Ködnitz

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Wappen Deutschlandkarte
Ködnitz
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Ködnitz hervorgehoben

Koordinaten: 50° 5′ N, 11° 32′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberfranken
Landkreis: Kulmbach
Verwaltungs­gemeinschaft: Trebgast
Höhe: 318 m ü. NHN
Fläche: 19,62 km2
Einwohner: 1526 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 78 Einwohner je km2
Postleitzahl: 95361
Vorwahlen: 09221, 09227
Kfz-Kennzeichen: KU, EBS, SAN
Gemeindeschlüssel: 09 4 77 127
Gemeindegliederung: 20 Gemeindeteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Fölschnitz 17
95361 Ködnitz
Website: www.koednitz.de
Erste Bürgermeisterin: Anita Sack (Freie Wähler)
Lage der Gemeinde Ködnitz im Landkreis Kulmbach
BayreuthLandkreis KronachLandkreis HofLandkreis BayreuthLandkreis LichtenfelsMainleusWonseesWirsbergUntersteinachTrebgastThurnauRugendorfNeuenmarktNeudrossenfeldKulmbachKödnitzKasendorfHimmelkronHarsdorfGuttenberg (Oberfranken)GrafengehaigPresseckStadtsteinachMarktschorgastMarktleugastLudwigschorgastKupferbergThüringenKarte
Über dieses Bild

Ködnitz (umgangssprachlich: Khengst[2]) ist eine Gemeinde im Landkreis Kulmbach (Regierungsbezirk Oberfranken).

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ködnitz liegt am linken Ufer des Weißen Mains zwischen dem Rangen im Westen und der Weinleite im Osten, beides sind Erhebungen, die zum Obermainischen Hügelland zählen. Die Weinleite ist als Naturschutzgebiet ausgezeichnet. Südlich des Ortes befindet sich ein ehemaliger Sandsteinbruch, der als Geotop ausgezeichnet ist.[3]

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt 21 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[4][5]

Die Einöde Veitsgraben ist kein amtlich benannter Gemeindeteil.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der älteste Teil der Gemeinde ist der Gemeindeteil Kauerndorf, der bereits kurz nach der Stauferzeit im sogenannten Interregnum im Jahr 1256 erstmals urkundlich erwähnt wurde.

Der Gemeindeteil Ködnitz wurde 1310 als „Kotentz“ erstmals urkundlich erwähnt. 1363 wurde der Ort erstmals „Kodnitz“ genannt. Namensgebend ist der slawische Personenname Choten mit dem Zugehörigkeitssuffix -ice. Der Ortsname bedeutet also Ort des Choten.[6][7]

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Ködnitz aus 40 bewohnten Anwesen. Das Hochgericht übte das bayreuthische Stadtvogteiamt Kulmbach aus. Dieses hatte zugleich die Dorf- und Gemeindeherrschaft. Grundherren waren

Ködnitz, ein ehemaliges Amt des seit 1792 preußischen Fürstentums Bayreuth, fiel im Frieden von Tilsit 1807 an Frankreich und kam 1810 zu Bayern.

Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Kulmbach. Mit dem Gemeindeedikt wurde Ködnitz dem 1811 gebildeten Steuerdistrikt Tennach und der 1812 gebildeten gleichnamigen Ruralgemeinde zugewiesen. 1818 wurde der Gemeindesitz nach Ködnitz verlegt und die Gemeinde dementsprechend umbenannt. Zur Gemeinde gehörten Buchhaus, Ebersbach, Fölschnitz, Haaghof, Hauenreuth, Heinersreuth, Leithen, Listenberg, Maierhof, Pinsenhof, Reisighof, Spitzeichen, Stephansreuth, Tennach und Zettmeisel. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Kulmbach zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Kulmbach (1919 in Finanzamt Kulmbach umbenannt). In der freiwilligen Gerichtsbarkeit gehörten einige Anwesen bis 1848 Patrimonialgerichten an, die aus den ehemaligen Rittergütern entstanden sind. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde auf dem Gemeindegebiet Reuth gegründet. 1831 wurde Plassenburg eingemeindet. Ab 1862 gehörte Ködnitz zum Bezirksamt Kulmbach (1939 in Landkreis Kulmbach umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Kulmbach (1879 in Amtsgericht Kulmbach umbenannt). 1894 wurde auf dem Gemeindegebiet Höllgraben erbaut.[9] Die Gemeinde hatte ursprünglich eine Gebietsfläche von 14,139 km²,[10] die sich durch die Umgliederung der Plassenburg nach Kulmbach im Jahre 1908 auf 14,008 km² verkleinerte.[11]

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ködnitz wurde am 1. April 1971 durch die Gebietsreform um die Gemeinde Kauerndorf vergrößert.[12] Teile von Höllgraben wurden am 1. Januar bzw. am 1. April 1978 nach Kulmbach umgegliedert.[13]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zeitraum 1988 bis 2018 sank die Einwohnerzahl von 1677 auf 1562 bzw. um 6,9 %.

Gemeinde Ködnitz

Jahr 1818 1840 1852 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1961 1970 1987 1995 2005 2015 2017
Einwohner 662 848 1717 1474 1725 1814 1685 1794 1798 1607 1669 1661 1668 944 965 940 944 865 1262 1282 1031 1111 1700 1786 1690 1595 1560
Häuser[14] 126 149 148 151 162 168 183 452 525 526
Quelle [9] [15] [15] [16] [15] [17] [15] [15] [18] [15] [15] [10] [15] [15] [15] [11] [15] [15] [15] [19] [20] [21] [22] [23] [23]

Ort Ködnitz

Jahr 001809 001818 001861 001871 001885 001900 001925 001950 001961 001970 001987
Einwohner 180 188 213 273 200 296 276 360 308 277 289
Häuser[14] 40 46 46 47 49 54 76
Quelle [24] [9] [16] [17] [18] [10] [11] [19] [20] [21] [22]

Politik und Öffentliche Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde ist Teil der Verwaltungsgemeinschaft Trebgast.

Bürgermeisterin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erste Bürgermeisterin ist seit 1. Mai 2020 Anita Sack (Freie Wähler).[25]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahlen seit 2008 führten zu folgenden Sitzverteilungen im Gemeinderat:

Partei/Liste 2008 2014 2020[26]
Sitze Sitze % Sitze
CSU 03 03 22,26 3
SPD 01 01 5,78 1
Wählergemeinschaft Fölschnitz/Freie Wähler 03 03 33,22 4
Wählergemeinschaft Kauerndorf/Wählerunion 02 02 17,87 2
Wählergruppe Rangen 02 02 12,63 1
Wählergemeinschaft 01 01 8,24 1
Gesamt 12 12 100 12

Wappen und Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen
Wappen von Ködnitz
Blasonierung: „Über einem schwarzen Schildfuß, darin ein silberner Wellenbalken, in Rot eine durchgehende eingeschweifte silberne Spitze, darin die rote Krümme eines Abtstabes, beseitet von je einer silbernen heraldischen Rose mit goldenen Butzen.“[27]

Dieses Wappen wird seit 1984 geführt.

Wappenbegründung: Die Gemeinde Ködnitz besteht seit 1971 aus den ehemals selbstständigen Gemeinden Kauerndorf und Ködnitz. Im Gemeindewappen sind Elemente aus den Wappen der Herren von Guttenberg und der Herren von Plassenberg enthalten, beides Adelsgeschlechter, die grundherrschaftliche Ansprüche in den Orten der heutigen Gemeinde hatten. Die beiden Rosen weisen auf die Herren von Guttenberg hin und die geschweifte Spitze auf die Herren von Plassenberg. Die Farben Silber und Schwarz im Schildfuß erinnern an die einstigen Landesherren, die Burggrafen von Nürnberg und späteren Markgrafen von Brandenburg. Die rote Krümme eines Abtstabes stellt die einstigen Beziehungen von Kauerndorf zum Kloster Langheim dar. Der silberne Wellenbalken weist auf den durch das Gemeindegebiet fließenden Weißen Main hin.
Flagge

Die Gemeindeflagge ist rot-weiß.[28]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Spitzeichner Turm (Mai 2010)

Unweit östlich des Gemeindeteils Spitzeichen steht der 1927 errichtete Spitzeichener Turm, ein überdachter etwa zehn Meter hoher Aussichtsturm.[29]

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bodendenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Staatsstraße 2182 führt nach Fölschnitz (2,1 km nordwestlich) bzw. nach Waizendorf (1,5 km südöstlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt an Listenberg vorbei zur Kreisstraße KU 10 (1,7 km südwestlich). Von dieser zweigt eine Gemeindeverbindungsstraße nach Ebersbach ab. Weitere Gemeindeverbindungsstraßen führen an Reuth vorbei nach Reuthlashof (3,5 km nordöstlich) und nach Reisighof (3 km südwestlich). Ein Anliegerweg führt nach Veitsgraben (0,7 km südlich).[3]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Ködnitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikivoyage: Ködnitz – Reiseführer

Einzelnachweise und Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Genesis Online-Datenbank des Bayerischen Landesamtes für Statistik Tabelle 12411-001 Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. E. F. v. Guttenberg: Land- und Stadtkreis Kulmbach, S. 200.
  3. a b Ködnitz im BayernAtlas. Entfernungsangaben jeweils Luftlinie.
  4. Gemeinde Ködnitz in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 1. Oktober 2020.
  5. Gemeinde Ködnitz, Liste der amtlichen Gemeindeteile/Ortsteile im BayernPortal des Bayerischen Staatsministerium für Digitales, abgerufen am 27. November 2020.
  6. E. F. v. Guttenberg: Land- und Stadtkreis Kulmbach, S. 82 f.
  7. W.-A. v. Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen, S. 122.
  8. R. Barth: Kulmbach: Stadt und Altlandkreis, S. 609 f.
  9. a b c R. Barth: Kulmbach: Stadt und Altlandkreis, S. 759 f.
  10. a b c K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, Abschnitt II, Sp. 1063–1064 (Digitalisat).
  11. a b c Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, Abschnitt II, Sp. 1098 (Digitalisat).
  12. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 503 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  13. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 693.
  14. a b Es sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 2017 wurden diese als Wohngebäude bezeichnet.
  15. a b c d e f g h i j k l m Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis : Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952 (= Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192). München 1954, DNB 451478568, S. 150, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).
  16. a b Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, Sp. 896, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  17. a b Kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. Adolf Ackermann, München 1877, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen vom 1. Dezember 1871, Viehzahlen von 1873), Sp. 1068, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  18. a b K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1888, Abschnitt III, Sp. 1016–1017 (Digitalisat).
  19. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, DNB 453660975, Abschnitt II, Sp. 949–950 (Digitalisat).
  20. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, DNB 453660959, Abschnitt II, Sp. 698 (Digitalisat).
  21. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, DNB 740801384, S. 161 (Digitalisat).
  22. a b Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, S. 314 (Digitalisat).
  23. a b LfStat: Ködnitz: Amtliche Statistik. (PDF) In: statistik.bayern.de. S. 6 und 12, abgerufen am 27. November 2020.
  24. R. Barth: Kulmbach: Stadt und Altlandkreis, S. 725.
  25. Der Gemeinderat. Gemeinde Ködnitz, abgerufen am 2. September 2020.
  26. Wahl des Gemeinderats - Kommunalwahlen 2020 in der Gemeinde Ködnitz - Gesamtergebnis. Abgerufen am 1. Dezember 2020.
  27. Eintrag zum Wappen von Ködnitz in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
  28. Ködnitz. In: kommunalflaggen.eu. Abgerufen am 27. November 2020.
  29. Für einen spontanen Rundblick auf den Spitzeichener Turm auf infranken.de vom 28. Oktober 2014, abgerufen am 11. Februar 2016