Ottenthal

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Ottenthal (Begriffsklärung) aufgeführt.
Ottenthal
Wappen von Ottenthal
Ottenthal (Österreich)
Ottenthal
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Mistelbach
Kfz-Kennzeichen: MI
Fläche: 15,4 km²
Koordinaten: 48° 46′ N, 16° 35′ OKoordinaten: 48° 45′ 33″ N, 16° 34′ 42″ O
Höhe: 240 m ü. A.
Einwohner: 574 (1. Jän. 2016)
Bevölkerungsdichte: 37 Einw. pro km²
Postleitzahl: 2163
Vorwahl: 02554
Gemeindekennziffer: 3 16 58
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Ottenthal 194
2163 Ottenthal
Website: www.ottenthal.gv.at/
Politik
Bürgermeister: Erwin Cermak (ÖVP)
Gemeinderat: (2015)
(15 Mitglieder)
11
4
11 
Von 15 Sitzen entfallen auf:
Lage der Gemeinde Ottenthal im Bezirk Mistelbach
Altlichtenwarth Asparn an der Zaya Bernhardsthal Bockfließ Drasenhofen Falkenstein Fallbach Gaubitsch Gaweinstal Gnadendorf Großengersdorf Großebersdorf Großharras Großkrut Hausbrunn Herrnbaumgarten Hochleithen Kreuttal Kreuzstetten Laa an der Thaya Ladendorf Mistelbach Neudorf bei Staatz Niederleis Ottenthal Pillichsdorf Poysdorf Rabensburg Schrattenberg Staatz Stronsdorf Ulrichskirchen-Schleinbach Unterstinkenbrunn Wildendürnbach Wilfersdorf (Niederösterreich) Wolkersdorf im Weinviertel NiederösterreichLage der Gemeinde Ottenthal im Bezirk Mistelbach (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Ottenthal ist eine Gemeinde mit 574 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2016) im Bezirk Mistelbach in Niederösterreich.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ottenthal liegt am nördlichen Rand des Weinviertels in Niederösterreich. Die Fläche der Gemeinde umfasst 15,46 Quadratkilometer. 5,16 Prozent der Fläche sind bewaldet.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende zwei Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2015[1]):

  • Guttenbrunn (135)
  • Ottenthal (452)

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Guttenbrunn und Ottenthal.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Norden grenzt Ottenthal an Tschechien. Österreichische Nachbargemeinden sind (von Osten im Uhrzeigersinn) Drasenhofen, Falkenstein, Neudorf bei Staatz und Wildendürnbach.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im österreichischen Kernland Niederösterreich liegend teilte der Ort die wechselvolle Geschichte Österreichs.

Zweiter Weltkrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Endphase des Zweiten Weltkriegs kam es in Ottenthal zwar zu keinen nennenswerten Kampfhandlungen, jedoch zu Übergriffen auf die Zivilbevölkerung durch Soldaten der Roten Armee. Am 22. April 1945 marschierten die Russen nach einem Brandbombenbeschuss in der Nacht zuvor, bei dem zwei Wohngebäude abbrannten und 5 Zivilisten getötet wurden, in den Ort ein. Nachdem sich die Soldaten einquartiert hatten, wurden mehrere Ortsbewohner, die ihre Töchter vor Vergewaltigungen schützen wollten, ermordet. Der Ort blieb bis Ende Mail 1945 von der Roten Armee besetzt, danach litt die Bevölkerung durch Raubzüge tschechischer Partisanen.[2]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Ergebnis der Volkszählung 2001 gab es 626 Einwohner. 1991 hatte die Gemeinde 656 Einwohner, 1981 679 und im Jahr 1971 768 Einwohner.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister der Gemeinde ist Erwin Cermak, Amtsleiter Gottfried Tholler.

Im Gemeinderat gibt es bei insgesamt 15 Sitzen nach der Gemeinderatswahl 2015 folgende Mandatsverteilung: SPÖ 4, Liste ÖVP 11, andere keine Sitze.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „In Grün zwischen vier, zwei zu zwei versetzt gestellte, weiße Blüten mit vier schräggestellten Blütenblättern und goldenem Butzen eine gestürzte, eingeschweifte weiß-gesäumte rote Spitze, darin ein gestürztes goldenes Schwert.“ Die Fahnenfarben sind rot, golden und grün, belegt mit dem Ortswappen.

Das goldene Schwert und die rote Spitze symbolisieren Schwert und Mantel des Hl. Martin, Schutzpatron der Ortskirche, die Blüten die des wildwachsenden Tátorján-Meerkohls.

Das Wappen wurde aufgrund eines Gemeindebeschlusses vom 13. Juni 2008 mit Wappenvorschlag an die niederösterreichische Landesregierung am 28. Juni 2009 offiziell vergeben und durch Landeshauptmann Erwin Pröll feierlich an Bürgermeister Albert Graf überreicht. Da die meisten Gemeinden des Bezirkes Mistelbach über ein Gemeindewappen verfügen, hatte sich auch der Gemeinderat von Ottenthal zur Führung eines eigenen Wappens entschlossen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe Liste der denkmalgeschützten Objekte in Ottenthal

Natur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Westlich des Ortes liegt das Naturschutzgebiet Zeiserlberg, in dem sich das österreichweit einzige Vorkommen des Tátorján-Meerkohls befindet. Die Art ist ein Relikt der letzten Eiszeit und ihr Hauptverbreitungsgebiet liegt in den weiten Steppen nördlich des Schwarzen Meeres. Der nächste Fundort befindet sich in Südmähren.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten gab es im Jahr 2001 15, land- und forstwirtschaftliche Betriebe nach der Erhebung 1999 67. Die Zahl der Erwerbstätigen am Wohnort betrug nach der Volkszählung 2001 264. Die Erwerbsquote lag 2001 bei 44,24 Prozent.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Paul Christian Jezek (* 1963), Buchautor (Der Fall Libro, Unternehmerhandbuch), Gründungsmitglied des WirtschaftsBlattes (1995) und Chefredakteur des Unternehmer
  • Wilhelm "Duke" Jezek (1941–2009), vielseitiger Autor, Maler und Musiker, 1977 Co-Betreuer des österreichischen Schülerligameisters SHS Laa/Thaya, Lehrer für Englisch, Musik, Bildnerische Erziehung u. a.
  • Jennifer Kresitschnig, geborene Martha Jezek (* 1976), Buchautorin (Unklar, Auf der Suche nach dem geheimnisvollen Drachen. Lilly und Nikolas in Kärnten, Anne von Rien. Das große Turnier, Das Knuffale)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistik Austria, Bevölkerung am 1.1.2015 nach Ortschaften
  2. Heeresgeschichtliches Museum/Militärhistorisches Institut (HGM/MHI), Militärgeschichtliche Forschungsabteilung (MilFoA), Studiensammlung, Bestand 1945, Schachtel 5, Fasz. 45/9, Gemeindeberichte Niederösterreich, Bezirk Mistelbach

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ottenthal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien