Lochen am See

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Lochen am See
Wappen Österreichkarte
Wappen von Lochen am See
Lochen am See (Österreich)
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Oberösterreich
Politischer Bezirk: Braunau
Kfz-Kennzeichen: BR
Hauptort: Lochen
Fläche: 33,30 km²
Koordinaten: 48° 1′ N, 13° 11′ OKoordinaten: 48° 0′ 32″ N, 13° 10′ 50″ O
Höhe: 516 m ü. A.
Einwohner: 2.926 (1. Jän. 2022)
Bevölkerungsdichte: 88 Einw. pro km²
Postleitzahl: 5221
Vorwahl: 07745
Gemeindekennziffer: 4 04 19
Adresse der
Gemeinde­verwaltung:
Ringstraße 14
5221 Lochen am See
Website: www.lochen.at
Politik
Bürgermeister: Alfred Scherr (SPÖ)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2021)
(25 Mitglieder)
12
10
3
12 10 
Insgesamt 25 Sitze
Lage von Lochen am See im Bezirk Braunau
AltheimAspachAuerbachBraunau am InnBurgkirchenEggelsbergFeldkirchen bei MattighofenFrankingGeretsbergGilgenberg am WeilhartHaigermoosHandenbergHelpfau-UttendorfHochburg-AchHöhnhartJegingKirchberg bei MattighofenLengauLochen am SeeMaria SchmollnMattighofenMauerkirchenMiningMoosbachMoosdorfMunderfingNeukirchen an der EnknachOstermiethingPaltingPerwang am GrabenseePfaffstättPischelsdorf am EngelbachPolling im InnkreisRoßbachSt. Georgen am FillmannsbachSt. Johann am WaldeSt. Pantaleon (Oberösterreich)St. Peter am HartSt. RadegundSt. Veit im InnkreisSchalchenSchwand im InnkreisTarsdorfTreubachÜberackernWeng im InnkreisOberösterreichLage der Gemeinde Lochen am See im Bezirk Braunau am Inn (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria
BW

Lochen am See ist eine österreichische Gemeinde im Bezirk Braunau am Inn im Innviertel in Oberösterreich mit 2926 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2022).

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lochen am See grenzt an den Mattsee auf einem Hochplateau, wobei der Tannberg im Süden der Gemeinde liegt. Die Gemeinde hat eine Fläche von 33,3 km².

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Lochen, Oberweissau, Tannberg und Wichenham.

Das Gemeindegebiet umfasst folgende 33 Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2022[1]):

Der zuständige Gerichtsbezirk ist der Gerichtsbezirk Mattighofen.

Einziger Zählsprengel ist Lochen für die ganze Gemeinde.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirchberg bei Mattighofen Munderfing
Palting Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Lengau
Mattsee

(beide Bez. Salzburg-Umg., Sbg.)


Köstendorf (Bez. Salzburg-Umg., Sbg.)


Straßwalchen (Bez. Salzburg-Umg., Sbg.)

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits aus der Jüngeren Steinzeit liegen Depotfunde in Lochen, früher allgemein Lohen geschrieben,[2] vor. In der Folge sind auch Funde aus der Hallstattzeit und der La-Tène-Zeit nachzuweisen, in denen Kelten das Land besiedelten. Römische Siedlungen konnten auch in Lochen gesichert werden, wobei hier die Straße nach Castra Batava (Passau) verlief. Nach der Völkerwanderungszeit besiedelten Bajuvaren ab dem 6. Jahrhundert das Gebiet.

Lochen wurde das erste Mal im Jahre 903 in einer Schenkungsurkunde des Bischofs Madalwin urkundlich erwähnt. Lochen gehörte – wie aus einer Personalzinsurkunde hervorgeht – zum Stift Mattsee. Durch den Frieden von Teschen im Jahre 1779 kam das gesamte damalige Innbaiern mit Lochen von Bayern zu Österreich. Im Zuge dieser Veränderung kam Lochen 1785 von der Diözese Passau zur 1785 neu gegründeten Diözese Linz.

Lochen wurde im Jahr 1974 als Standort für den Flughafen Salzburg vorgeschlagen.

Die Gemeinde nennt sich erst seit jüngster Zeit Lochen am See. Das soll darauf Bezug nehmen, dass sich das Gemeindegebiet bis an den Mattsee erstreckt, der zum Bundesland Salzburg gehört. Diese Tatsache ist im Raum relativ unbekannt. Der Hauptort selbst liegt nicht am See.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Filialkirche in Gebertsham, spätgotischer Flügelaltar
Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Lochen am See
  • Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt in Lochen, mit berühmtem barocken Hochaltar von Meinrad Guggenbichler
  • Filialkirche zum Hl. Kreuz in Gebertsham: Die spätgotische Kirche ist ein einschiffiger Bau mit westseitigem Dachreiter aus der Zeit um 1500. Der Gebertshamer Flügelaltar aus dem Jahre 1515/20 wird der Werkstatt des Meisters Gordian Guckh zugeschrieben. Der Altar zeigt im Mittelschrein eine figurenreiche Kreuzigungsdarstellung und auf den Tafeln der Flügelinnenseiten die Legende vom Hl. Kreuz. Im Jahr 1986 wurden in der Kirche Wandmalereien entdeckt. 178 mehrfarbige Pflanzenornamente, mehrere Weihekreuze und vier Wandbilder wurden wiederhergestellt. Im Jahr 1988 fand in der Kirche die Hochzeit von Deutschlands ehemaligem Bundespräsidenten Walter Scheel statt.
  • Filialkirche Hl. Johannes der Täufer in Astätt
  • Keltische Vierecksschanze: Da bei einer Grabungskampagne 2007 keine entsprechenden Funde gesichert werden konnten, dürfte die Bezeichnung La-Téne-zeitliche Vierecksschanze falsch sein, vermutlich wurde die Anlage bei den österreichisch-bayerischen Grenzstreitigkeiten im Zuge des Spanischen Erbfolgekrieges errichtet.[3]
  • Der Richtstättenweg Lochen wurde 30. September 2012 eingerichtet, er führt vom Kirchweg in Lochen zur Köpfstattsäule in Astätt, wo 1762 die letzte Hinrichtung stattfand.[4]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

BW

Der Gemeinderat hat 25 Mitglieder.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • bis 2015 Johann Schweiberer (ÖVP)
  • 2015–2021 Franz Wimmer (ÖVP)
  • seit 2021 Alfred Scherr (SPÖ)

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Coat of Arms Lochen.svg

Offizielle Beschreibung des Gemeindewappens:

In Silber auf grünem Schildfuß zwischen zwei grünen Hügeln eine grüne, stammlose, bis zum Schildrand reichende, dreieckförmige Tanne.

Die Gemeindefarben sind Weiß-Grün.

Regionalpolitik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lochen gehört zur Leaderregion Oberinnviertel–Mattigtal.[6]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Reinhard Weidl: Lochen – Gebertsham – Astätt (= Christliche Kunststätten Österreichs. Nr. 145). Salzburger Druckerei, Salzburg 1985.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Lochen am See – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2022 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2022) (ODS)
  2. z. B. als der Linzer Bischof Rudolph Hittmair am 13. Mai 1909 den gotischen Flügelaltar von Gebertsham in Lohen-Astätt besucht; (Ein Stück Mattsee). In: Tages-Post, 15. Mai 1909, S. 5. (Online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/tpt
  3. Christian K. Steingruber: Eine kritische Betrachtung des Historisch-Topographischen Handbuches der Wehranlagen und Herrensitze Oberösterreichs. Oberösterreichisches Landesarchiv, Linz 2013, S. 212.
  4. Richtstättenweg in Lochen eröffnet (Memento des Originals vom 12. Oktober 2014 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.zukunft-om.at, zukunft-om.at;
    Lochen am See eröffnet Richtstättenweg, Barbara Eder in meinbezirk.at, 22. September 2012.
  5. https://orf.at/wahl/ooe21/ergebnisse/40419
  6. Verein Zukunft Oberinnviertel-Mattigtal (zukunft-om.at).