Westfälische Hochschule Gelsenkirchen Bocholt Recklinghausen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Vorlage:Infobox Hochschule/Mitarbeiter fehltVorlage:Infobox Hochschule/Professoren fehlt

Westfälische Hochschule
Gelsenkirchen, Bocholt, Recklinghausen
Logo
Motto Wissen. Was praktisch zählt
Gründung 1. August 1992
Trägerschaft MIWFT NRW (staatlich)
Ort Gelsenkirchen, Bocholt, Recklinghausen, Ahaus
Bundesland Nordrhein-Westfalen
Staat Deutschland
Präsident Bernd Kriegesmann
Studenten 9158 WS 2014/15[1]
Website www.w-hs.de
Gebäude B am Standort Gelsenkirchen mit WH-Logo

Die Westfälische Hochschule Gelsenkirchen, Bocholt, Recklinghausen (kurz Westfälische Hochschule) ist eine Fachhochschule in Nordrhein-Westfalen, die am 1. August 1992 gegründet wurde. Sie besteht aus dem Hauptsitz in Gelsenkirchen sowie den Standorten in Bocholt, Recklinghausen und einem Studienort in Ahaus.

Vom 1. August 1992 bis zum 29. Februar 2012 trug die Westfälische Hochschule den Namen Fachhochschule Gelsenkirchen.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Die Ursprünge hat die Westfälische Hochschule in der Staatlichen Ingenieurschule für Maschinenwesen Gelsenkirchen-Buer, die am 1. Oktober 1962 gegründet wurde. Durch die Gründung der Fachhochschulen in Deutschland im Jahre 1971 wurde die Ingenieurschule am 1. August 1971 der neu gegründeten FH Bochum angegliedert. Im Oktober 1991 machte die Emscher-Lippe-Agentur (ELA) den Vorschlag, der durch den Rückgang der Kohleförderung besonders stark betroffenen Region durch die Neugründung einer Fachhochschule zu helfen, ihre Strukturprobleme zu lösen. Deshalb beschloss die Landesregierung am 15. Januar 1992 den Aufbau einer neuen Fachhochschule mit Hauptsitz in Gelsenkirchen. Somit wurde die Abteilung Gelsenkirchen der FH Bochum zur FH Gelsenkirchen. Durch ein Landesgesetz wurde die damalige FH Gelsenkirchen zum 1. August 1992 als 50. Hochschule des Landes NRW errichtet.[3]

Die Fachhochschule bietet hauptsächlich mathematisch-technisch-naturwissenschaftliche Studiengänge an, ergänzt durch Studiengänge aus dem Bereich Wirtschaft, Recht und Journalismus.

Von Mai 2005 bis November 2009 war an dieser Hochschule der UNESCO-Lehrstuhl „UNESCO Chair for Entrepreneurship and Intercultural Management“ beheimatet. Es war der erste UNESCO-Lehrstuhl für eine FH in Deutschland und der einzige an allen Hochschulen Nordrhein-Westfalens. Mit dem Lehrstuhl sollte ein noch intensiverer Wissenstransfer mit ausländischen Hochschulen erreicht werden.

Seit September 2007 wurde ein neues Gebäude errichtet, weil das Gebäude in der Neidenburger Straße 10 mit PCB belastet war. Der Neubau (heute Gebäude B des Standortes Neidenburger Str. 43) wurde pünktlich zum Start des Wintersemesters 2010/2011 den Fachbereichen Elektrotechnik, Maschinenbau, Versorgung- und Entsorgung sowie dem Institut für Journalismus und Public Relations übergeben.

Die NRW-Landesregierung lobte am 28. Mai 2008 einen Wettbewerb zur Gründung von drei neuen Fachhochschulen aus, bei dem sich die Fachhochschule Gelsenkirchen mit einem Konzept bewarb. Hieraus resultierte die Einrichtung eines weiteren Studienortes in Ahaus in der Nähe des bestehenden Standortes Bocholt. Der Studienbetrieb startete im Wintersemester 2009/2010 mit zwei kooperativen Studiengängen. [4]

Durch diesen Wettbewerb bekam die Hochschule aber auch Konkurrenz im näheren Umfeld, die in den Städten Mülheim und Bottrop gelegene Hochschule Ruhr West und die in den Städten Kleve und Kamp-Lintfort gelegene Hochschule Rhein-Waal.

Seit dem 18. September 2012 besteht ein Kooperationsvertrag mit der Bergischen Universität Wuppertal, der es den WH-Studierenden ermöglicht, studienbegleitend Qualifikationen zur Lehre an Berufskollegs zu erhalten.[5]

Subventionsskandal[Bearbeiten]

Im März 2007 wurden Vorwürfe öffentlich, dass drei Professoren der Hochschule Zuschüsse in Millionenhöhe für ein Inkubatorzentrum hinterzogen hätten. Hier sollten eigentlich Unternehmensgründungen gefördert werden. Infolgedessen wurden die Dozenten (darunter der für Planung und Finanzen zuständige Prorektor sowie zwei Dekane) und ein ehemaliger wissenschaftlicher Mitarbeiter verhaftet. Am 22. März beurlaubte der Innovationsminister Andreas Pinkwart sowohl Rektor Peter Schulte, welcher sich zuvor selbst angezeigt hatte, als auch Kanzler Hans-Joachim Baier. Interimsmäßig wurde Ministerialdirigent Heiner Kleffner, der schon die Universität Duisburg-Essen in der Gründungsphase geführt hatte, als Leiter der FH eingesetzt.[6][7]

Präsidium[Bearbeiten]

Nach einem Wechsel von einer Rektoratsverfassung zu einer Präsidialverfassung wurde am 5. Mai 2008 Bernd Kriegesmann zum ersten Präsidenten der Fachhochschule Gelsenkirchen einstimmig gewählt. Dieser hatte seit März 2000 eine Professur im Gebiet der Betriebswirtschaftslehre an der Fachhochschule Gelsenkirchen. Im Jahre 2005 war er zum Dekan des Fachbereichs Versorgung und Entsorgung gewählt worden. Am 1. August 2008 wurde er vom Hochschulratsvorsitzendem Karl-Heinz Philippi zum Präsidenten ernannt und übernahm die Leitung. Am 1. August 2014 ging er in seine zweite Amtsperiode.

Die Vizepräsidenten des aktuellen Präsidiums sind:

  • Lehre/Studium/Internationales: Katrin Hansen
  • Forschung/Entwicklung: Michael Brodmann
  • Kommunikation: Kurt Weichler
  • Wirtschafts-/Personalverwaltung: Kanzler Dr. Heiko Geruschkat

Die Amtszeit währt bis zum 31. Juli 2020.

Hochschulrat[Bearbeiten]

Aufgrund des durch das Land NRW verabschiedeten Hochschulfreiheitsgesetzes wurde an der Fachhochschule Gelsenkirchen ein Hochschulrat gewählt. Die Fachhochschule Gelsenkirchen hat sich dabei in ihrer verabschiedeten Grundordnung für ein zehnköpfiges Gremium entschieden, das zur Hälfte aus internen Mitgliedern der Hochschule besteht. Die andere Hälfte besteht aus Mitgliedern, die von außerhalb der Hochschule in das Gremium kommen. Der aktuelle Hochschulrat wurde im Dezember 2012 durch das nordrhein-westfälische Wissenschaftsministerium bestätigt, seine Amtszeit beträgt fünf Jahre. Die einzelnen Mitglieder sind:

  • Regine Bönsch, VDI Verlag GmbH
  • Beate West-Leuer, Institut "Psychodynamische Organisationsentwicklung + Personalmanagement (POP)"
  • Manfred Egelwisse, MER Consult Rhede
  • Josef Hülsdünker, DGB Region Emscher-Lippe
  • Klaus Fricke
  • Ricarda Kampmann
  • Angelika Loidl-Stahlhofen
  • Ralf Michael Marquardt
  • Martin Schulten
  • Thomas Wessel, Evonik Industries AG

Fachbereiche[Bearbeiten]

Zum 1. März 2012 wurden Umstrukturierungen bei den Fachbereichen durchgeführt. Dies bedeutete, dass Fachbereiche zusammengelegt wurden, um die Verwaltung zu optimieren. Für die Studierenden hat sich nichts an den Studieninhalten geändert.

Angebotene Studiengänge[Bearbeiten]

Bachelor Studiengang Abkürzung Angeboten in:
Angewandte Elektrotechnik (Photonik/Automation) B.Sc. Ahaus, Bocholt
Bionik B.Sc. Bocholt
Chemie B.Sc. Recklinghausen
Elektrotechnik B. Eng. Gelsenkirchen
Informatik B. Sc. Gelsenkirchen
Informatik.Softwaresysteme B. Sc. Ahaus, Bocholt
International Business Law and Business Management LL. B. Recklinghausen
International Management B. A. Bocholt
Journalismus/Public Relations B. A. Gelsenkirchen
Maschinenbau B. Eng. Gelsenkirchen
Mechatronik B. Eng. Ahaus, Bocholt
Medieninformatik B. Sc. Gelsenkirchen
Molekulare Biologie B. Sc. Recklinghausen
Physikalische Technik B. Sc. Gelsenkirchen
Versorgungs- und Entsorgungstechnik B. Eng. Gelsenkirchen
Wirtschaft B. A. Bocholt, Gelsenkirchen
Wirtschaftsinformatik B. Sc. Bocholt, Gelsenkirchen
Wirtschaftsingenieurwesen B. Sc. Bocholt, Gelsenkirchen, Recklinghausen
Wirtschaftsrecht LL. B. Recklinghausen
Master Studiengang Abkürzung Angeboten in:
Dienstleistungsmanagement M. A. Bocholt
Energiesystemtechnik M. Eng. Gelsenkirchen
Informatik M. Sc. Gelsenkirchen
Internet-Sicherheit M. Sc. Gelsenkirchen
Management M. A. Gelsenkirchen
Maschinenbau M. Eng. Gelsenkirchen
Mechatronik M. Eng. Bocholt
Medieninformatik M. Sc. Gelsenkirchen
Mikrotechnik und Medizintechnik M. Sc. Gelsenkirchen
Molekulare Biologie M. Sc. Recklinghausen
Systems and Facilities Engineering M. Sc. Gelsenkirchen
Verteilte Systeme M. Sc. Bocholt
Wirtschaftsinformatik M. Sc. Gelsenkirchen
Wirtschaftsingenieurwesen M. Sc. Recklinghausen
Wirtschaftsrecht LL. M. Recklinghausen

Es werden diverse Lizenzstudiengänge angeboten.

Institute (Auswahl)[Bearbeiten]

Zahlen und Fakten[Bearbeiten]

  • Studenten: rund 9000, davon knapp 5000 in Gelsenkirchen, je ca. 2000 in Bocholt und Recklinghausen (Stand November 2014)
  • Nationalitäten der Studenten: 50 (Stand 2001)

Standorte[Bearbeiten]

  • Anschrift:
    • Gelsenkirchen: Neidenburger Straße 43, 45897 Gelsenkirchen
    • Bocholt: Münsterstraße 265, 46397 Bocholt
    • Recklinghausen: August-Schmidt-Ring 10, 45665 Recklinghausen
    • Ahaus: Parallelstr. 38, 48683 Ahaus
  • ÖPNV:
    • Gelsenkirchen: Haltestelle Fachhochschule Gelsenkirchen: Linien 342, 399; Haltestelle Neidenburger Straße: Linien 342, 396; Haltestelle Forstweg: Linien SB91, 247
    • Bocholt: Haltestelle Fachhochschule: Linien R51, S75, 721, 731,; Haltestelle Westfälische Hochschule: Linie C2
    • Recklinghausen: Haltestelle Neue Philharmonie: Linien 212, 213, 230, 232, 233, 236, 237

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt: Studierendenzahlen Studierende und Studienanfänger/-innen nach Hochschularten, Ländern und Hochschulen, WS 2012/13, S. 66-113 (abgerufen am 3. November 2013)
  2.  2. Satzung zur Änderung der Grundordnung der Fachhochschule Gelsenkirchen vom 29.02.2012. In: Amtsblatt der Fachhochschule Gelsenkirchen. 12. Jahrgang, Nr. 7, 29. Februar 2012, S. 30 (online (PDF, 33 KB), abgerufen am 1. Mai 2015).
  3. Fachbereichsführer FB Informatik, FH Gelsenkirchen, 1997 Dieter Hannemann, abgerufen am 26. Oktober 2010
  4. Innovationen für das Wohnen in der Zukunft
  5. Geschichte der BUW - Umbau ab 2007 abgerufen am 8. Februar 2013
  6. Stellungnahme der FH Gelsenkirchen von Heiner Kleffner, 26. März 2007
  7. Thomas Becker: Urteil im Subventionsprozess um Inkubatorzentrum dradio.de, 16. Dezember 2008



51.5744444444447.0280555555556Koordinaten: 51° 34′ 28″ N, 7° 1′ 41″ O