John J. Mearsheimer

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John J. Mearsheimer

John Joseph Mearsheimer (* 14. Dezember 1947 in Brooklyn, New York City) ist ein US-amerikanischer Politikwissenschaftler an der University of Chicago. Sein Schwerpunkt ist die Analyse internationaler Beziehungen aus der Perspektive des offensiven Neorealismus, den er erstmals 2001 in seiner Monografie The Tragedy of Great Power Politics darstellte.

Nach dieser Theorie, einer Richtung der neorealistischen Theorie in Internationalen Beziehungen, sind Staaten mit einem gegebenen Maß an Macht nicht zufrieden, sondern streben aus Sicherheitsgründen nach Hegemonie. Mearsheimers Erklärungsansatz und seine darauf gegründete Auffassung, für den Konflikt zwischen Russland und der Ukraine sei vor allem die außenpolitische Strategie der USA verantwortlich, wurden besonders nach dem Überfall Russlands auf die Ukraine (2022) kontrovers diskutiert.

Mearsheimer ist zusammen mit Stephen Walt Autor des New York Times Bestsellers The Israel Lobby and U.S. Foreign Policy (2007).

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mearsheimer wurde im Dezember 1947 in Brooklyn, New York, geboren und wuchs bis zum achten Lebensjahr in New York City auf, bis seine Eltern nach Croton-on-Hudson umzogen.[1]

Im Alter von 17 Jahren ging Mearsheimer zur Armee. Nach einem Jahr entschied er sich, die Militärakademie in West Point zu besuchen, wo er von 1966 bis 1970 blieb. Im Sommer 1970 heiratete er Mary T. Cobb. Aus der Ehe stammen eine Tochter und zwei Söhne.[2] Nach seinem Abschluss 1970 diente er fünf Jahre als Offizier in der Luftwaffe.[3][4]

In dieser Zeit erwarb er den Master-Abschluss in Internationalen Beziehungen von der University of Southern California. Danach studierte er an der Cornell University und erwarb 1980 seinen Ph.D. in Regierungslehre mit besonderem Schwerpunkt auf Internationalen Beziehungen. Von 1978 bis 1979 arbeitete er als Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Brookings Institution in Washington, D.C.; von 1980 bis 1982 war er Assistent am Center for International Affairs an der Harvard University. Von 1998 bis 1999 war er Mitarbeiter am Council on Foreign Relations in New York.[1]

Seit 1982 ist Mearsheimer Mitglied der politikwissenschaftlichen Fakultät der University of Chicago.[5] Er wurde 1984 Privatdozent, 1987 ordinierter Professor und wurde 1996 zum „R. Wendell Harrison Distinguished Service Professor“ ernannt. Von 1989 bis 1992 war er Leiter der politikwissenschaftlichen Abteilung. Er ist auch Fakultätsmitglied des Graduiertenprogramms und zweiter Direktor des Programms für Internationale Sicherheitspolitik.[6]

Mitgliedschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2003 wurde er in die American Academy of Arts and Sciences gewählt.[6]

Preise und Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1977 Clark Award für herausragende Leistungen in der akademischen Lehre
  • 1983 erhielt er für Conventional Deterrence den Edgar S. Furniss Jr.-Buchpreis
  • 1985 Quantrell Award für herausragende Lehre an der University of Chicago.
  • 2020 James Madison Award der American Political Science Association, der alle drei Jahre an einen amerikanischen Politikwissenschaftler verliehen wird, der herausragende wissenschaftliche Beiträge geleistet hat.[7]
  • 2001 wurde die Publikation The Tragedy of Great Power Politics mit dem Lepgold Book Prize ausgezeichnet

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mearsheimers Publikationen umfassen Conventional Deterrence (1983), Nuclear Deterrence: Ethics and Strategy (co-editor, 1985); Liddell Hart and the Weight of History (1988); The Tragedy of Great Power Politics (2001), das den Lepgold Book Prize gewann; The Israel Lobby and U.S. Foreign Policy (2007) und Why Leaders Lie: The Truth About Lying in International Politics (2011).[8] Seine Artikel erscheinen in Fachzeitschriften wie International Security und Magazinen wie The London Review of Books.

Er schreibt Gastbeiträge für The New York Times, die Los Angeles Times, und die Chicago Tribune.[6]

Conventional Deterrence, 1983[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mearsheimers erste Monografie befasst sich mit der Frage, inwiefern die Entscheidung, einen Krieg zu beginnen, vom vermuteten Ausgang des Konflikts abhängig ist. Sein Hauptargument hinsichtlich der Wirksamkeit der Abschreckungspolitik, die zu seiner Zeit die Außenpolitik bestimmte, ist, dass sie nur dann wirksam ist, wenn der mögliche Angreifer den Erfolg seines Angriffs für unwahrscheinlich oder zu kostenintensiv hält. Im gegenteiligen Fall ist die Abschreckung unwirksam. Diese Annahme seiner Theorie wird allgemein geteilt. Im Besonderen hängt der Erfolg des Angreifers von der Strategie seines Gegners ab. Die erste von drei möglichen Strategien ist die des Erschöpfungskrieges, der ein hohes Maß an Ungewissheit über den Ausgang und hohe Kosten für den Angreifer mit sich bringt. Die zweite „Strategie der begrenzten Ziele“ ist risikoärmer und weniger aufwändig. Die dritte Strategie, die einen „Blitzkrieg“ plant, verspricht schnellen und entscheidenden Erfolg zu geringen Kosten. Mearsheimer schreibt die Misserfolge auf modernen Kriegsschauplätzen dem Irrtum des Angreifers zu, einen Blitzkrieg führen zu können.[9] Die anderen beiden Strategien führen kaum zum Versagen der Abschreckung, weil (beim Erschöpfungskrieg) die geringen Erfolgschancen und die hohen Kosten oder (bei der Strategie der begrenzten Ziele) die nur geringen Gewinne verbunden mit dem Risiko der Entstehung eines Erschöpfungskrieges dagegen stehen. Wenn der Angreifer jedoch eine schlüssige „Blitzkrieg“- Strategie besitze, sei ein Angriff wahrscheinlich, da die möglichen Vorteile die Kosten und Risiken überwögen.[10]

Neben Analysen des Zweiten Weltkrieges und des arabisch-israelischen Konflikts leitet Mearsheimer daraus Schlussfolgerungen für Mitteleuropa im Kalten Krieg ab. Ein Angriff der Sowjetunion erschien ihm 1983 unwahrscheinlich, da eine Blitzkriegstrategie nicht angewandt werden konnte. Das Mächtegleichgewicht und die Schwierigkeiten eines raschen Vorstoßes durch Mitteleuropa angesichts der NATO-Streitkräfte machten den Ausbruch eines konventionellen Krieges unwahrscheinlich.[11]

Aufsätze zur atomaren Abschreckung, 1990 bis 2000[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1990 veröffentlichte Mearsheimer einen Aufsatz,[12] in dem er die These vertrat, dass Europa zu einer multipolaren Situation ähnlich der in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zurückkehren könnte, wenn amerikanische und sowjetische Truppen sich nach dem Ende des Kalten Krieges zurückzögen. In einem anderen Artikel in The Atlantic vertrat er die These, dass diese multipolare Situation die Verbreitung von Atomwaffen fördern könnte, besonders in Deutschland.[13]

In diesem Aufsatz und in einem Artikel in Foreign Affairs von 1993 „The case for a Ukrainian nuclear deterrent“,[14] befürwortete er zur Verringerung der Kriegsgefahr, dass die USA Deutschland und die Ukraine ermutigen sollten, ein Nuklearwaffenarsenal aufzubauen, um der Gefahr durch einen extremen Nationalismus zu begegnen. Er stellte mehrere Szenarien für ein Europa ohne Anwesenheit amerikanischer und russischer Streitkräfte vor. Ein Europa mit Nuklearwaffen könne mit großer Wahrscheinlichkeit den Frieden bewahren; ohne eine nukleare Abschreckung würde Deutschland sicher wieder den Kontinent erobern (Seite 32–33).[12] Für die Ukraine wäre es strategisch unklug, ihr nukleares Arsenal aufzugeben, was 1994 aber beschlossen und bis 1996 verwirklicht wurde. 2006 auf seine erste Annahme angesprochen, vertrat er weiterhin die Auffassung, seine Voraussagen würden sich bewahrheiten, wenn die USA sich aus Europa zurückzögen.[15]

In Gastbeiträgen der Jahre 1998 und 2000 für The New York Times, verteidigte Mearsheimer das Recht Indiens, Nuklearwaffen zu erwerben, um Chinas und Pakistans Einfluss durch eine Abschreckungsstrategie auszugleichen und so den Frieden in der Region zu sichern. Er kritisierte die Nichtverbreitungspolitik der USA gegenüber Indien, weil er sie für unrealistisch und den amerikanischen Interessen in der Region zuwiderlaufend hielt.[16]

Lüge in der Internationalen Politik, 2011[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Übersicht

Mearsheimer schrieb mit Why Leaders Lie das erste systematische Werk über die Rolle der Lüge in der internationalen Politik. Nach einem Interview mit Mearsheimer in The Boston Globe ist die Lehre des Buchs „Lüge selektiv, lüge gut und mach deine Sache so gut du kannst.“[17] Er stellt dar, dass politische Führer das Ausland ebenso wie das eigene Volk belügen, weil sie daran glauben, damit ihrem Land zu dienen. Präsident Franklin D. Roosevelt beispielsweise log bei dem USS Greer-Vorfall im September 1941, weil er davon überzeugt war, dass der Kriegseintritt im nationalen Interesse der USA liege.

Mearsheimers wichtigste Befunde sind, dass die Lügen gegenüber dem Ausland nicht so häufig sind und dass demokratische Politiker häufiger ihr eigenes Volk belügen als Diktatoren.[18] Saddam Hussein log nicht hinsichtlich des Besitzes von Massenvernichtungswaffen – er sagte wahrheitsgemäß, er habe keine –, aber George W. Bush und seine Hauptberater belogen das amerikanische Volk über die angebliche Bedrohung durch den Irak. Am häufigsten werde das Volk in Demokratien belogen, wenn es darum geht, einen selbstgewählten Krieg an fernen Schauplätzen zu führen. Lüge gegenüber anderen Ländern sei selten, da eine Atmosphäre gegenseitigen Misstrauens herrsche, besonders, wenn es um Sicherheitsfragen geht. Erfolgreiches Lügen setze Vertrauen voraus. So ist es für Politiker leichter, das eigene Volk zu belügen, da hier meist ein höheres Maß an Vertrauen gegeben ist.

Typologie der Lüge

Mearsheimer unterscheidet fünf Arten der politischen Lüge:

  • Lügen zwischen Staaten,
  • Panikmache,
  • Strategische Verschleierung,
  • Nationale Mythen und
  • Liberale Lügen.

Lügen gegenüber anderen Ländern können negative Folgen haben:

  • Der Bumerang-Effekt führe zu einer Kultur der Täuschung im Inland;
  • Die „Fehlzündung“ bedeute, dass die politischen Ziele durch die Lüge gerade unmöglich gemacht werden.

Neben der Lüge unterscheidet Mearsheimer noch weitere Täuschungstechniken:

  • „Verheimlichung“, wenn etwas Wichtiges verschwiegen wird, und
  • „Seemannsgarn“, wenn Geschichten erzählt werden, die die Bewertung von Vorgängen einseitig beeinflussen.

The Tragedy of Great Power Politics, 2001[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

John Mearsheimer ist der führende Vertreter der Theorie des Offensiven Neorealismus. Diese Strukturtheorie legt anders als der klassische Realismus Hans Morgenthaus das Hauptgewicht der Analyse nicht mehr auf die Persönlichkeitsmerkmale von Politikern und politische Verlautbarungen von Diplomaten, sondern auf die fundamentale Konkurrenz aller Großmächte im Streben nach größtmöglicher Sicherheit innerhalb des anarchischen internationalen Systems. Im Unterschied zum defensiven Realismus von Kenneth Waltz betont Mearsheimers Ansatz, dass Staaten mit einem gegebenen Maß an Macht nicht zufrieden sind, sondern aus Sicherheitsgründen Hegemonie anstreben, weil die anarchische Struktur des internationalen Systems große Anreize für Staaten schaffe, Gelegenheiten zur Machterweiterung auf Kosten anderer zu suchen.[19] Mearsheimer fasste seine Vorstellungen 2001 in dem Buch The Tragedy of Great Power Politics wie folgt zusammen:

„Unter der Voraussetzung, dass es kaum zu bestimmen ist, wieviel Macht heute und morgen genügen wird, erkennen die Großmächte, dass der beste Weg, ihre Sicherheit zu gewährleisten, darin besteht, jetzt eine hegemoniale Stellung zu erreichen, womit sie jede Möglichkeit einer Herausforderung durch eine andere Großmacht ausschließen. Nur ein fehlgeleiteter Staat würde die Gelegenheit, Hegemonialmacht zu werden, an sich vorbeigehen lassen, weil er denkt, er habe schon genügend Macht um zu überleben.“[20]

In dieser Welt gebe es keine Status-quo-Macht, da „eine Großmacht mit einem Machtvorteil sich gegenüber ihren Gegnern aggressiv verhält, weil sie die Fähigkeit und den Anreiz dazu hat.“ Er lehnt daher die demokratische Friedenstheorie ab, die postuliert, dass Demokratien nie oder nur selten Kriege miteinander führen.

Mearsheimer glaubt nicht an die Möglichkeit einer globalen Hegemonie. Staaten könnten grundsätzlich nur regionale Hegemonie erreichen und versuchten, andere davon abzuhalten, regionale Hegemonie zu erreichen, damit sie sich nicht in die staatlichen Angelegenheiten der Mitbewerber einmischen könnten. Staaten wie die USA, die regionale Hegemonie erreicht haben, wirken als Balancekräfte, die in anderen Regionen nur dann eingreifen, wenn die dortigen Mächte den Aufstieg eines Hegemons nicht verhindern können.

2004 lobte Mearsheimer den Historiker E. H. Carr für dessen Buch The Twenty Years’ Crisis, da dieser behauptet hatte, internationale Beziehungen seien ein „Krieg aller gegen alle“, in dem jeder Staat seine Interessen für erstrangig hält.[21] Mearsheimer vertritt die Meinung, dass Carrs Argumente auch im Jahre 2004 noch genau wie 1939 gültig sind und bedauerte die vorherrschende idealistische Auffassung über internationale Politik in akademischen Kreisen Großbritanniens.[22]

Themen und Kontroversen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zweiter Golfkrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1991 publizierte Mearsheimer zwei Gastbeiträge in der Chicago Tribune und der New York Times, in denen er darstellte, dass der Krieg zur Befreiung Kuwaits rasch zu einem siegreichen Ende geführt werden und weniger als 1000 Opfer auf US-amerikanischer Seite kosten könne. Diese Sicht der Dinge widersprach der allgemeinen Wahrnehmung zu Kriegsbeginn, nach der ein monatelanger Krieg mit mehreren tausend Opfern auf US-amerikanischer Seite zu erwarten war. Mearsheimer berief sich auf die rückständige Ausrüstung der irakischen Streitkräfte, die bessere Ausrüstung und Ausbildung der US-amerikanischen Truppen, besonders der Artillerie, die Luftüberlegenheit und die ungünstige Aufstellung der irakischen Truppen, die einen Durchbruch der US-amerikanischen Verbände ermöglichte. Der Kriegsverlauf bestätigte seine Annahmen.[23][24]

Kontroverse mit Noelle-Neumann[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mitte Oktober 1991 geriet Mearsheimer als Departementsleiter in eine Kontroverse mit der Gastprofessorin Elisabeth Noelle-Neumann um einen Artikel von Leo Bogart über ihre Tätigkeit als Autorin und Herausgeberin der Nazi-Zeitung Das Reich. Nach einem Gespräch mit ihr erklärte Mearsheimer öffentlich: „Ich glaube, dass Noelle-Neumann eine Antisemitin war.“[25] Er führte eine Kampagne an, in der sie aufgefordert wurde, sich zu entschuldigen.[26][27]

Noelle-Neumann hielt es für unangemessen, ihre Artikel aus heutiger Sicht losgelöst von ihrer Entstehungszeit zu beurteilen[25], worin sie von Lloyd Irving Rudolph unterstützt wurde: Erst nach dem Krieg hätte sich die im Übrigen falsche Meinung verbreitet, die USA hätten sich vor ihrem Kriegseintritt um das Schicksal der Juden Sorgen gemacht.[28]

Konflikt zwischen Israel und Palästina[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mearsheimer kritisierte 2006 den Krieg gegen den Libanon, weil Israels Strategie zum Scheitern verurteilt sei – sie beruhe auf der falschen Annahme, dass die israelischen Luftstreitkräfte eine Guerilla-Streitmacht wie die Hisbollah besiegen könnten. Der Krieg war seiner Meinung nach eine Katastrophe für das libanesische Volk und ein schwerer Rückschlag für die USA und Israel.[29] Die Israel-Lobby habe eine Schlüsselrolle dabei gespielt, Israels kontraproduktive Reaktion zu ermöglichen, indem die USA darin gehindert wurde, unabhängigen Einfluss auszuüben.[30]

Mearsheimer kritisierte auch Israels Gazaoffensive gegen Hamas im Dezember 2008. Dieser Angriff würde die Fähigkeit der Hamas, Raketen auf Israel abzuschießen, nicht ausschalten und die Hamas nicht dazu bewegen, ihren Kampf mit Israel zu beenden. Die Beziehungen würden sich eher weiter verschlechtern.[31]

Mearsheimer betonte, die einzige Hoffnung für ein Ende des Konflikts sei die Beendigung der Besetzung der Westbank und die Erlaubnis, einen Palästinenserstaat zu gründen. Ansonsten würde sich Israel in einen „Apartheidstaat“ verwandeln.[32]

Mearsheimers Kritik an Israel bezog auch dessen Nuklearwaffenbesitz ein. 2010 versicherte Mearsheimer, Israel als Nuklearmacht sei nicht im amerikanischen Interesse, und zog Israels Verantwortlichkeit in Zweifel.[33]

Vorlesung über die Zukunft Palästinas[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im April 2010 bezeichnete Mearsheimer die Zweistaatenlösung als „Phantasie“, da Israel den Gazastreifen und die Westbank in ein „Groß-Israel“ eingliedern werde, das dann zu einem „Apartheidstaat“ werden würde. Dieser Staat wäre politisch nicht lebensfähig, die meisten amerikanischen Juden würden ihn nicht unterstützen. Am Ende würde daraus ein demokratischer binationaler Staat werden, in dem die Palästinenser die Mehrheit hätten. Amerikanische Juden, denen Israel am Herzen liege, könne man in drei Gruppen einteilen: Neue „Südafrikaner“, die Israel unterstützten, auch wenn es ein „Apartheidstaat“ wäre, „gerechte“ Juden, die an die universelle Gültigkeit der Menschenrechte glauben, und die große „ambivalente Mitte“. Deren Angehörige würden einen „Apartheidstaat“ nicht unterstützen, weil amerikanische Juden zu den nachdrücklichsten Verteidigern der traditionellen liberalen Werte gehören, weshalb die „Südafrika“-Fraktion mit der Zeit marginalisiert würde. Mearsheimer führte aus, die meisten Mitglieder der Israel-Lobby seien „neue Südafrikaner“, und nannte Abraham Foxman der Anti-Defamation League, David Harris des American Jewish Committee, Malcolm Hoenlein der Conference of Presidents of Major American Jewish Organizations, Ronald Lauder des World Jewish Congress, Morton Klein der Zionist Organization of America; außerdem „Geschäftsleute“ wie Sheldon Adelson, Lester Crown, and Mortimer Zuckerman und „Medienpersönlichkeiten“ wie Fred Hiatt, Charles Krauthammer, Bret Stephens und Martin Peretz.[34]

Gilad Atzmon[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2011 schrieb John Mearsheimer über Gilad Atzmons Buch The Wandering Who: „Gilad Atzmon hat ein faszinierendes und provokantes Buch über jüdische Identität in der modernen Welt geschrieben. Er zeigt, wie Assimilation und Liberalismus es für Juden in der Diaspora zunehmend schwierig machen, einen starken Sinn für ihr 'Jüdischsein' zu bewahren. Verängstigte jüdische Führungspersönlichkeiten haben sich dem Zionismus (blinde Loyalität gegenüber Israel) und der Panikmache (Bedrohung durch einen neuen Holocaust) zugewandt, um den 'Stamm' zu einen und von den „Goyim“ der Umwelt abzugrenzen. Wie Atzmons eigener Fall zeige, gelingt diese Strategie nicht und bereite vielen Juden großes Leid.“ Auf Jeffrey Goldbergs Behauptung, Atzmon sei Antisemit, antwortete Mearsheimer: „Atzmons Hauptargument ist der häufige Widerspruch zwischen der universalistischen Rede und dem partikularistischen Denken und Handeln von Juden. Sie sprechen wie Liberale, aber handeln wie Nationalisten ...“. In diesem Zusammenhang behandelt er (Atzmon), was er die „Holocaust-Religion“ nennt, den Zionismus und Israels Umgang mit den Palästinensern. Er hat, um es noch einmal zu sagen, keine feindseligen Vorbehalte gegenüber der Religion oder gegenüber Einzelpersonen, die Juden von Geburt sind.[35] Jon Chait führte in einer Entgegnung Zitate aus Atzmons Buch an, die explizit antisemitischen Charakter trügen, indem sie zeitlose antisemitische Vorurteile aufgriffen.[36]

China[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mearsheimer vertritt die Meinung, dass Chinas Aufstieg nicht friedlich vonstatten gehen wird.[37][38] Die USA würden Chinas Einfluss eindämmen und seinen Aufstieg zur Regionalmacht verhindern.[37][39][40][41] China werde versuchen, die Asien-Pazifik-Region so zu dominieren wie die USA die westliche Welthalbkugel. Es ginge dabei um Sicherheit und Überlegenheit gegenüber den Nachbarn, die dies als mögliche Bedrohung ihrer Stellung ansähen.[42] Die USA würden eine Koalition aus Indien, Japan, den Philippinen, Südkorea, Vietnam und Indonesien zu bilden suchen, um Chinas wachsende Macht auszugleichen.[43] Er weist auf die verstärkte Allianz mit Vietnam und Indien hin, die diese Entwicklung zeigten.[44][45]

Auch Australien sollte wegen des Aufstiegs Chinas besorgt sein, denn dieser würde zu einer intensiven Konkurrenz zwischen China und den USA führen und die Region destabilisieren.[46] Mearsheimer weist darauf hin, dass China die aggressive Theorie Alfred Thayer Mahans übernommen habe, der sich für die Kontrolle der Weltmeere und für „Entscheidungsschlachten“ ausgesprochen habe.[42]

Ukraine-Krise 2014[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Ukraine-Krise 2014 kritisierte Mearsheimer rückblickend die Außenpolitik der USA. Er hatte bereits 1993 gewarnt, eine atomwaffenfreie Ukraine bleibe der Gefahr russischer Wiedereroberungsversuche ausgesetzt.[47] In einem Artikel in Foreign Affairs im August 2014 wies er somit die Verantwortung für den Ausbruch des Konflikts zu einem größeren Teil den USA und ihren europäischen Verbündeten zu, welche die Ereignisse völlig unvorbereitet getroffen hätten.[48] Sie hätten in Kenntnis der ablehnenden, aus dem Sicherheitsinteresse Russlands heraus verständlichen Haltung Russlands die Osterweiterung der EU und, mit dieser aus russischer Sicht verbunden, der NATO vorangetrieben und die Demokratisierung der Ukraine unterstützt. Für Putins Reaktion brachte er Verständnis auf, die Ukraine sei (als blockfreier Staat) als Puffer für Russlands Sicherheitsbedürfnis „unabdingbar“.

Mearsheimer sieht in der NATO-Osterweiterung eine gefährliche Provokation Russlands. Er berief sich dabei auch auf ein Zitat George F. Kennans von 1998. Die politischen Fehler führt Mearsheimer auf den Mangel an politischem Realismus bzw. den großen Einfluss der Denkschule der „liberalen Hegemonie“ sowohl in der Demokratischen Partei als auch der Republikanischen Partei zurück. Der einzige sinnvolle Weg aus der Krise sei, die Sicherheitsinteressen Russlands nüchtern einzukalkulieren. Die Ukraine müsse die Rolle des Puffers oder der Brücke akzeptieren, die ihr durch ihre geostrategische Situation vorgegeben sei. Alles andere sei abstrakt und realpolitisch bedeutungslos. Die konstruktive Zusammenarbeit des Westens mit Russland sei zur Lösung wichtiger bestehender und anstehender Probleme von großer Bedeutung und sollte nicht aufs Spiel gesetzt werden. Mearsheimer benannte auch die Waffen und „Berater“, die Russland zur Verfügung stellt, um die Ukraine in einen „Bürgerkrieg“ zu führen.[49] Auf die Empfehlung der Brookings Institution, Waffen an die Ukraine zu liefern, um die Kosten eines Angriffs für Putin zu erhöhen,[50] erwidertet Mearsheimer, die strategische Bedeutung sei für Russland so groß, dass es den Konflikt um jeden Preis, bis hin zum Einsatz von Nuklearwaffen, fortsetzen werde.[51]

Der frühere US-Botschafter in Russland, Michael McFaul, entgegnete 2014, dass die russische Außenpolitik nicht eine Reaktion auf die USA sei, sondern auf der inneren russischen Dynamik der Jahre 2011/12 beruhe.[52]

In einer Vorlesung aus dem September 2015 bezweifelte Mearsheimer, dass Putin ein Interesse daran habe, die Ukraine zu erobern. Wörtlich erklärte er hierzu: „Wenn Sie Russland wirklich zerstören wollen, sollten Sie es ermutigen, die Ukraine zu erobern. Putin ist viel zu klug, um das zu versuchen“.[53]

Russischer Überfall auf die Ukraine 2022[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Woche nach dem Überfall Russlands auf die Ukraine, am 1. März 2022, fragte Isaac Chotiner Mearsheimer im New Yorker, ob es nicht Imperialismus sei, der Ukraine das Selbstbestimmungsrecht abzusprechen, wenn es eine liberale Demokratie werden wolle. Mearsheimer antwortete, es gehe bei dem Bürgerkrieg in der Ukraine und dem Angriffskrieg Russlands nicht um die innere demokratische Verfassung der Ukraine, sondern um außen- und geopolitische Entscheidungen gegen die Sicherheitsinteressen einer Großmacht.

Wenn die Ukraine eine pro-amerikanische liberale Demokratie und ein Mitglied der NATO und ein Mitglied der EU wird, werden die Russen dies als kategorisch inakzeptabel betrachten. Wenn es keine NATO-Erweiterung und keine EU-Erweiterung gäbe und die Ukraine einfach eine liberale Demokratie würde und allgemein mit den Vereinigten Staaten und dem Westen befreundet wäre, könnte sie wahrscheinlich damit durchkommen.[54]

Das Verhalten Russlands sei nicht imperialistisch, da es Russland nicht um die Vergrößerung des Territoriums gehe.

Was passiert ist, ist, dass diese große Krise ausbrach, und wir mussten die Schuld zuweisen, und natürlich würden wir uns niemals selbst die Schuld geben. Wir würden den Russen die Schuld geben. Also erfanden wir die Geschichte, Russland sei auf Aggression in Osteuropa aus, dass Putin daran interessiert sei, ein größeres Russland zu schaffen oder vielleicht sogar die Sowjetunion neu zu erschaffen.[55]

Die russische Regierung schlug nach Mearsheimers Auffassung „zurück“, nachdem sie provoziert worden sei. Er verglich dabei das als aggressiv interpretierte Verhalten Russlands mit dem als „Intervention“ bezeichneten militärischen Eingreifen der USA in südamerikanischen Ländern während des Kalten Krieges. Wie für jeden Nachbarn einer Großmacht sei es auch für die Ukraine ratsam, mit größter Vorsicht zu bedenken, was der Nachbar denke und fühle.

Wenn Sie ein Land wie die Ukraine sind und neben einer Großmacht wie Russland leben, müssen Sie genau darauf achten, was die Russen denken, denn wenn Sie einen Stock nehmen und ihnen ins Auge stechen, werden sie zurückschlagen. Die Staaten der westlichen Hemisphäre verstehen dies in Bezug auf die Vereinigten Staaten sehr gut. [56]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Maxim Trudoljubow, Senior Fellow des Kennan Institute und leitender Redakteur von Meduza, kritisierte, Theoretiker, die wie Mearsheimer versuchten, Kriege geostrategisch zu verstehen oder gar zu rechtfertigen, sprächen die Sprache der „Großmachtpolitik“, einer „Entmenschlichung“ der Welt.

Für die öffentliche Kultivierung externer Bedrohungen, die Schaffung von Feindbildern und den Handel mit angeblich durch die besetzten Gebiete verursachten nationalen Missständen sollte kein Platz sein. Die Grenzen müssen ihre gegenwärtig erfundene Heiligkeit verlieren. Denn Grenzen sind immer künstlich. Dies sind die Ergebnisse von Kriegen, dem Zusammenbruch von Imperien, Verhandlungen, zufälligen Entscheidungen, Fehlern. Dies sind Schlachten, die im Boden begraben sind. Ihr Graben sollte verboten werden.[57]

Adam Tooze analysierte die neorealistische Position Mearsheimers und ihre Konsequenzen im New Statesman[58] besonders nach einer millionenfach geteilten Videovorlesung der Universität von Chicago[59] und Mearsheimers Telefoninterview mit dem New Yorker,[56] mit dem Mearsheimer nach Toozes Aussage „blanken Hass“ auf sich zog. Außerdem hatte auch die russische Regierung auf Mearsheimer verwiesen. Dies führte zu Verdächtigungen, Mearsheimer arbeite mit der russischen Regierung zusammen, was auch von Anne Applebaum insinuert wurde. Nach Tooze vertritt Mearsheimer die neorealistische These, dass entsprechend der politischen Logik Russland wie jede Großmacht, auch die USA, seine Sicherheitsinteressen durch die Errichtung und Verteidigung von Einflusssphären schütze. Die Monroe- oder die Carter-Doktrin werden als Beispiele für die Außenpolitik der USA genannt. Solche Einflusssphären würden, wenn nötig, mit aller Gewalt verteidigt, da die Sicherheitsinteressen als existenzielle Interessen eines Staates höher stünden als das Völkerrecht.

Der Spielraum der Ukraine wird nach dieser Auffassung davon bestimmt, wieweit es ihr gelingt, zwischen Westorientierung und Rücksicht auf russische Sicherheitsinteressen eine Balance zu finden. Mearsheimer leugnet dabei nicht die Aggression Russlands, seine Kritik wendet sich aber gegen die EU und die NATO: „Dem westlichen Winken mit einer möglichen EU-Assoziation und einer NATO-Mitgliedschaft konnte die ukrainische Politik einerseits kaum widerstehen, was sie aber andererseits unweigerlich dem geballten Zorn Moskaus auslieferte.“ Mearsheimer äußerte außerdem am 3. März 2022, „wenn die ukrainische Regierung klug wäre, dann würde sie ihre Beziehung zu den U.S.A. beenden“. Nur so könne ein Modus Vivendi mit Russland erreicht werden.[60]

Tooze führt den Ansatz Mearsheimers im Anschluss an den Germanisten Matthew Specter ideengeschichtlich auf das sozialdarwinistisch begründete geopolitische Denken des Imperialismus und dessen „rigiden moralischen Relativismus“ zurück, vor allem auf deutsche Theoretiker wie Karl Haushofer und Carl Schmitt. „Specter zieht eine gerade Linie, die von den Politischen Geografen und Seemacht-Theoretikern des späten 19. Jahrhunderts wie in Deutschland Friedrich Ratzel oder in den USA Alfred Mahan über die deutschen Geopolitiker der Zwischenkriegszeit – etwa Karl Haushofer und Carl Schmitt – zu den Klassikern des amerikanischen ‚Realismus‘ führt, zum Beispiel zu Hans Morgenthau.“ In den USA hätte man diese „deutsch-amerikanische Linie“ und den Ursprung im US-amerikanischen Imperialismus mit einer Pseudoerklärung kaschiert, zu der oft Thukydides' Melierdialog beigezogen werde. Tooze findet diese Herleitung „verengt“ und betont Mearsheimers Kritik am Imperialismus. Er sieht auch Affinitäten mit Edward Hallett Carr, Goldsworthy Lowes Dickinson und politisch links orientierten Historikern wie Charles Beard, die den Realismus dafür schätzen, „die brutale Logik der Mächte unverblümt auszusprechen“. Tooze konstatiert außerdem, Mearsheimers Optik, die tatsächlich Einblick in das Geschehen gebe, werde von einer großen Mehrheit des außenpolitischen Establishments in den USA geteilt. Er kritisiert jedoch, dass der Kriegseintritt Russlands gerade unter realistischen Vorzeichen nicht sinnvoll gewesen sei und Krieg auch allgemein keine guten Ergebnisse liefere.

„Wahrer Realismus ist die endlose Aufgabe, unsere politischen Ziele und die Wege, diese zu erreichen, vernünftig zu bestimmen. Im Ergebnis dessen zum Mittel des Krieges zu greifen, sollte so deutlich verurteilt werden, wie es ein derartiger Schritt verdient. Eine solche Entscheidung darf nicht als eine „logische“ und letztlich auf der Hand liegende Reaktion auf irgendwelche gegebenen Umstände normalisiert werden. Wer immer in politische Entscheidungen involviert ist oder sich darüber öffentlich und wissenschaftlich äußert, ist an diesem Imperativ zu messen.“

Adam Tooze[61]

Veröffentlichungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bücher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Artikel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: John Mearsheimer – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b John Mearsheimer Interview: Conversations with History; Institute of International Studies, UC Berkeley
  2. John J. Mearsheimer in der Notable Names Database (englisch); abgerufen am 6. Juni 2022
  3. Conversations in International Relations:Interview with John J. Mearsheimer (Part I)
  4. Conversations in International Relations: Interview with John J. Mearsheimer (Part II)
  5. Department of Political Science Faculty page (Memento vom 17. Februar 2012 im Internet Archive).
  6. a b c World Affairs Council of Northern California profile of John Mearsheimer (Memento vom 27. September 2013 im Internet Archive)
  7. Political Science Now, 12. September 2020, abgerufen am 16. März 2022 (englisch).
  8. Reid, Stuart (14. Januar 2011) Diplomacy and Duplicity, Slate.com
  9. John Mearsheimer, Why the Soviets Can't Win Quickly in Central Europe, early article version of Conventional Deterrence chapter, undated.
  10. [1]
  11. [2]
  12. a b John Mearsheimer: Back to the Future. In: International Security. 1. Auflage. Band 15, 1990, S. 5–56, doi:10.2307/2538981, JSTOR:2538981 (Online [PDF]).
  13. John Mearsheimer: Why We Will Soon Miss the Cold War. In: The Atlantic. 8. Auflage. Band 90, August 1990, S. 35–50 (Online [PDF]).
  14. "The case for a Ukrainian nuclear deterrent", 1993.
  15. John Mearsheimer: Conversations in International Relations: Interview with John J. Mearsheimer (Part I). In: International Relations. 1. Auflage. Band 20, 2006, S. 105–123, siehe S. 116, doi:10.1177/0047117806060939 (Online [PDF]).
  16. India Needs The Bomb, The New York Times, 24. März 2000.
  17. Keohane, Jon (2. Januar 2011)/ref> Why leaders lie, Boston Globe
  18. Barker, Alexander (17. Oktober 2011) International Deceit, Oxonian Review
  19. John, J. Mearsheimer: The Tragedy of Great Power Politics. New York: W.W. Norton & Company, 2001.
  20. John Mearsheimer: The Tragedy of Great Power Politics. W. W. Norton, New York 2001, ISBN 0-393-02025-8, S. 35.
  21. John Mearsheimer: E.H. Carr vs. Idealism: The Battle Rages On. In: International Relations. 1. Auflage. Band 19, 2005, S. 139, doi:10.1177/0047117805052810 (Online [PDF]).
  22. John Mearsheimer: E.H. Carr vs. Idealism: The Battle Rages On. In: International Relations. 1. Auflage. Band 19, 2005, S. 140, doi:10.1177/0047117805052810 (Online [PDF]).
  23. Home. Abgerufen am 19. Juli 2022 (amerikanisches Englisch).
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  48. „Putin reagiert – Warum der Westen an der Ukraine-Krise schuld ist“. Übersetzt und abgedruckt auf der Website der „IPG - Internationale Politik und Gesellschaft“ der Friedrich-Ebert-Stiftung am 1. September 2014 (mit Link zum Original-Artikel)
  49. John J. Mearsheimer: Why the Ukraine Crisis Is the West’s Fault. The Liberal Delusions That Provoked Putin- FA, Ausgabe Sept./Okt. 2014
  50. Steven Pifer and Strobe Talbott: Preserving Ukraine’s Independence, Resisting Russian Aggression: What the United States and NATO Must do, Februar 2015
  51. Don't Arm Ukraine, NYT, 8. Februar 2015; There is no question that Ukraine’s military is badly outgunned by the separatists, who have Russian troops and weapons on their side.
  52. Faulty Powers - Who Started the Ukraine Crisis?, Foreign Affairs November 2014; “Russian foreign policy did not grow more aggressive in response to U.S. policies; it changed as a result of Russian internal political dynamics. The shift began when Putin and his regime came under attack for the first time ever.”
  53. Stathis N. Kalyvas: How we got Putin so wrong. In: Institute of Art and Ideas. 1. März 2022, abgerufen am 7. April 2022 (englisch).
  54. Condé Nast: Why John Mearsheimer Blames the U.S. for the Crisis in Ukraine. 1. März 2022, abgerufen am 6. Juli 2022 (amerikanisches Englisch): „If Ukraine becomes a pro-American liberal democracy, and a member of nato, and a member of the E.U., the Russians will consider that categorically unacceptable. If there were no nato expansion and no E.U. expansion, and Ukraine just became a liberal democracy and was friendly with the United States and the West more generally, it could probably get away with that.“
  55. Condé Nast: Why John Mearsheimer Blames the U.S. for the Crisis in Ukraine. 1. März 2022, abgerufen am 6. Juli 2022 (amerikanisches Englisch): „. What happened is that this major crisis broke out, and we had to assign blame, and of course we were never going to blame ourselves. We were going to blame the Russians. So we invented this story that Russia was bent on aggression in Eastern Europe. Putin is interested in creating a greater Russia, or maybe even re-creating the Soviet Union.“
  56. a b Condé Nast: Why John Mearsheimer Blames the U.S. for the Crisis in Ukraine. 1. März 2022, abgerufen am 23. März 2022 (amerikanisches Englisch): „It’s not imperialism; this is great-power politics. When you’re a country like Ukraine and you live next door to a great power like Russia, you have to pay careful attention to what the Russians think, because if you take a stick and you poke them in the eye, they’re going to retaliate.“
  57. Geopolitik ist die Entmenschlichung der Welt Maxim Trudoljubow darüber, warum Krieg nicht durch „geopolitische Erwägungen“ gerechtfertigt werden kann, Meduza, 19. April 2022
  58. John Mearsheimer and the dark origins of realism. In: New Statesman. 8. März 2022, abgerufen am 23. März 2022 (amerikanisches Englisch).
  59. Why is Ukraine the West's Fault? Featuring John Mearsheimer. Abgerufen am 23. März 2022.
  60. Putin's Invasion of Ukraine Salon | Ray McGovern, John Mearsheimer. In: YouTube. 3. März 2022, abgerufen am 7. April 2022.
  61. Streit um John Mearsheimer: Er sah den Ukraine-Krieg kommen, Der Freitag, 11/2022