Laredo (Texas)

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Laredo
Spitzname: The Gateway City, The City Under Seven Flags
Laredo Downtown
Laredo Downtown
Siegel von Laredo
Siegel
Flagge von Laredo
Flagge
Lage von Laredo in Texas
Webb County Laredo.svg
Basisdaten
Gründung: 1755
Staat: Vereinigte Staaten
Bundesstaat: Texas
County: Webb County
Koordinaten: 27° 30′ N, 99° 30′ WKoordinaten: 27° 30′ N, 99° 30′ W
Zeitzone: Central (UTC−6/−5)
Einwohner:
– Metropolregion:
257.156 (Stand: 2016)
271.193 (Stand: 2016)
Bevölkerungsdichte: 1.189,9 Einwohner je km2
Fläche: 218,96 km2 (ca. 85 mi2)
davon 216,11 km2 (ca. 83 mi2) Land
Höhe: 137,2 m
Postleitzahlen: 78040–78049, 88000
Vorwahl: +1 956
FIPS: 48-41464
GNIS-ID: 1339633
Website: www.laredotexas.gov
Bürgermeister: Pete Saenz (2014–2018)
Webb County Building.JPG
Webb County Verwaltungszentrum

Laredo ist eine Stadt im US-Bundesstaat Texas am Nordufer des Rio Grande an der Grenze zu Mexiko. Laredo ist Verwaltungssitz des Webb County. Zur einwohnerreicheren mexikanischen Schwesterstadt Nuevo Laredo am gegenüber gelegenen Südufer des Rio Grande führen vier Straßenbrücken und eine Eisenbahnbrücke.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

The City under seven Flags[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Laredos Spitzname The City under seven Flags (die Stadt unter sieben Flaggen) deutet auf die Geschichte der Stadt hin und die sieben Staaten, zu denen Laredo gehörte:

Geschichtliche Übersicht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt wurde 1755 gegründet. Zu dieser Zeit wurde die Region Nuevo Santander genannt und war Teil der spanischen Kolonie Neuspanien. 1840 war Laredo die Hauptstadt der ‚Unabhängigen Republik von Rio Grande‘. 1846 wurde die Stadt durch die Texas Ranger besetzt.

Die Stadt ist stark geprägt durch ihre wirtschaftliche Lage als Grenz- und Handelsstadt an den großen Verkehrsstraßen Nordamerikas und hat in den letzten Jahrzehnten dadurch einen starken Aufschwung der Wirtschafts- und vor allem Einwohnerzahlen erlebt.

Die Stadt ist überregional bekannt als Veranstaltungsort der Washington’s Birthday Celebration, eine fast einen Monat andauernde Feier zu Ehren George Washingtons. Die Feierlichkeiten schließen mehrere Festivals ein und ziehen jährlich ca. 400.000 Besucher an. Sie finden jedes Jahr Ende Januar bis Mitte Februar statt.[1]

Laredo ist seit 3. Juli 2000 Sitz des Bistums Laredo. Hauptkirche ist die Cathedral of San Agustin.

Demografische Daten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungswachstum
Census Einwohner ± in %
1860 1256
1870 2046 62,9 %
1880 3521 72,1 %
1890 11.319 221,5 %
1900 13.429 18,6 %
1910 14.855 10,6 %
1920 22.710 52,9 %
1930 32.618 43,6 %
1940 39.274 20,4 %
1950 51.910 32,2 %
1960 60.678 16,9 %
1970 69.024 13,8 %
1980 91.449 32,5 %
1990 122.899 34,4 %
2000 176.576 43,7 %
2010 236.091 33,7 %
1860–2000,[2] 2010[3]

Dem amerikanischen Census Bureau zufolge ist Laredo damit die am zweitschnellsten wachsende Stadt (nach Las Vegas, Nevada) der USA. Laredos Bevölkerungszahl ist somit in den letzten 10 Jahren um ca. 2,5 % pro Jahr (oder mehr als 33 % insgesamt) gewachsen. Gemäß der letzten US-Volkszählung (von 2000) ist Laredo zudem die Großstadt mit dem höchsten Anteil an lateinamerikanischstämmigen Bewohnern in den USA (94,1 %).

Wirtschaftliche Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Laredo ist einer der ältesten Grenzpunkte zwischen USA und Mexiko, 2005 wurde der 250. Geburtstag der Stadt gefeiert. Der Grenzübergang Laredo-Nuevo Laredo wurde 1851 der erste „offizielle“ Eintrittspunkt auf der US-Mexiko-Grenze.[4]

Die Stadt gilt heute als größter Binnenhafen an der US-amerikanisch-mexikanischen Grenze,[5] liegt an der Interstate 35 und profitiert insbesondere von ihrer Lage am Pan-American High Way Panamericana, der Kanada mit Mexiko und Südamerika quer durch die USA verbindet. Hierbei hilft insbesondere die geografische Lage: Auf der mexikanischen Seite der Grenze treffen mehrere wichtige Highway- und Eisenbahnverbindungen aus Mexiko und Zentralamerika auf eine große Industrieregion Mexikos. Auf amerikanischer Seite befinden sich zwei wichtige U.S.-Bahnverbindungen, die Interstate 35 und verschiedene andere Straßen, die eine direkte Landverbindung zu den größten Häfen in Ost-Texas darstellen.[4] Offiziellen Handelsstatistiken zufolge passierten 2010 fast 2,75 Millionen LKW-Transporte und mehr als 194 Mio. kg Luftfracht die Stadt; mehr als 830 Firmen in Laredo sind unmittelbar im Handels- und Transportgeschäft tätig.[6] Mehr als 700 der sog. Fortune 1000 (die 1000 größten Unternehmen der USA, gemessen an Umsatz) handeln international via Laredo.[5]

Im Gebiet von Laredo führen vier Straßenbrücken über den Rio Grande, die unterschiedlichen Zwecken dienen und alle vom Laredo International Bridge System der City of Laredo betrieben werden: die Gateway to the Americas Bridge (Bridge N° 1 – Fußgänger- und nichtkommerzieller Verkehr), die Juárez–Lincoln International Bridge (Bridge N° 2 – nichtkommerzieller Verkehr), die Colombia Solidarity Bridge (Bridge N° 3 – kommerzieller und nichtkommerzieller Verkehr) und die World Trade Bridge (Bridge N° 4 – ausschließlich kommerzieller Verkehr).

Um dem schnellen Wachstum Laredos Folge zu tragen, ist zurzeit die Interstate 69 in Planung, welche von Laredo aus östlich nach Houston führt und ausgehend von der Interstate 35 eine dauerhafte Verbindung von der mexikanischen Grenze aus durch den Osten Texas’ nach Louisiana ermöglichen soll.

Rolle des mexikanischen Drogenkrieges in Laredo und Nuevo Laredo[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch ihre Stadtrolle als größter Binnenhafen der USA, ist vor allem der Drogenschmuggel aus Mexiko ein stetiges Problem. Während die amerikanische Seite jedoch relativ sicher und ruhig kontrolliert wird, und gewalttätige Auseinandersetzungen bisher die Ausnahme waren, ist die Gewalt auf der mexikanischen Seite in Nuevo Laredo zwischen verschiedenen Kartellen eskaliert und nimmt keinerlei Rücksicht auf zivile Opfer. Bis Ende 2011 wurden mehr als 47.000 Menschen Opfer des Drogenkrieges: Aus diesem Grunde meiden viele Einwohner in Laredo, trotz Familie auf mexikanischer Seite, momentan den Grenzübergang (vgl. Nuevo Laredo und Drogenkrieg in Mexiko). Die Schwesterstadt Nuevo Laredo ist seit Beginn des Drogenkrieges Schauplatz zahlreicher Schießereien, Entführungen und brutaler Gewalttaten geworden, zuletzt wurden beispielsweise 23 Leichen Anfang Mai 2012 gefunden.[7][8] Darüber hinaus wurde die Stadt durch die Ermordung mehrerer bedeutender Journalisten und Blogger, die über den Drogenkrieg und die lokalen Aktivitäten der Drogen-Kartelle berichtet hatten, durch die Los Zetas bekannt.[9] Die Kartelle bekennen sich in der Regel bei ihren Anschlägen durch Nachrichten oder öffentlich ausgerollte Banner und versuchen somit andere Kartelle, die zivile Bevölkerung und die Politik einzuschüchtern – im Falle des Journalismus versuchen die Kartelle nachteilhafte Berichterstattungen zu unterdrücken.

Nuevo Laredo ist hierbei einer der härtest umkämpften Eintrittspunkte zu Texas und in die USA, neben u. a. Ciudad Juárez und das Rio-Grande-Valley rund um Ciudad Mier. Zahlreichen Berichten zufolge gilt als bestätigt, dass das Los-Zetas-Kartell in Nuevo Laredo sein Hauptquartier betreibt und von hier aus seine Operationen über Mexiko und über das texanische Laredo organisiert.[10][11]

Aus diesen Gründen gibt es „Check Points“ an allen Straßen und Highways außerhalb Laredos in die USA hinein, an denen die United States Border Patrol durchfahrende Passanten u. a. mit Passkontrollen und Drogen-Spürhunden kontrolliert. Laredo selbst ist bisher nicht durch größere Kampfaktivitäten auffällig geworden. Die Zahl von Morden, Festnahmen, Gerichtsverurteilungen und die starke Präsenz der Border Patrol im Zusammenhang mit dem Drogenkrieg sowie die relativ zurückhaltende Berichterstattung lokaler Medien lassen die Vermutung zu, dass der Drogenkrieg mittlerweile auch Laredo über die Rolle einer Durchgangsstation hinaus ergriffen hat.[12]

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit Schließung der einzigen Buchhandlung der Stadt Anfang 2010 gilt Laredo in den US-Medien als vielleicht größte US-Stadt ohne Buchhändler.[13][14]

Javier Pena, eine der Hauptfiguren aus der Netflix-Serie „Narcos“, stammt ursprünglich aus Laredo.

Laredo ist nach Einwohnerzahlen die drittgrößte US-amerikanische Grenzstadt nach San Diego und El Paso sowie die zehntgrößte Stadt des Bundesstaats Texas.

Eine besonders üppige Ausstattungsvariante des Jeep CJ-7 wurde nach der Stadt benannt.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Partnerstädte nennt Laredo:[15]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Washington’s Birthday Celebration Association Home Page
  2. Texasalmanac (PDF; 1,13 MB). Abgerufen am 4. Oktober 2012
  3. U.S. Census. Abgerufen am 16. Oktober 2012
  4. a b Kazen, Meurer & Pérez, L.L.P.
  5. a b The United States Attorney’s Office
  6. Angaben der Laredo Development Foundation
  7. Bericht über das Nuevo Laredo-Massaker bei focus.de vom 4. Mai 2012
  8. Bericht über das Nuevo Laredo-Massaker (Memento vom 5. Mai 2012 im Internet Archive) bei tagesschau.de vom 4. Mai 2012
  9. Bericht über die Journalisten-Ermordung
  10. Zetas Plan to Make Nuevo Laredo Their Base of Operations (englisch)
  11. CNN-Artikel, der Nuevo Laredo als Hauptquartier der Zetas bestätigt (engl)
  12. Amerikanischer History-Channel-Bericht auf YouTube über die Rolle der Los Zetas, insbesondere auch in Laredo (englisch)
  13. Associated-Press-Artikel, erschienen am 16. Dezember 2009.
  14. Artikel auf CNN vom 22. Januar 2010.
  15. City of Laredo –Sister Cities, abgerufen am 31. März 2018

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Laredo, Texas – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien