Holidaycheck

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HolidayCheck AG
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Rechtsform Aktiengesellschaft [1]
Gründung 2003
Sitz Bottighofen, Schweiz
Leitung Gilles Despas[2]
(Vorsitzender der Geschäftsleitung)
Toon Bouten
(VR-Präsident)
Mitarbeiter 240
Umsatz ca. 14 Millionen Euro
Branche Touristik
Website www.holidaycheck.de,
www.holidaycheck.at,
www.holidaycheck.ch

Die HolidayCheck AG mit Sitz in Bottighofen TG (Schweiz) ist Betreiber des größten deutschsprachigen Meinungsportals für Reise und Urlaub im Internet. Das 2003 gegründete Unternehmen gehört seit 2006 mehrheitlich zur Tomorrow Focus AG, die ihrerseits Teil von Hubert Burda Media ist.

Gründung und Eigentümerstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gegründet wurde das Internetportal im Jahr 1999 von Studenten, die vor ihrem Urlaub gerne gewusst hätten, ob ihr Hotel auch seinen Preis wert ist. Sie übernahmen laut eigenen Angaben die Idee eines Hotelbewertungsportals von einer kanadischen Seite. Zunächst wurde die Seite privat betrieben, bevor es 2003 zur Unternehmensgründung kam.[3]

Im Juli 2006 übernahm die Hubert Burda Media Holding aus München über die Tochtergesellschaften Burda Digital Ventures und Tomorrow Focus AG für einen Kaufpreis von rund 60,5 Millionen Euro 80 % (Tomorrow Focus für 51 %, Burda Digital Ventures 29 %) Anteile an der HolidayCheck AG. Die BDV hat Ihre Anteile inzwischen an die Tomorrow Focus AG verkauft. Im Mai 2009 trat Jörg Trouvain die Nachfolge von Hakan Öktem als Geschäftsführer an.

Im Januar 2009 kaufte die Tomorrow Focus AG über ihre Tochtergesellschaft TF-Beteiligungs GmbH weitere 14 % des Reiseportals für 21,6 Millionen Euro und ist nunmehr mit 94 % der Hauptanteilseigner an der HolidayCheck AG.[4] Zunächst blieben die Unternehmensgründer mit 6 % weiterhin beteiligt, verkauften diese dann aber im Juni 2013, sodass die TOMORROW FOCUS AG Ihren Anteil von 94 Prozent auf 100 Prozent aufstocken konnte und somit alleiniger Anteilseigner ist.[5]

Bewertungsportal und Online-Reisebüro[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um die Urlaubsvorbereitung attraktiver und spannender zu gestalten, bietet die Plattform diverse Internet-Anwendungen. Neben der Möglichkeit, selbst Inhalte einzustellen, steht ein eigenes soziales Netzwerk zur Verfügung über das sich Reiseinteressierte untereinander vernetzen können. Tag Clouds helfen beim Auffinden beliebter Inhalte und Mashups kombinieren und visualisieren Inhalte aus der Nutzerdatenbank. Darüber hinaus können sich registrierte Nutzer einen Beobachtungsagenten einrichten und sich so über neue Informationen benachrichtigen lassen.

Neben dem Bewertungsportal betreibt die HolidayCheck AG seit 2006 ebenfalls ein Online-Reisebüro auf der Seite und hat über 75 Veranstalter im Programm, deren Angebote und Preise zu Pauschalreisen, Hotels, Flügen und Kreuzfahrten verglichen werden können. Monatlich verzeichnet holidaycheck.de 4,1 Millionen Klicks (laut IVW 12/2008) und 255.000 aktive Community-Mitglieder. Von August 2008 bis Januar 2009 konnte das Unternehmen 43.000 neue Anmeldungen verzeichnen. Es existieren acht internationale Ableger: in Frankreich, Großbritannien, Italien, Niederlande, Polen, Russland, Spanien und international. Seit 2006 veröffentlicht HolidayCheck auf ihrer Webseite ein monatlich erscheinendes Magazin. Im Mai 2008 übernahm das Unternehmen für einen Kaufpreis von 850.000 Euro die Domain des Online-Reiseportals urlaub.com, das zu einer E-Commerce-Reiseverkaufsplattform ausgebaut werden soll. Ab August 2008 ergänzte das Unternehmen sein Angebot mit MietwagenCheck um ein Mietwagen-Preisvergleichsportal.

Datenschutz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem 25. Juli 2005 besitzt die Website ein s@fer-shopping-Zertifikat des TÜV Süd für sicheres Online-Shopping im Bereich Datenschutz, sichere Datenübertragung und Bedienbarkeit. Seit Sommer 2005 ist die Gesellschaft auch (Gründungs)mitglied des Verbands Neue Touristik (VNT), ein Interessenverband konzernfreier Reisemittler zur Förderung von neuen Vertriebswegen. Von dort wechselte man im Januar 2008 zum Verband Internet Reisevertrieb (VIR), dem Zusammenschluss der größten kommerziellen Reiseverkäufer im Internet (u.a. Expedia, Opodo etc.). Kritiker der Hotelbewertungsseiten beanstanden vor allem die zunehmende Kommerzialisierung.

Kritik und Filterung manipulierter Bewertungstexte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Inzwischen zählt HolidayCheck zu den größten kommerziellen Reisevermittlern mit großem Online-Angebot und eigenem Reisebüro-Callcenter. Laut Jahresbericht der Tomorrow-Focus AG (Investor Relations) soll Holidaycheck zum größten Reiseverkäufer in Europa gemacht werden. Da dies eine Abhängigkeit zwischen Reisebranche und Bewertungsplattform fördern könnte, wird die Authentizität der Bewertungen in Frage gestellt.[6][7][8][9] Jedoch ist bisher kein Fall von massenhafter Fälschung (guter) Bewertungen bekannt geworden, obwohl auf Guerilla-Marketing spezialisierte Agenturen gerne aus Werbegründen Gegenteiliges behaupten. Bei diversen Tests aus den Jahren 2004 bis 2008 von unabhängigen Zeitungen schnitt HolidayCheck bei den Betrugssicherheitstests der Bewertungen verhältnismäßig gut ab. Im Dezember 2008 erhielt HolidayCheck zum dritten Mal in Folge die Auszeichnung zur besten Reise-Website des Jahres.[10][11][12] Jedoch gibt es immer häufiger Proteste seitens der Hoteliers. Nach eigenen Angaben durchlaufen alle Bewertungen (ca. 1.500 pro Tag) eine automatische Prüfung und auffällige Bewertungen werden von einem 41 Personen starken Content-Team geprüft.[13]

Klage auf Rufschädigung und Klageabweisung durch das BGH[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In die Schlagzeilen kam HolidayCheck 2015 durch die Klage eines Berliner Hoteliers vor dem BGH auf Rufschädigung. Der Hotelier sah sich massiv durch eine negative Bewertung eines Nutzers im Portal geschädigt, die ungefiltert auf das Bewertungsportal gestellt wurde und erst nachträglich auf Protest des Hoteliers hin entfernt wurde.[14] Der BGH wies die Klage mit der Begründung ab, die Seitenbetreiber solcher Vergleichsportale sind nicht verpflichtet, die Inhalte vorab lückenlos zu prüfen. Eine inhaltliche Prüfung vorab sei nicht zumutbar. Für schlechte Kritiken hafte der Betreiber erst, wenn er davon wisse und nichts unternehme.[15]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Eintrag der «HolidayCheck AG» im Handelsregister des Kantons Thurgau
  2. Neuer Chef bei Holidaycheck in Bottighofenvom 20. Mai 2012 beim News ticker/Kreuzfahrttester
  3. 10 Jahre Holidaycheck (tomorrow-focus.de vom 7. November 2013, abgerufen am 12. März 2016)
  4. TOMORROW FOCUS AG übernimmt weitere 14 Prozent an der HolidayCheck AG (tomorrow-focus.de vom 12. Februar 2009, abgerufen am 12. März 2016)
  5. TOMORROW FOCUS AG übernimmt ausstehende Minderheitenanteile an der HolidayCheck AG (28. Juni 2013) (tomorrow-focus.de vom 28. Juni 2013, abgerufen am 12. März 2016)
  6. Vernichtende Hotelbewertung - Wie bei der Mafia (Süddeutsche Zeitung vom 15. April 2013, abgerufen am 12. März 2016)
  7. Mit Vorsicht zu genießen: Hotelkritiken im Internet (heise.de vom 18. Mai 2005, abgerufen am 12. März 2016)
  8. Kritische Betrachtung der virtuellen Gästebücher und Test der Hotelkritiken-Portale (zeit.de vom 25. Mai 2005, abgerufen am 12. März 2016)
  9. Was taugen Hotelbewertungen im Internet? (welt.de vom 18. Januar 2007, abgerufen am 12. März 2016)
  10. HolidayCheck erneut Gewinner – „Beste Reise-Website 2007“ (dein-touristik.net vom 19. Dezember 2007, abgerufen am 12. März 2016)
  11. Holiday-Check ist beste Reise-Website (gourmetglobe.de, abgerufen am 12. März 2016)
  12. HolidayCheck beste Reise-Website (ihk-saarland.de, IHK Saarland, Tourismus aktuell, Ausgabe 02/2009, Seite 5)
  13. Interview mit Claudius Moarefi, Senior Marketing Manager PR & Redaktion, Holidaycheck (pc-magazin.de vom 18. November 2011, abgerufen am 12. März 2016)
  14. BGH prüft Klage gegen Hotelbewertung im Internet (focu.de vom 19. März 2015, abgerufen am 12. März 2016)
  15. Hostel scheitert mit Klage gegen schlechte Bewertung im Internet (web.de vom 19. März 2015, abgerufen am 12. März 2016)