Maccabi Tel Aviv (Fußball)

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Maccabi Tel Aviv
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Basisdaten
Name Moadon Kaduregel Maccabi Tel Aviv
Sitz Tel Aviv
Gründung 1906
Präsident KanadaKanada Mitchell Goldhar
Erste Mannschaft
Trainer NiederlandeNiederlande Jordi Cruyff
Stadion Bloomfield-Stadion
Plätze 17.500
Liga Ligat ha’Al
2016/17 2. Platz
Heim
Auswärts
Alternativ

Der Moadon Kaduregel Maccabi Tel Aviv (Hebräisch: מועדון כדורגל מכבי תל אביב; – Fußball Klub Maccabi Tel Aviv) ist die Fußballabteilung des größten israelischen Sportvereins Maccabi Tel Aviv, auch bekannt für seine Basketballabteilung.

1906 in Jaffa als HaRishon LeZiyyon gegründet, ist Maccabi nicht nur einer der ältesten Fußballvereine Israels, sondern mit 21 Meisterschaften und 23 Pokalsiegen auch der erfolgreichste. Maccabi spielt seit 1949 ununterbrochen höchstklassig in der Ligat ha’Al. Hauptrivale ist der Lokalrivale Hapoel Tel Aviv.

Der Verein gewann 1968 sowie 1971 die Asian Club Championship. Das Finale 1971 entschied der Verein kampflos für sich, als der irakische „Polizeiverein“ Al-Shorta aus Bagdad seinen Antritt verweigerte.

Name und Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Vereinswappen ist der Davidstern in der Ausführung der Maccabi-Bewegung prominent, deren Ziel die Förderung des Bewusstseins der jüdischen Jugend für religiöse, kulturelle und nationale Werte ist. Der Begriff „Maccabi“ wird vom Namen einer Priesterfamilie, den Makkabäern, abgeleitet, deren Mitglieder als Freiheitskämpfer angesehen sind.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gründungsjahre (1906–1927)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Vorabend des Pessach-Festes 1906 trafen sich eine Gruppe Jungen im Alter zwischen 14 und 16 Jahren im Haus von Meir Dizengoff. Sie beschlossen, den ersten jüdischen Fußballverein im damals osmanischen Palästina zu gründen. Der Maccabi HaRishon LeZion war geboren. Das erste Spiel konnte mit 3:0 gegen eine Mannschaft aus französischen Seeleuten gewonnen werden. Nachdem 1909 die Stadt Tel Aviv gegründet wurde, benannte sich der Verein in Maccabi Tel Aviv um.

Fußball in Palästina (1928–1945)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Maccabi 1939 in Australien

1928 wurde die Palestine Football Association gegründet. Zu den ersten Mitgliedern des Fußballverbandes zählten neben Maccabi auch Allenbi Hapoel (später Hapoel Tel Aviv) und eine Reihe von britischen Vereinen. Dadurch konnte die erste Fußballliga des Landes gegründet werden. Im selben Jahr wurde auch der israelische Pokal unter dem Namen „People Cup“ gegründet. Das erste Derby zwischen Maccabi Tel Aviv und Allenbi Hapoel fand auch 1928 statt und konnte mit einem 3:0 von Maccabi entschieden werden. 1929 konnte der Verein seinen ersten Staatspokal gewinnen. Im Finale wurde Maccabi HaShmona’i besiegt. 1930 wurde der zweite Pokalerfolg sicher gemacht. Mit 2:1 gewann die Mannschaft gegen das 48. Platoon der britischen Armee.

1936 wurde Maccabi in die USA eingeladen. Auf ihrem Weg dahin wurden zwei Freundschaftsspiele in Frankreich absolviert. Gegen Racing Paris und Olympic Lille reichte es aber nicht zum Sieg. In den USA besiegte die Mannschaft ein New Yorker All Star Team im mit 50.000 Zuschauer besetzten Yankee Stadium. Weitere Spiele folgten. Trainer war damals der Österreicher Egon Pollak.

Nachdem man aus den USA wieder in Israel angekommen war, brach ein Spielerstreik innerhalb der Mannschaft aus. Der Verband konnte die Gehälter nicht mehr bezahlen. Nach einem Jahr akzeptierte der Fußballverband die Forderungen der Spieler. 1937 gewann Maccabi seine erste Meisterschaft. Zwei Jahre später konnte der zweite Titel erlangt werden. Am Ende dieser Saison fuhr die Mannschaft nach Australien. Unter dem Namen Maccabi Palestine Team absolvierten sie dort insgesamt 18 Spiele. Man spielte gegen die Auswahlmannschaften der einzelnen Bundesstaaten, regionale Mannschaften und fünfmal gegen die australische Nationalmannschaft.

1941 konnte das erste Double errungen werden. Im Finale des Pokals gewann die Mannschaft gegen Hapoel Tel Aviv. Nach dem Ende dieser Saison wurde der Ligabetrieb bis 1945 aufgrund des Zweiten Weltkrieges ausgesetzt, trotzdem spielte die Mannschaft in diversen Freundschaftsspielen weiter. 1946 wurde die Liga immer noch nicht ausgespielt, dafür aber der Staatspokal. Maccabi gewann diesen gegen Hapoel Ironi Rishon LeZion mit 6:0. 1947 wurde der Ligabetrieb wieder aufgenommen, und Maccabi Tel Aviv wurde wiederum Meister. Das Pokalfinale gegen Beitar Tel Aviv konnte mit 3:2 gewonnen werden, weil der Schiedsrichter ein Tor für Beitar aberkannte. Die Spieler und Fans der unterlegenden Mannschaft stürmten daraufhin auf den Schiedsrichter zu, und Yom-Tov Mansherov, ein Spieler von Beitar, schnappte sich den Pokal. Dieser tauchte 45 Jahre später in Petach Tikwa wieder auf.

Nach der Unabhängigkeit (ab 1948)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem 1948 der Staat Israel ausgerufen wurde, gewann Maccabi in der Saison 1949/50 die erste Meisterschaft. Die Mannschaft erzielte einen Rekord von 103 Toren in 24 Spielen. In den folgenden Jahren dominierte Maccabi mit vier weiteren Meistertiteln in den 50er Jahren das Geschehen der Liga.

Die Saison 1961/62 wurde mit dem zehnten Platz abgeschlossen. Dieses war das bis dahin schlechteste Ergebnis der Mannschaft. Ein Jahr später konnte der Pokalsieg errungen werden und 1967 noch einmal. In diesem Jahr zog der Verein in das Bloomfield Stadium nach Jaffa um. Von 1966 bis 1968 wurde eine Doppelsaison ausgespielt. Maccabi wurde nach fast zehn Jahren wieder Meister. Durch die Meisterschaft durfte die Mannschaft an dem zweiten Asian Champion Club Turnier teilnehmen. Diese konnte durch einen Finalsieg gegen den südkoreanischen Verein Yangzee FC erreicht werden. Die Saison 1969/70 war mit Double-Gewinn wiedermal sehr erfolgreich für die Mannschaft aus Tel Aviv. Die Asian Champion Club konnte in der folgenden Saison zum zweiten Mal gewonnen werden. Die irakische Mannschaft Al-Shorta erklärte, aus politischen Gründen nicht an dem Finale teilnehmen zu wollen. So wurde das Spiel 2:0 für Maccabi gewertet. Auch das vorherige Gruppenspiel wurde 2:0 für die israelische Mannschaft gewertet.

In den 70er Jahren wurden drei weitere Meisterschaften errungen, anders in den 80er Jahren, in diesem Zeitraum konnte keine Meisterschaft erzielt werden. 1988 schaffte man den Rekordsieg von 10:0 gegen Maccabi Haifa. 1992 konnte Maccabi wieder die Liga anführen und zum ersten Mal seit 1979 wieder Meister werden. In der folgenden Saison nahm der Verein zum ersten Mal an der UEFA Champions League teil. In der Vorrunde konnte der FC Valletta aus Malta mit insgesamt 3:1 besiegt werden. Im Hinspiel der ersten Runde unterlag die Mannschaft dem FC Brügge mit 1:0. Auch das Rückspiel wurde mit 3:0 verloren. In der Saison 1993/94 nahm Maccabi Tel Aviv als Pokalsieger am Europapokal der Pokalsieger teil, schied aber in der ersten Runde gegen Werder Bremen aus.

Unter Trainer Avram Grant gewann Maccabi erneut die Meisterschaft und qualifizierte sich dadurch für die Champions League, schied aber frühzeitig gegen den Grasshopper Club Zürich aus. Trotzdem wurde die Saison 1995/96 erfolgreich mit einem Gewinn des Double beendet. In den folgenden Jahren konnte die Maccabi nur den Toto Cup 1999 gewinnen.

2001 und 2002 wurde Maccabi Pokalsieger, 2002/03 unter Trainer Nir Klinger sogar Meister. Der Titelgewinn erfolgte aber nur durch die um einen Treffer bessere Tordifferenz zum Zweiten. Bei der UEFA Champions League 2004/05 schaffte es Maccabi dank Siegen gegen HJK Helsinki und PAOK Thessaloniki in die Gruppenphase. Dort traf Maccabi auf Juventus Turin, den FC Bayern München und Ajax Amsterdam. Mit vier Niederlagen, einem Sieg gegen Ajax und einem Unentschieden gegen Juventus schied der Verein aus. Im selben Jahr konnte zum 22. Mal der israelische Staatspokal gewonnen werden. In der folgenden Saison erlitt die Mannschaft die höchste Heimniederlage aller Zeiten. Gegen den Zweitligisten Hapoel Acre verlor Maccabi 4:0 im Pokal.

2008 beendete der erfolgreichste Torschütze Avi Nimni des Vereins seine Karriere. In insgesamt 355 Spielen erzielte er 174 Tore. Seine Rückennummer 8 wird seitdem nicht mehr vergeben. Seit 2008 ist er auch Generalmanager des Vereins und wird dabei von dem ehemaligen israelischen Nationaltorhüter Yossi Mizrahi als Trainer unterstützt.

2009 konnte der Toto Cup gegen den MS Aschdod gewonnen werden. Bei der UEFA Europa League 2010/11 schied die Mannschaft in der Play-off Runde gegen Paris Saint-Germain aus.

Stadion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bloomfield stadium.jpg

Der Verein trägt seine Heimspiele im 1962 eröffneten und 2000 renovierten Bloomfield-Stadion in Jaffa aus. Das Stadion hat eine Kapazität von 17.500 Sitzen. Der Verein teilt sich die Stadionnutzung mit den Ortsrivalen Hapoel und Bne Jehuda.

Das Stadion ist nach dem Bloomfield Fonds benannt, aus dem die Finanzierung des Baus erfolgte. Das Eröffnungsspiel bestritten am 12. Oktober 1962 Hapoel und der FC Twente Enschede aus den Niederlanden. Maccabi nutzt das Stadion seit 1968.

Das Stadion wird auch für Musikveranstaltungen wie etwa Konzerte von Phil Collins, den Scorpions und den The Black Eyed Peas genutzt.

Kader der Saison 2017/18[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stand 18. August 2017[1]

Nr. Position Name
1 IsraelIsrael TW Daniel Lifshitz
2 IsraelIsrael AB Eli Dasa
3 IsraelIsrael AB Yuval Spungin
7 IsraelIsrael MF Omer Atzili
9 IslandIsland ST Viðar Kjartansson
10 IsraelIsrael ST Barak Yitzhaki
11 EnglandEngland ST Nick Blackman (ausgeliehen von Derby County)
13 IsraelIsrael MF Sheran Yeini ((C)Kapitän der Mannschaft)
14 IsraelIsrael MF Eliel Peretz
15 IsraelIsrael MF Dor Micha
16 IsraelIsrael MF Shlomi Azulay
17 IsraelIsrael ST Sagiv Yehezkel
18 IsraelIsrael AB Eitan Tibi
19 BrasilienBrasilien TW Daniel Tenenbaum
Nr. Position Name
20 IsraelIsrael AB Matan Baltaxa
21 WeissrusslandWeißrussland AB Egor Filipenko
22 IsraelIsrael MF Avi Rikan
23 IsraelIsrael MF Eyal Golasa
24 IsraelIsrael ST Yonatan Cohen
25 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten ST Aaron Schoenfeld
26 IsraelIsrael AB Tal Ben Haim
27 IsraelIsrael AB Ofir Davidzada (ausgeliehen von KAA Gent)
28 ItalienItalien MF Cristian Battocchio
29 BrasilienBrasilien MF Marcelo
31 Bosnien und HerzegowinaBosnien und Herzegowina MF Tino-Sven Sušić (ausgeliehen von KRC Genk)
42 IsraelIsrael MF Dor Peretz
44 IsraelIsrael AB Sean Goldberg
95 SerbienSerbien TW Predrag Rajković

Verliehene Spieler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nr. Position Name
IsraelIsrael TW Sahar Hasson (an Beitar Tel Aviv Ramla)
IsraelIsrael TW Barak Levi (an Hapoel Katamon Jerusalem)
IsraelIsrael TW Omer Katz (an Beitar Tel Aviv Ramla)
IsraelIsrael AB Osher Abu (an Hapoel Ramat Gan)
IsraelIsrael AB Shachar Fiban (an Beitar Tel Aviv Ramla)
IsraelIsrael AB Saar Kalderon (an Hakoah Amidar Ramat Gan)
IsraelIsrael AB Maxim Grechkin (an Beitar Tel Aviv Ramla)
IsraelIsrael AB Guy Aviv (an Beitar Tel Aviv Ramla)
Nr. Position Name
IsraelIsrael MF Sharon Ziso (an Beitar Tel Aviv Ramla)
IsraelIsrael MF Roslan Barsky (an Hapoel Haifa)
IsraelIsrael MF Sohil Armeli (an Beitar Tel Aviv Ramla)
IsraelIsrael ST Dor Jan (an Beitar Tel Aviv Ramla)
IsraelIsrael MF Gabriel Knyakovski (an Hapoel Akko)
IsraelIsrael MF Dan Glazer (an Maccabi Netanja)
IsraelIsrael ST Matan Hozez (an Bne Jehuda Tel Aviv)
Kongo RepublikRepublik Kongo ST Mavis Tchibota (an Bne Jehuda Tel Aviv)

Titel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bekannte Spieler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Maccabi Tel Aviv (Fußball) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Fist Team. In: maccabi-tlv.co.il. Maccabi Tel Aviv, abgerufen am 18. August 2017 (englisch).
  2. Israel – Liste der Pokalfinale RSSSF