Inntal Autobahn

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Autobahn A12 in Österreich
Inntal Autobahn
 Inntal Autobahn Inntal Autobahn Inntal Autobahn
Karte
Verlauf der A 12
Basisdaten
Betreiber: ASFINAG
Gesamtlänge: 153.32 km

Bundesland:

Tirol

Blick von der B 171 auf die A 12mit der Raststätte in Mils bei Imst
Blick von der B 171 auf die A 12
mit der Raststätte in Mils bei Imst

Die Inntal Autobahn A 12 ist eine 153 Kilometer[2] lange Autobahn im österreichischen Bundesland Tirol und Teil der Europastraßen E45 und E60.

Sie beginnt im Anschluss an die deutsche Bundesautobahn 93 an der deutsch-österreichischen Grenze bei Kiefersfelden/Kufstein und führt über Innsbruck, wo Anschluss zur Brenner Autobahn A 13 besteht, nach Zams, wo sie in die Arlberg Schnellstraße S16 übergeht. Dabei verläuft sie parallel zum Inn und führt durch das Luftsanierungsgebiet Inntal.

Bedeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Strecke Kufstein–Innsbruck bildet zusammen mit der Brenner Autobahn sowie der deutschen A 93 und A 8 die Verkehrsachse von München über die Alpen nach Verona bzw. Modena. Darüber hinaus ist die A 12 Teil der wichtigsten österreichischen Ost-West-Achse, die zusammen mit der West Autobahn A1, dem Deutschen Eck und der Arlberg Schnellstraße Wien über Salzburg mit Tirol und Vorarlberg verbindet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits 1939 gab es Pläne für eine Reichsautobahn durch das Inn- und Wipptal zum Brenner. Als Teil der Verbindung Berlin – Rom wurde die Strecke für den alpenquerenden Verkehr ohne Rücksicht auf die lokalen Bedürfnisse ausgelegt. Die geplante Trasse verlief nicht am Talboden, sondern auf den Mittelgebirgsterrassen, ohne Anbindung der Industriezentren um Wörgl und Innsbruck und ohne Anschluss ins Oberinntal. Mit dem Bau wurde allerdings nie begonnen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg sah man in Tirol zunächst keinen Bedarf an einer Autobahn. Da der Verkehr über den Brenner in den 1950er Jahren aber stark zunahm, gab es ab 1957 neue Pläne für eine Autobahn. Sie verlief nun am Talboden des Inntals, wofür an mehreren Stellen der Inn verlegt werden musste. Im Herbst 1965 wurde der Bau der Abschnitte um Kufstein und von Innsbruck-Ost bis Volders begonnen. Der Ostast der Inntal Autobahn von Kufstein bis zum Knoten Innsbruck-Amras wurde in Etappen zwischen 1968 und 1972 eröffnet, die Anschlussstellen in Innsbruck in den 1970er Jahren. Als erstes Teilstück des Westastes wurde eine Fahrbahn von Innsbruck bis Zirl-Ost zu den Olympischen Winterspielen 1964 als rechtsufrige Bundesstraße zwischen Innsbruck und Zirl fertiggestellt, mit dem Rest wurde erst in den 1970er Jahren begonnen. 1980 ging die Autobahn bis Telfs, 1990 wurde mit dem Roppener Tunnel die letzte Lücke geschlossen.

Im Juli 1990 musste die Wildbichler Brücke für längere Zeit gesperrt werden, da ein Brückenpfeiler im Inn absackte. Während dieser Zeit musste der gesamte Autobahn- und Hauptstraßenverkehr durch die Kufsteiner Innenstadt umgeleitet werden, auch die Unterinntalbahn der ÖBB war zeitweise gesperrt.

Am 1. Mai 2001 kam es auf der A 12 bei Vomp zu einem schweren Busunglück. Ein Gelenkbus kam aufgrund von Spurrinnen ins Schleudern, kippte um, durchbrach die Mittelleitplanke und blieb quer zur Fahrbahn liegen. Acht Insassen kamen ums Leben, 51 wurden zum Teil schwer verletzt. Bei den schwierigen Bergungsarbeiten waren mehr als 330 Rettungskräfte im Einsatz. Beide Fahrtrichtungen waren mehrere Stunden gesperrt.

Im August 2005 wurde aufgrund eines extremen Hochwassers ein mehr als 30 Kilometer langes Teilstück der A 12 von der bayrisch-österreichischen Grenze bis Kramsach gesperrt, weil für die „Kufstein-Brücke“ bei Kufstein/Kiefersfelden ein Einsturz wegen Unterspülung befürchtet wurde. Nach einigen Tagen konnte diese Gefahr jedoch nicht bestätigt werden und die Sperre wurde wieder aufgehoben.

Die A 12 ist die erste Autobahn in Österreich, die mit Verkehrstelematik ausgerüstet wurde. Durch diese Überkopfanzeigen können je nach Bedarfsfall (Straßenzustand, Verkehrsaufkommen, Witterung usw.) verschiedenste Meldungen und Geschwindigkeitsbeschränkungen an die Verkehrsteilnehmer weitergegeben werden, z. B. die „Lufthunderter“ genannte 100 km/h-Beschränkung nach dem Immissionsschutzgesetz-Luft (IG-L), welche abschnittsweise gesteuert wird.

Sektorales Fahrverbot[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch LGBL 49/2009[3] wurde das Sektorale Fahrverbot erlassen. Es handelte sich um ein Verbot für den Schwertransport mit bestimmten Gütern zwischen Langkampfen und Zirl. Es war vom Immissionsschutzgesetz - Luft abgeleitet und sollte den Schwerverkehr einschränken, um dadurch die Luftqualität verbessern. Das Verbot scheiterte vor dem EuGH und wurde folglich mit dem LGBL 4/2012[4] aufgehoben.[5]

Verkehrsfreigaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Datum Autobahnabschnitt Länge
(km)
26. Juli 1968 Staatsgrenze D/A – ASt Kufstein Süd 5,696
5. Sep. 1968 ASt Innsbruck Ost – Kn Innsbruck-Amras (A 13) 1,544
22. Dez. 1968 Volders – ASt Innsbruck Ost 9,294
16. Nov. 1969 Weer – Volders 8,500
18. Sep. 1970 HASt Jenbach - Weer 13,000
18. Dez. 1970 ASt Wiesing – HASt Jenbach 2,984
4. Aug. 1972 ASt Kufstein Süd – ASt Wiesing 33,782
26. Juni 1975 Kn Innsbruck-Wilten (A 13) – ASt Innsbruck West 1,041
26. Juni 1975 ASt Innsbruck West – ASt Zirl Ost (rechte RFB) 9,061
17. Dez. 1975 ASt Innsbruck West – ASt Zirl Ost (linke RFB)
15. Nov. 1976 ASt Zirl Ost – Dirschenbach 5,780
17. Dez. 1977 Kn Innsbruck-Amras (A 13) – Kn Innsbruck-Wilten (A 13) 2,725
15. Dez. 1978 Dirschenbach – Lengenberg (rechte RFB) 6,200
12. Juli 1979 Dirschenbach – Lengenberg (linke RFB)
21. Juni 1980 Lengenberg – ASt Telfs West 4,723
5. Juli 1984 HASt Schönwies – Kn Oberinntal 4,180
5. Juli 1985 ASt Telfs West – ASt Mötz 8,700
20. Dez. 1985 ASt Imst-Au – ASt Mils 3,318
1. Apr. 1986 Kn Oberinntal – ASt Zams (S 16) 1,100
1. Juli 1986 ASt Mötz – ASt Ötztal 10,120
7. Nov. 1986 ASt Ötztal – Roppen 2,960
4. März 1988 ASt Mils – HASt Schönwies 3,320
6. Juli 1990 Roppen – ASt Imst-Au 7,472
24. Juni 2000 Kn Oberinntal – ASt Fließ 7,820

Ausbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfang Dezember 2006 wurde die umstrittene Anschlussstelle Innsbruck-Mitte eröffnet, sie ermöglicht den Dörfern des östlichen Mittelgebirges eine schnellere Anbindung an die Autobahn.

Am 17. Dezember 2010 wurden der zweiröhrige Betrieb des Roppener Tunnels und die Nordröhre der Einhausung Amras freigegeben, Anfang Dezember 2011 war auch die Südröhre fertiggestellt.

Derzeitige Ausbauvorhaben betreffen den fünf Kilometer langen Zubringer mit dem Tschirganttunnel zur Fernpassstrecke und einen teilweisen dreispurigen Ausbau je Fahrtrichtung des stark belasteten Ostastes im Unterinntal. Beide Maßnahmen sind jedoch umstritten.

Maut[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Ausnahme von der allgemeinen Mautpflicht auf Autobahnen bestand zwischen der Staatsgrenze und der Anschlussstelle Kufstein-Süd bis 30. November 2013. Nach Aufhebung dieser Ausnahme wird auch hier eine Geldstrafe von 120 Euro eingehoben, falls ohne Vignette gefahren wird.

Kontrollstellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehrsbeeinflussungsanlage (VBA) mit Ausleitung zur Kontrollstelle Radfeld

Im Jahr 2000 wurde als erste Kontrollstelle Österreichs die Kontrollstelle Kundl in Fahrtrichtung Innsbruck in Betrieb genommen. Sie war als Provisorium geplant, wurde jedoch ein Jahr später ausgebaut und 2011/12 erneut um 2,1 Mio. Euro ausgebaut. Die 11.000 Quadratmeter große Kontrollplatzfläche verfügt jetzt u. a. über ein modernes Verkehrsleitsystem. Messsystem und elektrische Einrichtungen sind auf dem Stand der Technik. Die modernen Ausleitsysteme mit fünf Überkopfwegweisern auf der Inntal-Autobahn sorgen bei Aktivierung der Kontrollstelle durch die Polizei für eine frühzeitige Ankündigung der Ausleitung bestimmter Fahrzeugkategorien.[6]

Aufgrund der positiven Auswirkungen auf die Verkehrssicherheit seit der Inbetriebnahme der ersten Kontrollstelle hat sich der Tiroler Landtag 2003 zur Umsetzung des Tiroler Kontrollstellenkonzeptes entschlossen und 2004 mit der ASFINAG einen Vertrag zur Errichtung der Kontrollstelle Radfeld abgeschlossen. Im August 2004 wurde mit dem Bau des 4,6 Mio. Euro teuren Projektes begonnen und im Frühjahr 2005 vollendet.

Am 25. April 2005 wurde die Kontrollstelle Radfeld eröffnet. Damit können beide Fahrtrichtungen der A 12 kontrolliert werden. Der Polizei steht als Dienststelle die Kontrollstelle Radfeld mit ihren Räumlichkeiten zur Verfügung.[7]

Die Ausleitung von der A 12 auf die jeweilige Kontrollstelle wurde in die Verkehrsbeeinflussungsanlage integriert, eine automatische Stauerkennung ist ebenso möglich wie eine angepasste Geschwindigkeitsanzeige.

Zu den Aufgaben der Kontrollstellen gehören hauptsächlich die Kontrolle von Lkws und Bussen bezüglich der Einhaltung der zulässigen Höchstgewichte, der sozialrechtlichen und straßenrechtlichen Vorschriften, des technischen Zustands der Fahrzeuge und der richtigen Deklaration und Kennzeichnung von Gefahrguttransporten. Bei Kontrollen des Schwerverkehrs aber auch des Personenverkehrs finden zusätzlich Alkoholkontrollen und Kontrollen der Sicherheitseinrichtungen (Gurtpflicht, Kindersicherung) statt.[8]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bundesministerium für Bauten und Technik und Land Tirol (Hrsg.): Inntal-Autobahn, Innsbruck 1973.
  • Bernd Kreuzer: Der Bau der Autobahnen und Schnellstraßen in Österreich. In: Das Autobahnnetz in Österreich. 30 Jahre ASFINAG. Wien 2012, S. 11–120. (PDF; 7,6 MB)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Inntal Autobahn A12 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kontrollstelle Kundl. Bundespolizei, archiviert vom Original am 6. November 2012, abgerufen am 21. Mai 2014.
  2. Statistik Straße & Verkehr. Bundesverkehrsministerium, Januar 2014, abgerufen am 21. Mai 2014 (PDF-Datei; 4,4 MB).
  3. LANDESGESETZBLATT FÜR TIROL STÜCK 22 / JAHRGANG 2009. In: ris.bka.gv.at. S. 174f, abgerufen am 15. März 2016.
  4. LANDESGESETZBLATT FÜR TIROL STÜCK 1 / JAHRGANG 2012. In: ris.bka.gv.at. S. 3, abgerufen am 15. März 2016.
  5. LKW Fahrverbote - A12 Inntalautobahn (Tirol) - WKO.at. In: wko.at. WKO, abgerufen am 15. März 2016.
  6. A12 Verkehrssicherheit Umgebauter Verkehrskontrollplatz Kundl in Tirol eröffnet – Artikel Nr: 8272 vom Freitag, 16. März 2012. Asfinag, abgerufen am 21. Mai 2014.
  7. Kontrollstelle Radfeld. Land Tirol, abgerufen am 21. Mai 2014.
  8. Aufgaben von Kontrollstellen. Land Tirol, abgerufen am 21. Mai 2014.