezirk Baden
Alland Altenmarkt an der Triesting Bad Vöslau Baden Berndorf Blumau-Neurißhof Ebreichsdorf Enzesfeld-Lindabrunn Furth an der Triesting Günselsdorf Heiligenkreuz Hernstein Hirtenberg Klausen-Leopoldsdorf Kottingbrunn Leobersdorf Mitterndorf an der Fischa Oberwaltersdorf Pfaffstätten Pottendorf Pottenstein Reisenberg Schönau an der Triesting Seibersdorf Sooß Tattendorf Teesdorf Traiskirchen Trumau Weissenbach an der Triesting NiederösterreichLage der Gemeinde Ebreichsdorf im Bezirk Baden (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Ebreichsdorf ist eine südlich von Wien gelegene Stadtgemeinde mit 10.228 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014) im Verwaltungsbezirk Baden im Industrieviertel Niederösterreichs.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Ebreichsdorf liegt mitten im Wiener Becken, im so genannten Steinfeld. Durch Ebreichsdorf fließen die Piesting und die Fischa; der Kalte Gang entspringt hier.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende vier Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 31. Oktober 2011[1]):

  • Ebreichsdorf (4910)
  • Schranawand (177)
  • Unterwaltersdorf (2308)
  • Weigelsdorf (2581)

Die Stadtgemeinde (Stadtrecht seit September 2001) besteht aus den 4 Katastralgemeinden:

  • Ebreichsdorf
  • Unterwaltersdorf
  • Schranawand
  • Weigelsdorf

Verkehr[Bearbeiten]

Verkehrsmäßig ist Ebreichsdorf durch die Südost-Autobahn A 3 und die Ödenburger Straße B 16 sowie die Leitha-Straße B 60 erschlossen. Als Bahnverbindung ist die Pottendorfer Linie zu erwähnen.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Name leitet sich vom Ritter Eberich ab (Ebreichsdorf) und wird das erste Mal in einer Urkunde des Bischofs Ulrich von Passau genannt. Der Platz des heutigen Ortes dürfte aber auf Grund von Ausgrabungen schon in frühchristlicher Zeit besiedelt worden sein. Außerdem dürfte schon früher in der Nähe von Ebreichsdorf eine große römische oder von den Römern besetzte keltische (boische) Siedlung bestanden haben. Später unter den Babenbergern war die Besiedlung in der für diese Zeit in sogenannten Angerdörfern. Bereits 1120 wurde das frühere Schloss in Schranawand (früher Schranabatten), einer kleinen Bauernsiedlung, erwähnt[2] . Von diesem Schloss sieht man nichts mehr. Nur die Kirche, die auch schon unter den Babenbergern erbaut wurde, steht heute noch.

Ebreichsdorf und Umgebung um 1873 (Aufnahmeblatt der Landesaufnahme)

Unterwaltersdorf wurde bereits 1304 als Markt erwähnt. Das Schloss Ebreichsdorf dürfte ein Veste (Festung) gegen die immer wieder hereindringenden Ungarn gewesen sein. Genaue Unterlagen über die Entstehung des Schlosses gibt es aber nicht. Im Jahr 1333 ging Ebreichsdorf, das bisher im Besitz des Stiftes Melk war, in den Besitz von Ulrich und Berthold von Pergau über, denen zu dieser Zeit das Schloss gehörte. Seitdem wechselten die Besitzer des Schlosses sehr oft. Es war auch kurz in ungarischer Hand. Auch bei der ersten Türkenbelagerung wurde es, wie alle Orte, stark in Mitleidenschaft gezogen. 1568 kaufte Hieronymus von Beck das Schloss und baute es komplett um mit einem ausgedehnten Park.[3]

In der Zeit danach nahm Ebreichsdorf durch seine Kaisertreue einen Aufschwung. Bei der zweiten Türkenbelagerung blieben sie durch einen Schutzbrief mit einem Treuegelöbnis verhältnismäßig ungeschoren.

In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurden durch die damaligen Schlossherrn starke wirtschaftliche Impulse gesetzt. So entstand eine große Baumwoll- und Schafwollmanufaktur, eine der größten im damaligen Niederösterreich. Der Hauptteil der Gebäude steht heute noch am Hauptplatz. Eine große Mühle entstand. Diese Industrialisierung wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts durch die Verwendung der Wasserkraft der Piesting, Kalten Ganges und der Fischa fortgesetzt.

1914 kam es zur Gründung einer Niederlassung des Ordens der Salesianer Don Boscos in Unterwaltersdorf und 1915 konnte das Don Bosco Gymnasium Unterwaltersdorf mit dem Unterricht beginnen.

Ebreichsdorf kam in den 1990er Jahren in den Schlagzeilen, als der Austro-Kanadier Frank Stronach dort das sogenannte Weltkugel-Projekt verwirklichen wollte.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]


Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat setzt sich nach der Gemeinderatswahl vom 25. Jänner 2015 (in Klammer die Veränderung gegenüber 2010) wie folgt zusammen:


Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

Das Stadtbild wird geprägt vom mittelalterlichen Schloss und dem in Resten als Anger erkennbaren Hauptplatz.

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Ebreichsdorf

Die Pfarrkirche Unterwaltersdorf ist dem Hl. Bartholomäus geweiht. Die Pfarre wird bereits 1050 als Mutterpfarre vieler Pfarren in der Umgebung genannt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Sport[Bearbeiten]

Heutzutage ist Ebreichsdorf bekannt für seinen Reitclub, Poloclub sowie 18-Loch-Golfplatz. Von der Eröffnung 2004 bis 2014 fanden auf der von Frank Stronach errichteten und zur Magna Entertainment Corporation gehörenden Pferde-Rennbahn Magna Racino Pferderennen statt.[4]

Das Volleyteam Roadrunners Ebreichsdorf spielt in der Niederösterreichischen Regionalliga.

Literatur[Bearbeiten]

  • Herbert Hacker, Elke und Herbert Nagy: Das Werden einer Stadt, 2009 Heimat-Verlag ISBN 3-9501643-8-3

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Austria, Registerzählung vom 31. Oktober 2011
  2. Aus der ersten Urkunde des Bischofs Ulrich von Passau.. Jänner 1120
  3. Eintrag über Schloss Ebreichsdorf auf Burgen-Austria
  4. derStandard.at - Stronach dreht Magna Racino den Hahn ab. Artikel vom 30. November 2014, abgerufen am 31. Dezember 2014.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ebreichsdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien