Grins

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Grins
Wappen Österreichkarte
Wappen von Grins
Grins (Österreich)
Grins
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Tirol
Politischer Bezirk: Landeck
Kfz-Kennzeichen: LA
Fläche: 21,09 km²
Koordinaten: 47° 8′ N, 10° 31′ OKoordinaten: 47° 8′ 29″ N, 10° 30′ 53″ O
Höhe: 1006 m ü. A.
Einwohner: 1.375 (1. Jän. 2021)
Bevölkerungsdichte: 65 Einw. pro km²
Postleitzahlen: A-6591
Vorwahl: 05442
Gemeindekennziffer: 7 06 07
Adresse der
Gemeinde­verwaltung:
Grins Nr. 57
A-6591 Grins
Website: www.grins.tirol.gv.at
Politik
Bürgermeister: Thomas Lutz
Gemeinderat: (Wahljahr: 2016)
(13 Mitglieder)

8 Liste Gemeinsam Aktiv – LGA, 2 Allgemeine Liste Graf-Gurnau, 3 FPÖ Grins & Unabhängige – FPÖ

Lage von Grins im Bezirk Landeck
FaggenFendelsFissFließFlirschGaltürGrinsIschglKapplKaunerbergKaunertalKaunsLadisLandeckNaudersPettneu am ArlbergPfundsPiansPrutzRied im OberinntalSt. Anton am ArlbergSchönwiesSeeSerfausSpissStanz bei LandeckStrengenTobadillTösensZamsTirolLage der Gemeinde Grins im Bezirk Landeck (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Ortskern von Grins
Ortskern von Grins
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria
Parseiergruppe der Lechtaler Alpen

Grins ist eine Gemeinde mit 1375 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2021) im Bezirk Landeck, im Bundesland Tirol (Österreich). Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Landeck.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grins liegt im Stanzer Tal am Westende einer Terrasse über dem Landecker Becken gelegen, oberhalb des Flusses Sanna (als Zusammenfluss von Rosanna und Trisanna). Das Haufendorf liegt am Fuß der 3036 m hohen Parseierspitze.

Gliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ortsteile sind Grins, Innerdorf, Außerdorf, Fals, Tasseier, Graf, Gurnau, Grist, Ochsenberg, Pazol, Gmar (seit 2000).

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zams
Strengen Nachbargemeinden Stanz bei Landeck
Tobadill Pians Landeck

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehemaliger Tuffsteinbruch oberhalb der Wildbadquelle

Grins war schon in der Steinzeit besiedelt, wie die Funde eines Steinbeils und Scherben von Urnenfeldern belegen. An die Zeit der Römischen Besatzung erinnern vor allem Ortsnamen. So lässt sich auch „Grins“ auf das römische „crines“ (Spalte) zurückführen.

Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort 1288 als Grinnes in einem Güter- und Steuerverzeichnis von Graf Meinhard II. von Tirol. Daraus ist auch ersichtlich, dass zu dieser Zeit bereits Ackerbau in Grins betrieben wurde, hauptsächlich wurde Gerste angebaut.

In einer Verordnung des Tiroler Landesfürsten wurde 1330 festgelegt, dass die Arlbergstraße über Grins führt. Damit nahm der Ort eine wichtige Rolle im West-Ost-Verkehr ein und erlangte einen gewissen Wohlstand.

Im Jahr 1434 verhängte der Brixener Bischof den Kirchenbann über Grins, da die Grinner ihre Verstorbenen ohne Priester beisetzten. Als zwei Jahre später der Bann wieder aufgehoben wurde, erhielt Grins einen eigenen Priester. In diesem Zusammenhang wurde auch die Grinner Nikolaus Kirche erstmals erwähnt.

In dieser Zeit erlangte auch der in Grins abgebaute Tuffstein eine lokale Wichtigkeit. So wurden das Langhaus der Liebfrauenkirche in Angedair, die Jakobskirche in Kauns und die Peterskirche in Stanz damit erbaut.

Es gibt Legenden, dass sich bereits Margarete von Tirol regelmäßig bei den Heilquellen von Grins aufhielt. Die belegte Geschichte der in 1200 Meter Seehöhe entspringenden sulfatischen Bitterquelle beginnt 1730. Zwar wurde die Quelle 1840 verschüttet, aber nach deren Wiederentdeckung 1925 wurde ein Kurhaus errichtet.[1]

Im November 1945 brach in einem Gasthaus ein Feuer aus. Es griff rasch auf umliegende Gebäude über und weder die Ortsbevölkerung noch die Feuerwehren der Nachbardörfer waren in der Lage, den Brand einzudämmen, sodass der ganze Ort ein Raub der Flammen wurde. Beim Wiederaufbau versuchte man, den ursprünglichen Dorfcharakter wiederherzustellen.[2][3]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Grins
  • Die spätbarocke Pfarrkirche wurde 1775–1779 anstelle einer älteren Kirche erbaut und später mehrmals umgestaltet und renoviert, das Deckenfresko stammt von Matthäus Günther.
  • Die gemauerte Römerbrücke, die die Schlucht des Mühlbachs im Dorfzentrum überspannt, stammt eigentlich aus dem 16. Jahrhundert, hat aber ihren Namen wahrscheinlich von der alten Römerstraße, die durch den Ort verlief.

Freizeiteinrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schwimmbad

Grins verfügt über ein Freischwimmbad, welches sich am oberen Ortsrand („in der Fals“) befindet. Nur wenig darunter gibt es einen Tennisplatz. Die bekannte Schwefel-Heilquelle Wildbad liegt oberhalb des Dorfes und kann durch einen zwanzig-minütigen Fußmarsch oder per Mountainbike erreicht werden. Am östlichen Ortsrand liegt der Fußballplatz des FC Grins und wenig dahinter beim Grünbach befindet sich eine Kneipp-Anlage.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaftssektoren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von den landwirtschaftlichen Betrieben des Jahres 2010 wurde einer im Haupt-, 57 im Nebenerwerb und zwei von juristischen Personen geführt. Diese zwei bewirtschafteten 84 Prozent der Flächen. Von den 193 Erwerbstätigen im Produktionsbereich waren 168 in der Bauwirtschaft tätig. Die größten Arbeitgeber im Dienstleistungssektor waren die Bereiche soziale und öffentliche Dienste (106), Verkehr (41) und Handel (36 Erwerbstätige).[4][5][6]

Wirtschaftssektor Anzahl Betriebe Erwerbstätige
2011 2001 2011 2001
Land- und Forstwirtschaft 1) 60 74 8 4
Produktion 20 11 193 218
Dienstleistung 44 20 219 160

1) Betriebe mit Fläche in den Jahren 2010 und 1999

Arbeitsmarkt, Pendeln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von den rund 600 Erwerbstätigen, die im Jahr 2011 in Grins lebten, arbeiteten 112 in der Gemeinde, mehr als achtzig Prozent pendelten aus.[7]

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grins ist mit einer Buslinie an den Bahnhof Landeck-Zams und damit an die Arlbergbahn angebunden. Der näher gelegene Bahnhof Pians wird wie alle Halte zwischen Landeck und St. Anton nicht mehr bedient.

Weiters ist der Ort mit der Anschlussstelle „Landeck-West“ auch an die S16 Arlbergschnellstraße angebunden, die Richtung Innsbruck in die A12 Inntalautobahn übergeht und von vielen Grinner Pendlern genutzt wird.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den Gemeinderat werden 13 Mandatare gewählt.

Partei 2016[8] 2010[9][10]
% Mandate % Mandate
Liste Gemeinsam Aktiv 56,45 8 46,67 7
Allgemeine Liste Graf-Gurnau 15,98 2 15,56 2
FPÖ Grins & Unabhängige 27,57 3
Grinner AUFWIND 9,55 1
FPÖ – Die Grinner Freiheitlichen 12,02 1
Wir für Euch 16,20 2

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister von Grins ist Thomas Lutz.[11]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindewappen wurde 1976 von der Tiroler Landesregierung verliehen. Es zeigt in stilisierter Form die charakteristische Römerbrücke als Wahrzeichen des Ortes und als Symbol für die Lage an der Arlbergroute.[12]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Einwohner von Grins nennen sich „Grinner“.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Grins – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Auf den Spuren des Heilwassers in Grins. (PDF) ORF, 3. Juli 2017, abgerufen am 14. März 2021.
  2. Isabella Fritz-Egg: Geschichte Tirol, Grins. Verein "fontes historiae - Quellen der Geschichte", abgerufen am 14. März 2021.
  3. Chronik. Gemeinde Grins, abgerufen am 14. März 2021 (österreichisches Deutsch).
  4. Ein Blick auf die Gemeinde Grins, Land- und forstwirtschaftliche Betriebe. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 14. März 2021.
  5. Ein Blick auf die Gemeinde Grins, Arbeitsstätten. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 14. März 2021.
  6. Ein Blick auf die Gemeinde Grins, Erwerbstätige. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 14. März 2021.
  7. Ein Blick auf die Gemeinde Grins, Berufspendler. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 14. März 2021.
  8. Land Tirol - Wahlen 2016. Abgerufen am 14. März 2021.
  9. Land Tirol - Wahlen 2010. Abgerufen am 14. März 2021.
  10. Gemeinderatswahl 2010. Gemeinde Grins, abgerufen am 14. März 2021 (österreichisches Deutsch).
  11. Bürgermeister. Gemeinde Grins, abgerufen am 14. März 2021 (österreichisches Deutsch).
  12. Eduard Widmoser: Tiroler Wappenfibel. Tyrolia-Verlag, Innsbruck 1978, ISBN 3-7022-1324-4, S. 47.