Rabensburg

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Rabensburg
Wappen Österreichkarte
Wappen von Rabensburg
Rabensburg (Österreich)
Rabensburg
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Mistelbach
Kfz-Kennzeichen: MI
Fläche: 20,14 km²
Koordinaten: 48° 39′ N, 16° 54′ OKoordinaten: 48° 38′ 46″ N, 16° 54′ 12″ O
Höhe: 168 m ü. A.
Einwohner: 1.090 (1. Jän. 2017)
Bevölkerungsdichte: 54 Einw. pro km²
Postleitzahl: 2274
Vorwahl: 02535
Gemeindekennziffer: 3 16 45
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 24
2274 Rabensburg
Website: www.rabensburg.at
Politik
Bürgermeister: Wolfram Erasim (SPÖ)
Gemeinderat: (2015)
(19 Mitglieder)
16
3
16 
Von 19 Sitzen entfallen auf:
Lage der Marktgemeinde Rabensburg im Bezirk Mistelbach
Altlichtenwarth Asparn an der Zaya Bernhardsthal Bockfließ Drasenhofen Falkenstein Fallbach Gaubitsch Gaweinstal Gnadendorf Großengersdorf Großebersdorf Großharras Großkrut Hausbrunn Herrnbaumgarten Hochleithen Kreuttal Kreuzstetten Laa an der Thaya Ladendorf Mistelbach Neudorf bei Staatz Niederleis Ottenthal Pillichsdorf Poysdorf Rabensburg Schrattenberg Staatz Stronsdorf Ulrichskirchen-Schleinbach Unterstinkenbrunn Wildendürnbach Wilfersdorf (Niederösterreich) Wolkersdorf im Weinviertel NiederösterreichLage der Gemeinde Rabensburg im Bezirk Mistelbach (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Rabensburg (kroat. Ranšpurk)[1] ist eine Marktgemeinde mit 1090 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2017) im Bezirk Mistelbach in Niederösterreich.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rabensburg liegt im Weinviertel an der Staatsgrenze zu Tschechien, die vom Fluss Thaya gebildet wird. Die Fläche der Marktgemeinde umfasst 20,08 Quadratkilometer. 4,23 Prozent der Fläche sind bewaldet.

Es existieren keine weiteren Katastralgemeinden außer Rabensburg.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebiet von Rabensburg war bereits in der Jungsteinzeit, der Bronzezeit und der Hallstattzeit besiedelt. In der Flur Tiergartenlehen sind drei hallstattzeitliche Hügelgräber erhalten.[2]

Rabensburg wurde urkundlich erstmals 1255 erwähnt. König Johann von Böhmen eroberte den Ort 1328. Nach den Kuenringern und Zelkingern erhielten 1385 die Liechtensteiner die Herrschaft. Rabensburg wurde 1414 zum Markt erhoben, 1835 wurde das Marktrecht erneuert. Vor allem Ende des 17. Jahrhunderts und Anfang des 18. Jahrhunderts fanden bei Rabensburg zahlreiche Grenzkämpfe statt.

Zweiter Weltkrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs war Rabensburg Schauplatz von Kampfhandlungen und damit einhergehenden Zerstörungen. Darüber befindet sich im Archiv des Heeresgeschichtlichen Museums ein ausführlicher Bericht. Demnach wurde der Ort am 1. April 1945 durch deutsche Soldaten besetzt. Am 9. April wurden erstmals russische Soldaten gesichtet und es setzte heftiger Artilleriebeschuss ein. Nach dem Fall von Hohenau am 15. April begann der Kampf um Rabensburg, wobei konzentriertes Artilleriefeuer den ganzen Tag über anhielt. In der Nacht auf den 16. April kamen die Russen bis zum Südende des Ortes, wurden jedoch wieder abgedrängt. In der darauf folgenden Nacht wurde der Ort abermals 6 Stunden hindurch mit Artillerie beschossen, was einige Todesopfer forderte und mehrere Häuser in Brand steckte. Der Beschuss ging auch am 18. April unvermindert weiter, bis sich die Deutschen auf Grund der Aussichtslosigkeit einer Verteidigung absetzten und die Russen kampflos in den Ort einmarschierten. Durch den langen Artilleriebeschuss waren 56 Häuser und die Volksschule „total abgebrannt“.[3]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Ergebnis der Volkszählung 2001 gab es 1102 Einwohner. 1991 hatte die Marktgemeinde 1140 Einwohner, 1981 1273 und im Jahr 1971 1503 Einwohner.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister der Marktgemeinde ist Wolfram Erasim, Amtsleiter Christoph Zaniat. Im Marktgemeinderat gibt es nach der Gemeinderatswahl 2015 bei insgesamt 19 Sitzen folgende Mandatsverteilung: ÖVP 3, SPÖ 16, andere keine Sitze.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das mittelalterliche Schloss Rabensburg wurde im 17. Jahrhundert ausgebaut. Es ist nur von außen zu besichtigen. Die der Heiligen Helena geweihte römisch-katholische Pfarrkirche Rabensburg wurde im Spätbarock errichtet. Das Museum Rabensburg ist im denkmalgeschützten ehemaligen Pfarrhof untergebracht.

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Rabensburg

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten gab es im Jahr 2001 21, land- und forstwirtschaftliche Betriebe nach der Erhebung 1999 20. Die Zahl der Erwerbstätigen am Wohnort betrug nach der Volkszählung 2001 421. Die Erwerbsquote lag 2001 bei 39,05 Prozent.

Rabenburg liegt an der Nordbahn und an der Bernstein Straße.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Josef Buchta (* 1948), Präsident des Österreichischen Bundesfeuerwehrverbandes

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Nikolaus Wilhelm-Stempin: Das Siedlungsgebiet der Burgenlandkroaten. Hrsg.: Books on Demand GmbH, Norderstedt.
  2. DEHIO Niederösterreich nördlich der Donau. Schroll, Wien 1990, ISBN 3-7031-0652-2, S. 932–934.
  3. Heeresgeschichtliches Museum/Militärhistorisches Institut (HGM/MHI), Militärgeschichtliche Forschungsabteilung (MilFoA), Studiensammlung, Bestand 1945, Schachtel 5, Fasz. 45/9, Gemeindeberichte Niederösterreich, Bezirk Mistelbach

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Rabensburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien