Karpaty Lwiw

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Karpaty Lwiw
Wappen
Basisdaten
Name FK Karpaty Lwiw
Sitz Lwiw
Gründung 1963
Farben grün-weiß
Präsident UkraineUkraine Petro Dyminskyj
Website www.fckarpaty.lviv.ua
Erste Mannschaft
Trainer UkraineUkraine Serhij Sajzew
Stadion Ukraina
Plätze 28.051
Liga Premjer-Liha
2016/17 10. Platz
Heim
Auswärts
Alternativ

Der FK Karpaty Lwiw (ukr. ФК «Карпати» Львів; UEFA-Transkription FC Karpaty Lviv) ist ein ukrainischer Fußballverein aus der galizischen Stadt Lemberg (ukrainisch Lwiw). Benannt ist der Verein nach den Karpaten, in deren Nähe Lwiw liegt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Spielbetrieb in der Sowjetunion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der FC Karpaty wurde 1963 von Fußballspielern, die in einer Fabrik für Landwirtschaftsmaschinen arbeiteten und in der dortigen Werksmannschaft spielten, gegründet. Die ersten vier Jahre spielte der Verein in der dritten sowjetischen Liga. 1968 konnte der Aufstieg in die zweite Liga erreicht werden.

Am 17. August 1969 gewann die Mannschaft den sowjetischen Fußballpokal gegen den FK SKA Rostow, die damals zu einer der besten Mannschaften zählten. Lwiw war damit die erste und einzige Mannschaft, die jemals als Zweitligist diesen Pokal gewinnen konnte. In der Folgespielzeit war das Team schließlich als Teilnehmer des Europapokal der Pokalsieger 1970/71 qualifiziert. Nach einem 0:1 und 3:3 gegen den rumänischen Vertreter Steaua Bukarest schied der Verein jedoch bereits in der 1. Runde des Wettbewerbs aus.

Von 1970 bis 1977 und 1980 spielte Karpaty Lwiw in der Wysschaja Liga, der höchsten Fußballliga der Sowjetunion. In der Saison 1976 wurde mit dem vierten Platz das beste Ergebnis erzielt.

1981 wurde Karpaty mit einer anderen Mannschaft aus Lwiw zusammengelegt. Der neue Verein, SKA Karpaty, spielte bis 1989 in der zweiten Liga. 1989 benannte sich der Verein wieder in FC Karpaty Lwiw um.

Spielbetrieb in der Ukraine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als die Ukraine im Jahre 1992 nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion unabhängig wurde, wurde der FC Karpaty Teil der neu entstandenen Wyschtscha Liha, der obersten Spielklasse in der Ukraine. In der Saison 1997/98 konnte die Mannschaft mit den dritten Platz die bisher beste Platzierung in der Vereinsgeschichte erreichen

1993/94 qualifizierte sich der Klub erneut für den Europapokal der Pokalsieger. Nach einem 1:0-Hinspielerfolg gegen den irischen Klub Shelbourne FC schied Lwiw nach einer 1:3-Rückspielpleite erneut in der ersten Runde des Turniers aus. Grund für die Teilnahme war der Einzug in das Finale des Ukrainischen Pokals, dass das Team jedoch mit 1:2 am 30. Mai 1993 gegen Dynamo Kiew verlor. Da Dynamo im gleichen Jahr aber auch Meister wurde, nahm Lwiw am Pokal der Pokalsieger teil. 1999 stand der Klub zum zweiten Mal im nationalen Pokalendspiel. Erneut musste die Mannschaft sich gegen Dynamo Kiew geschlagen geben.

Nach der Saison 2003/04 stieg Karpaty in die Perscha Liha, die zweite Liga des Landes, ab. Der Mannschaft gelang es jedoch bereits nach zwei Jahren wieder in die Wyschtscha Liha zurückzukehren.

In der Saison 2010/11 konnte Lwiw zum ersten Mal die Gruppenphase der UEFA Europa League erreichen. In der 3. Qualifikationsrunde wurde der FC Sestaponi aus Georgien mit insgesamt 2:0 geschlagen. Zuvor wurde KR Reykjavík mit 6:2 besiegt. In den Play-offs traf die Mannschaft auf Galatasaray Istanbul. Nach einem 2:2[1] Hinspiel und einem 1:1[2] im Rückspiel siegte Karpaty durch die mehr erzielten Auswärtstore. Damit nahm der Verein an der Endrunde der UEFA Europa League 2010/11 teil. Dort wurde das Team zusammen mit Borussia Dortmund, Paris Saint-Germain und FC Sevilla in die Gruppe J des Turniers gelost, schied dort jedoch mit nur einem erzielten Punkt vorzeitig aus dem Wettbewerb aus.

Die Spielzeit 2012/13 schloss der Verein auf dem 14. Tabellenplatz der Premjer-Liha ab und konnte nur knapp dem sportlichen Abstieg in die zweite Liga entrinnen. Als Reaktion auf die enttäuschend verlaufene Saison erklärte der Verein im Mai 2013 nun 19 der 23 Spieler des Kaders verkaufen und ein neues Team zusammenstellen zu wollen.[3][4]

Stadion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der FC Karpaty Lwiw hat in den letzten Jahren seine Heimspiele in beiden großen Stadien der Stadt ausgetragen. Traditionell war die Heimspielstätte das 1963 gebaute Stadion Ukrajina, welches bis 1992 „Druschba“ („Freundschaft“) geheißen hatte. Mit einem Fassungsvermögen von 29.004 Zuschauern gehört es zu den großen Stadien in der Ukraine. 2012 wurde die Arena Lwiw für die Fußball-Europameisterschaft 2012 fertiggestellt, in die der Club kurzzeitig umzog. Da das neue Stadion mit seinen 34.915 Plätzen bei Heimspielen kaum gefüllt wurde, wechselte der FC Karpaty bald zurück in das Stadion Ukrajina.[5] Nachdem bis zum Frühjahr 2017 Schachtar Donezk seine Heimspiele in der Arena Lwiw ausgetragen hatte, ist sie seit dem Heimspiel gegen FK Stal Kamjanske am 2. April 2017[6] wieder die Heimspielstätte des FC Karpaty Lwiw.

Vereinskultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fans[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Banderstadt Ultras im Stadion Ukraina

Die Vereinigung der Lwiwer Ultras trägt den Namen Banderstadt-Ultras. Zu ihrem Auftreten gehört die ukrainische Nationalflagge wie auch rot-schwarze Fahnen in den Farben der in der Region weithin verehrten ukrainisch-nationalistischen Befreiungsbewegung OUN. Bei einem Heimspiel des Clubs gegen Borussia Dortmund in der Gruppenphase der Europa League im September 2010 kam es zu gewalttätigen Angriffen der Lwiwer Ultras auf Dortmunder Anhänger, was in Deutschland zu kritischen Medienberichten führte.[7]

Nationalismus-Vorwürfe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Insbesondere der Gruppe der Banderstadt-Ultras werden enge Verbindungen zur in der Westukraine populären und in Lwiw regierenden rechtspopulistischen Partei Swoboda nachgesagt. Auch führt die durch die Ultras im Stadion zelebrierte Bandera-Verehrung und das Zeigen von Symbolen der OUN zu Vorwürfen, die Fans oder sogar der Verein hätten eine rechtsradikale Ausrichtung. Hierzu erklärte der Pressesprecher des Vereins, Danylo Nikulenko 2012: „Karpaty gilt in der Ukraine als rechter Verein, aber wir sind nicht rechtsradikal.“[8]

Am 6. September 2013 fand in der Arena Lwiw ein WM-Qualifikationsspiel gegen San Marino statt. Auch bei diesem Spiel wurden von Zuschauern rot-schwarze Fahnen und Bandera-Banner gezeigt, auch wurden farbige Spieler mit Affenlauten verhöhnt, was die FIFA zur Verhängung einer fünfjährigen Sperre des Stadions für FIFA-Begegnungen veranlasste.[9][10] In der Debatte um diese Entscheidung hatte sich ein Streit um die Frage entzündet, ob die in der Westukraine populären Bandera-Banner und die rot-schwarzen Fahnen bei Fußballspielen als politische Symbole nach FIFA-Regeln unzulässig seien.[11]

Bekannte ehemalige Spieler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ukraine und GUS

Europa

Südamerika

Afrika

Lwiws Trainer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(unvollständig)

Name des Trainers Zeitraum Bemerkung
Sowjetunion 1955Sowjetunion Ernő Juszt 1967-1977
Ungarn 1957Ungarn Ischtwan Seketsch 1978-1980
Ungarn 1957Ungarn Ischtwan Seketsch 1988-1989
UkraineUkraine Myron Markevytsch 1992-1995
UkraineUkraine Myron Markevytsch 1996-1998
KroatienKroatien Iwan Golac 2001-2002
UkraineUkraine Myron Markevytsch 2002-2004
UkraineUkraine Yuriy Dyatschuk-Stawytskyi 2004-2006
UkraineUkraine Oleksandr Ischtschenko 2006-2007
UkraineUkraine Yuriy Dyatschuk-Stawytskyi 2007
UkraineUkraine Oleksandr Ischtschenko 2007
UkraineUkraine Valeriy Yaremtschenko 2007-2008
WeissrusslandWeißrussland Oleh Kononow 2008-2011
RusslandRussland Pavel Kucherow 2011-2012
UkraineUkraine Wolodymyr Sharan 2012
BulgarienBulgarien Nikolaj Kostow 2012-2013
UkraineUkraine Oleksandr Sewidow 2013-2014
KroatienKroatien Igor Jovićević 2014-2016 Interimstrainer
UkraineUkraine Oleh Luschnyj 2016
UkraineUkraine Sergiy Seitsew 2016
WeissrusslandWeißrussland Oleg Dulub 2016-2017
SpanienSpanien Sergio Navarro Barquero 2017
UkraineUkraine Sergiy Seitsew 2017–

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Pokalsieger der UdSSR (1x): 1969
  • Erreichen der Gruppenphase der Europa League 2010/11, wo Karpaty Lwiw der Gruppe J mit dem FC Sevilla, Paris Saint-Germain und Borussia Dortmund zugelost wurde.

Europapokalbilanz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saison Wettbewerb Runde Gegner Gesamt Hin Rück
1970/71 Europapokal der Pokalsieger 1. Runde Rumänien 1965Rumänien Steaua Bukarest 3:4 0:1 (H) 3:3 (A)
1993/94 Europapokal der Pokalsieger 1. Runde IrlandIrland Shelbourne FC 2:3 1:0 (H) 1:3 (A)
1999/2000 UEFA-Pokal 1. Runde SchwedenSchweden Helsingborgs IF 2:2
(2:4 i. E.)
1:1 (A) 1:1 n.V. (H)
2010/11 UEFA Europa League 2. Qualifikationsrunde IslandIsland KR Reykjavík 6:2 3:0 (A) 3:2 (H)
3. Qualifikationsrunde GeorgienGeorgien FC Sestaponi 2:0 1:0 (H) 1:0 (A)
Play-offs TurkeiTürkei Galatasaray Istanbul (a)3:3(a) 2:2 (A) 1:1 (H)
Gruppenphase DeutschlandDeutschland Borussia Dortmund 3:7 3:4 (H) 0:3 (A)
FrankreichFrankreich Paris Saint-Germain 1:3 0:2 (A) 1:1 (H)
SpanienSpanien FC Sevilla 0:5 0:1 (H) 0:4 (A)
2011/12 UEFA Europa League 3. Qualifikationsrunde IrlandIrland St Patrick's Athletic 5:1 2:0 (H) 3:1 (A)
Play-offs GriechenlandGriechenland PAOK Thessaloniki 1:3 0:2 (A) 1:1 (H)

Legende: (H) – Heimspiel, (A) – Auswärtsspiel, (N) – neutraler Platz, (a) – Auswärtstorregel, (i. E.) – im Elfmeterschießen, (n. V.) – nach Verlängerung

Gesamtbilanz: 22 Spiele, 7 Siege, 7 Unentschieden, 8 Niederlagen, 28:33 Tore (Tordifferenz −5)

Saisonstatistik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saison Liga Pos. Spiele S U N T+ TD Punkte Pokal Europa Bemerkungen
1992 1. Liga 13 18 005 06 07 15 18 16 Achtelfinale
1992/1993 1. Liga 06 30 10 10 10 37 38 30 Finale
1993/1994 1. Liga 05 34 16 08 10 37 30 40 Halbfinale Europapokal der Pokalsieger Vorrunde
1994/1995 1. Liga 08 34 12 09 13 32 36 45 Achtelfinale
1995/1996 1. Liga 08 34 12 10 12 39 39 46 Achtelfinale
1996/1997 1. Liga 05 30 15 07 08 36 23 52 Viertelfinale
1997/1998 1. Liga 03 30 16 09 05 36 20 57 Achtelfinale
1998/1999 1. Liga 04 30 15 10 05 54 34 55 Finale
1999/2000 1. Liga 09 30 12 04 14 39 38 40 Viertelfinale UEFA-Pokal 1. Runde
2000/2001 1. Liga 10 26 09 03 14 33 42 30 3. Runde
2001/2002 1. Liga 08 26 07 08 11 19 31 29 Viertelfinale
2002/2003 1. Liga 07 30 09 09 12 29 37 36 3. Runde
2003/2004 1. Liga 15 30 06 08 16 22 39 26 2. Runde Abgestiegen
2004/2005 2. Liga 06 34 15 07 12 39 35 52 Achtelfinale
2005/2006 2. Liga 02 34 25 05 03 53 14 80 Halbfinale Aufgestiegen
2006/2007 1. Liga 08 30 09 10 11 26 32 37 3. Runde
2007/2008 1. Liga 10 30 09 06 15 29 41 33 2. Runde
2008/2009 1. Liga 09 30 08 10 12 33 39 34 3. Runde
2009/2010 1. Liga 05 30 13 11 06 44 35 50 Achtelfinale
2010/2011 1. Liga 05 30 13 9 8 41 34 48 3. Runde UEFA Europa League Gruppenphase
2011/2012 1. Liga 14 30 5 8 17 27 51 23 Halbfinale UEFA Europa League 3.Qualirunde
2012/2013 1. Liga 14 30 7 6 17 37 52 27 Viertelfinale
2013/2014 1. Liga 11 28 7 11 10 33 39 32 Achtelfinale
2014/2015 1. Liga 13 26 5 9 12 22 31 15 Achtelfinale
2015/2016 1. Liga 7 26 8 6 12 26 37 30 1. Runde
2016/2017 1. Liga 10 32 9 9 14 35 41 30

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: FC Karpaty Lviv – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Spielstatistik: Galatasaray Istanbul - Karpaty Lwiw 2:2 auf kicker.de
  2. Spielstatistik: Karpaty Lwiw - Galatasaray Istanbul 1:1 auf t-online.sport-dienst.de
  3. FC Karpaty.lviv.ua: Karpaty decide to sell 19 players vom 27. Mai 2013
  4. Ukraine: Lwiw verkauft fast alle Spieler, RP-Online vom 27. Mai 2013
  5. Die Ukraine im Ausnahmezustand – wo an Fussball nicht zu denken ist, TagesWoche 10. Mai 2014
  6. Ukraine » Premyer Liga 2016/2017 Abstieg » 23. Spieltag » Karpaty Lviv - FK Stal Kamjanske 2:0, weltfussball.com
  7. Für BVB-Fans war Lwiw Stadt mit zwei Gesichtern in WAZ vom 17. September 2010.
  8. M. Brand & R. Kalimullin: Orangebraune Gesinnungen in taz vom 29. Februar 2012 (online)
  9. Verurteilungen der FIFA-Disziplinarkommission gegen Ukraine und Peru, FIFA-Homepage, 27. September 2013
  10. FIFA weist ukrainische Berufung ab und bestätigt Sanktionen wegen Diskriminierung, FIFA-Homepage, 27. November 2013
  11. Passions running high in soccer and not only…, День (The Day), 3. Oktober 2013