Gebrüder Weiss

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Gebrüder Weiss GmbH

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Rechtsform GmbH
Gründung 1823
Sitz Lauterach, Österreich
Mitarbeiterzahl 7100 (März 2019)[1]
Umsatz 1,67 Mrd. EUR (2018)
Branche Transport / Logistik / Spedition
Website www.gw-world.com
Stand: 14. März 2019

Firmensitz Lauterach

Die Gebrüder Weiss GmbH ist das älteste österreichische Unternehmen im Bereich Transport und Logistik.

Der Konzern ist ein privates Speditionsunternehmen, das vollständig im Besitz der Familien Senger-Weiss und Jerie ist. Der Firmensitz befindet sich in Lauterach in Vorarlberg. Weltweit ist das Unternehmen an 150 Standorten vertreten und seit der EU-Osterweiterung im Jahr 2004 ist es auch in Ost- und Mitteleuropa verstärkt tätig. Für den Wiener Raum wurde 2006 in Maria Lanzendorf bei Schwechat das bisher größte Logistikterminal von Gebrüder Weiss eröffnet. Neben der Durchführung von Linienverkehren und Paketdiensten werden auch kundenspezifische Transport- und Logistiklösungen angeboten.

Geschichte der Gebrüder Weiss GmbH[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gebrüder Weiss ist das älteste Speditionsunternehmen Österreichs.

Vorgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Lindauer Bote (Transportdienst zwischen Lindau und Mailand) wurde 1322 erstmals urkundlich erwähnt und die „Wizze“ (Weiss) wurden 1330 in einer Steuerliste des Stiftes St. Gallen erstmals genannt.

Firmengründung 1823[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1823 wurde die Firma Gebrüder Weiss in Fußach gegründet und 1872 wurde der Firmensitz nach Bregenz verlegt.

Bis 1914 bauten die Gebrüder Weiss Filialen in der Donaumonarchie – unter anderem in Wien, Venedig, Genua und Triest, aber auch in Buchs (Schweiz). Ferdinand Weiss übernahm 1921 die Geschäftsführung und in der Folge wurden Niederlassungen in Hamburg und Wels gegründet. Ab 1950 kam es zur Expansionsphase in Österreich: Neue Niederlassungen in Innsbruck, Graz und Linz wurden eröffnet. Die Westeuropa-Verkehre und die Luftfrachtorganisation wurden aufgebaut. Heidegunde und Paul Senger-Weiss übernahmen 1968 die Führung des Unternehmens und die Gebrüder Weiss OHG wurde 1972 in eine GmbH umgewandelt.

Der Gebrüder Weiss-Konzern mit Holding wird 1980 geschaffen und die Organisation in der Schweiz sowie im deutschen Bodenseeraum ausgebaut. Im selben Jahr erhielt das Unternehmen die Staatliche Auszeichnung und darf seither das Bundeswappen im Geschäftsverkehr verwenden.

Der Paketdienst APS-Austria Paket System (heute: DPD Austria) wurde 1988 gegründet und es folgten weitere Kooperations-/Franchisevereinbarungen mit DPD.

Ab 1989 Expansion nach Mittel- und Osteuropa[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs expandierte Gebrüder Weiss 1989 in die benachbarten Mittel- und Osteuropäischen Länder (MOEL). Weiters wurde ein besonderes Augenmerk auf den Ausbau des Filialnetzes in den Nachbarländern (Budapest, Prag, Brünn, Bratislava, Maribor, Ljubljana) sowie in Fernost (Shanghai, Hongkong, Quingdao) gelegt.

In Tschechien entstanden 1999 neue Filialen (Budweis, Hradec Králové, Ostrava), ebenso in Ungarn und China (Nanjing). Das Tochterunternehmen inet-logistics wurde gegründet. Ein Joint Venture verstärkt seit 2000 die Präsenz in Singapur und das Filialnetz in China (Ningbo, Beijing), in Kroatien (Zagreb, Osijek, Karlovac) und in Tschechien (Pilsen) wurde weiter ausgebaut. Das Tochterunternehmen „x|vise - innovative logistics“ wurde gegründet. An den Speditionen Cargolog Bulgarien und Cargolog Rumänien wurden 2001 Mehrheitsbeteiligungen erworben. Der Express-Speditionsdienst „ORANGE on time“ startete in Österreich und in China wurden neue Standorte in Tianjin und Dalian eröffnet.

Ein Joint Venture wurde mit Röhlig & Co in den USA mit fünf neuen Standorten eingegangen und Gebrüder Weiss erhielt die A-Lizenz für den Standort Shanghai. Gebrüder Weiss wurde nun auch operativ in Serbien-Montenegro tätig. Gemeinsam mit dem Gebrüder-Weiss-Partner Röhlig & Co. wurde 2004 in Dubai eine Niederlassung eröffnet und das chinesische Filialnetz erweitert (Zhanjiang, Xiamen).

Im Jahr 2007 konnte mit 4328 Mitarbeitern der Umsatz um 9 Prozent auf 950 Mio. Euro erhöht werden.[2] Seit dem 7. Jänner 2008 verkehrt der Güterzug „Orange Combi Cargo“ (OCC, so genannt in Anlehnung an die Firmenfarbe) als exklusiver Ganzzug täglich zwischen Wien und Bludenz. Seit dem 22. September 2008 bedient ein weiterer OCC auch die Strecke Wien-Salzburg.

Am 3. August 2009 wurde in Maria Saal (Kärnten), nach einem Jahr Bauzeit, ein neues Logistikterminal in Betrieb genommen.[3] Im September 2009 wurde in Bukarest ein Logistik-Terminal eröffnet.[4] Im gleichen Monat übernahm Gebrüder Weiss 16 Standorte in Indien und gründete „Weiss-Röhlig India“.[5]

2009 wurden mehr als 75 Prozent an der in Serbien tätigen internationalen Spedition Eurocargo übernommen.[6]

Im Jahr 2010 stieg Gebrüder Weiss mit 25 Prozent bei der internationalen Spedition Wilhelm Diehl aus Esslingen (Deutschland) ein.[7]

Im Herbst 2010 veröffentlichte Gebrüder Weiss einen Nachhaltigkeitsbericht nach den Standards der Global Reporting Initiative.[8]

2011 erwarb das Unternehmen einen Windpark in Norddeutschland.[9] Zudem erwirtschaftete das Unternehmen erstmals in der über 500-jährigen Geschichte im Geschäftsjahr 2011 einen Umsatz von mehr als einer Milliarde Euro.[10]

Im Jahr 2012 erzielte Gebrüder Weiss einen vorläufigen Nettoumsatz von 1,15 Mrd. Euro[11] und ging ein Joint Venture mit „Tegeta Motors Ltd.“ in Tiflis (Georgien) ein.[12] Im April 2012 übernahm Gebrüder Weiss die Spedition Diehl in Baden-Württemberg zu 100 %[13] und es war der Beginn des operativen Geschäfts am Standort Montenegro. In Jeneč wurde eine neue Niederlassung in Tschechien in Betrieb genommen und in Asien übernahm Gebrüder Weiss den japanischen Logistikdienstleister „JHB Express“.

2013 baute Gebrüder Weiss ein neues Logistikzentrums im georgischen Tiflis und übernahm den auf die GUS- und Kaukasus-Länder spezialisierten Spedition „Far Freight“.[14] Weiss-Röhlig richtete in Vietnam zwei neue Geschäftsstellen ein.

2014 eröffnete Gebrüder Weiss eine Niederlassung in Istanbul (Türkei).[15] In China gründete das Unternehmen mit der Jilin International Transport Corporation (JIT) ein Joint Venture mit Schwerpunkt Automobillogistik.[16]

Anfang 2015 wurde eine neue Niederlassung mit drei Filialen in Russland eröffnet.[17] Am 21. März 2017 teilte das Unternehmen mit, dass die Deutsche Transport-Compagnie (DTC), mit ihren Standorten Nürnberg, Loßburg und Lüdenscheid, mit wirtschaftlicher Wirkung mit Jahresbeginn 2017 von der Familie Diehl übernommen wurde.[18]

Im Jahr 2017 gründete Gebrüder Weiss in den USA eine eigene Landesorganisation mit Zentrale in Chicago und Standorten in New York, Atlanta, Boston, Dallas und Los Angeles.[19]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Für den OCC erhielt Gebrüder Weiss am 13. November 2008 den Österreichischen Staatspreis.
  • Vom Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend (BMWFJ) in Wien erhielt das Unternehmen am 12. Oktober 2010 das Bundeswappen „Staatlich ausgezeichneter Ausbildungsbetrieb“.[20]
  • Heidi Senger-Weiss wurde im November 2015 als erste Frau in die „Logistics Hall of Fame“ aufgenommen.[21]
  • Zusätzlich erhielt Gebrüder Weiss für die Spiele-App „Logistics Expert“ 2015 den Deutschen Preis für Onlinekommunikation.[22][23]
  • Gebrüder Weiss wurde 2002 von der Tageszeitung „WirtschaftsBlatt“ zum besten österreichischen Familienunternehmen gekürt.
  • Heidi und Paul Senger-Weiss wurden als WU-Manager des Jahres 2003 ausgezeichnet.[24]
  • Vier Sonderbriefmarken erinnern an den historischen Kurierdienst „Mailänder Bote“ und damit an die Frühgeschichte von Gebrüder Weiss (1474 bis 1826).[25]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Vorarlberg: Gebrüder Weiss steigerte Umsatz auf 1,67 Mrd. Euro (14. März 2018)
  2. Gebrüder Weiss kratzen an Milliarden-Umsatzgrenze (12. März 2008)
  3. Gebrüder Weiss nimmt neuen Terminal Maria Saal in Betrieb (3. August 2009)
  4. Gebrüder Weiss: Logistik-Terminal in Bukarest (4. September 2009)
  5. Gebrüder Weiss erhöht Schlagkraft in Indien
  6. Gebrüder Weiss übernimmt serbische Eurocargo
  7. Gebrüder Weiss steigt bei der Spedition Diehl ein
  8. Nachhaltige Berichterstattung basiert auf Transparenz
  9. Gebrüder Weiss kauft Windpark
  10. Eine Milliarde: Gebrüder Weiss erzielt Rekordumsatz
  11. Gebrüder Weiss weiter im Aufwärtstrend
  12. Gebrüder Weiss: Erster Schritt in den Kaukasus
  13. Gebrüder Weiss übernimmt Spedition Diehl vollständig
  14. Gebrüder Weiss baut Kompetenz in Zentralasien weiter aus
  15. Türkische Niederlassung eröffnet (Memento vom 2. April 2015 im Internet Archive), auf http://www.verkehr.co.a
  16. Joint-Venture Automobillogistik@1@2Vorlage:Toter Link/www.dvz.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  17. Logistiker Gebrüder Weiss eröffnet neuen Standort in Moskau (13. Januar 2015)
  18. http://newsroom.gw-world.com/de/gebruder-weiss/unternehmen/gebrueder-weiss-uebernimmt-die-deutsche-transport-compagnie/
  19. https://www.vn.at/markt/2017/07/03/gebrueder-weiss-erobert-neue-welt.vn
  20. Auszeichnungen - gw-world.com. Abgerufen am 21. Januar 2019.
  21. Logistics Hall of Fame: Erste Frau aufgenommen (26. November 2015)
  22. Auszeichnung für Spiele-App: Logistics Expert (Memento vom 15. Februar 2016 im Internet Archive)
  23. Gewinner. (PDF) (Nicht mehr online verfügbar.) Deutscher Preis für Onlinekommunikation, 2015, S. 59, archiviert vom Original am 29. März 2016; abgerufen am 29. März 2016.
  24. Wirtschaftsblatt: Ehepaar Senger-Weiss ausgezeichnet (Memento vom 17. Juni 2015 im Internet Archive). Artikel vom 18. Oktober 2003, abgerufen am 17. Juni 2015.
  25. Sonderbriefmarken (Memento des Originals vom 2. April 2015 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.industrieweb.at

Koordinaten: 47° 28′ 6,9″ N, 9° 43′ 38″ O