Ulrichskirchen-Schleinbach

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Ulrichskirchen-Schleinbach
Wappen Österreichkarte
Wappen von Ulrichskirchen-Schleinbach
Ulrichskirchen-Schleinbach (Österreich)
Ulrichskirchen-Schleinbach
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Mistelbach
Kfz-Kennzeichen: MI
Hauptort: Ulrichskirchen
Fläche: 26,51 km²
Koordinaten: 48° 24′ N, 16° 29′ OKoordinaten: 48° 24′ 3″ N, 16° 29′ 28″ O
Höhe: 192 m ü. A.
Einwohner: 2.630 (1. Jän. 2018)
Bevölkerungsdichte: 99 Einw. pro km²
Postleitzahl: 2122
Vorwahl: 02245
Gemeindekennziffer: 3 16 51
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Kirchenplatz 3
2122 Ulrichskirchen-Schleinbach
Website: www.ulrichskirchen-schleinbach.gv.at
Politik
Bürgermeister: Ernst Bauer (ÖVP)
Gemeinderat: (2015)
(21 Mitglieder)
11
6
4
11 
Insgesamt 21 Sitze
Lage der Marktgemeinde Ulrichskirchen-Schleinbach im Bezirk Mistelbach
AltlichtenwarthAsparn an der ZayaBernhardsthalBockfließDrasenhofenFalkensteinFallbachGaubitschGaweinstalGnadendorfGroßengersdorfGroßebersdorfGroßharrasGroßkrutHausbrunnHerrnbaumgartenHochleithenKreuttalKreuzstettenLaa an der ThayaLadendorfMistelbachNeudorf bei StaatzNiederleisOttenthalPillichsdorfPoysdorfRabensburgSchrattenbergStaatzStronsdorfUlrichskirchen-SchleinbachUnterstinkenbrunnWildendürnbachWilfersdorf (Niederösterreich)Wolkersdorf im WeinviertelNiederösterreichLage der Gemeinde Ulrichskirchen-Schleinbach im Bezirk Mistelbach (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

BW

Ulrichskirchen-Schleinbach ist eine Marktgemeinde mit 2630 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2018) im Bezirk Mistelbach in Niederösterreich.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ulrichskirchen-Schleinbach liegt im Weinviertel in Niederösterreich. Die Fläche der Marktgemeinde umfasst 26,5 Quadratkilometer. 26,56 Prozent der Fläche sind bewaldet.

Bis Anfang des 19. Jahrhunderts mäandrierte der Rußbach bei Ulrichskirchen und es bestanden ausgedehnte Feuchtgebiete. Um den landwirtschaftlichen Anbau intensivieren zu können, wurde der Rußbach später begradigt und nasse Flächen trockengelegt. Die Maßnahmen hatten schwerwiegende ökologische Defizite zur Folge, viele wassergebundene Tier- und Pflanzenarten verloren ihren Lebensraum. Weiters bewirkten die Maßnahmen, dass Niederschläge schneller abflossen und weiter flussabwärts größere Hochwasserschäden auftraten. Als Korrektiv wurden zwischen 2003 und 2004 zwei Retentionsräume, bei Schleinbach mit 143.000 Kubikmetern und südöstlich von Ulrichskirchen mit 54.000 Kubikmetern, und eine Flussaufweitung östlich von Ulrichskirchen vorgenommen. Dadurch können Hochwasserwellen aufgefangen und abgefedert werden. Durch den Retentionsraum Schleinbach alleine wird die Hochwasserspitze eines hundertjährlichen Hochwassers um rund ein Viertel gedämpft. In den Schleinbacher Retentionsraum wurde ein bestehender Bruchwald miteinbezogen und mehrere Stillgewässer sowie ein Bachlauf geschaffen. Dadurch wurde der Lebensraum u. a. für Wasservögel wiederhergestellt. Als Zugvögel konnten mittlerweile der Große Brachvogel, die Beutelmeise, die Schafstelze, die Krickente und der Wasserwaldläufer beobachtet werden, als Brutvogel Zwergtaucher und Kiebitz.[1]

Im Kreuttal, das vom hier unregulierten Rußbach durchflossen wird, existiert das österreichweit einzige Vorkommen des Speta-Blausterns.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende drei Katastralgemeinden (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Januar 2018[2]):

  • Kronberg (462)
  • Schleinbach (1031)
  • Ulrichskirchen (1137)

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beim Bau der Gaspipeline Westschiene wurden Siedlungsplätze, die aus der frühen Jungsteinzeit (5. Jahrtausend vor Christus), der Frühbronzezeit (1800–1600 vor Christus) und der Germanenzeit (2./3. Jahrhundert nach Christus) stammen, freigelegt. Der Fund einer Vorratsgrube, in der sich drei Skelette befanden, stammt aus der sogenannten Aunjetitzer Kultur.[3]

In den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs, zwischen 14. und 16. April 1945, wurde Schleinbach Schauplatz heftiger und wechselvoller Kämpfe zwischen Truppen der Wehrmacht und der Roten Armee, bei denen 40 deutsche und 15 sowjetische Soldaten ums Leben kamen. Durch Luftangriffe und Artilleriebeschuss entstanden schwere Gebäudeschäden. Die nach Westen abziehenden deutschen Truppen sprengten sieben Brücken, darunter drei Eisenbahnbrücken. Ulrichskirchen wurde am 12. und 19. April aus der Luft angegriffen, wobei Zivilisten getötet wurden und sieben Gebäude abbrannten.[4]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Ergebnis der Volkszählung 2001 gab es 2329 Einwohner. 1991 hatte die Marktgemeinde 2253 Einwohner, 1981 2084 und im Jahr 1971 2033 Einwohner.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „In Grün eine zweitürmige rotbedachte silberne Kirche in Frontansicht, die Turmdächer mit bekreuzten Turmkugeln besteckt, mit schwarzem Portal, darüber auf dem Langhausgiebel der heilige Ulrich in rotem Gewand (Dalmatik), goldenem Umhang und goldener Mitra, in der Linken einen goldenen Bischofsstab, in der Rechten einen silbernen Fisch haltend.“

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat hat 21 Mitglieder.

  • Mit den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 1990 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 11 ÖVP, 9 SPÖ, und 1 FPÖ.
  • Mit den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 1995 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 9 ÖVP, 7 SPÖ, 4 Liste Aktiv, und 1 FPÖ.
  • Mit den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2000 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 10 SPÖ, 8 ÖVP, 1 GRÜNE, 1 FPÖ, und 1 Liste Aktiv.
  • Mit den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2005 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 10 SPÖ, 9 ÖVP, und 2 GRÜNE.
  • Mit den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2010 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 11 ÖVP, 8 SPÖ, und 2 GRÜNE.
  • Mit den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2015 hat der Gemeinderat folgende Verteilung: 11 ÖVP, 6 SPÖ, und 4 GRÜNE.
Bürgermeister
  • 1995–2005 Otto Krenek (SPÖ)
  • seit 2005 Ernst Bauer (ÖVP)

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Ulrichskirchen-Schleinbach

Siehe auch: Liste der Kellergassen in Ulrichskirchen-Schleinbach

  • Der MVO Schleinbach zählt zu den bekanntesten traditionellen Ortsmusikkapellen in Niederösterreich und lädt regelmäßig zu hochwertigen Konzerten – zum Beispiel alljährlich zum Schlosskonzert im Schloss Ulrichskirchen.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten gab es im Jahr 2001 74, land- und forstwirtschaftliche Betriebe nach der Erhebung 1999 40. Die Zahl der Erwerbstätigen am Wohnort betrug nach der Volkszählung 2001 978. Die Erwerbsquote lag 2001 bei 43,32 Prozent.

Das wirtschaftlich größte Unternehmen Schleinbachs ist die Bäckerei Anger.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fußball

  • SG Ulrichskirchen
  • USC Kronberg

Tennis

  • TC Ulrichskirchen

Volleyball

  • VBV Sandleithen

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Markus Friedrich Jeitler, Ronald Woldron: Schloss Ulrichskirchen. Eine Bau- & Herrschaftsgeschichte. [A. Bulgarini d'Elci] Ulrichskirchen 2003.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ulrichskirchen-Schleinbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Heinz Wiesbauer und Manuel Denner: Feuchtgebiete - Natur- und Kulturgeschichte der Weinviertler Gewässer, Wien 2013 (herausgegeben vom Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft und dem Amt der niederösterreichischen Landesregierung, Abteilung Gewässerbau)
  2. Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2018 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2018), (Excel)
  3. Siedlungen aus Ur- und Frühzeit entdeckt. ORF. 11. Juni 2011. Abgerufen am 12. Juni 2011.
  4. Heeresgeschichtliches Museum/Militärhistorisches Institut (HGM/MHI), Militärgeschichtliche Forschungsabteilung (MilFoA), Studiensammlung, Bestand 1945, Schachtel 5, Fasz. 45/9, Gemeindeberichte Niederösterreich, Bezirk Mistelbach