Drasenhofen

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Drasenhofen
Wappen Österreichkarte
Wappen von Drasenhofen
Drasenhofen (Österreich)
Drasenhofen
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Mistelbach
Kfz-Kennzeichen: MI
Fläche: 35,2 km²
Koordinaten: 48° 45′ N, 16° 39′ OKoordinaten: 48° 45′ 26″ N, 16° 38′ 56″ O
Höhe: 224 m ü. A.
Einwohner: 1.109 (1. Jän. 2018)
Bevölkerungsdichte: 32 Einw. pro km²
Postleitzahl: 2165
Vorwahl: 02554
Gemeindekennziffer: 3 16 06
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Drasenhofen 39
2165 Drasenhofen
Website: www.drasenhofen.at
Politik
Bürgermeister: Reinhard Künzl (ÖVP)
Gemeinderat: (2015)
(19 Mitglieder)
15
2
2
15 
Insgesamt 19 Sitze
Lage der Gemeinde Drasenhofen im Bezirk Mistelbach
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Über dieses Bild
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Schweinbarther Berg
Schweinbarther Berg
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Drasenhofen ist eine Gemeinde mit 1109 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2018) im Bezirk Mistelbach in Niederösterreich.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Drasenhofen, Ansicht über die Kellergasse

Drasenhofen liegt im nördlichsten Teil des Weinviertels in Niederösterreich. Die Fläche der Gemeinde umfasst 35,19 Quadratkilometer. 10,55 Prozent der Fläche sind bewaldet.

Es gibt einen internationalen Grenzübergang im Zuge der Brünner Straße (B 7 / E 461) zur sieben Kilometer nördlich gelegenen Stadt Mikulov (Nikolsburg) in Tschechien.

Durch die Gemeinde führt der seit 2010 ausgeschilderte Jakobsweg Weinviertel, der vom Heiligen Berg (Svatý kopeček u Mikulova) bei der südmährischen Stadt Mikulov kommend bis Krems an der Donau führt und Teil der Via Francigena und der Via Slavica ist.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende vier Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Januar 2018[1]):

  • Drasenhofen (537)
  • Kleinschweinbarth (178)
  • Steinebrunn (289)
  • Stützenhofen (105)

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Drasenhofen, Kleinschweinbarth, Steinebrunn und Stützenhofen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch archäologische Grabungen ist die Anwesenheit von Menschen bereits in der Altsteinzeit nachgewiesen. Funde von 18.000–28.000 Jahre alten Mammutstoßzähnen, Tierknochen und Werkzeug belegen, dass hier Steinzeitmenschen einst Jagdbeute zerlegten. Aus der Zeit der Glockenbecherkultur wurden Gräber gefunden und aus der Bronzezeit Siedlungsspuren.[2]

Drasenhofen wurde im Jahr 1190 erstmals unter dem bis ins 16. Jahrhundert üblichen Namen Taisenhof erwähnt.

Ab dem 14. Jahrhundert erwarb die Familie der Fünfkirchner Güter die ersten Güter in Steinebrunn. Die Adelsfamilie stieg im ausgehenden Mittelalter zu den mächtigsten Grundherren des nördlichen Weinviertels auf.

Prägend für den Ort und seine Geschichte ist die Brünnerstraße, die von Wien über Drasenhofen nach Brünn führt. Ende Mai 1945 war der Ort erste Station in Österreich für den Brünner Todesmarsch, der am 31. Mai 1945 begann und in dem die deutschen Bürger von Brünn aus ihrer Stadt getrieben wurden. Tausende überlebten nicht. 186 der Toten wurden in einem Massengrab auf dem Ortsfriedhof beigesetzt.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Ergebnis der Volkszählung 2001 gab es 1143 Einwohner. 1991 hatte die Gemeinde 1340 Einwohner, 1981 1511 und im Jahr 1971 1698 Einwohner.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister der Gemeinde ist Reinhard Künzl und Amtsleiterin ist Judith Pittner. Im Gemeinderat gibt es bei der Gemeinderatswahl 2015 bei insgesamt 19 Sitzen folgende Mandatsverteilung: ÖVP 15, FPÖ 2, SPÖ 2, andere keine Sitze.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Brünner Todesmarsch: Gedenktafel auf dem Friedhof in Drasenhofen
Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Drasenhofen

Siehe auch: Liste der Kellergassen in Drasenhofen

Drasenhofen
  • Katholische Pfarrkirche Drasenhofen hl. Veit
  • Pfarrhof im Heimatstil
  • Jubiläumshügel mit Kaiser-Franz-Josephs-Büste und Kriegerdenkmal am dreieckigen Kirchenplatz
  • Traktorium: Das Museum bietet eine Ausstellung von alten, restaurierten Traktoren zur Besichtigung, dazwischen eine Auswahl an alten Puch-Motorrädern und Zündapp-Rollern, alten Gendarmerie- und Postuniformen, Schildern, einem Feuerwehrfahrzeug, Puch 500 Autos und einer alten Zapfsäule.[3]
Kleinschweinbarth
Steinebrunn
Stützenhofen
  • Gruftkapelle der Grafen Fünfkirchen auf dem Friedhof
  • Die Kellergasse von Drasenhofen verläuft entlang eines Trassenstücks der alten Kaiserstraße nach Brünn. Seit 2005 wird hier im August ein Fest mit historischen Kostümen gefeiert, das dem Andenken an die Zeit der Kaiserstraße und berühmten Durchreisenden gewidmet ist.[4]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten gab es im Jahr 2001 48, land- und forstwirtschaftliche Betriebe nach der Erhebung 1999 109. Die Zahl der Erwerbstätigen am Wohnort betrug nach der Volkszählung 2001 487. Die Erwerbsquote lag 2001 bei 43,48 Prozent.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Drasenhofen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2018 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2018), (Excel)
  2. Mammutknochen bei A5-Umfahrung gefunden. In: ORF. 5. September 2018, abgerufen am 5. September 2018.
  3. Website des Traktoriums abgerufen am 11. Oktober 2010
  4. Kaiserstraßenfest Drasenhofen