Marienfließ

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Marienfließ (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Marienfließ führt kein Wappen
Marienfließ
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Marienfließ hervorgehoben
53.31666666666712.1568Koordinaten: 53° 19′ N, 12° 9′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Prignitz
Amt: Meyenburg
Höhe: 68 m ü. NHN
Fläche: 77,7 km²
Einwohner: 716 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 9 Einwohner je km²
Postleitzahl: 16945
Vorwahlen: 033968, 033969
Kfz-Kennzeichen: PR
Gemeindeschlüssel: 12 0 70 266
Adresse der Amtsverwaltung: Freyensteiner Straße 42
16945 Meyenburg
Webpräsenz: www.amtmeyenburg.de
Bürgermeister: Ralf Knacke
Lage der Gemeinde Marienfließ im Landkreis Prignitz
Lenzerwische Lenzen (Elbe) Lanz Cumlosen Groß Pankow (Prignitz) Pritzwalk Gumtow Plattenburg Legde/Quitzöbel Rühstädt Bad Wilsnack Breese Weisen Wittenberge Perleberg Karstädt Gülitz-Reetz Pirow Berge Putlitz Kümmernitztal Gerdshagen Halenbeck-Rohlsdorf Meyenburg Marienfließ Triglitz Landkreis Ostprignitz-Ruppin Putlitz Mecklenburg-Vorpommern Sachsen-Anhalt Sachsen-AnhaltKarte
Über dieses Bild

Marienfließ ist eine amtsangehörige Gemeinde in Brandenburg im Landkreis Prignitz. Sie wurde erst 2001[2] gebildet und wird vom Amt Meyenburg mit Sitz in Meyenburg verwaltet.

Geografie[Bearbeiten]

Zur Gemeinde Marienfließ gehören die Ortsteile Frehne, Krempendorf, Stepenitz und Jännersdorf mit seinen bewohnten Gemeindeteilen Kuwalk und Neu Redlin.

Im Norden der Gemeinde liegt das Naturschutzgebiet „Marienfließ“. Durch das Gemeindegebiet fließt die Stepenitz.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Gemeinde entstand am 31. Dezember 2001 aus dem freiwilligen Zusammenschluss der bis dahin selbstständigen Gemeinden Frehne, Jännersdorf, Krempendorf und Stepenitz.[2]

Frehne[Bearbeiten]

Gut Frehne um 1860, Sammlung Alexander Duncker

Das ehemalige Gutsbauerndorf Frehne wurde 1275 erstmals urkundlich als „Verene“ erwähnt. Das Dorf beherbergt ein Ortsgemeinschaftshaus, eine Freiwillige Feuerwehr und eine kleine Kirche. Der Ortsbeirat organisiert im Jahr mehrere kulturelle Veranstaltungen, wie z. B. Kinder- und Dorffeste.

Jännersdorf[Bearbeiten]

Jännersdorf wurde 1246 erstmals erwähnt als „Janderstorp“. Der Name ist ein slawisch-deutscher Mischname, von der altpolabischen Personenname * Jander = Andreas[3]. Nach der Dorfform ist es ein Rundling. Funde deuten jedoch auf eine frühere Besiedlung der Gemarkung hin. Infolge des Dreißigjährigen Krieges wurde das Dorf entvölkert und erst 1686 wieder bewohnt. Zu DDR-Zeiten befand sich in Jännerstorf ein Schieß- und Hubschrauberlandeplatz des sowjetischen Militärs. Nach der Entmunitionierung des ehemaligen Truppenübungsplatzes nahmen dort 2012 Solarpark Jännersdorf und Solarpark Krempendorf den Betrieb auf.

Krempendorf[Bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1246 als „Crempendorf“. Das Angerdorf ist wahrscheinlich rein germanischen Ursprungs.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Jahr Einwohner
2001 962
2002 932
2003 939
2004 901
2005 886
Jahr Einwohner
2006 853
2007 815
2008 803
2009 795
2010 768
Jahr Einwohner
2011 767
2012 753
2013 713
2014 716

Gebietsstand des jeweiligen Jahres[4][5], ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

Politik[Bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten]

Die Gemeindevertretung von Marienfließ besteht aus 9 Gemeindevertretern und dem ehrenamtlichen Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 ergab folgende Sitzverteilung:[6]

  • Wählergruppe Gemeinschaft aktives Dorfleben 3 Sitze
  • Einzelbewerber Burkhard Freese 1 Sitz
  • Einzelbewerber Martin Kruse 1 Sitz
  • Einzelbewerberin Roswitha Wilke 1 Sitz
  • Einzelbewerberin Iris Höftmmann 1 Sitz
  • Einzelbewerber Peter Pessniker 1 Sitz
  • Einzelbewerberin Dörthe Damke 1 Sitz

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

siehe auch: Liste der Baudenkmale in Marienfließ

Literatur[Bearbeiten]

  • Clemens Bergstedt: Zur Frühgeschichte der Edlen Herren Gans zu Putlitz. In: Jahrbuch für die Geschichte Mittel- und Ostdeutschlands. Zeitschrift für vergleichende und preußische Landesgeschichte, Bd. 56, Berlin 2010, S. 1-35.
  • Clemens Bergstedt: Das heilige Blut des Klosters Marienfließ. In: Wichmann-Jahrbuch des Diözesangeschichtsvereins Berlin, Neue Folge 6, Berlin 2001, S. 7-20
  • Evangelisches Stift Marienfließ e. V. (Hrsg.): Klosterstift Marienfließ in Stepenitz, Berlin 2006 (mit Beiträgen u. a. von Gerd Heinrich, Clemens Bergstedt, Bernd Menze, Torsten Foelsch, Iselin Gundermann, Bernhard von Barsewisch)
  • Lieselott Enders: Die Prignitz - eine mittel-alterliche Klosterlandschaft? In: Jahrbuch für Berlin-Brandenburgische Kirchengeschichte, Jg. 60, Berlin 1995, S. 10-20.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Marienfließ – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Marienfließ auf der Website des Amtes Meyenburg
  • Krempendorf in der RBB-Sendung Landschleicher vom 4. August 2013

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2014 (XLS-Datei; 83 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. a b Bildung der neuen Gemeinde Marienfließ (aus den Gemeinden Frehne, Jännersdorf, Krempendorf und Stepenitz). Bekanntmachung des Ministeriums des Innern vom 2. November 2001. Amtsblatt für Brandenburg Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, 12. Jahrgang, 2001, Nummer 47, Potsdam, den 21. November 2001, S.786 PDF
  3. Sophie Wauer: Brandenburgisches Namenbuch. Teil 6 Die Ortsnamen der Prignitz. 487 S., Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1989.
  4. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Prignitz. S. 22–25
  5. Bevölkerung im Land Brandenburg nach kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden 1991 bis 2014
  6. Amtliches Ergebnis der Kommunalwahl vom 25. Mai 2014