Kyōto Sanga

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Kyōto Sanga F.C.
Logo
Basisdaten
Name Kyōto Sanga Football Club
(jap. 京都サンガF.C.)
Sitz Kyōto, Japan
Gründung 13. Januar 1994 (Kyōto Shikō Club, 1922)
Farben purpur
Präsident JapanJapan Tōru Umemoto
Website sanga-fc.jp
Erste Mannschaft
Cheftrainer NordmazedonienNordmazedonien Boško Gjurovski (2018–)
Spielstätte Nishikyōgoku Athletic Stadium, Kyōto, Präfektur Kyōto
Plätze 20.588
Liga J2 League
2018 19. Platz
Heim
Auswärts
Altes Logo des Vereins

Kyōto Sanga F.C. (jap. 京都サンガF.C., Kyōto Sanga efu shī) ist ein japanischer Fußballclub aus Kyōto und spielt seit 2011 in der J2 League. Er ist der mit Abstand älteste Profiklub des Landes.

Der Beiname Sanga kommt aus Indien und bedeutet in der buddhistischen Terminologie „Schar“ oder „Gemeinschaft“ – eine Anspielung an die Hochschulvergangenheit der Mannschaft. Auch verweist der Name auf die buddhistische Tradition der ehemaligen Kaiserstadt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seinen Ursprung hat der Verein im 1922 gegründeten Kyōto Shikō Club (京都紫郊クラブ, Kyōto Shikō Kurabu, wörtlich: „Kyōto-Purpurvorstadt-Klub“), welcher sich nicht – wie die meisten Vereine – aus einer Werksmannschaft, sondern einem Hochschulteam gründete. Die Vereinsfarbe, die sich auch im Wappen der Präfektur und Stadt Kyoto findet, soll an den ehemals kaiserlichen Status der Stadt erinnern. 1954 wurde die Schreibweise bei gleicher Aussprache in 京都紫光クラブ (wörtlich: „Purpurstrahl-Klub Kyōto“) geändert. Die Lehrermannschaft nahm in den 50er- und 60er-Jahren mehrfach am Kaiserpokal teil, ohne jedoch das Finale zu erreichen. Eine Aufnahme in die landesweite Japan Soccer League – welche ursprünglich Firmenmannschaften vorbehalten war – erfolgte 1973. Mit Gründung der J. League 1993 nahm der Klub an der damals zweitklassigen Japan Football League teil.

Zur Saison 1994 wurde der Klub als Aktiengesellschaft K.K. Kyōto Purple Sanga (株式会社京都パープルサンガ, kabushiki kaisha Kyōto Pāpuru Sanga, engl. Kyoto Purple Sanga Co. Ltd.) neu gegründet, zu dessen Investoren Unternehmen wie Kyōcera, Nintendō und die Kyōto Shimbun sowie Präfektur und Stadt Kyōto gehören.

Begünstigt durch die ständige Erweiterung der J. League, rückte Sanga kontinuierlich in der Tabelle nach oben, bis der Klub 1995 schließlich hinter den Fukuoka Brooks den zweiten Rang belegte und ins Oberhaus aufstieg. Auch begünstigte die Aufstockung der Liga in der folgenden Saison den Klassenerhalt. Mit mäßigem Erfolg verblieb Sanga in der J. League, musste aber den Abstieg in der Saison 2000 hinnehmen. Nach dem sofortigen Wiederaufstieg 2001 übernahm das deutsche Trainerduo Gert Engels und Michael Weiß die Mannschaft und konnte sich mit Unterstützung des in Kyoto ansässigen Kyōcera-Konzerns in der Division 1 halten. Auch der Titel im Kaiserpokal sorgte für steigende Euphorie und Zuschauerzahlen.

Nach dem Abgang einiger Leistungsträger – Engels war ebenfalls entlassen worden – stieg Kyoto Sanga 2003 wieder in die J. League Division 2 ab. Der neue Trainer Kōichi Hashiratani trennte sich 2005 von den alten Stars Daisuke Matsui und Teruaki Kurobe und sicherte mit einer verjüngten Mannschaft bereits sieben Spieltage vor Schluss den Wiederaufstieg ins Oberhaus. Doch der Klassenerhalt blieb dem Verein verwehrt und als Tabellenletzter Stieg Kyoto Sanga 2006 erneut ab. Der Beiname Purple wurde 2007 entfernt und der aktuellen Name Kyōto Sanga F.C. präsentiert. Auch das neue Vereinslogo sollte den Verein moderner und attraktiver machen. Mit dem Sieg über Sanfrecce Hiroshima in der Relegation – durch den 2:1-Sieg im Hinspiel, reichte im Rückspiel in Hiroshima das 0:0-Unentschieden – gelang Kyōto Sanga erneut der direkte Wiederaufstieg.

Zuletzt stieg der Verein 2010 nach der Niederlage gegen die Urawa Red Diamonds ab und spielt seitdem in der Division 2. Sanga konnte nur vier Siege vorweisen und hatte mit −30 (30:60) die zweitschlechteste Tordifferenz der Liga.

Stadion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Gründungszeiten spielte der Verein auf einem Spielfeld im Stadtteil Murasakino (紫野) im Stadtviertel Kitaku. Das neue Nishikyōgoku Athletic Stadium (西京極スタジアム, Nishikyōgoku Sutajiamu), ein Fußballstadion mit Leichtathletikanlage, wurde 1942 im Stadtteil Nishikyōgoku, Ukyō-ku gebaut und dient seitdem als Austragungsort der Heimspiele. 1985 und 1996 erfolgte der Ausbau, sodass heute bis zu 20.588 Zuschauer Platz finden.

Nach fast zwei Jahrzehnten Planung seit den 1990er Jahren soll ein neues Fußballstadion für neun Mrd. JPY mit 21.610 Plätzen gebaut werden. Den ersten Spatenstich plant man für den 1. Februar 2018. Die Fertigstellung des Kyoto Stadium soll zum Jahresende im Dezember 2019 erfolgen, sodass die Spielstätte Anfang 2020 eröffnet werden könnte.[1][2]

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Trainer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Trainer Nation Zeitraum
Takeshi Takama JapanJapan Japan 1993
Seishirō Shimatani JapanJapan Japan 1994
Jorge Yonashiro JapanJapan Japan 1994
José Oscar Bernardi BrasilienBrasilien Brasilien 1995–1996
Jorge Yonashiro JapanJapan Japan 1996
Pedro Rocha UruguayUruguay Uruguay 1997
Marius Johan Ooft NiederlandeNiederlande Niederlande 1998
Hidehiko Shimizu JapanJapan Japan 1998–1999
Bunji Kimura JapanJapan Japan 1999
Shu Kamo JapanJapan Japan 1999–2000
Gert Engels DeutschlandDeutschland Deutschland 2000–2003
Bunji Kimura JapanJapan Japan 2003
Pim Verbeek NiederlandeNiederlande Niederlande 2003
Bunji Kimura JapanJapan Japan 2003
Akihiro Nishimura JapanJapan Japan 2004
Kōichi Hashiratani JapanJapan Japan 2004–2006
Naohiko Minobe JapanJapan Japan 2006–2007
Hisashi Katō JapanJapan Japan 2007–2010
Yutaka Akita JapanJapan Japan 2010
Takeshi Ōki JapanJapan Japan 2011–2013
Valdeir Vieira BrasilienBrasilien Brasilien 2014
Hitoshi Morishita JapanJapan Japan 2014
Ryōichi Kawakatsu JapanJapan Japan 2014
Masahiro Wada JapanJapan Japan 2015
Kiyotaka Ishimaru JapanJapan Japan 2015–2016
Takanori Nunobe JapanJapan Japan 2017–2018
Boško Gjurovski NordmazedonienNordmazedonien Nordmazedonien 2018–

Statistik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saison Liga Teams Pos. J. League Cup Emperor's Cup
1996 J1 16 16. Gruppenphase Viertelfinale
1997 17 14. Gruppenphase 4. Runde
1998 18 13. Gruppenphase 3. Runde
1999 16 12. 2. Runde 4. Runde
2000 16 15. Halbfinale 3. Runde
2001 J2 12 1. 1. Runde 4. Runde
2002 J1 16 5. Gruppenphase Sieger
2003 16 16. Gruppenphase 3. Runde
2004 J2 12 5. - 4. Runde
2005 12 1. - 4. Runde
2006 J1 18 18. Gruppenphase 4. Runde
2007 J2 13 13. - 3. Runde
2008 J1 18 14. Gruppenphase 5. Runde
2009 18 12. Gruppenphase 3. Runde
2010 18 17. Gruppenphase 3. Runde
2011 J2 20 7. - Finale
2012 22 - - -

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kyōto Sanga – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. stadiumdb.com: New design: Finally go-ahead for Kyoto stadium Artikel vom 2. November 2017 (englisch)
  2. stadiumdb.com: Kyoto stadium (englisch)