Johannes Huber (Politiker, 1987)

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Johannes Huber (2020)

Johannes Huber (* 12. Januar 1987 in Moosburg an der Isar) ist ein deutscher Finanzbuchhalter und Politiker (AfD). Er sitzt für die AfD im 19. Bundestag.

Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Huber wuchs mit sechs Geschwistern auf einem Bauernhof in Niederbayern auf.[1] Er schloss ein Studium der Soziologie an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt als Diplom-Soziologe ab.[2]

Er ist Kreisvorsitzender der AfD Freising-Pfaffenhofen. Er kandidierte auf Landeslistenplatz 13 der AfD Bayern bei der Bundestagswahl 2017.[3]

Positionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wochenzeitung Die Zeit berichtete nach Hubers Wahl in den Bundestag, dass er sich in Interviews innerhalb der AfD moderat positioniert habe.[1]

Huber gehört nach Recherchen von Zeit Online aus dem Jahr 2018 zu jenen 18 Bundestagsabgeordneten der AfD, die rechtsextreme Mitarbeiter für ihre Mandatsaufgaben und parlamentarische Arbeit beschäftigen: Seine Büroleiterin Linn Deborah Kuppitz moderiere Die Woche Compact, eine politische Sendung bei Compact TV, dem Videokanal der Zeitschrift Compact, dessen Chefredakteur Jürgen Elsässer es beispielsweise auf der Leipziger Buchmesse 2018 als Aufgabe seiner Zeitschrift genannt hatte, die Spaltung der Gesellschaft zu vertiefen, um so „zum Sturz des Regimes beizutragen“.[4] Von Tobias Teich, einem weiteren persönlichen Mitarbeiter Hubers, kursiert ein Foto auf Facebook, das ihn feixend mit einem Sympathisanten der unter Beobachtung des Verfassungsschutzes stehenden[5] Identitären Bewegung zeigt.[6] Gegenüber dem Münchner Merkur sah Huber die Berichte als Kampagne an: „Da werden Kontexte gesucht, um meine Mitarbeiter zu diskreditieren und damit auch mich.“[7] Bei der sich abzeichnenden Niederlage des amtierenden US-Präsidenten Donald Trump während der Präsidentschaftswahl 2020 bezog er Stellung für Trump und kritisierte die angebliche „Anfälligkeit für Manipulation des amerikanischen Wahlsystems“.[8] Im November 2020 wurde Huber vorgeworfen, in einer Telegram-Gruppe des als Rechtsextremist geltenden Attila Hildmann aufgerufen zu haben, auf politische Gegner Druck zu machen.[9] Zudem soll er in den Gebäuden des Deutschen Bundestages Politiker anderer Fraktion ohne deren Erlaubnis gefilmt haben.[9] Nach seiner Aussage war er im räumlichen Bereich der CDU/CSU- und SPD-Bundestagsfraktion unterwegs, um Unterschriftensammlungen zu einer Petition an deren Politiker zu übergeben.[10]

Abgeordneter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im 19. Deutschen Bundestag ist Huber Obmann des Petitionsausschusses. Zudem gehört er als ordentliches Mitglied dem Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie dem Kinderausschuss an. Huber ist darüber hinaus stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Ernährung und Landwirtschaft und im Unterausschuss Bürgerschaftliches Engagement.[11]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Kai Biermann, Astrid Geisler, Christina Holzinger, Paul Middelhoff, Karsten Polke-Majewski, Tilman Steffen: AfD-Fraktion: Rechts bis extrem im Bundestag. In: Zeit Online. 26. September 2017, abgerufen am 18. Januar 2018.
  2. Deutscher Bundestag - Johannes Huber. In: Deutscher Bundestag. (bundestag.de [abgerufen am 18. Januar 2018]).
  3. Bundestagswahl 2017: Gewählte auf Landeslisten der Parteien in Bayern. In: bundeswahlleiter.de. Der Bundeswahlleiter, abgerufen am 10. November 2020.
  4. Kai Biermann, Astrid Geisler, Johannes Radke, Tilman Steffen: AfD-Abgeordnete beschäftigen Rechtsextreme und Verfassungsfeinde. In: Zeit online. 21. März 2018.
  5. „Identitäre Bewegung“: Verfassungsschützer beobachten rechtsextreme Gruppe. In: Spiegel Online, 12. August 2016.
  6. Clara Lipkowski: Distanz wahren. In: Süddeutsche Zeitung. 22. März 2018.
  7. Manuel Eser: Alles nur Kampagne? Büroleiterin von Abgeordnetem Huber (AfD) im Zwielicht. In: Münchner Merkur. 23. März 2018.
  8. Twitter-Beitrag von @HuberMdB. Abgerufen am 8. November 2020.
  9. a b AfD-Politiker hetzte offenbar in Telegram-Gruppe von Attila Hildmann. In: t-online.de. 26. November 2020, abgerufen am 26. November 2020.
  10. Bundestag: Pfaffenhofener AfD-Politiker bestreitet, fremde Abgeordnetenbüros betreten zu haben. In: donaukurier.de. Donaukurier, 24. November 2020, abgerufen am 26. November 2020.
  11. Deutscher Bundestag - Biografien. Abgerufen am 9. Juli 2020.