Kaunertal (Gemeinde)

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Kaunertal
Wappen Österreichkarte
Wappen von Kaunertal
Kaunertal (Gemeinde) (Österreich)
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Tirol
Politischer Bezirk: Landeck
Kfz-Kennzeichen: LA
Hauptort: Feichten
Fläche: 193,52 km²
Koordinaten: 47° 2′ N, 10° 45′ OKoordinaten: 47° 2′ 0″ N, 10° 45′ 0″ O
Höhe: 1287 m ü. A.
Einwohner: 618 (1. Jän. 2022)
Bevölkerungsdichte: 3,2 Einw. pro km²
Postleitzahl: 6524
Vorwahl: 05475
Gemeindekennziffer: 7 06 11
Adresse der
Gemeinde­verwaltung:
Feichten im Kaunertal 141
6524 Kaunertal
Website: www.kaunertal.eu
Politik
Bürgermeister: Josef Raich (Heimatliste)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2016)
(11 Mitglieder)

7 Heimat Kaunertal - Bürgermeister Josef Raich,
4 Tourismus und Wirtschaft fürs Kaunertal - TWK

Lage von Kaunertal im Bezirk Landeck
FaggenFendelsFissFließFlirschGaltürGrinsIschglKapplKaunerbergKaunertalKaunsLadisLandeckNaudersPettneu am ArlbergPfundsPiansPrutzRied im OberinntalSt. Anton am ArlbergSchönwiesSeeSerfausSpissStanz bei LandeckStrengenTobadillTösensZamsTirolLage der Gemeinde Kaunertal (Gemeinde) im Bezirk Landeck (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Kaunertal im Winter
Kaunertal im Winter
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Kaunertal ist eine Gemeinde mit 618 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2022) im gleichnamigen Tal im Bezirk Landeck im Bundesland Tirol (Österreich). Die Gemeinde ist Teil des Gerichtsbezirks Landeck.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Kaunertal nimmt das gesamte Gebiet des schmalen und kargen hinteren gleichnamigen Tals ein und erstreckt sich in mehreren Weilern und Höfen entlang der Straße durch das Tal. Der Hauptort ist Feichten auf 1287 m. Das schmale Tal wird im Westen, Süden und Osten von den Ötztaler Alpen begrenzt. Die höchsten Gipfel sind Pfroslkopf (3148 m) im Glockturmkamm im Westen, Rofelewand (3358 m), Schwabenkopf (3379 m) und Watzespitze (3532 m) im Kaunergrat im Osten und Weißseespitze (3518 m) an der Grenze zu Italien im Süden.

Die Gemeinde hat eine Fläche von 193,52 Quadratkilometer. Davon sind 1 Prozent landwirtschaftliche Nutzfläche, 18 Prozent Almen, 15 Prozent Wald und 64 Prozent hochalpine Flächen.[1]

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde besteht aus einer einzigen gleichnamigen Katastralgemeinde bzw. Ortschaft. Ortsteile sind:

  • Boden
  • Bödele
  • Feichten
  • Grasse
  • Kaltenbrunn
  • Loch
  • Mühlbach
  • Nufels
  • Ögg
  • Platz
  • Unterhäuser
  • Vergötschen
  • Wolfskehr

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sechs der neun Nachbargemeinden liegen im Bezirk Landeck, zwei im Bezirk Imst und eine in Südtirol.

Kauns
Fendels
Kaunerberg
Ried im Oberinntal
Tösens
Pfunds
Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt St. Leonhard im Pitztal (IM)

Sölden (IM)
Graun im Vinschgau (Südtirol)

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name ist 1288 als Chvnertal ersturkundlich genannt.[2] Dies ist der einzige Nachweis, der noch keine Diphthongierung u > au aufweist. Der Name blieb dann stets Kaunertal. Ab dem 15. Jh. wurde selten auch Kaunsertal geschrieben.

Der Name geht auf lateinisch cuna ‚Wiege‘ zurück, da das Trogtal die Ursiedler an eine Wiege erinnerte.[3]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kath. Pfarr- und Wallfahrtskirche Mariä Himmelfahrt in Kaltenbrunn
Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Kaunertal
  • Pfarrkirche Feichten Heilige Dreifaltigkeit
  • Wallfahrtskirche Kaltenbrunn Mariä Himmelfahrt: Die Kirche liegt im vorderen Teil des Tals auf 1260 m Höhe. Im Jahr 1272 soll hier der Ritter Erbo Schenkenberg aus Völs am Schlern als Buße für einen Mord eine Kapelle errichtet haben. Ein Gnadenbild aus dem 14. Jahrhundert machte sie zur Wallfahrtsstätte der Landsknechte. Sie beherbergt Altarfiguren aus der Zeit um 1720 und ein Kruzifix aus 1697.
  • Das Talmuseum im Ortsteil Platz zeigt als Heimatmuseum Gegenstände der alten Lebens- und Wirtschaftsformen, eine Mineraliensammlung, Exponate zu Bergbau und Alpinismus sowie die transportable Werkstatt eines Wanderschusters.
  • Im September 2021 wurde im Beisein des österreichischen Bundespräsidenten in Feichten 134 eine neue Dauerausstellung eröffnet, die sich unter dem Titel Mit aller Kraft[4] als Informations- und Lernort zu den im Tal wie auch im Naturpark und darüber hinaus relevanten Themen Klima, Gletscher und Wasser versteht.[5]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einen allmählichen wirtschaftlichen Aufschwung nahm die Gemeinde erst Ende der 1950er Jahre. Im hintersten Kaunertal ist der zwischen 1961 und 1964 angelegte, sechs Kilometer lange Gepatsch-Stausee, der auch vom Taschachbach im hinteren Pitztal Wasser erhält und dessen Wasser über eine 13,2 km lange Druckwasserleitung nach Prutz im Inntal zum Krafthaus geführt wird.

Das Gletscherskigebiet Kaunertal Gletscher (Kaunertaler Gletscherbahn) im hinteren Kaunertal mit der Erschließung des Weißseeferners, welches seit 1982 über die mautpflichtige Kaunertaler Gletscherstraße erreichbar ist, brachte weitere wirtschaftliche Impulse für die Gemeinde. Heute ist das Skigebiet gemeinsam mit dem Skigebiet Fendels organisiert. Ein weiterer Verbund ist der Gletscherpark Imst–Pitztal–Kaunertal (mit der Region Imst–Gurgltal) rund um den Naturpark Kaunergrat.

Die Anzahl der jährlichen Übernachtungen lag von 2011 bis 2019 zwischen 270.000 und 306.000. Im Jahr 2020 sanken sie auf 171.000.[6]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Partei 2016[7] 2010[8]
% Mandate % Mandate
Heimat Kaunertal - Bürgermeister Josef Raich 61,88 7
Tourismus und Wirtschaft fürs Kaunertal 38,12 4
Heimatliste 40,18
Einheitsliste 28,22
Lebenswertes Kaunertal 31,60

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister von Kaunertal ist Josef Raich.[9]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindewappen wurde 1988 verliehen: Ein in Silber aus dem Schildrand hervorbrechendes, im Obereck mit einem goldenen Stern belegtes, blaues Steinbockhorn.

Der goldene Stern steht für die Marienwallfahrt nach Kaltenbrunn. Das Horn symbolisiert das Steinwildrevier, das Wechselspiel der blauen und silbernen Felder weist auch auf die Kraft des Wassers hin.[10]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Kaunertal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ein Blick auf die Gemeinde Kaunertal, Fläche und Flächennutzung. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 28. August 2021.
  2. Chronik. Gemeinde Kaunertal, abgerufen am 28. September 2021.
  3. Peter Anreiter, Christian Chapman, Gerhard Rampl: Die Gemeindenamen Tirols: Herkunft und Bedeutung (= Veröffentlichungen des Tiroler Landesarchives). Wagner, Innsbruck 2009, ISBN 3-7030-0449-5, S. 356 ff.
  4. https://www.mitallerkraft.at
  5. https://www.meinbezirk.at/landeck/c-lokales/mit-aller-kraft-tag-der-offenen-tuer-im-quellalpin_a4852801
  6. Ein Blick auf die Gemeinde Kaunertal, Übernachtungen. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 28. September 2021.
  7. Gemeinderatswahlergebnis 2016. Land Tirol, abgerufen am 28. September 2021.
  8. Gemeinderatswahlergebnis 2010. Land Tirol, abgerufen am 28. September 2021.
  9. Bürgermeister. https://www.kaunertal.gv.at/de/politik/gemeindefuehrung/der-buergermeister/, abgerufen am 28. September 2021.
  10. Zahlen und Fakten. Gemeinde Kaunertal, abgerufen am 28. September 2021.
  11. https://www.meinbezirk.at/landeck/c-politik/kaunertal-er-ist-einer-von-uns_a2868194, abgerufen am 7. Juni 2019.
  12. https://www.tt.com/politik/landespolitik/15691076/kaunertal-feiert-ehrenbuerger-van-der-bellen, abgerufen am 1. Juni 2019.