Heiterblick

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Dieser Artikel beschreibt den Leipziger Stadtteil Heiterblick. In Anlehnung an den Stadtteil ist auch das Unternehmen HeiterBlick benannt.
Wappen von Leipzig
Heiterblick
Stadtteil von Leipzig
Koordinaten 51° 21′ 40″ N, 12° 27′ 55″ OKoordinaten: 51° 21′ 40″ N, 12° 27′ 55″ O.
Fläche 3,75 km²
Einwohner 3665 (31. Dez. 2014)
Bevölkerungsdichte 977 Einwohner/km²
Eingemeindung 1. Apr. 1930
Postleitzahl 04329
Vorwahl 0341
Stadtbezirk Ost
Verkehrsanbindung
Eisenbahn Leipzig–Eilenburg
S-Bahn S 4
Straßenbahn 3
Bus 79
Quelle: statistik.leipzig.de

Heiterblick ist ein Stadtteil von Leipzig, der im nordöstlichen Stadtgebiet liegt und an die Stadtteile Paunsdorf und Abtnaundorf angrenzt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorwerk und Ausflugsgaststätte Heiterer Blick (um 1820)

Die Nutzung des Gebietes begann um 1540, als die Herren des nahe gelegenen Rittergutes Abtnaundorf an der Landstraße nach Taucha das Vorwerk Heiterer Blick errichten ließen. Das Vorwerk wurde in den Jahren 1796 bis 1800 neu errichtet und fortan – im Unterschied zu den Gebäuden des alten Abtnaundorfer Gutes – als „Neues Haus“ bezeichnet. Nachdem das Vorwerk bei den Kämpfen der Völkerschlacht abgebrannt war, wurde es wieder aufgebaut und entwickelte sich zu einem beliebten Ausflugsziel vor allem für Leipziger Künstler.

1899 wurde auf dem Gelände des Vorwerks das Erziehungsheim Heiterer Blick (auch Fregestift, nach dem Juristen und Universitätsprofessor Woldemar Frege) eröffnet, das der Stadt unterstellt wurde und bis 1993 existierte. 1908 wurde an der Bahnstrecke Leipzig–Eilenburg der Haltepunkt Heiterblick (seit 1931: Leipzig-Heiterblick) eröffnet. 1927 erhielt Heiterblick Straßenbahnanschluss, als die Linie 23 nach Taucha eröffnet wurde.

Vorwerk Heiterer Blick (1891)

Heiterblick gehörte administrativ zur Gemeinde Abtnaundorf und wurde am 1. April 1930 mit dieser zusammen nach Leipzig eingemeindet.

Ab 1935 wurde bei der Aufrüstung der Wehrmacht die Kaserne Heiterblick der Luftwaffe (Flak) erbaut. Sie wurde nach 1945 bis zum Abzug Anfang der 1990er Jahre von der Sowjetarmee weitergenutzt. Die Reste wurden 2005 abgerissen.[1]

Während bis Anfang der 1990er Jahre der ursprüngliche, hauptsächlich durch Felder und Natur geprägte Charakter des Stadtteils zum großen Teil erhalten geblieben war, bestimmen heute vor allem die Gewerbegebiete entlang der Torgauer Straße das Bild Heiterblicks.

Im Rahmen der kommunalen Neugliederung Leipzigs wurde 1992 ein Ortsteil Heiterblick (innerhalb des Stadtbezirks Ost) gebildet, der neben dem historischen Stadtteil auch das nach 1990 errichtete Wohngebiet Kiebitzmark umfasst, das strukturell eher zu Paunsdorf gehört.

Industrie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1915 siedelte sich ein Zweigwerk der Automobil- und Aviatik AG an, in dem ab dem Folgejahr Militärflugzeuge gefertigt wurden. Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wurde die Produktion zunächst auf Verkehrsflugzeuge umgestellt, bis diese durch die Bestimmungen des Versailler Vertrages unzulässig wurde. Anschließend produzierte die J. Mehlich AG aus Berlin in den Anlagen Einzelteile für die Automobil- und Fahrradindustrie. Am 1. Januar 1926 wurde das Werk stillgelegt und der Stadt Leipzig übertragen. Danach wurden hier die Hauptwerkstätten für die Straßenbahnen der Leipziger Verkehrsbetriebe untergebracht.

Für den Bau und die Reparatur von Flugzeugen wurde 1934 die Erla-Maschinenwerk G.m.b.H. in Leipzig-Heiterblick gegründet, die auch Betriebsteile in anderen Stadtteilen hatte. Vorläufer der Erla-Maschinenwerk G.m.b.H. war die 1933 gegründete „Eisen- und Flugzeugwerk Erla G.m.b.H.“ in Erla im Erzgebirge. Erla war hinsichtlich der gebauten Stückzahlen neben der Messerschmitt GmbH in Regensburg und den Wiener Neustädter Flugzeugwerken der größte Produzent des deutschen Standardjagdflugzeuges Messerschmitt Bf 109. Von 1943 bis April 1945 gab es Außenlager des Konzentrationslagers Buchenwald bei den Erla Maschinenwerken.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Heiterblick – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Heiterblick im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Stadtgeschichtliches Museum Leipzig, Objektdatenbank (eingesehen 18.9.2017)