Wilfersdorf (Niederösterreich)

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Marktgemeinde
Wilfersdorf
Wappen Österreichkarte
Wappen von Wilfersdorf
Wilfersdorf (Niederösterreich) (Österreich)
Wilfersdorf (Niederösterreich)
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Mistelbach
Kfz-Kennzeichen: MI
Fläche: 30,5 km²
Koordinaten: 48° 35′ N, 16° 39′ OKoordinaten: 48° 35′ 21″ N, 16° 38′ 41″ O
Höhe: 190 m ü. A.
Einwohner: 2.161 (1. Jän. 2019)
Bevölkerungsdichte: 71 Einw. pro km²
Postleitzahl: 2193
Vorwahl: 02573
Gemeindekennziffer: 3 16 54
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Marktplatz 16
2193 Wilfersdorf
Website: www.wilfersdorf.gv.at
Politik
Bürgermeister: Josef Tatzber (ÖVP)
Gemeinderat: (2020)
(21 Mitglieder)
14
6
1
14 
Insgesamt 21 Sitze
Lage von Wilfersdorf im Bezirk Mistelbach
AltlichtenwarthAsparn an der ZayaBernhardsthalBockfließDrasenhofenFalkensteinFallbachGaubitschGaweinstalGnadendorfGroßengersdorfGroßebersdorfGroßharrasGroßkrutHausbrunnHerrnbaumgartenHochleithenKreuttalKreuzstettenLaa an der ThayaLadendorfMistelbachNeudorf im WeinviertelNiederleisOttenthalPillichsdorfPoysdorfRabensburgSchrattenbergStaatzStronsdorfUlrichskirchen-SchleinbachUnterstinkenbrunnWildendürnbachWilfersdorf (Niederösterreich)Wolkersdorf im WeinviertelNiederösterreichLage der Gemeinde Wilfersdorf (Niederösterreich) im Bezirk Mistelbach (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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Marktplatz mit Blick Richtung Norden und der Pfarrkirche im Hintergrund
Marktplatz mit Blick Richtung Norden und der Pfarrkirche im Hintergrund
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Wilfersdorf ist eine österreichische Marktgemeinde mit 2161 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2019) im Bezirk Mistelbach in Niederösterreich.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wilfersdorf liegt im Weinviertel im nördlichen Teil von Niederösterreich an der Brünner Straße (alte Straßen- und Postverbindung zwischen Wien und Brünn). Die Fläche der Marktgemeinde umfasst 30,45 km², wovon 2,23 Prozent bewaldet sind.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst vier Ortschaften, die zugleich Katastralgemeinden sind (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2019[1]):

Am 1. Jänner 1967 erfolgte die Eingemeindung von Hobersdorf nach Wilfersdorf, am 1. Jänner 1971 die Eingemeindung von Bullendorf und Ebersdorf an der Zaya.[2]

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Marktrecht von Wulfenstorf wurde erstmals in einem Urbar von 1514 genannt.[3]

In den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs wurden Wilfersdorf und seine Katastralgemeinden Schauplatz heftiger und wechselvoller Kämpfe zwischen Truppen der Wehrmacht und der Roten Armee. Bereits am 15. April 1945 wurde Wilfersdorf aus der Luft angegriffen, wobei mehrere Gebäude zerstört wurden. Im Zuge der Bodenkämpfe gelang es einer kleinen deutschen Panzereinheit drei Mal, die Sowjets über die Zaya zurückzuwerfen. In weiterer Folge stand der Ort drei Tage lang unter Artilleriebeschuss, wobei 35 % des Gebäudebestandes zerstört und zwei Zivilisten getötet wurden. Am 19. April 1945 marschierte die Rote Armee in Wilfersdorf ein. In Hobersdorf fielen bei Kampfhandlungen zwischen 17. und 19. April insgesamt 27 deutsche Soldaten, 11 Gebäude wurden durch Brand zerstört. In Bullendorf fielen bei Infanteriegefechten 25 deutsche Soldaten der Waffen-SS, sechs Rotarmisten und drei Zivilpersonen. Am 20. April besetzten die sowjetischen Soldaten Bullendorf und begannen sofort mit der Plünderung, wobei es zu schweren Übergriffen und Kriegsverbrechen an der Zivilbevölkerung kam. Vergewaltigungen von Mädchen, jungen und auch alten Frauen über einen Zeitraum von fast einem halben Jahr nach Einmarsch der Russen in Bullendorf sind bezeugt. Männer, welche die Verstecke von Frauen nicht verraten wollten, wurden erschossen. Durch die katastrophale Versorgungslage brach in der Ortschaft auch der Typhus aus und forderte weitere Todesopfer. Erst im Herbst 1945 normalisierte sich die Lage wieder einigermaßen.[4]

Im August 2016 wurden beim Bau der Nord Autobahn (A5) bei Bullendorf zwei mit 2,5 m Länge ungewöhnlich lange Stoßzähne und Wirbelknochen eines Ur-Mammuts geborgen. Die Fossilien werden auf eine Million Jahre alt geschätzt.[5]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „In Gold ein roter Schräglinksbalken, belegt mit einem schreitenden silbernen Wolf.“

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Ergebnis der Volkszählung 2001 gab es 2.037 Einwohner. 1991 hatte die Marktgemeinde 1.829 Einwohner, 1981 hatte sie 1.906 Einwohner und im Jahr 1971 2.086 Einwohner.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindeamt in Wilfersdorf

Der Gemeinderat hat 21 Mitglieder.

Bürgermeister
  • bis 2012 Anton Döltl (ÖVP)
  • seit 2012 Josef Tatzber (ÖVP)

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfarrkirche Wilfersdorf
BW
  • Schloss Wilfersdorf: Das Schloss ist das Stammhaus der Haus Liechtenstein und seit 1436 in ihrem durchgehenden Besitz. Es beherbergt eine Dauerausstellung zur Geschichte der Familie Liechtenstein – von Hugo von Liechtenstein (Mitte des 12. Jhdts.) bis zu Hans-Adam II., dem regierenden Fürsten von und zu Liechtenstein – einem Spiegelbild österreichischer und europäischer Geschichte.
  • Heimatmuseum Wilfersdorf: In einem Seitentrakt des Schloss Wilfersdorf.
  • Katholische Pfarrkirche Wilfersdorf Maria Königin mit Pfarrhof in der Mitte der Ortschaft Bullendorf. Die Kirche und vermutlich auch der Pfarrhof, wurden von fürstl. Architekten Karl Weinbrenner geplant und von Baumeister Josef Dunkl errichtet. In der ersten Hälfte des Jahres 2013 wurde der Pfarrhof zu einer Arztpraxis mit Hausapotheke adaptiert.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2001 gab es 72 nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten. Bei der Erhebung von 1999 gab es zudem 84 land- und forstwirtschaftliche Betriebe. Die Zahl der Erwerbstätigen am Wohnort lag nach der Volkszählung 2001 bei 986. Die Erwerbsquote lag 2001 bei 50,07 Prozent.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der FC Wilfersdorf wurde 1950 gegründet. Der Verein spielt derzeit (Saison 2018/2019) in der 2. Klasse Weinviertel Nord. Der größte Erfolg gelang 1996/97 mit dem Meistertitel in der Unterliga. Sonstige Meistertitel: 1952/53 Meister in der 2. Klasse Erdölgebiet, 1983/84 und 1989/90 Meister in der 2. Klasse Zayatal.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Wilfersdorf (Lower Austria) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2019 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2019), (CSV)
  2. Gemeindeänderungen ab 1945 (Vereinigungen, Teilungen, Namens- u. Statusänderungen). Statistik Austria, S. 28, 68, abgerufen am 14. Februar 2019.
  3. Eigenverlag (Hrsg.): 1514-2014 - 500 Jahre Marktrecht Wilfersdorf. 7 - Schriftenreihe Museum Wilfersdorf. Eigenverlag, Wilfersdorf 2014.
  4. Heeresgeschichtliches Museum/Militärhistorisches Institut (HGM/MHI), Militärgeschichtliche Forschungsabteilung (MilFoA), Studiensammlung, Bestand 1945, Schachtel 5, Fasz. 45/9, Gemeindeberichte Niederösterreich, Bezirk Mistelbach
  5. Ur-Mammut auf A5-Baustelle entdeckt. In: noe.orf.at. 29. August 2016, abgerufen am 17. Februar 2019.
  6. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 1995 in Wilfersdorf. Amt der NÖ Landesregierung, 30. März 2000, abgerufen am 20. März 2020.
  7. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2000 in Wilfersdorf. Amt der NÖ Landesregierung, 4. Februar 2005, abgerufen am 20. März 2020.
  8. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2005 in Wilfersdorf. Amt der NÖ Landesregierung, 4. März 2005, abgerufen am 20. März 2020.
  9. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2010 in Wilfersdorf. Amt der NÖ Landesregierung, 8. Oktober 2010, abgerufen am 20. März 2020.
  10. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2015 in Wilfersdorf. Amt der NÖ Landesregierung, 1. Dezember 2015, abgerufen am 20. März 2020.
  11. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2020 in Wilfersdorf. Amt der NÖ Landesregierung, 26. Januar 2020, abgerufen am 20. März 2020.