Helpfau-Uttendorf

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Helpfau-Uttendorf
Wappen von Helpfau-Uttendorf
Helpfau-Uttendorf (Österreich)
Helpfau-Uttendorf
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Oberösterreich
Politischer Bezirk: Braunau am Inn
Kfz-Kennzeichen: BR
Hauptort: Uttendorf
Fläche: 26,34 km²
Koordinaten: 48° 9′ N, 13° 7′ O48.15555555555613.118055555556419Koordinaten: 48° 9′ 20″ N, 13° 7′ 5″ O
Höhe: 419 m ü. A.
Einwohner: 3.319 (1. Jän. 2014)
Bevölkerungsdichte: 126 Einw. pro km²
Postleitzahl: 5261
Vorwahl: 07724
Gemeindekennziffer: 4 04 13
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Uttendorf 11
5261 Helpfau-Uttendorf
Website: www.helpfau-uttendorf.at
Politik
Bürgermeister: Josef Johann Leimer (ÖVP)
Gemeinderat: (2009)
(25 Mitglieder)
16
5
4
16 
Von 25 Sitzen entfallen auf:
Lage der Marktgemeinde Helpfau-Uttendorf im Bezirk Braunau am Inn
Altheim Aspach Auerbach Braunau am Inn Burgkirchen Eggelsberg Feldkirchen bei Mattighofen Franking Geretsberg Gilgenberg am Weilhart Haigermoos Handenberg Helpfau-Uttendorf Hochburg-Ach Höhnhart Jeging Kirchberg bei Mattighofen Lengau Lochen am See Maria Schmolln Mattighofen Mauerkirchen Mining Moosbach Moosdorf Munderfing Neukirchen an der Enknach Ostermiething Palting Perwang am Grabensee Pfaffstätt Pischelsdorf am Engelbach Polling im Innkreis Roßbach St. Georgen am Fillmannsbach St. Johann am Walde St. Pantaleon (Oberösterreich) St. Peter am Hart St. Radegund St. Veit im Innkreis Schalchen Schwand im Innkreis Tarsdorf Treubach Überackern Weng im Innkreis OberösterreichLage der Gemeinde Helpfau-Uttendorf im Bezirk Braunau am Inn (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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Schloss und Markt Uttendorf 1779
Schloss und Markt Uttendorf 1779
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Helpfau-Uttendorf ist eine Marktgemeinde in Oberösterreich im Bezirk Braunau am Inn im Innviertel mit 3319 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014). Der zuständige Gerichtsbezirk ist der Gerichtsbezirk Braunau am Inn.

Geografie[Bearbeiten]

Helpfau-Uttendorf liegt auf 419 m Höhe im Innviertel. Die Ausdehnung beträgt von Nord nach Süd 6,1 km, von West nach Ost 7,9 km. Die Gesamtfläche beträgt 26,5 km². 25,7 % der Fläche sind bewaldet, 62,6 % der Fläche sind landwirtschaftlich genutzt.[1]

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende 21 Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 31. Oktober 2011[2]):

  • Alm (51)
  • Anzenberg (51)
  • Brunning (40)
  • Freihub (15)
  • Gaismannslohen (53)
  • Heitzing (52)
  • Helpfau (253)
  • Höfen (513)
  • Kager (9)
  • Lohnau (257)
  • Ort (18)
  • Reichsdorf (71)
  • Reith (101)
  • St. Florian (148)
  • Scheiblberg (16)
  • Sonnleiten (115)
  • Steinbruch (265)
  • Steinrödt (17)
  • Straß (30)
  • Uttendorf (1278)
  • Wienern (13)

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Helpfau, Kager, St. Florian und Uttendorf.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Burgkirchen Mauerkirchen Moosbach
Nachbargemeinden
Pischelsdorf am Engelbach Schalchen Maria Schmolln

Wappen[Bearbeiten]

Offizielle Beschreibung des Gemeindewappens: In Blau auf goldenem Dreiberg ein silberner, drei Seiten zeigender, sechseckiger Turm, das Erdgeschoss mit fünf Zinnen und einer schwarz geöffneten Rundbogenpforte mit goldenen, aufgeschlagenen Torflügeln; das gequaderte Obergeschoß mit drei Zinnen und zwei schwarz geöffneten Fenstern. Die Gemeindefarben sind Blau-Gelb.

Geschichte[Bearbeiten]

Schon in der Steinzeit, vor etwa 7.000 Jahren, war das Mattigtal besiedelt. Dementsprechend wurden viele historische Funde gemacht. Der bekannteste ist der goldene Halsreif aus einem fürstlichen Hügelgrab. Er ist eine Grabbeilage aus der Hallstattzeit. Der Halsreif wurde 1885 im Auftrag des oberösterreichischen Landesmuseums geborgen und ist heute in Linz zu besichtigen. Leider fielen viele dieser Funde auch Plünderern zum Opfer. Noch vor wenigen Jahrzehnten waren im Ortsteil Lohnau noch Reste von römischen Straßen zu erkennen.

Im Jahre 789 wurde Helpfau als „Helpfo“ erstmals urkundlich erwähnt. Die erste Nennung von Uttendorf stammt aus dem Jahre 1120. Das Marktrecht wurde 1481 verliehen. Bis 1780 war der Ort bayerisch und kam nach dem Frieden von Teschen mit dem Innviertel (damals Innbaiern) zu Österreich.

Im Jahre 1779 – nach der Einverleibung des Innviertels nach Österreich – wird Uttendorf wie folgt beschrieben:

Ein landesfürstlicher Markt und ein eigenes Pfleggerichte. Gehörten in den älteren Zeiten zu dem Pfleggerichte Trostburg, wohin es auch noch in des Wenings Topographie T.II p.53 gerechnet wird. Liegt an dem Flusse Mattig zwischen Mauerkirchen und Mattigkofen. Es geben die dortigen Nachrichten, dass im Jahre 1692 den 17.Juli das Wasser der sonst kleinen Mattig nach einem Wolkenbruch und langen Regen dermaßen angelaufen, dass man mit Schiffen, wie auf einem schiffreichen Wasser mitten durch den Markt hat fahren können. Übrigens ist diese Gegend wegen des Wildbrets und der guten Fischen sehr berühmt. Im Jahre 1441 und 50 Jahre darauf ist dieser Markt zweimal in die Asche gelegt worden, wo auch bei dem letzten Brande alle Urkunden und andere Originalbriefe des Marktes zu Grunde gegangen sind. In der Kirche werden die heiligen Aposteln Peter und Paul als Schutzpatronen verehrt. vor ungefähr vier hundert Jahren hat Bernhard von Grambs Uttendorf als eine Herrschaft besessen. Nach Erlöschung dieses Geschlechts ist dieselbe dem Hause Bayern heimgefallen.

Während der Napoleonischen Kriege wieder kurz bayerisch, gehört es seit 1814 endgültig zu Oberösterreich. Der 1835 durch einen Brand vernichtete Markt wurde bis 1841 wieder aufgebaut. Bis 1850 bestand das heutige Helpfau-Uttendorf aus den vier Steuergemeinden Kager, Helpfau, St. Florian und Uttendorf. Am 11. Mai dieses Jahres beschlossen die Ortsvorsteher die Gründung der Doppelgemeinde Helpfau-Uttendorf. Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich am 13. März 1938 gehörte der Ort zum Gau Oberdonau. Nach 1945 erfolgte die Wiederherstellung Oberösterreichs.

Politik[Bearbeiten]

  • Bürgermeister ist Josef Johann Leimer von der ÖVP.
  • Gemeinderat: Die Sitzverteilung im Gemeinderat ist ÖVP 16 Sitze, SPÖ 5 Sitze und FPÖ 4 Sitze.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

1991 hatte die Gemeinde laut Volkszählung 3109 Einwohner, 2001 dann 3246 Einwohner.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Helpfau-Uttendorf
  • Kirchen:

Insgesamt befinden sich in Helpfau-Uttendorf vier Kirchen. Die bekannteste ist die ehemalige Schlosskapelle oberhalb des Kalvarienberges im Zentrum von Uttendorf. Sie ist das einzige erhaltene Stück einer Burg, die sich am Kalvarienberg befunden hatte und das Wahrzeichen der Marktgemeinde. Sehenswert ist auch die im Ursprung gotische Wallfahrtskirche St. Florian (um 1885 Kirchturmausbau durch Raimund Jeblinger). Vor dem Gebäude befindet sich ein Soldatenfriedhof der 6. Stalingrad-Armee des Zweiten Weltkrieges.

  • Landesfürstliches Schloss Uttendorf: Das Landesfürstliche Schloss Uttendorf war ein Schloss, das sich einst am Kalvarienberg oberhalb des Marktes befunden hatte. Im 18. Jahrhundert wurde es aufgrund des maroden Zustandes abgetragen. Die Steine wurden anschließend für den Bau des St. Josef-Krankenhauses in Braunau am Inn verwendet. Der einzig erhaltene Teil des Schlosses ist die ehemalige Schlosskapelle auf dem Schlossberg. Sie ist heute das Wahrzeichen Uttendorfs. Das Gebiet an dem sich das Gebäude befunden hatte ist heute bewaldet. Es sind noch immer einige wenige Reste der Grundmauern zu erkennen. Das Landesfürstliche Schloss Uttendorf ist im Gemeindewappen verankert.
  • Marktplatz: Der Marktplatz ist der historische Kern von Uttendorf. Hier befinden sich Gasthäuser, Cafés, Einzelhandel, Banken und Verwaltungseinrichtungen. 1835 wurde der Markt durch einen verheerenden Brand bis auf drei Gebäude komplett vernichtet. Bis 1841 wurde dieser in der heutigen Form wieder aufgebaut.
  • Mattigtaler Heckenlabyrinth der Menschenrechte (MHM): Auf private Initiative wurde in der Ortschaft Reichsdorf ab 2005 ausgehend von einer Streuobstwiese mit der Pflanzung eines Heckenlabyrinths begonnen. Mit einem Durchmesser von 64m und einer Heckenlänge von rund 1000 Laufmeter soll es das größte Heckenlabyrinth Österreichs und spätestens ab 2014 öffentlich zugänglich werden. Der Wahlspruch des Labyrinths – ... und sollen einander im Geiste der Brüderlichkeit begegnen! – ist der Menschenrechtserklärung von 1948 entnommen. Eine Skulptur im Zentrum des Labyrinths soll als Denkmal fungieren. Der Bildhauer Stefan Esterbauer hat dazu einen Entwurf zum "Mattigtaler Band der Brüderlichkeit" vorgelegt.
  • Geologische Orgeln: Im Ortsteil "Steinbruch" gibt es zwei leicht zugängliche, nahe beieinander liegende Stellen[3] mit teils sehr großen geologischen Orgeln.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • FF-Maskenball: findet jedes Jahr am Faschingssamstag statt
  • PerchtenMania: Die PerchtenMania wird im Festsaal Uttendorf von den „Mattigtaler Perchten“ veranstaltet
  • Josefimarkt: Der Josefimarkt wird jährlich, eine Woche vor dem Josef-Namenstag ausgetragen. Er fällt in die Kategorie Kirtag, obwohl auch viele Firmen ihre Produkte vorstellen.
  • Landjugend-Ball: Der Landjugend-Ball findet jährlich am 5. Jänner statt.
  • Stockcar-Rennen: Im August findet das jährliche Stockcar-Rennen statt.

Verkehr[Bearbeiten]

Bahn und Bus[Bearbeiten]

Helpfau-Uttendorf ist an die Mattigtalbahn angebunden. Viele Berufstätige und Schüler nutzen die Bahn um z. B. nach Salzburg oder Braunau am Inn zu pendeln.

Die Postbus-Linien 320 und 330 ermöglichen sowohl die Fahrt in andere Orte, wie etwa Braunau oder Straßwalchen, als auch die Fortbewegung innerhalb der Marktgemeinde.

Straße[Bearbeiten]

Die Gemeinde wird von der B 147 (Braunauer Straße) durchquert. Im Gewerbegebiet zweigt die B 142 (Mauerkirchener Straße) in Richtung Altheim ab. In Planung ist die Umfahrung Mattighofen, die durch die Gemeinde Uttendorf führen wird. Sie soll vor allem den Unternehmen in der Region einen Vorteil verschaffen.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

In den letzten Jahrzehnten entstand in Helpfau-Uttendorf ein Gewerbegebiet beträchtlicher Größe. Dort befinden sich u. a. Speditionen, Sägewerk, Altstoffsammelzentrum, Tür- u. Torhersteller, Druckerei, Beschichter und Bauunternehmen. Da dort nur mehr wenige freie Grundstücke vorhanden sind, entsteht an der Grenze zu Schalchen zwischen dem Fluss Mattig und der B 147 das sogenannte Industriegebiet Süd. Dieser Bereich ist noch weitgehend unbebaut. Es finden sich aber auch außerhalb dieser Zonen Betriebe die im ganzen Gemeindegebiet verstreut sind. Eine Brauerei im Zentrum von Uttendorf stellt verschiedene Bier- und Limonadensorten her.

  • Uttendorfer G’schäftsleut: Die Uttendorfer G’schäftsleut sind eine Vereinigung von Gewerbetreibenden und Wirten in Helpfau-Uttendorf. Gemeinsam führen sie u. a. Werbeaktionen zur Belebung des Einzelhandels durch.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Zu den erwähnenswerten öffentlichen Einrichtungen zählt die vor einigen Jahren wiederbelebte Pfarrbibliothek. Hier ist es möglich gegen eine geringe Gebühr Bücher und Spiele zu entlehnen. Das sogenannte Eltern-Kind-Zentrum, kurz EKIZ, sorgt, besonders im Sommer, für Freizeit-Angebote, die auf Kinder zugeschnitten sind. Für Eltern werden des Öfteren Abende mit Vorträgen und Erziehungs-Tipps veranstaltet.

Vereine[Bearbeiten]

In Uttendorf gibt es über 40 Vereine. Hier einige davon:

  • Die „Landjugend“ (veranstaltet jährlich am 5. Jänner einen Ball)
  • Der „Schützenverein“ (veranstaltet jährlich das Schulabschlussfeuer)
  • Mattigtaler Perchten
  • Tennisverein
  • Fußballverein (SV Raiffeisen Uttendorf)
  • Asphalt-/Eisstockschützen
  • Der „MIC Uttendorf“ Stockcar-Verein (veranstaltet jährlich das Stockcar-Rennen in Uttendorf)
  • Musikverein Harmonie Uttendorf

Feuerwehren[Bearbeiten]

  • Freiwillige Feuerwehr (FF) Uttendorf
  • FF Freihub
  • FF Reith

Literatur[Bearbeiten]

  • Topographie oder kurze Beschreibung desjenigen Distrikts der bayrischen Lande, welche das durchlauchtigste Erzhaus von Österreich kraft der mit Kurpfalz zu Teschen geschlossenen Konvention in Besitz genommen hat, Wien 1779.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Helpfau-Uttendorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Land Oberösterreich – Geografische Daten der Gemeinde Helpfau-Uttendorf.
  2. Statistik Austria, Registerzählung vom 31. Oktober 2011
  3. [1]