Lützschena-Stahmeln

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Wappen von Leipzig
Lützschena-Stahmeln
Stadtteil von Leipzig
Koordinaten 51° 23′ 0″ N, 12° 16′ 50″ OKoordinaten: 51° 23′ 0″ N, 12° 16′ 50″ O.
Fläche 16,86 km²
Einwohner 3915 (31. Dez. 2016)
Bevölkerungsdichte 232 Einwohner/km²
Eingemeindung 1. Jan. 1999
Postleitzahlen 04158, 04159
Vorwahl 0341
Stadtbezirk Nordwest
Verkehrsanbindung
Bundesstraße B6
S-Bahn S 3
Straßenbahn 11
Bus 91
Quelle: statistik.leipzig.de
Rathaus Lützschena

Lützschena-Stahmeln ist ein Ortsteil der Stadt Leipzig in Sachsen. Er wurde zum 1. Januar 1999 eingemeindet und liegt im Nordwesten der Stadt an den Flüssen Weiße Elster und Neue Luppe. Er gehört zum Stadtbezirk Nordwest.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lützschena-Stahmeln umfasst die Gemarkungen Hänichen, Lützschena, Quasnitz und Stahmeln (mit den alten Ortskernen und dem Industrie- und Gewerbepark). Zum Zeitpunkt der Eingemeindung lebten hier 3450 Menschen, 2007 waren es 4067.

Es erstreckt sich entlang der Halleschen Straße und der Weißen Elster. Deutlich sichtbar trennt der Verlauf der Leipziger Straße zwei unterschiedliche Landschafts- und Vegetationsgebiete: nördlich das erhöhte Grundmoränenplateu der Eiszeit und südlich das Urstromtal der Elster-Luppe-Aue.

Gewässer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weiße Elster zwischen Schloßbrücke und Mühle
Neue Luppe mit Hainkirch- und Bismarckturm im Hintergrund

Die Landschaft von Lützschena-Stahmeln wird geprägt im Süden durch die zwei Flüsse Weiße Elster und Luppe, die fast parallel das Gebiet von Ost nach West durchziehen. Mitte der dreißiger Jahre erfolgte die Hochwasserregulierung als Elster-Luppe-Regulierung durch die Zusammenfassung der Hochwässer von Weißer Elster und Luppe in einer breiten Flutrinne, genannt Elsterflutbecken. Diese erstreckt sich vom Elsterbecken über Lützschena-Stahmeln bis nach Schkeuditz-Dölzig. Aufgrund des geschlängelten Flussverlaufs der Weißen Elster hatte die Mühle in Stahmeln den Nachteil, dass bei Hochwasser ein Rückstau im Unterwasser der Mühle entstand. Dies verringerte die Wasserkraft und damit die Leistung der Mühle. Um diesen Nachteil zu beheben, beteiligten sich der damalige Mühlenbesitzer finanziell an einer Regulierung der Weißen Elster.[1]

Während die beiden wichtigsten Fließgewässer Weiße Elster und Luppe in den letzten 60 Jahren kaum eine Veränderung erfahren haben, sind doch viele mittlere und kleine Fließgewässer verschwunden (ausgetrocknet) oder verrohrt worden. Zur Wiederherstellung der Gewässer soll eine Reaktivierung der kleinen Fließgewässer erfolgen. So wurden Ende der 90er-Jahre der verrohrte Jäger- und der Bahngraben wieder ans Tageslicht gebracht und mit Sträuchern gepflanzt.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frühgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lützschena und Stahmeln gehören zu den Dörfern entlang der Elster-Luppe-Aue, die schon seit Urzeiten bewohnt waren. Funde aus der jüngeren Steinzeit, der Bronze- und der Eisenzeit, aus der näheren Umgebung sind Zeugen erster menschlicher Behausungen. Seit Beginn unserer Zeitrechnung besiedelten die aus dem Harz kommenden germanischen Hermunduren dieses Gebiet. Im Zuge der Völkerwanderung wurden sie von den Sorben nach Westen verdrängt. Ungefähr seit 600 n. Chr. lebten die ersten Sorben in dieser Gegend. Die Ortsnamen der Dörfer deuten darauf hin.[3] Stahmeln ist vermutlich zwischen 600 und 800 entstanden. Die Sorben ließen sich an den Flüssen Elster und Luppe nieder und gründeten die Siedlung. Der Name stammt aus dem sorbischen Wort „Stahmil“, was so viel bedeutet wie „Ort des Schaffensfrohen“. Lützschena kommt aus dem slawischen Wort „lucina“ wie Sumpf oder sumpfig. Seit 960 wurde die deutsche Herrschaft von Otto dem Großen gefestigt, was zu der Gründung des Bistums Merseburg führte, zudem auch Stahmeln gehörte. Menschen verschiedener Ethnien wie Sachsen, Thüringer und Niederländer siedelten sich an und vermischten sich mit der sorbischen Bevölkerung.[4]

Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mühle (1790)

1486 wird die Mühle erstmals erwähnt. Nach den Aufzeichnungen des Ratsarchivs von Leipzig existierte sie aber bereits früher.[5] Lützschena und Stahmeln gehörten bis 1815 zum hochstift-merseburgischen Amt Schkeuditz, das seit 1561 unter kursächsischer Hoheit stand und zwischen 1656/57 und 1738 zum Sekundogenitur-Fürstentum Sachsen-Merseburg gehörte.[6]

Neuere Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Lützschenaer Schloss im 19. Jahrhundert
Schloss, Parkseite
Wappen Speck von Sternburg am Schloss
Weiße Brücke am Schlosspark

Lützschena blieb ein kleines Dörfchen. Fast jährlich wurde es von den Flüssen Elster und Luppe überschwemmt. Um 1750 wohnten hier 15 Besitzende und einige Häusler. Die Entwicklung des Ortes nahm großen Aufschwung, als der reiche Leipziger Kaufmann Maximilian Speck nach Lützschena kam. Die Gerichtsbarkeit lag beim Rittergut Wahren, an die die Bauern ihre Abgaben und Dienste leisten mussten. 1822 kaufte er das verschuldete Rittergut mit Brauerei und allen Ländereien Frau von Klengel, geb. von Uechtritz, ab. Maximilian Speck war Wollhändler. Er wollte seine eigenen Schafe züchten und fand hier das geeignete Domizil. Seine damals gebauten Schafställe sind heute noch erhalten. Nicht nur in Sachsen züchtete Maximilian Speck Schafe; er führte die Schafzucht auch in Russland und später in Bayern ein. Vom russischen Zaren wurde er dafür geadelt und der bayrische König Ludwig I. verlieh ihm den Freiherrntitel. Freiherr Maximilian Speck von Sternburg brachte von Bayern nicht nur die Bierbrauereikunst, sondern auch einen bayrischen Braumeister mit. 1834 verlegte er die alte Hausbrauerei vom Gutshof auf das jetzige Brauereigelände nördlich der heutigen Leipziger Straße und ließ sie nach dem Vorbild modernster Münchner Brauereien neu erbauen. Seine Nachfahren vergrößerten die Brauerei und führten moderne Technologien ein. Auch nach der Verstaatlichung 1945 blieb sie größter Arbeitgeber der Region. Bis zur Wende wurde in Lützschena das bekannte Sternburg Bier gebraut.[3] Freiherr Maximilian Speck von Sternburg ließ auch den Schlosspark zu einem englischen Garten umgestalten.[7]

Durch die Beschlüsse des Wiener Kongresses wurde der Westteil des Amts Schkeuditz im Jahr 1815 an Preußen abgetreten. Lützschena und Stahmeln verblieben mit dem Ostteil beim Königreich Sachsen und wurden dem Kreisamt Leipzig angegliedert. Ab 1856 gehörten die Orte zum Gerichtsamt Leipzig II und ab 1875 zur Amtshauptmannschaft Leipzig.[8] In Stahmeln wohnten um 1829 etwa 110 Einwohner in 27 Häusern. Eine eigene Schule konnte man sich nicht leisten. Erst am 30. Juni 1898 wurde Stahmeln selbständiger Schulbezirk und bekam eine eigene Schule. Durch seine Lage an der Halleschen Straße hatte Stahmeln genau wie die Nachbarorte besonders zu Kriegszeiten hart unter Plünderungen durchziehender Truppen zu leiden. Zur Leipziger Völkerschlacht, im Oktober 1813, wurde der Ort von den Verbündeten total verwüstet. Der Bauernsteg, eine bewegliche Brücke hinter der Mühle, lag im Wasser und wurde erst Tage später wieder eingehängt. Diese Brücke war damals die einzige Möglichkeit für die Bauern, bei Gefahr unentdeckt in die Auenwälder zu entkommen. Nach dem Bau der neuen Elsterbrücke im Jahre 1850 verlor der Bauernsteg seine Bedeutung und wurde abgerissen.[9]

Vom Ersten Weltkrieg bis ins 21. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Senf- und Essigfabrik, eine Wollfabrik und eine Maltuchfabrik siedelten sich ebenfalls an. Im Norden entstand an der Eisenbahnstrecke Halle–Leipzig ein Rangierbahnhof, viele Bahnangestellte zogen nach Stahmeln. Stahmelner Bürger arbeiteten in den neu entstandenen Industriebetrieben wie den Pittler-Werken oder der Mitteldeutschen Seifenfabrik im benachbarten Wahren. Die Landwirtschaft ging zurück. Von den fünf ehemaligen Bauerngütern wurde nach dem Zweiten Weltkrieg nur noch das Rauersche Erbgut bewirtschaftet. Aber die Stahmelner wollten nicht ganz auf ihre Beziehung zur Natur verzichten. Die zahlreich abgebauten Sandgruben in der Umgebung erfüllten einen guten Zweck als Gartenanlagen. Durch den Bau der Auenblicksiedlung dehnte sich Stahmeln nach 1936 auch nördlich der Halleschen Straße aus. Die anfangs gewachsene Bevölkerungszahl ging allerdings nach dem Krieg durch Abwanderung wieder zurück.[9]

Lützschena und sein Bier[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gelände der ehem. Sternburg-Brauerei

Lützschena und Bier – diese Einheit hätte vor Jahren niemand ernsthaft bestritten. Und noch heute bestimmt die Silhouette der ehemaligen Brauerei mit der grünen Kuppel des Sudhauses und dem Uhrenturm des Werkstattgebäudes die Landschaft, egal aus welcher Richtung man sich dem Ort nähert. 1785 wurde das Privileg erteilt Bier zu brauen und zu verkaufen.[10]

Am 15. Mai 1991 wurde letztmals in Lützschena Bier gebraut, anschließend nur noch abgefüllt und ausgeliefert. Am 31. August 1991 wurde die Brauerei trotz der Besetzung durch die Belegschaft, Einsprüchen des Gemeinderates und der evangelischen Kirchgemeinde Lützschena endgültig geschlossen. Bereits vorher wurde mit der Verlagerung der Fassabfüllanlage nach Reudnitz mit der Demontage der Ausrüstungen begonnen. Was noch brauchbar war, wurde entweder nach Reudnitz geschafft oder verkauft, der Rest verschrottet oder auf den Müll geworfen. Von der Belegschaft sollten lediglich 50 Mitarbeiter bis 1993 in Reudnitz weiter beschäftigt werden, alle übrigen wurden im August 1991 entlassen.[10]

Das Kesselhaus und die Ölbehälter wurden abgerissen, am 16. Februar 1995 der Schornstein gesprengt, mit dem Abbruch des Flaschenkellers wurde begonnen. Übrig geblieben ist eine Industriebrache, die immer mehr verfällt. Auch bei den denkmalgeschützten Gebäuden Sudhaus, Werkstatt und Garagen ist durch unterlassene Pflege ein Zustand eingetreten, der am Ende den Abriss unvermeidlich erscheinen lässt. Pläne der Brau und Brunnen AG aus dem Jahre 1996, auf dem Brauereigelände unter Einbeziehung der denkmalgeschützten Bauten ein Gemeindezentrum (Wohn-, Gewerbe-, Verwaltungs- und Dienstleistungsflächen) entstehen zu lassen, scheiterten bisher daran, dass angeblich kein Investor gefunden wurde, der die Fläche übernimmt und bebaut.[10]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortschaftsratswahlen 2014
 %
60
50
40
30
20
10
0
55,0 %
23,2 %
21,8 %
n. k.
n. k.
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
 16
 14
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-12
+15,3 %p
+2,3 %p
+2,5 %p
-11,4 %p
-8,6 %p
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
a Bürgerinitiative 1990
d Partei 2014 nicht angetreten
e Partei 2014 nicht angetreten

Ortsvorsteher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsteil Lützschena-Stahmeln hat gemäß dem Eingemeindungsvertrag mit der Stadt Leipzig einen Ortsvorsteher, der durch den Ortschaftsrat gewählt wird. Dies war ein Eingeständnis der Stadt Leipzig im Rahmen der Eingemeindung. Ortsvorsteherin ist die parteilose Margitta Ziegler.

Ortschaftsrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dem Ortschaftsrat gehören fünf Mitglieder an. Die Mitgliederzahl steigt um eins, wenn der gewählte Ortsvorsteher kein gewähltes Ortschaftratsmitglied ist. Die letzte Kommunal- beziehungsweise Ortschaftsratswahl fand am 25. Mai 2014 statt. Jeder stimmberechtigte hatte bis zu drei Stimmen. Von den 3.332 Wahlberechtigten gingen nur 1.680 zur Wahl, was einer Wahlbeteiligung von 50,4 % entspricht.

Sehenswürdigkeiten und Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bismarckturm (Lützschena-Stahmeln) ist ein Aussichtsturm an der Grenze von Leipzig im Ortsteil Lützschena. Er bildet mit einer Höhe von 30,75 m den höchsten Aussichtspunkt im Norden von Leipzig. Er ist einer von etwa 240 Bismarcktürmen, die nach dem Rücktritt des Reichskanzlers Otto von Bismarck, also nach 1890 entstanden. Um die Jahrhundertwende wurde er in den deutschen Gebieten so stark verehrt, dass in dieser Zeit eine große Zahl an Bismarckdenkmälern und Bismarcktürmen errichtet wurden.

Die Schlosskirche ist ein evangelisch-lutherischer Kirchenbau im Leipziger Stadtteil Lützschena. Eine Kette von Teilsanierungen setzte 1997 ein: zunächst der Turm, 1999 ein neuer Innenanstrich, 2002 die Generalinstandsetzung der Orgel, 2010 die Dachstuhlreparatur mit anschließender Neueindeckung, die Vervollständigung der Treppengiebel und Zinnen sowie der Außenputz und -anstrich, 2011 der nochmalige Innenanstrich und die begonnene Überarbeitung der Fenster. Durch diese Maßnahmen, vielfach als ehrenamtliche Leistung, zeigt sich seit Herbst 2011 die Schlosskirche wieder als ein ansehnliches Wahrzeichen im Ortsbild von Lützschena. Abgeschlossen ist die Instandsetzung noch nicht. Es handelt sich jetzt vor allem um Schäden, die erst während der laufenden Rekonstruktion entdeckt wurden.

Das Schloss wurde 1864 von dem Sohn von Maximilian Speck von Sternburg im Tudorstil errichtet, 1956 verlor das Schloss durch Aufstocken seinen neogotischen Charakter. 2002 kauften die Freiherren von Truchseß und Erffa das Schloss und retteten es vor dem Verfall.[11] Der von Maximilian Speck von Sternburg umgestaltete Schlosspark und die Auwaldstation sind Ausflugsziele im Leipziger Auwald.

Die Hainkirche St. Vinzenz ist ein evangelisch-lutherischer Kirchenbau im Leipziger Stadtteil Lützschena; vorher war sie die Kirche der östlich von Schkeuditz gelegenen Gemeinde Hänichen. Durch das Unionsdekret des Merseburger Bischofs Sigismund von Lindenau vom 26. Juli 1537 waren die Gemeinden Lützschena und Hänichen mit Quasnitz insoweit verbunden, dass sie u.a. von einem gemeinsamen Pfarrer betreut wurden.

Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jedes Jahr finden zahlreiche kulturelle Veranstaltungen in Lützschena-Stahmeln statt. Dies sind beispielsweise „Osterfeuer“, „Schlossparkfest“, „Sonnenwendfeier“ und „Gegen das Vergessen“.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die Wirtschaftsentwicklung stehen das Güterverkehrszentrum auf einer Fläche von rund 360 ha, die traditionsreiche Stahmelner Mühle, die Großdruckerei der Leipziger Verlags- und Druckereigesellschaft, das Verwaltungsgebäude des TÜV Sachsen, einer Produktionsstätte der Fa. Porsche AG und zahlreiche andere Unternehmen.

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lützschena-Stahmeln verfügt über Anbindungen an die Verkehrsträger Straße und Schiene. Es liegt an der Bundesstraße 6, dessen Teilabschnitt von Halle nach Leipzig verläuft. Mit dem Bus 90 und der Straßenbahnlinie 11 wird die Ortschaft mit der Stadt Leipzig verbunden. Darüber hinaus wird der Ortsteil von der Bahnstrecke Leipzig-Wahren–Leipzig Hbf durchzogen, an der über den Bahnhof Lützschena halbstündlich Anschluss an die S3 Halle–Leipzig–Geithain der S-Bahn Mitteldeutschland besteht.

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die einzige Schule im Ortsgebiet ist die heutige Grundschule Stahmeln mit einer Nebenstelle in Lützschena. Die Schule wurde am 2. Oktober 1898 eröffnet. Zuvor besuchten die Schüler aus Lützschena-Stahmeln die Schule in Wahren. 1979 wird die Schule in „Hans-Otto-Oberschule“ umbenannt. 1992 tritt das neue Sächsische Schulgesetz in Kraft. Die Schule erhält den Namen „Grundschule Stahmeln“ und es werden nur noch Schüler von Klasse 1 bis 4 unterrichtet. Im Jahr 2009 konnte „111 Jahre Schule Stahmeln“ gefeiert werden.[12] Die ehemalige Grundschule in Lützschena wird als Hort genutzt.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Rathaus von Lützschena-Stahmeln befindet sich das Büro der ehrenamtlichen Ortsvorsteherin sowie eine Außenstelle des Bügeramts Leipzig, das jeden Mittwoch für wenige Stunden geöffnet ist.[13] Die Freiwillige Feuerwehr besteht seit dem Zusammenschluss der Feuerwehren von Stahmeln und Lützschena am 1. Januar 2013, aus einer gemeinsamen Einrichtung in Lützschena.

Medizinische Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Allgemeinarztpraxis, ein Zahnarzt und ein Tierarzt befinden sich in Lützschena, direkt an der Haltestelle der Straßenbahnlinie 11. Eine weitere Allgemeinarztpraxis ist in unmittelbarer Nähe des ehemaligen Rathauses. Das nächstgelegene Krankenhaus, die Helios-Klinik Schkeuditz, befindet sich etwa 4 km entfernt in der Stadt Schkeuditz.

Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Leipzig ist die auflagenstärkste Tageszeitung die Leipziger Volkszeitung. Diese Tageszeitung wird in der LVZ-eigenen Druckerei in Stahmeln hergestellt. Neben der Leipziger Volkszeitung druckt die Druckerei in Stahmeln auch die Bild-Zeitung sowie die Wochenzeitungen Sachsen Sonntag und Leipziger Rundschau. Die Ortschaft Lützschena Stahmeln hat mit dem Auenkurier eine eigene Ortszeitschrift, in der öffentliche Mitteilungen sowie Informationen runde um das Leben in der Ortschaft veröffentlicht werden.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tribüne des RC Leipzig

Es gibt Sportplätze in Lützschena und Stahmeln. In Stahmeln gibt es zusätzlich eine Sporthalle, die auch von der Grundschule Stahmeln genutzt wird. Der Sportplatz in Lützschena ist die Sportstätte des Fußballverein SV Sternburg Lützschena. Der Rugby-Bundesligaverein Rugby Club Leipzig trägt seine Spiele in Stahmeln aus. Darüber hinaus gibt es in der Ortschaft den Judoverein Leipzig-Stahmeln sowie den Radsportverein ride-le.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

nach Autoren alphabetisch geordnet

  • Paul Daehne: Lützschena im Wandel der Welt. Ein Ehrenbuch der Brauerei Sternburg. Privatdruck, Lützschena 1940.
  • Cornelius Gurlitt: Lützschena. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 16. Heft: Amtshauptmannschaft Leipzig (Leipzig Land). C. C. Meinhold, Dresden 1894, S. 79.
  • Dorothea Rossner: Rittergut Lützschena und Dorfflur. Von der ornamental farm zur heutigen Kulturlandschaft. In: Die Gartenkunst 26 (1/2014), S. 123–144.
  • Maximilian von Speck-Sternburg: Landwirthschaftliche Beschreibung des Ritterguts Lützschena bei Leipzig, mit seinen Gewerbszweigen. Leipzig 1842. (Digitalisat)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Lützschena – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Lützschena-Stahmeln im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
  • Lützschena im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
  • Stahmeln im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. PRO LEIPZIG e.V. (Hrsg.): Stahmeln – Eine historische und städtebauliche Studie. 2000, S. 47, 50
  2. PRO LEIPZIG e.V. (Hrsg.): Stahmeln – Eine historische und städtebauliche Studie. 2000, S. 50–52
  3. a b Zur Geschichte von Lützschena. Website der Ortschaft Lützschena-Stahmeln. Abgerufen am 21. August 2014.
  4. PRO LEIPZIG e.V. (Hrsg.): Stahmeln – Eine historische und städtebauliche Studie. 2000, S. 4
  5. PRO LEIPZIG e.V. (Hrsg.): Stahmeln – Eine historische und städtebauliche Studie. 2000, S. 4–5
  6. Karlheinz Blaschke, Uwe Ulrich Jäschke: Kursächsischer Ämteratlas, Leipzig 2009, ISBN 978-3-937386-14-0;S. 84 f.
  7. Internetseite des Schlosses
  8. Die Amtshauptmannschaft Leipzig im Gemeindeverzeichnis 1900
  9. a b Zur Geschichte von Stahmeln. Website der Ortschaft Lützschena-Stahmeln. Abgerufen am 21. August 2014.
  10. a b c Lützschena und sein Bier. Website der Ortschaft Lützschena-Stahmeln. Abgerufen am 21. August 2014.
  11. Geschichte des Schlosses
  12. Geschichte der Schule Stahmeln. Website der Grundschule Stahmeln. Abgerufen am 21. August 2014.
  13. Bürgeramt Gohlis-Center – Außenstelle Lützschena-Stahmeln. Website der Stadt Leipzig. Abgerufen am 20. August 2014.