Käpt’n Blaubär

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Käpt’n Blaubär und Hein Blöd auf der Gera in Erfurt

Käpt’n Blaubär ist eine Figur von Walter Moers, die einen anthropomorphen Bären darstellt. Er wurde durch die Puppentrickserie Käpt’n Blaubärs Seemannsgarn in der Sendung mit der Maus bekannt. Käpt’n Blaubär bewohnt zusammen mit der Ratte Hein Blöd sowie seinen Enkelkindern, den Bärchen Gelb, Grün und Rosa, den gestrandeten Fischkutter Elvira, der in der Nähe des fiktiven Ortes Rumsrüttelkoog auf einer Felsklippe liegt. In älteren Folgen tauchte außerdem der Pinguin Amundsen auf. Auch die Blume Karin und Flöt bewohnen das Schiff.

Käpt’n Blaubärs Seemannsgarn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diese wohl bekannteste Sendereihe mit der Figur läuft seit 1991 regelmäßig in der Sendung mit der Maus, meistens am Ende der Sendung. Die einzelnen Episoden sind nur wenige Minuten lang.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wesentlicher Lebensinhalt von Käpt’n Blaubär ist es, seinen Enkeln vermeintliches Seemannsgarn über seine zahlreichen Schiffsreisen zu erzählen. Während die Rahmenhandlung als Puppentrick dargestellt wird, wird das Seemannsgarn in Form von Zeichentrickeinspielern als Rückblende visualisiert. Am Ende einer Geschichte, nach dem obligatorischen Protest der drei Enkel, dass alles gelogen sei, taucht oft ein schlagkräftiger Beweis für den Wahrheitsgehalt einer Geschichte auf. Auf ähnliche Weise ist jede Fernsehsendung mit Käpt’n Blaubär aufgebaut.

Figuren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Käpt'n Blaubär (Sprecher: Wolfgang Völz) ist ein Bär mit dunkelblauem Fell. Er ist ein alter, offenbar im Ruhestand befindlicher Kapitän und erzählt gerne Geschichten aus seinem Leben als Seefahrer, die jedoch von seinen Enkeln als Seemannsgarn angesehen werden, auch wenn er am Ende der Geschichten meistens einen Beweis für deren Richtigkeit erbringt. Er ist gelassen und humorvoll und kümmert sich liebevoll um seine Enkel.
  • Hein Blöd (Edgar Hoppe) ist eine Ratte mit gelb-orangem Fell und ein Leichtmatrose. Seinem Namen entsprechend fällt er meistens durch seine naiv-dämliche, tollpatschige Art auf, was den Käpt'n bisweilen sehr nervt, weshalb er ihn oft mit Schimpfwörtern wie "Hein, du Dösbattel" angeht. Dennoch ist er dem Kapitän ein getreuer Gehilfe und verstehen die beiden sich im Grunde gut und sind Freunde.
  • Die Enkel sind drei im Kindes- bis Jugendalter befindliche junge Bären. Sie haben keine Namen, sondern werden mit Bezug auf ihre Hautfarbe lediglich Gelb, Grün und Rosa genannt. Gelb und Grün sind Jungen, während Rosa mit ihrer Hautfarbe, Stimme und ihrem weiblicheren Auftreten offenbar ein Mädchen ist. Die drei hören sich regelmäßig die Geschichten des Kapitäns an und unterstellen ihm stets aufgrund des arg phantastischen und surrealen Inhalts der Geschichten, dass alles nur gelogen sei. Dennoch verstehen sie sich mit ihrem Opa im Grunde sehr gut.
  • Amundsen ist ein Pinguin, der in älteren Folgen gelegentlich auftaucht.

Auftritte in anderen Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgrund des großen Erfolges in der Sendung mit der Maus wurden unter anderem verschiedene Fernsehsendungen, ein Roman sowie mehrere Musicals produziert.

Verfilmung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der abendfüllende Zeichentrickfilm Käpt’n Blaubär – Der Film (Regie: Hayo Freitag) erschien 1999 und wurde 2000 als Bester programmfüllender Kinderfilm mit dem Deutschen Filmpreis in Gold ausgezeichnet.[1]

Fernsehsendungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1993 bis 2001 lief im Ersten die Sendung Käpt’n Blaubär Club. In der Fernsehsendung wurde das Figurenrepertoire erweitert, so kamen die Blume Karin, eine anthropomorphe Blume in einem Blumentopf, sowie das Flöt, ein Fantasiewesen, das seinem Namen entsprechend Flötgeräusche macht, sowie als einziger regelmäßiger menschlicher Darsteller die Leichtmatrosin Billie (Sybille Waury), später ersetzt durch Anke (Mirjam Köfer), hinzu. Neben den Geschichten mit Käpt’n Blaubär werden auch verschiedene Kinderserien gezeigt.

Nach einer etwa einjährigen Pause wurde der Nachfolger Blaubär und Blöd von 2002 bis 2008 ausgestrahlt. Weitere Spin-offs sind der Käpt’n Blaubär Mini-Club (1994–1996), das Käpt’n Blaubär Magazin und die Käpt’n Blaubär-Geschichten.

Roman[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1999 veröffentlichte Walter Moers den Roman Die 13½ Leben des Käpt’n Blaubär. Er ist der erste Teil einer Romanserie, die auf dem fiktiven Kontinent Zamonien spielt. Der Roman stellt eine fiktive Autobiografie dar. Im Gegensatz zur Puppentrickserie richtet sich dieser Roman eher an Jugendliche und Erwachsene, und bis auf die Tatsache, dass Käptn Blaubär die Hauptfigur ist, gibt es auch sonst keinerlei Gemeinsamkeiten zwischen dem Roman und der TV-Serie oder dem Film.

Musicals[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2006 wurde das auf dem Roman von Walter Moers basierende und gleichnamige Musical Die 13½ Leben des Käpt’n Blaubär im Kölner Musical Dome uraufgeführt. Die Musik dazu stammt von Martin Lingnau, die Texte von Heiko Wohlgemuth.

Am 16. November 2008 hatte das Fernsehmusical Die drei Bärchen und der blöde Wolf im Ersten seine Erstausstrahlung. Für das Drehbuch dieser Sonderfolge erhielt Walter Moers 2009 den Bayerischen Fernsehpreis.[2]

Am 26. Dezember 2009 wurde das zweite Fernsehmusical Abenteuer im Pizzawald erstmals ausgestrahlt.

Seit Herbst 2014 kommt der Lügenbär ganz live als neues Musical mit dem Titel Käpt'n Blaubär - Das Kindermusical auf Tournee.

Produktion und Synchronisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Musik von weit über 150 Folgen Käpt’n Blaubärs Seemannsgarn und zahlreichen Folgen Käpt’n Blaubär Club sowie Blaubär und Blöd-Sendungen stammt vom Komponisten Peter W. Schmitt. Die Geschichten selbst entwarf Walter Moers zusammen mit Bernhard Lassahn und Rolf Silber. Die Kameraführung wurde von Graham Tiernan und der Schnitt von Angelika Schaack übernommen.

Die Charaktere in den verschiedenen Sendungen werden bzw. wurden von namhaften Schauspielern synchronisiert. Die Figuren der drei Bärchen haben keine festen Sprecher, da sie von Kindern eingesprochen werden.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1994 erhielt Walter Moers für Käpt'n Blaubär den Adolf-Grimme-Preis.

Rechte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Rechte für Käpt’n Blaubär liegen bei der WDR mediagroup,[3][4] die sie unter anderem an den Verlag Ravensburger und Walter Moers lizenziert hat.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Figuren aus dem „Käpt’n-Blaubär“-Universum sind offizielle Maskottchen des Ravensburger Spielelands sowie eines Projektes zur Jugendverkehrserziehung des Bundesverkehrsministeriums.[5] Auch die Postbank warb eine Zeit lang mit Käpt'n Blaubär und Hein Blöd.

Die Frachtbarkasse, die Helgoland mit der vorgelagerten Nachbarinsel Helgoland-Düne verbindet, trägt den Namen Hein Blöd.

Die Firma Bofrost brachte 1997 das Kochbuch Käpt'n Blaubär. Flunkerparty Kochspielbuch heraus.[6] Darüber hinaus erschienen Sammelfiguren in mehreren Serien und diverse weitere Merchandise-Produkte.

Die Ärzte widmeten Käpt'n Blaubär einen nach ihm benannten Song, der als B-Seite auf der 2000 veröffentlichten Single Wie es geht sowie auf dem Bäst Of-Album veröffentlicht wurde.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Käpt’n Blaubär – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Deutsche Filmpreise von 1951 bis heute, Deutsche Filmakademie. Abgerufen am 13. Oktober 2010
  2. Bayerischer Fernsehpreis 2009, Bayerische Staatsregierung, Pressemitteilung vom 15. Mai 2009. Abgerufen am 14. Juni 2016
  3. DPMA Registernummer 39551924. Abgerufen am 15. März 2014.
  4. DPMA Registernummer 304126497. Abgerufen am 15. März 2014.
  5. Bär: Verkehrssicherheit für Kinder hat Priorität - Neue Verkehrsbroschüre von "Käpt’n Blaubär" vorgestellt, Pressemitteilung des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur, 11.05.2016. Abgerufen am 14. Juni 2016
  6. Käpt'n Blaubär. Flunkerpartykochspielbuch. bibliothèque des vampires.