Gaubitsch

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Gaubitsch
Wappen von Gaubitsch
Gaubitsch (Österreich)
Gaubitsch
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Mistelbach
Kfz-Kennzeichen: MI
Fläche: 22,48 km²
Koordinaten: 48° 39′ N, 16° 23′ O48.6516.383333333333229Koordinaten: 48° 39′ 0″ N, 16° 23′ 0″ O
Höhe: 229 m ü. A.
Einwohner: 853 (1. Jän. 2015)
Bevölkerungsdichte: 38 Einw. pro km²
Postleitzahlen: 2154 (Gaubitsch+Unterstinkenbrunn)
Vorwahl: 02522 (Ortsnetz Laa an der Thaya)
Gemeindekennziffer: 3 16 11
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Gaubitsch 2
2154 (Gaubitsch+Unterstinkenbrunn) Gaubitsch
Website: www.gaubitsch.at
Politik
Bürgermeister: Alois Mareiner (ÖVP)
Gemeinderat: (2015)
(15 Mitglieder)
13
2
13 
Von 15 Sitzen entfallen auf:
Lage der Gemeinde Gaubitsch im Bezirk Mistelbach
Altlichtenwarth Asparn an der Zaya Bernhardsthal Bockfließ Drasenhofen Falkenstein Fallbach Gaubitsch Gaweinstal Gnadendorf Großengersdorf Großebersdorf Großharras Großkrut Hausbrunn Herrnbaumgarten Hochleithen Kreuttal Kreuzstetten Laa an der Thaya Ladendorf Mistelbach Neudorf bei Staatz Niederleis Ottenthal Pillichsdorf Poysdorf Rabensburg Schrattenberg Staatz Stronsdorf Ulrichskirchen-Schleinbach Unterstinkenbrunn Wildendürnbach Wilfersdorf (Niederösterreich) Wolkersdorf im Weinviertel NiederösterreichLage der Gemeinde Gaubitsch im Bezirk Mistelbach (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Gaubitsch ist eine Gemeinde mit 853 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2015) im Bezirk Mistelbach in Niederösterreich.

Geografie[Bearbeiten]

Die Gemeinde Gaubitsch liegt im nördlichen Weinviertel in Niederösterreich, acht km südlich von Laa an der Thaya am Rand des Hügellandes, das die Laaer Ebene im Süden begrenzt. Die Fläche der Gemeinde umfasst 22,47 Quadratkilometer. 3,47 Prozent der Fläche sind bewaldet.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende drei Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 31. Oktober 2011[1]):

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Altenmarkt, Gaubitsch und Kleinbaumgarten.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Raum weist eine neolithische und latènezeitliche Besiedlung auf, der Ort Gaubitsch wurde 1055 erstmals urkundlich erwähnt. Die Kirche, die sich auf einem Hügel in der Mitte der Ortschaft befindet, ist die älteste der Umgebung. Ihr Glockenturm wurde in Kriegszeiten mehrmals zerstört. Das Alter der Gemeinde Gaubitsch reicht bis in das 11. Jahrhundert zurück - 1055 erschien in einer Schenkungsurkunde Kaiser Heinrichs III. der Ort als "villa Gevvatisprunnen" oder "Gouuazesbrunnen", 1147 als "Gawats" nach dem slawischen Personennamen für "Schmied".

In den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs, zwischen 18. April und 8. Mai 1945, wurde Gaubitsch Schauplatz heftiger und wechselvoller Kämpfe zwischen Truppen der Wehrmacht und der Roten Armee, bei denen rund 40% der Ortschaft zerstört wurde. Mehrere Zivilisten kamen dabei ums Leben. In Kleinbaumgarten fanden Infanteriegefechte mit Granatwerfereinsatz statt, wobei fünf Zivilpersonen getötet wurden.[2]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Nach dem Ergebnis der Volkszählung 2001 gab es 937 Einwohner. 1991 hatte die Gemeinde 884 Einwohner, 1981 873 und im Jahr 1971 911 Einwohner.

Kultur[Bearbeiten]

In der Gemeinde sind einige Vereine tätig, wie z.B. der Theaterverein Bühne Aktiv, der Ortsverschönerungsverein sowie die Freiwillige Feuerwehr.

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister der Gemeinde ist Alois Mareiner, Amtsleiterin Elfriede Egert.

Im Gemeinderat gibt es bei insgesamt 15 Sitzen nach der Gemeinderatswahl vom 25. Jänner 2015 folgende Mandatsverteilung: ÖVP 13, SPÖ 2, andere keine Sitze.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Pfarrkirche Gaubitsch
Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Gaubitsch
  • Bei der dem hl. Stephanus geweihten Pfarrkirche, einem im Kern romanischen (13. Jahrhundert) Gebäude mit gotischem (14. Jahrhundert) Chor, handelt es sich um eine bedeutende Mutterpfarre der Region.
  • In der Gemeinde befinden sich drei bemerkenswerte spätgotische Lichtsäulen aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Eine befindet sich bei Haus Nr. 7 (bezeichnet 1487), die zweite an der südlichen Einfahrtsstraße (bezeichnet 1507) und die dritte an der Straße nach Gnadendorf bereits außerhalb des Ortes. An der erstgenannten sind am Kapitell Abwehrköpfe angebracht, welche vermutlich "böse Kräfte" abhalten sollten.

Theater[Bearbeiten]

Es gibt im Ort einen Theaterverein Bühne Aktiv, der im Jahre 1984 gegründet und 2011 mehrfach ausgezeichnet wurde[3].

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten gab es im Jahr 2001 21, land- und forstwirtschaftliche Betriebe nach der Erhebung 1999 68. Die Zahl der Erwerbstätigen am Wohnort betrug nach der Volkszählung 2001 426. Die Erwerbsquote lag 2001 bei 46,42 Prozent.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Georg Seidl (1896–1968), Politiker, Nationalratsabgeordneter und Bürgermeister von Gaubitsch

Literatur[Bearbeiten]

  •  Evelyn Benesch, Bernd Euler-Rolle, Claudia Haas, Renate Holzschuh-Hofer, Wolfgang Huber, Katharina Packpfeifer, Eva Maria Vancsa-Tironiek, Wolfgang Vogg: Niederösterreich nördlich der Donau. In: Bundesdenkmalamt (Hrsg.): Dehio-Handbuch Die Kunstdenkmäler Österreichs. Anton Schroll & Co, Wien 1990, ISBN 3-7031-0652-2, S. 246–247.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Austria, Registerzählung vom 31. Oktober 2011
  2. Heeresgeschichtliches Museum/Militärhistorisches Institut (HGM/MHI), Militärgeschichtliche Forschungsabteilung (MilFoA), Studiensammlung, Bestand 1945, Schachtel 5, Fasz. 45/9, Gemeindeberichte Niederösterreich, Bezirk Mistelbach
  3. Auszeichnung als beliebtester Verein in Niederösterreich

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Gaubitsch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien