LVM Landwirtschaftlicher Versicherungsverein Münster

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LVM Landwirtschaftlicher Versicherungsverein Münster a. G.
Logo
Rechtsform Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit
Gründung 1896 in Münster
Sitz Münster, Deutschland

Leitung

Mitarbeiter 3.774 (2014)[1]
Umsatz 3.237 Mio. EUR (Beitragseinnahmen, 2015) [1]
Branche Versicherungen
Website www.lvm.de
historisches Logo

Der LVM Landwirtschaftlicher Versicherungsverein Münster a. G. gehört zu den 20 führenden Erstversicherungsgruppen sowie zu den größten fünf Kfz-Versicherern in Deutschland. Der Sitz des Unternehmens befindet sich in der Stadt Münster (Westfalen).

Kurzporträt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die LVM-Unternehmensgruppe bietet ein vollständiges Produktportfolio aus den Bereichen Versicherungen, Vorsorge und Finanzdienstleistungen an. Über 3,3 Millionen Privatpersonen und Firmen sind in diesen Angelegenheiten Kunde bei der LVM Versicherung und haben über 10,9 Millionen Verträge abgeschlossen.

Rund 2.300 Vertrauensleute – so heißen die selbstständigen Handelsvertreter (nach § 84 HGB) der LVM Versicherung – sind gemeinsam mit ihren rund 4.700 Mitarbeitern deutschlandweit im Vertrieb und für den Kundenservice vor Ort tätig. Aus der Unternehmensdirektion in Münster wurden sie im Jahr 2015 dabei von gut 3600 Mitarbeitern unterstützt.

Rechtsform[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die LVM Versicherung besteht aus der Muttergesellschaft, dem LVM a. G., und ihren Tochtergesellschaften. Die Rechtsform der Mutter lautet Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit (kurz: VVaG). Besonderheit dieser Rechtsform ist es, dass die Versicherten des Versicherungsvereins selbst die Vereinsmitglieder sind.

Die LVM-Tochtergesellschaften sind Aktiengesellschaften (kurz: AG), deren Anteile sich zu 100 Prozent im Besitz der Muttergesellschaft LVM a. G. befinden.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gründungsjahr der LVM Versicherung war das Jahr 1896, als westfälische Landwirte den Versicherungsverein gegen Haftpflicht für Landwirte der Provinz Westfalen gründeten. Ziel war eine Selbsthilfeorganisation, um die Landwirte vor unterschiedlichsten Haftungsrisiken zu schützen. Im Jahre 1916 überschritt die Mitgliederzahl 20.000. Das verwaltete Vermögen betrug umgerechnet mehr als 500.000 Euro.

Die Nachkriegszeit des Ersten Weltkriegs mit der Zeit der Inflation Anfang der 1920er Jahre überstand der Verein dadurch, dass die Beiträge nicht mehr in Reichsmark, sondern in Roggen bezahlt wurden. Nach der Einführung der Rentenmark und dem Ende der Inflation wurde der gelagerte Roggen gewinnbringend verkauft. Im Jahre 1926 öffnete der Versicherungsverein sich auch für Personen, die keine Landwirte waren und in Gemeinden mit weniger als 8000 Einwohnern lebten. Gleichzeitig wurden die Kfz-Haftpflicht- und Tierversicherung in das Angebot aufgenommen.

Das LVM-Bürogebäude

Durch den Zweiten Weltkrieg wurden die Bürogebäude des Vereins stark zerstört. Gleichzeitig ging der Bestand an Versicherungen und finanziellen Rücklagen zurück. Während der Zeit des Wirtschaftswunders verzehnfachte sich der Bestand zwischen 1948 und 1955 durch die Kfz-Haftpflichtversicherungen, des in Landwirtschaftlicher Versicherungsverein Münster a. G. umbenannten Versicherungsvereins. Gleichzeitig wurde 1955 die regionale Begrenzung aufgehoben und somit das Angebot für weitere Kunden geöffnet. Bis 1969 wurde das Angebot auf die ganze Bundesrepublik Deutschland und West-Berlin erweitert. Hinzu kamen Erweiterungen im Angebot, zum Beispiel durch die Allgemeine Unfallversicherung und die Sachversicherung.

Das Pferd aus blauen Leuchtstoffröhren vor dem Bürotower

Ab 1970 begann die Transformation zur Unternehmensgruppe, als die LVM Rechtsschutzversicherungs-AG als Tochtergesellschaft gegründet wurde. Ein Jahr später folgte die LVM Lebensversicherungs-AG. 1973 wurden alle Beschränkungen der Personenkreise aufgehoben. Im Jahre 1981 wurde eine weitere Tochtergesellschaft gegründet, die LVM Krankenversicherungs-AG. Nur kurz darauf, im Jahre 1984, überschritten die Beitragseinnahmen erstmals die Grenze von einer Milliarde DM. Die Grenze von zwei Milliarden DM fiel nach der deutschen Wiedervereinigung 1990 und den vielen Neukunden in den neuen Bundesländern. Aufgrund der zunehmenden Expansion wurden auch die Verwaltungsgebäude erweitert, darunter der 1999 fertiggestellte 73 m hohe Büroturm am Kolde-Ring.

Bürogebäude „Villa Kunterbunt“ (landläufige Bezeichnung)

Seit dem Jahr 2000 kooperiert die LVM-Versicherungsgruppe mit dem amerikanischen Investmenthaus Federated Investors, Inc. und vertreibt eine eigene Fonds-Familie über die Agenturen. Zum 1. Juli 2002 übernahm die LVM die Augsburger Aktienbank, Deutschlands älteste Direktbank, und vertreibt seitdem Produkte der Bank ebenfalls über die eigenen Agenturen. Am 10. Oktober 2002 nahm die bisher letzte Tochtergesellschaft, die LVM Pensionsfonds-AG, den Geschäftsbetrieb auf. Im Jahr 2004 überschritten die Beitragseinnahmen erstmals die Schwelle von zwei Milliarden Euro.

Zahlen und Fakten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werte laut Geschäftsbericht 2015 und weiterer LVM-interner Publikationen.[1]

  • 10,94 Millionen Verträge
  • Kapitalanlagen 17,3 Milliarden Euro
  • 2.298 Vertrauensleute in den LVM-Versicherungsagenturen deutschlandweit
  • Rund 3,3 Millionen Kunden
  • Beitragseinnahmen 3,237 Milliarden Euro

Gremien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Aufsichtsrat und der Vorstand sind die beiden wichtigsten Gremien des Versicherungsvereins LVM a. G.:

Aufsichtsrat

  • Jochen Borchert, Vorsitzender des Aufsichtsrats, Bundesminister für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz a. D. und ehemaliges Mitglied des Deutschen Bundestages
  • Horst-Dieter Westerhoff, stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats und Professor an der Universität Duisburg-Essen
  • Bernhard Pellens, Professor an der Ruhr-Universität Bochum
  • Detlef Bierbaum, Bankier
  • Ulrich Scheffer, Arbeitnehmervertreter
  • Hans-Peter Süßmuth, Arbeitnehmervertreter

Vorstand

  • Mathias Kleuker (Vorsitzender des Vorstands)
  • Peter Bochnia
  • Ludger Grothues
  • Heinz Gressel
  • Werner Schmidt
  • Rainer Wilmink

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Geschäftsbericht 2014

Koordinaten: 51° 56′ 57″ N, 7° 36′ 52″ O