5e régiment d’infanterie

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Régiment de Tilladet
Régiment de Navarre
5e régiment d’infanterie
5° RI Type 1.jpg

Internes Verbandsabzeichen (1. Ausführung)
Aktiv 1558 bis 1. Juli 1997
Land Blason France moderne.svg Frankreich
Streitkräfte Flag of France.svg Französische Streitkräfte
Teilstreitkraft Flag of France.svg Armée française de terre
Truppengattung Infanterie
Typ Régiment d’infanterie mechanisée
Unterstellung 2e division blindée (2. Panzerdivision)
Stationierungsort Beynes (Yvelines) (Île-de-France)
Motto Navarre sans peur (Navarre ohne Furcht)
Auszeichnungen Croix de guerre 1914–1918 mit drei Palmenzweigen
und einem goldenen Stern
Croix de guerre 1939–1945 mit einem Palmenzweig

Das 5e régiment d’infanterie (5. Infanterieregiment) war eines der ältesten und am meisten angesehenen Infanterieregimenter der französischen Heeres. Aufgestellt während des Ancien Régime, war es eines der Regimenter der hoch angesehenen Grands Vieux. Es war auch das erste Regiment, das sich nach der Rückkehr von Napoléon von der Insel Elba auf dessen Seite schlug. Es wurde im Jahr 1997 aufgelöst.

Aufstellung und Namensänderungen in chronologischer Reihenfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1558: Aufgestellt als Teil der Bandes de Guyenne erhielt es den Namen Régiment de Tilladet und war, als Besonderheit, ein protestantisches Regiment.
  • 1569: Umbenennung in Régiment des Gardes du Roi de Navarre, und Zuweisung zur Garde von Henri de Navarre.
  • 1589: Umbenennung in Régiment de Valirault Zusammen mit dem „Régiment de Picardie“, dem „Régiment de Piémont“ und dem „Régiment de Champagne“ gehörte es zu den vier „alten“ Regimentern von Frankreich (Régiments de France)
  • 1594: Umbenennung in Régiment de Navarre.[1]
  • 1776: Abgabe von zwei Bataillonen zur Aufstellung des Régiment d’Armagnac.
  • 1777: Mit Anordnung vom 16. Februar erhielt es die Ranglistennummer 3 zugewiesen
  • 1791: Mit der Französischen Revolution wurden die Regimentsnamen abgeschafft. Das Regiment führte nun die Bezeichnung: 5e régiment d’infanterie de ligne.

  • 1793 : Erste Heeresreform Das Regiment wurde als 1er bataillon „ex Navarre“ in zur 9e demi-brigade de bataille und als 2e bataillon „ex Navarre“ zur 10e demi-brigade de bataille abgestellt. Damit endet zunächst der Regimentsverband und auch die Traditionslinie.
  • 1803 : Die „5e demi-brigade d’infanterie de ligne“[2] wird in 5e régiment d'infanterie de ligne umbenannt. (de facto Weiterführung der Regimentstradition)

  • 1814: Mit der Ersten Restauration erfolgte die erneute Umbenennung in 5e régiment d’infanterie de ligne-Angoulême.
  • 1815: Während der Herrschaft der Hundert Tage erhielt es die Bezeichnung 5e régiment d’infanterie de ligne.
  • 1815: Nach der endgültigen Abdankung Napoleons wurde das Regiment zunächst entlassen.
  • 1816: Wiedererrichtung (Unter welchem Namen ist ungewiss)
  • 1820: Erscheint ab diesem Zeitpunkt unter: 5e régiment d’infanterie de ligne
  • 1854: Der Name wird definitiv in 5e régiment d’infanterie geändert.
  • 1914: Bei der Mobilmachung stellt es sein Reserveregiment, das 205e régiment d’infanterie auf.
  • 10. Dezember 1944: Wiederaufstellung des Regiments als Teil der FFI
  • 1997: Auflösung. Die Kompanien wurden auf das „16e bataillon de chasseurs“, das „110e régiment d’infanterie“, und das „Régiment de marche du Tchad“ aufgeteilt.

Uniformierungen des Ancien Régime[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Garnisonen und Gefechtskalender[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(Aus Gründen der besseren Übersicht wurde die chronologische Reihenfolge bevorzugt)

Erster Hugenottenkrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1562: Schlacht bei Dreux

Dritter Hugenottenkrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1570: Schlacht bei d’Arnay-le-Duc

Achtzigjähriger Krieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1571–1572: Das Regiment stand in den Niederlanden und war an der Belagerung von Mons beteiligt.
1573: Belagerung von La Rochelle
1580: Belagerung von Cahors
1588: Kämpfe bei Herbiers
1589: Schlacht bei Arques
1590: Schlacht bei Ivry
1591: Belagerung von Chartres
1595: Schlacht bei Fontaine-Française
1594: Belagerung von Laon
1597: Belagerung von Amiens
1600: Feldzug in Savoyen
1601: Belagerung und Einnahme von Bourg-en-Bresse
Fahne des Reg. Valirault und Navarre
Leibfahne des Colonel

Religionskrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1620: Einnahme von Vendôme.
1621: Belagerung von Saint-Jean-d’Angély, Néré, Clérac, Belagerung von Montauban, Monheurt, der Île de Ré, von Royan, Belagerung von Saint-Antonin
1622 : Belagerung von Montpellier
1627: Belagerung von La Rochelle

Mantuanischer Erbfolgekrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1629: Gefecht am Pass von Suse
1630: Feldzug im Piémont
1632: Gefecht an der Brücke von Cabouzas, dann Marsch nach Carcassonne

Dreißigjähriger Krieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1635: Einnahme von Speyer
1638: Belagerung von Saint-Omer
1639: Belagerung von Thionville. Am 7. Juni kämpfte es in der Schlacht bei Thionville. Verteidigung von Armentières
1640: Belagerung von Arras
1641: Belagerung von Aire-sur-la-Lys
1643: Belagerung des Fort Wathen

Krieg der Fronde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1648: Schlacht bei Charenton in den Reihen der Armee des Marschalls Condé
1650: Schlacht bei Rethel
1651: Belagerung von Chasté
1652: Feldzug in Piémont: Schlacht bei La Roquette und bei Castella, Einnahme von Mortare
1656: Belagerung von Valence (Italien)
Werbeplakat des Regiments im 18. Jahrhundert

Expedition nach Nordafrika[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 2. Juli 1664 wurde das, nur noch aus vier Kompanien bestehende Regiment (nach dem Ende des Krieges gegen Spanien war massiv abgrüstet und Personal reduziert worden) in Toulon eingeschifft. Der Verband stand unter dem Kommando von François de Bourbon-Vendôme, duc de Beaufort und bestand noch aus dem Régiment de Normandie, Régiment de Picardie, Régiment de Navarre und Régiment Royal des Vaisseaux. Am 22. Juni erschien die kleine Flotte an der algerischen Küste und besetzte die Stadt Jijel. Diese Expedition wurde allerdings zu einem totalen Misserfolg. Krankheiten dezimierten die Truppe dermaßen, dass der duc d Beaufort schließlich den Rückzug befehlen musste. Jijel wurde am 5. Oktober verlassen und die Rückfahrt nach Toulon angetreten.

Holländischer Krieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1672: Belagerung und Einnahme von Wesel, Einnahme von Arnheim und der Forts von Nimwegen. Einnahme von Utrecht.
1674: Schlacht bei Seneffe und Schlacht bei Ensheim.
1675: Schlacht bei Mulhausen und Schlacht bei Türkheim.
1676: Verteidigung der Festung Philippsburg
1677: Einnahme von Valenciennes, Belagerung von Saint-Omer. Öffnen der Gräben, zusammen mit dem Régiment de Touraine.
1678: Belagerung von Gent und Ypern
1684: Belagerung von Luxemburg

Pfälzischer Erbfolgekrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1680: Schlacht bei Fleurus
29. März 1689: Zusammen mit dem Régiment Royal des Vaisseaux führte es einen verlustreichen Angriff auf Oberkirch aus.
1692: Schlacht bei Steenkerke.
1693: Schlacht bei Neerwinden und Belagerung von Charleroi
1692: Verteidigung der Festung von Embrun (Département Alpes-de-Haute-Provence)

Spanischer Erbfolgekrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1701 und 1703: Einnahme von Kehl und Breisach
1703: Schlacht am Speyerbach und Einnahme der Festung Landau
1704: Erste Schlacht bei Höchstädt.
1709: Schlacht bei Malplaquet.
1712: Schlacht bei Denain. Belagerung von Le Quesnoy und der Festung Landau
17. Juli 1713: Ein Ausfall der Besatzung der Festung Landau konnte von einer Kompanie des Regiments, zusammen mit dem Régiment de Médoc abgewiesen werden.
1719: Belagerung von Fontarabie, San Sebastián und Urgel.

Polnischer Erbfolgekrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1733: Belagerung von Kehl und der Festung Philippsburg
1740: Garnison in Givet

Österreichischer Erbfolgekrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Festung Tournai
1742: Gefecht bei Sahay[3] - Verteidigung von Prag
1743: Schlacht bei Dettingen
1744: Gefecht bei Augenheim und Gefecht bei Suffelsheim
1745: Belagerung von Tournai
1746: Belagerung von Mons, Namur und Charleroi
1746: Schlacht bei Roucoux
1748: Schlacht bei Lauffeldt
Tambour und Fähnrich des Régiment de Navarre auf einem zeitgenössischen Gemälde von 1745. (Die Farbe ist jedoch nicht korrekt wiedergegeben. Die Flagge war braun; ebenso stimmt die Anzahl der Lilien nicht mit dem Original überein)

Siebenjähriger Krieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1756: Stationiert an der bretonischen Küste
1757: Schlacht bei Hastenbeck
1758: Stationiert am Rhein
1759: Garnison in Minden
1760: Gefecht bei Korbach
1761: Garnison in Verdun

Unter Ludwig XVI.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen 1767 und 1787: wechselte das Regiment zwanzigmal die Garnison. Es lag in dieser Zeit insgesamt viermal in Cambrai viermal in Rouen, zweimal in Metz und je einmal in Caen, Valognes, Douai, Toulon, Korsika, Besançon, Rennes, Saint-Brieuc, Le Havre und Dieppe.

Französische Revolution und Empire[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schlacht von Jemmapes
1791: Garnison in Rouen.
1792: Garnison in Marcon, Kanonade bei Valmy und Schlacht bei Jemappes. Dann in Garnison in Valenciennes, mit dem 1. Dezember 1792 abgestellt zur „Armée de Moselle“ – Feldzug nach Trier.
1793: Garnison in Lannoy. Schlacht bei Hondschoote. Danach in Flandern stationiert

Zwischen 1793 und 1803 existierte kein Regiment mit der Nr. 5

1803: Abgeordnet zur „Armée d’Italie“.
1804: Stationiert im Piémont.
1805: Schlacht bei Caldiero.
1806: Feldzug nach Dalmatien und Montenegro Stationiert in Dalmatien
1809: Garnison auf Sizilien, in Malghiera, Ervěnice und Gospić, Schlacht bei Wagram, Garnison in Znaim, Lavacca und Meran. Stationiert in Deutschland.
1810: Feldzug nach Spanien.
1811: Garnison in Figueres und Moncado.
1812: Garnison in Olot, Saint-Vincent, Carriga und Vich.
1813: Garnison in Bisbal und Barcelona.
1813: Schlacht bei Großgörschen, in Wurschen, Schlacht um Dresden, in Torgau und Völkerschlacht bei Leipzig.
1814: In Belfort, Saint-Julien (Vosges) und Villeseneuse. Garnison in Grenoble.
1815: Das 5e RI war das erste Regiment, das sich nach Napoleons Rückkehr aus Elba diesem anschloss. Napoleon soll bei diesem Treffen gerufen haben:

„Y a-t-il ici quelqu’un qui veuille tirer sur son Empereur ? Me voici !“

(Ist hier jemand, der auf seinen Kaiser schießen will? Hier bin ich!)

Teilnahme an der Schlacht bei Waterloo dann in Belfort stationiert.

1815 bis 1848[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1822: Garnison in Lyon
1823: Französische Invasion in Spanien Verteidigung und Gefecht am Fort de San-Fernando
1824: Garnison in Perpignan
1827: Garnison in Grenoble
Von 1828 bis 1844 wechselte das Regiment weitere sechzehnmal die Garnison: Es lag in Pau, in Paris und in Bayonne je zweimal, in Valence, Givet, Lille, Calais, Arras, Rennes, Vannes, Angers, Toulouse und Perpignan je einmal.
1830 und 1832: Belgische Revolution, Einnahme der Zitadelle von Antwerpen.
von 1846 bis 1851: Stationiert in Algerien in: Oran, Tlemcen, Mostaganem, dann wieder Oran. Kleinkrieg mit den Truppen des Abd el-Kader

Zweites Kaiserreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1851 bis 1869: Verschiedenen Garnisonen in Frankreich: in Toulon viermal, in Tours, in Bastia, in Lyon je zweimal, in Charenton-le-Pont, Paris, Ambleteuse, Blois, Nizza je einmal.
1860: Feldzug in Syrien

Deutsch-Französischer Krieg und die Pariser Kommune[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1870: In Garnison in Toulon. Dann Teilnahme an der Schlacht bei Sedan.
1871: In der „Blutigen Woche“ (23. - 28. Mai 1871) Teilnahme an der Rückeroberung des von der Kommune beherrschten Paris [4]

1871 bis 1914[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1871: Garnison in Le Havre
von 1874 bis 1900: Das Regiment wechselt turnusmäßig siebenmal zwischen den beiden Garnisonen Le Havre und Caen. Das Depotbataillon war in Falaise untergebracht.
von 1900 bis 1925: Das Regiment verlegte endgültig nach Paris, das Depotbataillon blieb in Falaise.

Erster Weltkrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Regiment rückte aus Paris und Falaise aus. Es war zugeteilt:

von August 1914 bis Mai 1917: der 6e Division d’infanterie (6. Infanteriedivision)
von Mai 1917 bis November 1918: der 5e Division d’infanterie (5. Infanteriedivision)

Das Regiment kämpfte auf allen Kriegsschauplätzen der deutsch-französischen Front so in der:

Ersten Marneschlacht
vor Charleroi
an der Guise
im Lorettoschlacht an der Vimy-Höhe
in der Schlacht um Verdun (Abschnitt Bezonvaux und Tavannes)
in der Schlacht an der Aisne
bei Oulchy-le-Château
bei Tielt
und an der Lys.

Zwischenkriegszeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1926: Garnison in Le Mans
von 1929 bis 1939: Garnison in der „Caserne Charras“ in Courbevoie (die 2. Kompanie lag in Paris, die 3. Kompanie in Coulommiers).

Zweiter Weltkrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Feldzug von 1939–1940

Im Jahre 1939 war des 5e RI ein aktives Regiment von der Klassifizierung „type nord-est“ und stand unter dem Befehl von Lieutenant colonel (Oberstleutnant) Berger. Zusammengezogen in der „Caserne Charras“ in Courbevoie, war es der „10e Division d'infanterie“ (10. Infanteriedivision) unterstellt und durch das „Centre mobilisateur d’infanterie 211“ (Infanterie-Mobilisierungszentrum 211) in Paris-Coulommiers ausgerüstet. Das Regiment kämpfte ruhmvoll an der Aisne bei Vieux-lès-Asfeld und erhielt dafür eine Belobigung durch die Armee.

Von 1941 bis Ende 1942 war es eins der wenigen Regimenter das nicht aufgelöst wurde. Als Garnisonen wurde Saint-Étienne und Roanne zugewiesen. Nach dem Einmarsch der deutschen Truppen in die unbesetzte Zone wurde die Fahne des Regiments in Sicherheit gebracht; ein Teil des Regiments entkam und schloss sich dem Widerstand im Massif Central an.

  • Befreiungsfeldzug

Die Einheit wurde in Teilen ab dem 25. August 1944 unter dem Namen „5e demi-brigade d’infanterie“ neu aufgestellt und wurde dann am 10. Dezember des gleichen Jahres wieder zum 5e RI. Erneut in seiner Garnison Paris formte das Regiment vier Bataillone unter der Fahne der FFI und der FTP und nahm an der Befreiung von Paris teil.[5]:

  • Bataillon de commandement: vormals Bataillon 2/22, aufgestellt aus den Gruppen Foch et Lyautey (Paris XIXe[6] und Alfortville),
  • 1er bataillon: vormals Bataillon 3/22, stammte aus dem Bataillon Médéric aufgestellt mit Personal des Bataillon Libération Vengeance
  • 2e bataillon: vormals Bataillon 24/22, aufgestellt aus den XVIIIe und XIVe Arrondissement und einem Bataillon Eisenbahner
  • 3e bataillon: vormals Bataillon 13/22, aufgestellt aus verschiedenen Gruppierungen (Pierrefite, Saint-Denis, Hôtel de Ville, maquis de la Loire, groupe libération).

Die Personalstärke betrug 3500 Mann (125 Offiziere, 515 Unteroffiziere und 2860 Mannschaftsgrade). Unterstellt war das Regiment der „10e division d’infanterie“ (10. Infanteriedivision) unter dem Kommando von Général Pierre Billotte.

Ab Januar kämpfte das Regiment im Verband der „1er Armée française“ (1. Französische Armee) in den Vogesen und war hier beim Eindrücken des Kessels von Colmar beteiligt. Dann zur „Armée de l’atlantique“ (Atlantikarmee) abgestellt, verlegte es nach Westen um dort bis zum Waffenstillstand am 8. Mai 1945 die verbliebenen deutschen Enklaven zu bekämpfen.

Ab 1945[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Von 1945 bis 1955 war das Regiment Teil der Besatzungsarmee in Deutschland und in Koblenz stationiert.
  • Von 1955 bis 1962 verlegte das Regiment nach Nordafrika und nahm an den Operationen in Marokko (1955–1958) und Algerien (1958–1962) teil.
  • 1964: Die letzte Garnison in Beynes im Departement Yvelines wurde bezogen.
  • 1979: Jetzt unterstellt unter die „2e Division blindée“ (2. Panzerdivision) wurde es in ein mechanisiertes Regiment umgewandelt und mit dem AMX-VCI und dann mit dem AMX-10P ausgerüstet.
  • 1994: Das Regiment erhielt im Rahmen der IFOR den Auftrag zur Aufstellung eines Infanterie-Sicherungsbataillons mit der Bestimmung Bihać (BIB4) in Bosnien und Herzegowina.
  • 1. Juli 1997: Auflösung unter dem Kommando von Colonel Pierre Roques. Die Fahne wurde an das Musée de l’Armée im Hôtel des Invalides in Paris übergeben. Ein Teil des Regiments ging an das „16e bataillon de chasseurs“ (16. Jägerbataillon), die mechanisierten Kompanien gingen an das „110e régiment d'infanterie“ (110. Infanterieregiment) und die Panzerjägerkompanie wurde zum „Régiment de marche du Tchad“ (Tschad-Marschregiment) versetzt.

Traditionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Devise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Navarre sans peur
(Navarre ohne Furcht)

Abzeichen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Regimentsfahne des 5e RI[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vereinfacht dargestellte Regimentsfahne mit den aufgeführten Schlachten, an denen das Regiment seit der Revolution teilgenommen hat.

[7][8]: 5e régiment d'infanterie de ligne - drapeau.svg

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Fahnenband ist mit dem Croix de guerre 1914–1918 mit drei ehrenvollen Erwähnungen der Armee, sowie einer ehrenvollen Erwähnung durch das Armeekorps dekoriert. Des Weiteren mit dem Croix de guerre 1939–1945 mit einer ehrenvollen Erwähnung durch die Armee.

Titel des Regimentsliedes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

« Allons prenez vos rang, allons vite en avant ! » (etwa: „Kommt in die Reihen – es geht rasch vorwärts“)

Kriegsgeschrei des Regiments[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

« Quid Regimentus ? Navaricum ! Diabolicum ! »
(« Quel régiment ? Celui de Navarre ! Ils sont diaboliques ! »)
(« Welches Regiment ? Das von Navarre ! Es sind die diabolischen ! »)

(Es hat seinen Ursprung in einem Gespräch zwischen dem Kaplan des Regiments und einem hessischen Offizier, als ersterer dem tödlich verwundeten Hessen die Sterbesakramente erteilte. Dessen Regiment war 1703 in der Schlacht am Speyerbach von Navarre in einem Bajonettangriff aufgerieben worden.)

Mestres de camp/Colonels/Chefs de brigade[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mestre de camp war von 1569 bis 1661 und von 1730 bis 1780 die Rangbezeichnung für den Regimentsinhaber und/oder den tatsächlichen Kommandeur eines Infanterieregiments. Sollte es sich bei dem Mestre de camp/Colonel um eine Person des Hochadels handeln, die an der Führung des Regiments kein Interesse hatte (wie z. B. der König oder die Königin) so wurde das Kommando dem „Mestre de camp lieutenant“ (oder „Mestre de camp en second“) respektive dem Colonel-lieutenant oder Colonel en second überlassen. Die Bezeichnung Colonel wurde von 1721 bis 1730, von 1791 bis 1793 und ab 1803 geführt, von 1793 bis 1803 verwendete man die Bezeichnung Chef de brigade. Ab 1791 gab es keine Regimentsinhaber mehr.

Ancien Régime[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

I. II. III.
  • 1562: Antoine de Bourbon, König von Navarra
  • 1569: Henry IV
  • 1573: Colonel de Pauliac,
  • 1576: Colonel Jean de Beaumanoir, marquis Lavardin [9]
  • 1588: Colonel de Vignolles-La Hire
  • 1589: Colonel de Valirault
  • 1594: Colonel de Boësse-Pardaillan
  • 1617: Colonel de Themines
  • 1621: Colonel de Frontenac
  • 1622: colonel de Bury
  • 1628: Colonel de Tavannes
  • 1630: Colonel de Saint Simon
  • 1635: Colonel d’Avaugour
  • 1639: Colonel de Fors
  • 1640: Colonel de Saint Georges de Montglat
  • 1643: Colonel de Themines,
  • 1647: Colonel Jean II. d’Estrées[9]
  • 1651: Colonel de Broutay
  • 1666: Colonel de Lavardin
  • 1670: Colonel de Caraman
  • 1673: Colonel d’Albert
  • 1677: Colonel de La Vieuville
  • 1680: Colonel de Souvre
  • 1683: Colonel de La Rochefoucauld, duc de La Rocheguyon
  • 1696: Colonel de Maulevrier
  • 1706: Colonel de Pionsac
  • 1709: Colonel de Gassion
  • 1714: Colonel Charles de Montesson
  • 1719: Colonel de Rambure
  • 1740: Colonel de Mortemart
  • 1745: Colonel de Choiseul-Stainville
  • 1749: Colonel de Boufflers
  • 1751: Colonel de Choiseul-Beaupre
  • 1753: Colonel Louis Marie Florent du Châtelet, Duc de Châtelet
  • 1761: Colonel Adrien-Louis de Bonnières, comte dann duc de Guines
  • 1768: Colonel de Rochechouart
  • 1784: Colonel de Jerninghan
  • 1785: Colonel de Mortemart

Revolution und Kaiserreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

I. II. III.
  • 1791: Colonel de Vouillers,
  • 1792: Colonel Guénand,
  • 1793: Colonel/Chef de brigade Lombard,
  • 1794: Chef de brigade Bournot,
  • 1796: Chef de brigade Edme Martin Bourdois de Champfort [10],
  • 1797: Chef de brigade Louis Hyacinthe Le Feron [11],
  • 1798: Chef de brigade Guillot,
  • 1799: Chef de brigade François Antoine Teste (Colonel ab 1803) [10],
  • 1806: Colonel Louis-Auguste Marchand [10]
  • 1809: Colonel Jean-Ignace Roussille, Baron de Pau.
  • Kommandeure des 5e RI verwundet oder gefallen während des Ersten Kaiserreichs:
Colonel Roussille, verwundet am 7. November 1811 und am 18. Juni 1815 (Schlacht von Waterloo)
  • Offiziere des 5e RI verwundet oder gefallen während des Ersten Kaiserreichs:
Gefallene Offiziere: 70
An ihren Verwundungen verstorbene Offiziere: 14
Verwundete Offiziere: 190

Restauration und Monarchie (1815 bis 1848)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

I. II. III.
  • 1815: Colonel de Capdeville,
  • 1817: Colonel Foullon de Doue,
  • 1820: Colonel Broussier,
  • 1824: Colonel de Barbay,
  • 1827: Colonel Mathieu de Boissac,
  • 1828: Colonel Verdier,
  • 1829: Colonel Colavier d’Albicy,
  • 1830: Colonel Greard,
  • 1840: Colonel Devaux,
  • 1842: Colonel Roche,

Zweite Republik und zweites Kaiserreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1848: Colonel Adolphe comte de Monet
  • 1853: Colonel de Chambarlhac
  • 1858: Colonel Caubert
  • 1864: Colonel Boyer

1871 bis 1913[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

I. II. III.
  • 1872: Colonel Desandre,
  • 1877: Colonel Brassery,
  • 1879: Colonel Tramond,
  • 1883: Colonel Livet,
  • 1889: Colonel Guasco,
  • 1891: Colonel Demasur,
  • 1895: Colonel Villers,
  • 1905: Colonel Foucard,
  • 1907: Colonel Fumet,
  • 1910: Colonel Adolphe Guillaumat.

Erster Weltkrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1913: Colonel Doury (Gefallen am 14. September 1914)
  • 1914: Lieutenant-colonel de Lardemelle (Gefallen am 17. September 1914)
  • 1914: Lieutenant-colonel Bouteloupt (Gefallen am 25. September 1914)
  •  ?
  • 1917: Colonel Roustic
  • 1918: Colonel Boge

Zwischenkriegszeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

I. II. III.
  • 1919: Colonel Renie,
  • 1921: Colonel Maurier,
  • 1922: Colonel Vary,
  • 1927: Colonel Durrmeyer,
  • 1930: Colonel Jamet,
  • 1932: Colonel Lestien,
  • 1934: Colonel Vernillat,
  • 1936: Colonel Vallet,
  • 1938: Colonel Besse.

Zweiter Weltkrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

I. II. III.
  • 1940: Lieutenant colonel Berger,
  • 1940: Colonel Lorand,
  • 1941: Colonel Peragallo,
  • 1941: Colonel Bel,
  • 1942: Colonel de Foville,
  • 1944: Colonel Emblanc,
  • 1940: Colonel Le Bideau.

Nach 1945[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

I. II. III.
  • 1946: Colonel Appolinaire-Esteux,
  • 1947: Colonel Andoleko,
  • 1948: Colonel Raguenet,
  • 1949: Colonel Thomazo,
  • 1950: Colonel Pellissier,
  • 1951: Colonel Busquet de Caumont (1903–1978),
  • 1953: Colonel Gombeaud,
  • 1955: Colonel Fayard,
  • 1957: Colonel Legourd,
  • 1959: Colonel Goudeul,
  • 1960: Colonel Berbain,
  • 1962: Colonel Mariot,
  • 1962: Colonel Jezequel,
  • 1963: Colonel Martinelli,
  • 1963: Colonel Couget,
  • 1964: Colonel Beck,
  • 1966: Colonel Leuba,
  • 1968: Colonel Mordacq,
  • 1970: Colonel Malbert,
  • 1972: Colonel Rodallec,
  • 1974: Colonel Gaillard,
  • 1976: Colonel Douceret,
  • 1978: Colonel Pons,
  • 1980: Colonel Tardy,
  • 1982: Colonel de Castet,
  • 1984: Colonel Hanotaux,
  • 1986: Colonel de Lanlay,
  • 1988: Colonel Baudoin,
  • 1990: Colonel Gauthier,
  • 1992: Colonel Dequen,
  • 1995: Colonel Roques.

Patenschaften mit ausländischen Verbänden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Regiment gediente Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jean de Beaumanoir, marquis de Lavardin (1551–1614)
Pons de Lauzières-Thémines (1553–1627)
Maximilien de Béthune, duc de Sully (1559–1641)
Jean II. d’Estrées (1624–1707)
Philippe Pétain (1856–1951)
Jean de Lattre de Tassigny (1889–1952)
Marie-Pierre Kœnig (1898–1970)
  • Vier berühmte Schriftsteller:
Théodore Agrippa d’Aubigné (1552–1630),
François-René de Chateaubriand (1768–1848),
Pierre Drieu La Rochelle (1893–1945),
Colonel André Brouillard, besser bekannt unter dem Pseudonym Pierre Nord (1900–1985).
  • Zwei Minister:
Étienne-François de Choiseul (1719–1795): Außenminister, dann Marineminister
Général Adolphe Guillaumat (1863–1940): Kriegsminister
  • Helden des Widerstandes:
Pierre Brossolette, 1940 Capitaine im 5e RI
Yves Anger, geboren 1928 in Rillieux im Département Ain war eines der jüngsten Mitglieder der Résistance. Im Jahre 1944 schloss er sich im Alter von 16½ Jahren unter dem Namen DURANDAL dem „Bataillon du Jura“ an und kämpfte dann in Italien. Im Jahre 1957 wurde er als Adjutant zum Regiment versetzt.
  • Ein Gouverneur
Vivant-François Viénot de Vaublanc du Tronchet, seigneur de Bousselange (1725–1798) Gouverneur von Santo Domingo

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • CNE C. Barbié de Préaudeau, Navarre, 1494–1594 – 1994, des collines de Guyenne aux montagnes de Bosnie-Herzégovine, 1994.
  • GAL Craplet, 5 Siècles d’Infanterie française, 1967.
  • Citations collectives des régiments d’infanterie 1914–1918.
  • André LETAC, Souvenirs de guerre- 1914–1918, (adjudant et sous-lieutenant au 5e RI) introduction et notes par Marie-Josèphe Bonnet, Ed. Corlet, 2010.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Von da an wurde es nicht mehr nach dem Regimentsinhaber benannt
  2. die mit dem vormaligen 5e regiment d'infanterie nichts mehr zu tun hatte
  3. Ist so aus der fr. WP übernommen, darüber ist allerdings nirgendwo etwas zu finden – auch nicht über den Ort Sahay.
  4. Michaël Bourlet, « L’armée de Versailles pendant la Semaine sanglante et les combats de rues (21-28 mai 1871) », Revue historique des armées, no 238, année 2005, disponible en ligne servicehistorique.sga.defense.gouv.fr, consulté le 10 novembre 2008
  5. Die Gruppen der FFI in Paris waren in Bataillonen organisiert deren Nummer durch die 22 ergänzt wurde. (Die 22 war die Nummer der betreffenden „Région militaire“ Militärregion)
  6. Arrondissement
  7. Bestimmung n°12350/SGA/DPMA/SHD/DAT vom 14. September 2007 über das Aussehen der Inschriften auf den Fahnen und Standarten der Truppenkörper des Heeres, des Sanitätsdienstes und der Treibstoffversorgungsbranche. Veröffentlicht mit dem offiziellen Armeebulletin Nr. 27 vom 9. November 2007
  8. Auftrag AFN 1952–1962 über die Zuweisung der Inschriften auf den Fahnen und Standarten der Formationen der Armee und der Dienste vom 19. November 2004 (A) NORDEF0452926A Michèle Alliot-Marie
  9. a b Später Marschall von Frankreich
  10. a b c Später Brigadegeneral
  11. Später Général de division

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(Alle in französischer Sprache)