Leutzsch

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Dieser Artikel behandelt den Leipziger Stadtteil, für den gleichnamigen Theologen siehe Martin Leutzsch.
Wappen von Leipzig
Leutzsch
Stadtteil von Leipzig
Koordinaten 51° 20′ 52″ N, 12° 18′ 50″ O51.34783333333312.31375Koordinaten: 51° 20′ 52″ N, 12° 18′ 50″ O.
Fläche 4,53 km²
Einwohner 9742 (31. Dez. 2014)
Bevölkerungsdichte 2151 Einwohner/km²
Postleitzahl 04179
Vorwahl 0341
Stadtbezirk Altwest
Verkehrsanbindung
Eisenbahn Leipzig-Weißenfels
S-Bahn 1
Straßenbahn 7
Bus 67, 80
Quelle: statistik.leipzig.de

Leutzsch ist ein Stadtteil im Nordwesten von Leipzig im Stadtbezirk Altwest.

Geschichte[Bearbeiten]

Leutzsch gehörte bis 1815 zum hochstiftlich-merseburgischen Amt Schkeuditz, das seit 1561 unter kursächsischer Hoheit stand und zwischen 1656/57 und 1738 zum Sekundogenitur-Fürstentum Sachsen-Merseburg gehörte.[1] Durch die Beschlüsse des Wiener Kongresses wurde der Westteil des Amts Schkeuditz im Jahr 1815 an Preußen abgetreten. Leutzsch verblieb mit dem Ostteil beim Königreich Sachsen und wurde dem Kreisamt Leipzig angegliedert. Ab 1856 gehörte der Ort zum Gerichtsamt Leipzig II und ab 1875 zur Amtshauptmannschaft Leipzig.[2]

Die damalige Landgemeinde Leutzsch, Teil der Amtshauptmannschaft Leipzig mit mehr als 15.000 Einwohnern und einer Fläche von 6,8 km², wurde 1922 nach Leipzig eingemeindet.

Dorfkirche von Leutzsch um 1850
Rathaus Leutzsch, 2007

Es ist ein klassisches Industriellen- und Arbeiterviertel im Leipziger Westen mit zum Teil aufgelassenen Industriebrachen ehemaliger VEB, aber auch herrschaftlichen Industriellen-Villen, im Jugendstil erbaut, die vornehmlich in parkähnlichen Grundstücken errichtet wurden, worunter die Villa des Kofferfabrikanten Anton Mädler die bekannteste ist. Bekannte zeitgenössische Bewohner der Villenkolonie waren der Maler Bernhard Heisig und der Dirigent Kurt Masur.

In unmittelbarer Nähe befindet sich der Leipziger Auenwald (Leutzscher Holz) mit dem Auensee.

Zudem stellt der Alfred-Kunze-Sportpark, 1964 Heimstatt des DDR-Fußballmeisters, die Heimat der BSG Chemie Leipzig dar. Der Verein gehört neben dem 1. FC Lokomotive Leipzig und RB Leipzig zu den drei großen Fußballclubs in Leipzig. Der Tischtennisverein LTTV Leutzscher Füchse 1990 e.V. stieg 2011/12 in die 1. Bundesliga der Damen auf und macht somit den Stadtteil bundesweit und in Fachkreisen international bekannt.

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen des Herren von Leutzsch zeigt eine Linde mit Wurzeln und Krone, umgeben von zwei fünfblättrigen Rosen. Bis 1890 war es Gemeinde-Wappen. Zu sehen ist es heute noch am Eingang des Leutzscher Rathauses.

Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Bahnhof Leipzig-Leutzsch

Im Stadtteil liegt der Bahnhof Leipzig-Leutzsch an der Bahnstrecke Leipzig–Großkorbetha, außerdem ist der Bahnhof Endpunkt der Bahnstrecke Merseburg–Leipzig.

Im Zuge der Neuordnung des S-Bahnverkehrs mit Inbetriebnahme des City-Tunnels Leipzig wurde der Bahnhof Leipzig-Leutzsch in einer netzergänzenden Maßnahme mit dem früheren Haltepunkt Industriegelände West zu der neuen Station an der Georg-Schwarz-Straße zusammengefasst. Der S-Bahnverkehr war bis Dezember 2013 eingestellt, während die Bahnlinie RB 125 nach Weißenfels den neuen Haltepunkt seit 2012 nutzt.

Straßenbahndepot

Die Straßenbahnlinie 7 quert auf der Georg-Schwarz-Straße den Stadtteil von West nach Ost. Die Straßenbahnlinie, die seit 1899 zum alten Bahnhof führte, wurde 2001 von den Leipziger Verkehrsbetrieben durch die Buslinie 67 ersetzt. Das Straßenbahndepot an der ehem. Endstelle der Linie 27 wird jedoch weiterhin genutzt.

Die Buslinie 80 tangiert Leutzsch im Westen.

Für den Individualverkehr ist Böhlitz-Ehrenberg über die A 9, Ausfahrt Leipzig-West, und von dort die B 181 (Leipzig–Merseburg) zu erreichen.

Handel[Bearbeiten]

In der Nähe des Rathauses wurde 2004 das Einkaufszentrum Leutzsch Arkaden eröffnet.

Bauwerke[Bearbeiten]

Wichtige Gebäude in Leutzsch sind:

Zahlreiche Gebäude, insbesondere Wohnhäuser aus der Gründerzeit, sind eingetragene Kulturdenkmäler.

Galerie[Bearbeiten]

Kultur[Bearbeiten]

Theater-Fabrik-Sachsen

Das ehemalige Kulturhaus des VEB Farben- und Lackfabrik Leipzig wird seit 2001/2003 von einem Off-Theater, der Theater-Fabrik-Sachsen genutzt.

Töchter und Söhne des Stadtteils[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Cornelius Gurlitt: Leutzsch. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 16. Heft: Amtshauptmannschaft Leipzig (Leipzig Land). C. C. Meinhold, Dresden 1894, S. 74.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Leutzsch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Karlheinz Blaschke, Uwe Ulrich Jäschke: Kursächsischer Ämteratlas“, Leipzig 2009, ISBN 978-3-937386-14-0;S. 84 f.
  2. Die Amtshauptmannschaft Leipzig im Gemeindeverzeichnis 1900