Tschernitz

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Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Tschernitz führt kein Wappen
Tschernitz
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Tschernitz hervorgehoben
Koordinaten: 51° 35′ N, 14° 37′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Spree-Neiße
Amt: Döbern-Land
Höhe: 132 m ü. NHN
Fläche: 13,26 km2
Einwohner: 1271 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 96 Einwohner je km2
Postleitzahl: 03130
Vorwahl: 035600
Kfz-Kennzeichen: SPN, FOR, GUB, SPB
Gemeindeschlüssel: 12 0 71 392
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der Amtsverwaltung: Cottbuser Straße 2
03130 Tschernitz
Webpräsenz: www.gemeinde-tschernitz.de
Bürgermeister: Peter Drobig (Bündnis 93)
Lage der Gemeinde Tschernitz im Landkreis Spree-Neiße
BurgBriesenDissen-StriesowDöbernDrachhausenDrehnowDrebkauFelixseeForstGroß Schacksdorf-SimmersdorfGubenGuhrowHeinersbrückJämlitz-Klein DübenJänschwaldeKolkwitzNeiße-MalxetalNeuhausenPeitzSchenkendöbernSchmogrow-FehrowSprembergTauerTeichlandTschernitzTurnow-PreilackWelzowWerbenWiesengrundKarte
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Friedhofskapelle

Tschernitz (niedersorbisch Cersk) ist eine Gemeinde im Südosten des brandenburgischen Landkreises Spree-Neiße. Sie wird vom Amt Döbern-Land verwaltet, das seinen Sitz in der Stadt Döbern hat.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort liegt in der Niederlausitz etwa 30 Kilometer südöstlich von Cottbus. Die Landesgrenze zwischen Brandenburg und Sachsen bildet die westliche Gemeindegrenze.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde besteht aus den Ortsteilen Tschernitz (sorbisch Cersk) und Wolfshain (Śisej). Hinzu kommen die Wohnplätze Adamschenke (Adamowa kjarcma), Herrmannsmühle, Hinterberge (Zagora) und Hirtenmühle.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort ist eine wendische Siedlung. Erstmals urkundlich erwähnt wurde Tschernitz am 20. Oktober 1283 in einem Schreiben des Meißener Markgrafen Heinrichs des Erlauchten.

Bis in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts waren Tschernitz und Wolfshain überwiegend sorbischsprachig; schon in den 1880er Jahren sprachen jedoch nur noch die Erwachsenen sorbisch, die Kinder - vor allem bedingt durch den deutschen Schulunterricht - nur mehr deutsch.[3]

Tschernitz gehörte bis ins 19. Jahrhundert zu Schlesien. Nach der Neuorganisation der Kreisgliederung im preußischen Staat nach dem Wiener Kongress wurde der Ort dem neugebildeten Landkreis Sorau in der Provinz Brandenburg angegliedert. Von 1952 bis 1990 gehörte Tschernitz zum Kreis Spremberg im DDR-Bezirk Cottbus.

Wolfshain wurde am 26. Oktober 2003 eingemeindet.[4]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1875 661
1890 709
1910 1 391
1925 1 429
1933 1 417
1939 1 500
1946 1 289
1950 1 487
1964 1 268
1971 1 313
Jahr Einwohner
1981 1 156
1985 1 374
1989 1 466
1990 1 530
1991 1 523
1992 1 541
1993 1 545
1994 1 556
1995 1 518
1996 1 483
Jahr Einwohner
1997 1 449
1998 1 407
1999 1 400
2000 1 393
2001 1 360
2002 1 305
2003 1 673
2004 1 657
2005 1 609
2006 1 577
Jahr Einwohner
2007 1 535
2008 1 486
2009 1 435
2010 1 393
2011 1 297
2012 1 289
2013 1 288
2014 1 280
2015 1 271

Gebietsstand des jeweiligen Jahres,[5][6] ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindevertretung von Tschernitz besteht aus 10 Gemeindevertretern und dem ehrenamtlichen Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 ergab folgende Sitzverteilung:[7]

  • Liste "Bündnis 93" 6 Sitze
  • Wählergruppe Wähler für Wolfshain und Tschernitz 3 Sitze
  • Die Linke 1 Sitz

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Peter Drobig (Liste "Bündnis 93") wurde in der Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2014 mit 62,8 % der gültigen Stimmen für eine Amtszeit von fünf Jahren[8] gewählt.[9]

Wappen, Flagge, Dienstsiegel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Tschernitz selbst führte - und führt auch derzeit - kein eigenes Wappen und keine eigene Flagge.[10][11] Im Dienstsiegel zeigt sie gemäß § 5 der Hoheitszeichenverordnung[12] als Siegelbild den Wappenschild des Landes Brandenburg.

Wappen des Ortsteils Tschernitz
Wappen des Ortsteils Tschernitz

Im Jahre 2006 versuchte der Ortsteil Tschernitz sich ein Ortsteilwappen und eine Flagge genehmigen zu lassen. Doch das Ministerium des Innern des Landes Brandenburg versagte diesem Vorhaben seine Zustimmung, da die Verordnung über kommunale Hoheitszeichen die Wappenführung eines Ortsteiles nicht vorsieht. Somit stellt dieses Wappen kein kommunales Hoheitszeichen dar. Der Ortsteil Tschernitz nutzt bzw. führt dieses Ortsteilwappen ausschließlich für repräsentative Zwecke, aus Gründen der Identifikation und Heimatverbundenheit.[13] Blasonierung:

Durch von Gold und Blau gevierten Schildhauptpfahl gespalten; vorne in Gold freischwebend ein halbrechter schwarzer Adler, auf der Brust belegt mit einem liegenden silbernen Halbmond; hinten in Rot eine silberne Glasflasche über drei aus dem Schildfuß wachsenden goldenen Flammen.[13]

Der Schildhauptpfahl erinnert an ein „T“, den Anfangsbuchstaben des Ortsnamens. Der halbe Adler verweist auf die historische Zugehörigkeit der Gemeinde zum Fürstentum Sagan. Das Stammeswappen der Familie Sagan zeigt den schlesischen Adler mit aufgelegtem Halbmond, der damit auch im Ortsteilwappen erscheint. Tschernitz ist bereits seit 1829 Standort einer Glashütte. Diese erwerbsgeschichtliche Tradition wird durch die Flammen und die Darstellung eines typischen technischen Glases aus älterer Tschernitzer Produktion symbolisiert.

Das Wappen wurde vom Heraldiker Frank Diemar gestaltet.

Flagge

Die Flagge ist Rot-Gelb gestreift und trägt mittig das Ortsteilwappen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Liste der Baudenkmale in Tschernitz ist die Friedhofskapelle als Baudenkmal ausgewiesen. Die Bodendenkmale sind in der Liste der Bodendenkmale in Tschernitz aufgeführt.

Das Kriegerdenkmal für die Gefallenen der Kriege 1864, 1866 und 1870/71 aus Tschernitz und Wolfshain ist nach dem Zweiten Weltkrieg verschwunden.[14]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

GMB Glasmanufaktur Brandenburg

1984 nahm das Farbfernsehkolbenwerk Tschernitz die Produktion auf. 1994 übernahm Samsung den Betrieb von der Treuhandanstalt, zog sich 2007 aber zurück. 2008 begann die neugegründete Firma GMB Glasmanufaktur Brandenburg für die Interfloat Corporation aus Liechtenstein mit der Produktion von eisenarmen Solarglas.[15]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch Tschernitz führt von West nach Ost die Bundesstraße 156 nach Spremberg. Die Bundesstraße 115 zwischen Forst (Lausitz) und Bad Muskau durchquert ebenfalls das Gemeindegebiet.

Der Bahnhof Wolfshain lag an der Bahnstrecke Weißwasser–Forst. Der Verkehr wurde 1996 eingestellt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellenangaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2015 (XLS-Datei; 83 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Dienstleistungsportal der Landesverwaltung Brandenburg. Gemeinde Tschernitz
  3. Arnošt Muka: Pućowanja po Serbach. Nakład Domowiny, Budyšin 1957, S. 56f.
  4. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2003
  5. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Spree-Neiße. S. 30–33
  6. Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2015 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7
  7. Ergebnis der Kommunalwahl am 25. Mai 2014
  8. Brandenburgisches Kommunalwahlgesetz, § 73 (1)
  9. Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2014
  10. Die Hauptsatzung der Gemeinde Tschernitz führt keine Angaben zu Wappen, Flagge und Dienstsiegel.
  11. Nach den Angaben des BLHA zur Gemeinde Tschernitz liegt keine Wappenbeschreibung vor.
  12. Verordnung über die Hoheitszeichen des Landes Brandenburg (Hoheitszeichenverordnung – HzV),
    abgedruckt im Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Brandenburg Teil II – Nr. 9 vom 21. Mai 2007
  13. a b Deutsche Kommunale Wappenschau: Tschernitz, Gemeinde Tschernitz
    Eine offizielle Blasonierung dieses Ortsteilwappens liegt derzheit nicht vor.
  14. Das verschwundene Kriegerdenkmal von Tschernitz
  15. Geschichte der Glasindustrie in Tschernitz

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Tschernitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien