Reichsbahndirektion Hamburg

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Die Reichsbahndirektion Hamburg war ein Verwaltungsbezirk der Deutschen Reichsbahn. Die Reichsbahndirektion (RBD) hatte ihren Ursprung in der 1884 gegründeten Königlich Preußischen Eisenbahndirektion Altona mit Sitz in der damals selbständigen Stadt Altona an der Elbe. Nachdem am 1. April 1920 der Staatsvertrag zur Gründung der Deutschen Reichseisenbahnen (RGBl. S. 773) in Kraft gesetzt und damit die vormaligen Länderbahnen der Hoheit des Deutschen Reiches unterstellt wurden, änderte sich der Name 1922 in Reichsbahndirektion Altona. Mit dem Erlass des Groß-Hamburg-Gesetzes am 1. April 1937[1] wurde die Stadt Altona zu einem Teil des Landes Hamburg und der Name änderte sich in Reichsbahndirektion Hamburg.

Bis nach dem Kriegsende am 8. Mai 1945 erstreckte sich der Bereich der RBD Hamburg über das Gebiet der preußischen Provinz Schleswig-Holstein mit Ausnahme von Lübeck, das Elbe-Weser-Dreieck ohne Bremen und Wesermünde (seit 1947 Bremerhaven) bis zur Strecke Bremen – Uelzen – Salzwedel, und ragte östlich in der Provinz Brandenburg bis in die Nähe Berlins hinein.

Die in der Sowjetischen Besatzungszone befindlichen Strecken der RBD Hamburg wurden kurze Zeit der am 1. September 1945 speziell dafür gegründeten RBD Wittenberge zugeordnet und mit deren Auflösung am 1. Oktober 1945 auf die RBD Schwerin sowie die wiedergegründete RBD Magdeburg aufgeteilt.

Die RBD Hamburg wurde 1949 in Eisenbahndirektion Hamburg und 1953 zur Bundesbahndirektion Hamburg (BD) umbenannt.

Im Zuge der Bahnreform erfolgte die Auflösung der BD Hamburg zum 1. Januar 1994 und der Bezirk wurde an die neu geschaffenen Regionalbereiche der Deutschen Bahn AG aufgeteilt.

Direktionsgebäude[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Direktionsgebäude Front an der Museumstraße
Direktionsgebäude Architektur-Details Nordost-Ecke

Das am 16. Oktober 1895 fertiggestellte Backsteingebäude der vormals Königlich Preußischen Eisenbahndirektion Altona mit der Hauptfront an der heutigen Museumsstraße – dem damaligen Kaiserplatz und gegenüber dem damaligen Hotel Kaiserhof – ist ein mehrflügeliges, ehemals repräsentatives Bauwerk.[2]; es befindet sich gänzlich im Stadtteil Hamburg-Ottensen an der Grenze zum Gebiet von Altona Altstadt.

Der Gebäudekomplex zwischen der Museumsstraße, der Lobuschstraße, der Straße Am Felde und der damaligen Bismarckstraße – heute der Paul-Nevermann-Platz – nimmt eine Grundfläche von 60 m × 125 m ein. Die nördliche Seitenfront liegt parallel und 55 Meter entfernt gegenüber der Südfront des Bahnhofs Altona; parallel zur Museumsstraße liegen vier hintereinander angeordnete Flügel, die mit langen Seitenflügeln verbunden sind und dabei drei 550 bis 950 Quadratmeter große Innenhöfe umschließen.[3] Der mittlere Innenhof ist im heutigen Zustand mit einem Glasdach versehen, die beiden anderen Höfe sind nach oben offen, der westliche Hof hat einen öffentlichen Durchgang, der die Straßen Am Felde/Erzbergerstraße mit dem Altonaer Bahnhof und dem dazwischen liegenden Busbahnhof verbindet.

Zu dem Ensemble gehört auch ein später (1934 bis 1936) an der Straße Am Felde angesetzter Querflügel mit einer Grundfläche von 15 m × 75 m. Dieser steht mit der Adressangabe „Am Felde südlich von Nr. 132, Museumstraße 39“ unter Denkmalschutz.[4] An dessen freier Ecke befindet sich auf Höhe des 1. Stockwerks eine Skulptur; auf dieser hält eine mit einem Kittel bekleidete Person ein Dampflok-Modell auf dem Arm, eine andere Person daneben hält eine Beidarm-Zange, mit der Schienen auf bzw. von den Schwellen gehoben werden können.

Die Hauptgebäude haben ein Souterrain und drei darüberliegende, unterschiedlich hohe Stockwerke, im Ursprungszustand hatten sie rundum Walmdächer mit Dachausbau und Spitzgiebelfronten. Nach dem Zweiten Weltkrieg mussten die Fronten teilweise neu aufgebaut werden, wobei die ursprünglich bogigen Fenster durch einfache viereckige Durchbrüche ersetzt wurden. Vom nördlichen Seitenflügel und dem östlichen und mittleren Querflügel wurde das ursprüngliche Walmdach durch ein niedriges Dachgeschoss mit Flachdach ersetzt.

Im gegenwärtigen Zustand (2015) sind über den Zugängen der Außenfronten und den innenliegenden Hof-Fassaden die Bezeichnung bahn_hoefe mit erhabenen Buchstaben angebracht. Die Räumlichkeiten werden neben der DB Fernverkehr von verschiedenen kommerziellen Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen genutzt.[5]

Bedeutende Strecken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bedeutende Strecken innerhalb der Direktion waren:

Privat- und Kleinbahnen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Folgende Privat und Kleinbahnen unterstanden der RBD Hamburg (bzw. Altona)

Bahnbetriebswerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Folgende Bahnbetriebswerke befanden sich im Gebiet der RBD Hamburg (bzw. Altona)

Ausbesserungswerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Bereich der Rbd Altona lagen 1939 fünf Ausbesserungswerke:

Darüber hinaus war Altona als geschäftsführende Direktion für das Werkstättenwesen auch für die Ausbesserungswerke der Reichsbahndirektionen Oldenburg (bis zur Auflösung der Direktion 1935), Schwerin, Hannover und Münster zuständig.

Präsidenten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Präsidenten der preußischen Eisenbahndirektion Altona waren

  • 1884–1894 Carl Krahn
  • 1894–1907 Friedrich Jungnickel
  • 1907–1909 Alfred Goepel
  • 1909–1913 Gustav Franke
  • 1913–1918 Joseph Pape
  • 1918–1922 Ernst Schneider

Die Präsidenten der Reichsbahndirektion Altona (später Hamburg) waren

  • 1922–1932 Ernst Schneider
  • 1932–1935 David Lochte
  • 1935–1945 Erich Goudefroy
  • 1945–1945 Friedrich Stratthaus (Interregnum)

Die Präsidenten der Eisenbahndirektion Hamburg (1945–1953) waren

Die Präsidenten der Bundesbahndirektion Hamburg waren

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Deutsche Reichsbahn Eisenbahn Übersichtskarte 1938 - Reprint im Format A1, GVE-Verlag, Berlin 2012, ISBN 978-3-89218-938-1
  • Pressedienst der Bundesbahndirektion Hamburg (Hrsg.): 100 Jahre Eisenbahndirektion Hamburg 1884–1984 Hamburg 1984
  • Amtlicher Taschenfahrplan Reichsbahndirektion Hamburg – Jahresfahrplan 1943/1944, Gültig vom 1. November 1943 – Deutsche Reichsbahn, Verlag Rockstuhl, Bad Langensalza, 1. Reprint-Auflage 2006, ISBN 978-3-938997-14-7
  • Udo Kandler / Joachim Bügel: Walter Hollnagel, Eisenbahnraritäten, Band 1: Von den zwanziger Jahren bis 1945. EK-Verlag, Freiburg 2008, ISBN 978-3-88255-306-2
  • Udo Kandler / Joachim Bügel: Walter Hollnagel, Eisenbahnraritäten, Von der Stunde Null zum Wirtschaftswunder (Band 2). EK-Verlag, Freiburg 2009, ISBN 978-3-88255-307-9
  • Gert E. Thalau: Eisenbahndirektion Hamburg 1884–1993. In: Deutsche Eisenbahndirektionen. Verlag B. Neddermeyer, 2010, ISBN 978-3-941712-01-0.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gesetz über Groß-Hamburg
  2. Historisches Bild (Memento vom 25. März 2015 im Internet Archive)
  3. bahn_hoefe (Memento vom 22. Juli 2014 im Internet Archive)
  4. Denkmalliste der Kulturbehörde Hamburg
  5. Altona-Info September 2013 (Memento vom 2. Mai 2015 im Internet Archive)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Gebäude der Eisenbahndirektion Altona – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien