Hamburg-Jenfeld

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Wappen von Hamburg
Jenfeld
Stadtteil von Hamburg
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Koordinaten 53° 34′ 20″ N, 10° 8′ 10″ OKoordinaten: 53° 34′ 20″ N, 10° 8′ 10″ O
Höhe 18 m ü. NHN
Fläche 5,0 km²
Einwohner 25.622 (31. Dez. 2016)
Bevölkerungsdichte 5124 Einwohner/km²
Postleitzahl 22043, 22045
Vorwahl 040
Bezirk Wandsbek
Verkehrsanbindung
Autobahn A24
Quelle: Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein

Jenfeld ist ein Hamburger Stadtteil im Bezirk Wandsbek.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausdehnung des Stadtgebiets[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Osten Jenfelds deckt sich die Stadtteilgrenze mit der Landesgrenze von Hamburg und Schleswig-Holstein. Im Süden deckt sich die Stadtteilgrenze zwischen Jenfeld und Billstedt mit dem Verlauf der Autobahn (A 24). Dort liegt auch die Autobahn-Anschlussstelle Hamburg-Jenfeld (Anschlussstelle Nr. 2).

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Stadtteil wird umgrenzt von:

Der See im Jenfelder Moorpark

Wasserläufe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Osten wird Jenfeld vom Schleemer Bach und der in ihn mündenden Barsbek durchflossen, bevor er im südlich angrenzendem Billstedt den Öjendorfer See speist und schließlich in die Bille fließt. Im Zentrum Jenfelds entspringt der Jenfelder Bach, der in Billstedt wiederum in den Schleemer Bach mündet. Außerdem befindet sich im Nordwesten des Stadtteils der Teich vom Jenfelder Moorpark.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name Jenfeld leitet sich von Gelevelde ab, das „gelbes Feld“ bedeutet und auf den Sandboden der Gegend verweist. Das Dorf wurde 1304 erstmals urkundlich erwähnt. Ab Mitte des 14. Jahrhunderts gehörte es zum Kloster Reinbek. Als im Zuge der Reformation der Klosterbesitz aufgelöst wurde, kam das Dorf 1529 wieder in landesherrlichen Besitz und wurde dem Amt Reinbek zugeordnet.

Nach der Annexion Schleswig-Holsteins durch Preußen 1867 wurde Jenfeld dem neu gegründeten Kreis Stormarn zugeordnet. Mit Einführung der preußischen Kommunalverfassung 1889 kam es zum Amtsbezirk Barsbüttel. 1927 wurde Jenfeld in die Stadt Wandsbek eingemeindet. Jenfeld beherbergte von 1933 an drei Kasernen, die Douaumont-Kaserne, Lettow-Vorbeck-Kaserne und von-Estorff-Kaserne. Diese sind heute teilweise zu Wohngebieten oder der Helmut-Schmidt-Universität der Bundeswehr umgebaut worden. 1938 kam Jenfeld gemeinsam mit Wandsbek aufgrund des 1937 beschlossenen Groß-Hamburg-Gesetzes zu Hamburg.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Jenfelder Bevölkerung setzt sich folgendermaßen zusammen (Daten des Statistikamt Nord, Stand Dezember 2015):

  • Gesamtbevölkerung: 25.087
  • Minderjährigenquote: 18,7 %, liegt über dem Hamburger Durchschnitt von 15,9 %.
  • Anteil der Haushalte mit Kindern: 21,3 %, liegt über dem Hamburger Durchschnitt von 17,6 %.
  • Altenquote (65-Jährige und Ältere): 18,4 %, entspricht ungefähr dem Hamburger Durchschnitt von 18,5 %.
  • Ausländeranteil: 20,9 %, liegt deutlich über dem Hamburger Durchschnitt von 15,7 %.
  • Anteil von Leistungsempfängern nach SGBII (Hartz IV): 20,4 %, liegt deutlich über dem Hamburger Durchschnitt von 9,9 %
  • Arbeitslosenquote: 8,9 %, liegt deutlich über dem Hamburger Durchschnitt von 5,6 %.

Jenfeld zählt zu den weniger wohlhabenden Hamburger Stadtteilen. Das durchschnittliche Jahreseinkommen pro Steuerpflichtigen betrug hier im Jahre 2010 etwa 22.025 Euro und ist deutlich niedriger als der Hamburger Durchschnitt (35.567 Euro) [1].

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1900: 424
  • 1925: 765
  • 2000: 25.724
  • 2005: 25.131
  • 2010: 24.581
  • 2015: 25.087 [2]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die Wahl zur Hamburgischen Bürgerschaft gehört Jenfeld zum Wahlkreis Wandsbek. Die Bürgerschaftswahl 2015 führte zu folgendem Ergebnis[3]:

  • SPD 53,7 % (–2,0)
  • CDU 14,7 % (-6,8)
  • AfD 9,5 % (+9,5)
  • Linke 7,9 % (+1,0)
  • FDP 5,7 % (+0,7)
  • Grüne 4,9 % (+0,2)
  • Übrige 3,6 % (–2,5)

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jenfeld verfügt über eine Autobahnauffahrt zur BAB 24.

Diverse Buslinien des HVV verbinden Jenfeld mit der Innenstadt, Wandsbek-Markt, Farmsen, Rahlstedt, Barsbüttel sowie Billstedt.

Nächstgelegene Bahnhöfe sind:

Von 1954 bis 1960 verkehrte die Linie 16 der Straßenbahn von Hagenbecks Tierpark über Wandsbek-Markt nach Jenfeld. Mit dem Baubeginn der U-Bahn nach Wandsbek wurde der Straßenbahnbetrieb nach Jenfeld eingestellt.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf der Otto-Hahn-Stadtteilschule können alle Schulabschlüsse erworben werden. Im Denksteinweg gibt es eine Haupt- und Realschule, in der Oppelner Straße eine Grundschule. In der Jenfelder Straße, in der Charlottenburger Straße und im Öjendorfer Damm bestehen Grundschulen. Eine Sonderschule für geistig behinderte Kinder gibt es im Bekkamp.

Für Soldaten der Bundeswehr besteht in Jenfeld die Helmut-Schmidt-Universität.

Eingang der Helmut Schmidt Universität

Kinder- und Jugendeinrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Jenfeld gibt es eine Vielzahl von Kinder- und Jugendeinrichtungen in freier und kommunaler Trägerschaft: Haus der Jugend, Straßensozialarbeit, Jugendclub, Jugendzentrum, Freie Kulturinitiative, Your Life – Beratung für Mädchen und junge Frauen, Bauspielplatz Gleiwitzer Bogen, Jugendsozialarbeit der Kirchengemeinde Der Gute Hirte und die Jenfelder Kaffeekanne, ein Nachbarschaftstreff für Kinder und Jugendliche und das Jugendzentrum Jenfeld [JuZ] im Moorpark.

Im Januar 2006 eröffnete das christliche Kinder- und Jugendwerk Die Arche. Zunächst gastierte das Projekt im Gemeindehaus der Friedenskirche Jenfeld, seit Ende 2007 steht jedoch ein eigenes Gebäude auf dem Gelände der Friedenskirche.

Neues Stadtquartier Jenfelder Au[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem 35 Hektar großen Gelände der ehemaligen Lettow-Vorbeck-Kaserne wird ein neues Stadtquartier mit circa 770 Wohneinheiten, davon 630 im Neubau, sowie eine Fläche für wohnortfreundliches Gewerbe errichtet. Dabei soll eine zentrale Grünachse mit einem Teich das Rückgrat des entstehenden Viertels bilden. Die Jenfelder Au soll zudem das erste Quartier Hamburgs werden, in dem großflächig ein neuartiges Entwässerungs- und Energieerzeugungskonzept unter dem Namen Hamburg WaterCycle umgesetzt wird. Ein weiterer Baustein des Energiekonzeptes wird der Einsatz erneuerbarer Energien sein, 50 Prozent der Energie soll vor Ort erzeugt werden. Im Jahr 2009 wurde das Projekt mit dem International Urban Landscape Award (IULA) ausgezeichnet.[4]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zentrum Hamburger Fußball Verband

In Jenfeld hat seit 2001 der Hamburger Fußball-Verband seinen Sitz und betreibt dort auch seine Sportschule. Die Einrichtungen (Sporthalle, Kunst- und Naturrasenplatz) stehen zeitweise auch den örtlichen Vereinen zur Verfügung.

Zentraler Platz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Denkstein mit einer der drei Eichen

Im Denksteinweg/Bei den Höfen wurde im September 2003 der symbolische Grundstein für den „zentralen Platz Jenfeld“ gelegt. Zentrum des zentralen Platzes ist der vorhandene Denkstein mit seinen umgebenden drei Eichen. Zur 700-Jahr-Feier von Jenfeld im Sommer 2004 erstrahlte der neu geschaffene verkehrsberuhigte Bereich (Schrittgeschwindigkeit, max. 7 km/h erlaubt) mit seinen angrenzenden Häusern in neuem Glanz.

Jenfeld-Haus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1991 gibt es das Jenfeld-Haus, das Kultur im Stadtteil präsentiert. Das Jenfeld-Haus bietet ein umfangreiches Raumangebot für verschiedenste Zwecke und Anlässe. Seit 1996 betreibt es einen hochwertigen Veranstaltungssaal, der Auftrittsmöglichkeiten für verschiedenste Zwecke bietet.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter Jenfelds[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Pop-Sängerin Jasmin Wagner (Blümchen) wuchs in Jenfeld auf.
  • Uwe Beginski, (Fußballspieler)
  • Musikproduzent, Rapper und Sänger Toni Cottura ist in Jenfeld aufgewachsen.
  • Der Schriftsteller Nils Mohl wuchs in Jenfeld auf und lebt dort.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Teile Jenfelds gelten als sozialer Brennpunkt. Während in West-Jenfeld mit der Universität der Bundeswehr, den Einfamilienhäusern und einem Alten-/Pflegeheim „Alt-Jenfeld“ noch erkennbar ist, wird Jenfeld-Ost durch Sozialwohnungen aus den 1970er-Jahren geprägt. Die Arbeitslosigkeit ist überdurchschnittlich hoch.

Mittelpunkt und Trennlinie Jenfelds ist mittlerweile das Jenfelder Einkaufszentrum Jen.

Einkaufszentrum JEN

Jenfeld geriet 2005 bundesweit wegen des Mordfalls Jessica in die Schlagzeilen. Damals hatten Jenfelder Eltern ihre siebenjährige Tochter derart vernachlässigt, dass sie verhungerte. Die Eltern wurden in der Folge zu lebenslangen Freiheitsstrafen verurteilt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hamburg-Jenfeld – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistikamt Nord, Hamburger Stadtteilprofile 2016 Seite 140–141; Datenstand 31. Dezember 2015 (abgerufen am 7. Dezember 2016)
  2. Daten von 2000–2015 vom Statistikamt Nord, Datenbanken Bevölkerung Hamburg / Stadtteile
  3. http://www.wahlen-hamburg.de/wahlen.php?site=left/gebiete&wahltyp=3#index.php?site=right/ergebnis&wahl=973&gebiet=48&typ=4&stimme=1&gID=7&gTyp=2
  4. hamburg.de: Projekt Jenfelder Au, abgerufen am 20. November 2013