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Jörn Hentschel

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Jörn Hentschel (* 1973[1], nach anderen Quellen 1969[2][3][4][5], in Ost-Berlin) ist ein deutscher Schauspieler.

Jörn Hentschel studierte von 1991 bis 1993 für zwei Studienjahre Schauspiel an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ in Ost-Berlin, die er jedoch ohne Diplom verließ.[6] Er besuchte dann von 1993 bis 1995 die Schauspielschule „Der Kreis“ (Fritz-Kirchhoff-Schule), wo er 1995 die paritätische Bühnenreifeprüfung ablegte.[6][7]

Von 1995 bis 2001 hatte er anschließend eine 7-jährige Bühnenkarriere mit Theaterengagements an den Freien Kammerspielen Magdeburg (Städtisches Schauspiel) und am Theater Junge Generation (TJG) in Dresden. In der Spielzeit 2001/02 trat er an den Kammerspielen Magdeburg als Redakteur Billing in Ibsens Ein Volksfeind auf. Es folgten Gastengagements und Stückverträge am Berliner Maxim Gorki Theater[6] und am bat-Studiotheater. 2006 gastierte er am Theater Luzern in Brecht/Weills Die Dreigroschenoper als Münz-Matthias und als Bettler Filch. Im April 2007 wirkte er im Studio des Maxim Gorki Theaters an der Seite von Julischka Eichel, Thomas Fränzel und Hannes Wegener in der Uraufführung des Theaterstücks Herr Tod lädt nicht ein aber wir kommen trotzdem (Regie: Nora Schlocker) von Nora Mansmann mit.[8] Von 2008 bis 2010 spielte er am Deutschen Nationaltheater Weimar (Staatstheater Thüringen) den Vicomte de Valmont in Gefährliche Liebschaften und die Unterweltfigur Ficsur in Liliom.[6]

Weitere Theaterengagements hatte er in der Folgezeit am Ballhaus Ost[9] (2012), am Schlosstheater Celle[10][11] (2013), wo er in der Uraufführung des Theaterstücks Die Offenbarung des Ralf von Kai Hensel mitwirkte, und beim französisch-deutschen Ensemble „EPIK Hotel“ in Strasbourg (2014–2015). Er spielte im Verlaufe seiner Karriere außerdem an den Kammerspielen Paderborn, an der Volksbühne Berlin, am Volkstheater Rostock, am Kleist Theater Frankfurt/O. und am Saarländischen Staatstheater Saarbrücken.

Seit 2002 steht Hentschel regelmäßig auch für Film und Fernsehen vor der Kamera. Meist wird Hentschel hier in prägnanten Nebenrollen eingesetzt. Mittlerweile hat Hentschel in über 80 Kino- und TV-Produktionen mitgewirkt. Für das Kino arbeitete er u. a. mit Marvin Kren, Götz Spielmann, Robert Schwentke, Wolfgang Becker und Marcus O. Rosenmüller zusammen.

In dem Kinofilm Rammbock (2010) hatte er eine Nebenrolle als Autofahrer Dominik. In der 2. und 3. Staffel der Fernsehserie Weissensee (2013–2015) war er als Volkspolizist Volker Pohlmann besetzt. In dem Fernsehfilm Das Kloster bleibt im Dorf (2015) verkörperte er den Privatsekretär des Bischofs Rentschler (Lambert Hamel). In dem Fernsehfilm Mordkommission Berlin 1 (2015) war er als Tierpfleger und Zoowärter Arno zu sehen.[12] In der ZDF-Krimireihe Kommissarin Heller spielte er in dem Film Hitzschlag (Erstausstrahlung: Januar 2016) den in einer psychiatrischen Klinik arbeitenden Krankenpfleger Gert. In der ZDF-Filmreihe Lotta mit Josefine Preuß in der Titelrolle war er in Lotta & der dicke Brocken (2016) der Speditionsfahrer Grabowski. In dem Theaterfilm Shakespeares letzte Runde (2016), in dem die Figuren aus Shakespeares Komödie Ein Sommernachtstraum in der Neuzeit zusammentreffen, verkörperte Hentschel die Figur des Zettel, einen der Kellner des Berliner Szene-Lokals The Globe.[13] In dem TV-Zweiteiler Die Dasslers – Pioniere, Brüder und Rivalen (2016) spielte er den Sportjournalisten Hans Henningsen.[14]

In der 8. Staffel der ZDF-Krimiserie SOKO Stuttgart (2016) war Hentschel in einer Episodenhauptrolle als Anführer einer Gruppe von Preppern zu sehen. In der 17. Staffel der ZDF-Serie SOKO Leipzig (2017) übernahm er eine Episodenrolle als Softwareingenieur in einem Forschungslabor für Künstliche Intelligenz. In der 3. Staffel der Krimiserie Alles Klara (2017) spielte er den tatverdächtigen Bauern Lüding.[15]

In der ZDF-Fernsehserie Zarah – Wilde Jahre (Erstausstrahlung ab September 2017) hatte Hentschel eine Serienhauptrolle; er spielte Dr. Wolfgang Schaffelgerber, den Politikchef der Illustrierten Relevant.[16] In der 6. Staffel der ZDF-Serie Heldt (2018) war er der Duisburger Kriminalkommissar Erik Schubert. Im Weimarer Tatort: Die robuste Roswita (2018) war er in einer handlungstragenden Rolle als tatverdächtigen Kartoffelbauer Thomas Halupczok zu sehen, der mit dem Mordopfer persönliche und juristische Auseinandersetzungen hatte, und schließlich seiner Komplizin gegenüber den Mord gesteht.[17] In der 1. Staffel der ab September 2018 neu im ZDF erstausgestrahlten TV-Serie SOKO Potsdam übernahm Hentschel eine Episodennebenrolle als Inhaber einer Reinigungsfirma, in der das Mordopfer beschäftigt war.

Von 2019 bis 2025 war Hentschel in der Fernsehreihe Die Drei von der Müllabfuhr neben Uwe Ochsenknecht, Daniel Rodic und Aram Arami in einer der Hauptrollen als Müllwerker „Ralle“ Schieber zu sehen.[18][19]

Im Wilsberg-Krimi Blut geleckt (2024) spielte er den einschlägig vorbestraften und erst kürzlich aus dem Gefängnis entlassenen René Rösch, der, lediglich mit einem löchrigen Alibi ausgestattet, verdächtigt wird, einen Mord begangen zu haben.[20] Im Erzgebirgskrimi – Über die Grenze (2025) war er als „Dauermeckersack“ Fred Gerber zu sehen.[21] In der 2. Staffel der Medical-Serie Die Notärztin (2026) übernahm er eine Seriennebenrolle als leitender Notarzt Uwe Rogert.[22]

Hentschel ist Mitglied im Bundesverband Schauspiel (BFFS).[2][6] Er lebt in Berlin.[2][6]

Filmografie (Auswahl)

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Einzelnachweise

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  1. Jörn Hentschel. Profil bei der Agentur Pauly. Abgerufen am 30. Mai 2026.
  2. 1 2 3 Jörn Hentschel; Profil und Vita bei CASTFORWARD.de. Abgerufen am 24. Dezember 2016.
  3. Jörn Hentschel bei filmportal.de
  4. Anne Vorbringer: Jörn Hentschel über die Letzte Generation und aggressive Autofahrer: „Schämt euch!“. In: Berliner Zeitung. 16. Oktober 2023. Abgerufen am 30. Mai 2026.
  5. In der Internet Movie Database wurde in früheren Versionen das wohl als korrekt anzunehmende Geburtsjahr 1969 angegeben.
  6. 1 2 3 4 5 6 Jörn Hentschel. In: schauspielervideos.de. Abgerufen am 3. August 2021.
  7. Einige unserer Absolventen. Offizielle Internetpräsenz Schauspielschule „Der Kreis“. Abgerufen am 30. Mai 2026
  8. Andreas Schäfer: Zum Tod hin. Theaterkritik. In: Tagesspiegel vom 22. April 2007. Abgerufen am 30. Mai 2026.
  9. „Poker, Roulette“ (2012). Abgerufen am 30. Mai 2026.
  10. Stephanie Drees: Lebenslügen, prä- und postmortal. Die Offenbarung des Ralf - Das neue Stück von Kai Hensel in Celle uraufgeführt. Theaterkritik bei Nachtkritik.de vom 5. April 2013. Abgerufen am 30. Mai 2026.
  11. Schlosstheater-Intendantin Bettina Wilts stellt Spielplan 2013/2014 vor. In: Cellesche Zeitung vom 18. April 2013. Abgerufen am 30. Mai 2026.
  12. Mordkommission Berlin 1. Besetzungsliste und Stab. Abgerufen am 30. Mai 2026.
  13. Shakespeare's letzte Runde (TV-Movie) / 2016 / Rolle: Zettel /. Szenenausschnitt. Abgerufen am 30. Mai 2026.
  14. Katharina Happ: "Zarah": Die Schauspieler & ihre Rollen. In: Hörzu. Abgerufen am 30. Mai 2026.
  15. Alles Klara – 45. Multiresistent. Handlung und Besetzung. Abgerufen am 30. Mai 2026.
  16. "Zarah" - ZDF dreht neue Primetime-Serie mit Claudia Eisinger. ZDF-Presseportal vom 9. März 2017. Abgerufen am 30. September 2017.
  17. Frank Preuß: Im „Tatort“ aus Weimar hat der schwarze Humor die Oberhand. In: Berliner Morgenpost vom 26. August 2018. Abgerufen am 30. Mai 2026.
  18. Rainer Tittelbach: Die Drei von der Müllabfuhr – Dörte muss weg / Baby an Bord. TV-Rezension bei Tittelbach.tv. Abgerufen am 30. Mai 2026.
  19. Die Drei von der Müllabfuhr: Jörn Hentschel ist raus, Marc Oliver Schulze neu mit dabei. Abgerufen am 30. Mai 2026.
  20. Neuer Wilsberg-Krimi als Open-Air-Premiere am Aasee. Abgerufen am 30. Mai 2026.
  21. Katharina Leuoth: Düsterer „Erzgebirgskrimi“ mit Kommissar kurz vor dem Tod: Lohnt das Einschalten?. TV-Kritik. In: Freie Presse vom 29. August 2025. Abgerufen am 30. Mai 2026.
  22. Die Notärztin: Teamwork. TV-Rezension. Abgerufen am 30. Mai 2026.